EHEC Heckmeck – Angst essen Seele auf

EHEC. EHEC. Also wirklich. Wer braucht denn dieses hässliche kleine Stäbchenbakterium? Mittlerweile nervt das ziemlich rum und hat auch noch 25 Tote gefordert. Weit über 2.000 Menschen sind infiziert. Schrecklich. Aber, wenn wir mal ehrlich sind, geht es mehr um Angst, als um reale Gefahr. Es könnte mich treffen…

Setzen wir die Zahlen in Relation zu dem, was uns sonst an Gefahren umgibt, dann ist EHEC eher ein kleineres Problem. Teilen wir zum Beispiel 3.750 durch 365: roundabout 10 Menschen, die täglich auf Deutschlands Straßen sterben. Die Zahl der Menschen, die täglich an Darmkrebs sterben: 71. Rund 24 Menschen werden sich rein statistisch gesehen heute in Deutschland das Leben nehmen. Menschen sterben und niemand schreibt darüber, weil diese Todesursachen einfach als ganz normale Todesursachen hingenommen werden. Ja, es kann einen treffen. Der Darmkrebs, der Laster von hinten, die Depression, die so umfassend wird, dass sie scheinbar keinen Ausweg lässt.

EHEC ist in Norddeutschland um den 21. Mai ausgebrochen. Da hatte der Spiegel erstmals berichtet. Das sind also 19 Tage. Seither sind 25 Menschen gestorben, was ich weder bagatellisieren noch herabwürdigen möchte. Ich habe viel Mitgefühl mit den Erkrankten und ihren Angehörigen, weil ich mit Sicherheit nicht am Krankenbett meiner Kinder sitzen möchte, die sich mit EHEC infiziert haben. Nur: In den Zimmern neben den Menschen mit der EHEC-Infektion und dem HUS-Syndrom liegen Menschen zum Beispiel mit Darmkrebs. Und sterben. Das ist irgendwie „normal“, obwohl sich auch dagegen durch Vorsorge einiges unternehmen lassen würde.

Das gemeine an EHEC ist, dass man die Bakterien nicht sieht und dass Verwandte des Bakteriums ganz normal in unserem Darm leben. Wikipedia: „Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind bestimmte krankheitsauslösende Stämme des Darmbakteriums Escherichia coli (E. coli). Das Namenspräfix enterohämorrhagisch (entero von altgriechisch ἔντερον enteron – Darm und hämorrhagisch für Blutung) deutet an, dass EHEC beim Menschen blutige Durchfallerkrankungen (enterohämorrhagische Colitis) auslösen können.“ Beim Verzehr von Gurken, Salat, Tomaten oder Sprossen – so das Robert-Koch-Institut (RKI) – könnte also die Übertragung stattfinden, weil die Infizierten eben wohl alle Gurken, Salat, Tomaten oder Sprossen gegessen haben.

Die Angst isst also mit. Vor allem auch, weil EHEC ein gefundenes Fressen für die Medien ist. Killer-Bakterium. Sex sells. Die Angst verkauft. Und dann lassen sich noch super viele Nebenschauplätze aufmachen von Kompetenzgerangel über Ministerversagen bis Europaalarm und Russlandreaktionen. Müssten wir diesen Alarm dann nicht auch schlagen wegen der Menschen, die ihr Leben unter uns nicht mehr ertragen? Müsste es nicht eine Taskforce Selbstmord geben? Und noch so einige andere Taskforces?

Zu gerne spielen wir das Spiel der Angst mit, vor allem, wenn es im Gewand des Unsichtbaren daherkommt. Wenn der Feind nicht zu sehen ist und sich in unsere Häuser, Mägen und Enddärme schleicht. Schleichen könnte. 2.500 von 82.000.000 macht 0,003%. Trotzdem reagieren wir wie die aufgescheuchten Hühner und veranstalten ein Heckmeck, als wäre EHEC überall. Ich selbst nehme mich da nicht aus. Beim Gemüseeinkauf gestern habe ich auf die Tomaten, die normalerweise Standard sind, verzichtet. Und letztlich hat wahrscheinlich auch die mediale Aufklärung dazu beigetragen, dass es bislang nicht mehr als 2.500 Infizierte sind und die Zahl der Neuansteckungen zurückgeht.

Ich würde mir wünschen, dass wir in Deutschland zukünftig mit Krankheitsausbrüchen – wie zum Beispiel auch der Schweinegrippe mit wie vielen verschimmelten Impfdosen? – anders umgehen. Weniger reißerisch in den Medien und panisch in den Straßen. Ein wenig japanische Coolness. Denn EHEC mag einen umbringen, aber auf Dauer „Angst essen Seele auf“. Versuchen wir doch zu sehen, was wirklich ist.

50 Antworten auf „EHEC Heckmeck – Angst essen Seele auf“

    1. Hi Alexandra,

      ich denke, wir sollten versuchen, zu sehen, was wirklich ist. Sonst werden wir in diesem Land noch verrückt. Manche Medien leen einfach davon, uns all eückt zu machen und das Ganze in ein Tollhaus zu verwandeln.

      Ich wünsche dir auch einen schönen Tag

      Jens

  1. Hallo Jens,

    ja, natürlich, wir sollten bei dem Thema EHEC nicht gleich in die Luft gehen. Es ist eben Vorsicht angeraten. Aber, Jens, Du willst japanische Coolness? So in dem Sinne: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß? Fukushima ist gewiß nicht mit EHEC vergleichbar. Willst Du unwissend leichtfertig sterben? Nein, danke. Über Krebs,Selbstmord oder Depression wird nicht gerne berichtet oder geschrieben. Mit dem Thema möchte sich keiner gerne auseinandersetzen, außer den Betroffenen.

    Viele Grüße

    Annegret

  2. Hi Annegret,

    ich meine nicht japanischen Fatalismus, sondern japanische Disziplin im Sinne von Panikvermeidung. Bei uns hier erzeugen zu viele Menschen zu gerne Panik. Medien, die von Angst und Panik profitieren, Politiker/innen, die sich gerne rund um solche Vorkommnisse profilieren. Ich wünsche mir einen respektvolleren Umgang mit den Ängsten der Menschen. Da sehe ich in der japanischen Disziplin ein Vorbild. Gefahren zu ignorieren, meine ich nicht. Händewaschen, Gurken, Salat, Tomaten, Sprossen unbekannter Herkunft zu meiden, O.K. Mache ich auch, aber nicht in Angststarre und Fatalismus verfallen – „man kann ja nichts mehr essen“. Weiteratmen und trotzdem das Leben genießen. Die Medien liefern dauernd die kleinen, schleichenden Unglücklichmacher-Informationen, auf die wir uns stürzen.

    Liebe Grüße

    Jens

  3. An Ehec erkranken jährlich ungefähr 800 – 1000 Menschen, davon sterben ca. 1-2% . Das in Normalzeiten und jährlich. Noch einmal: Das sind die normalen jährlichen Zahlen. Darüber spricht man nicht, die hat man.
    Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ausgangspunkt der jetzigen Massenerkrankung je gefunden wird, ist nach so vielen Tagen denkbar gering und wenn ich mich nicht irre, dann geht die Zahl der Neuerkrankungen nun zurück, was das bestätigt.
    Im Übrigen, wenn man die prozentuale Todesrate der Epidemie, der jährlichen gegenüber stellt, dann ist die nicht höher, so leid mir das für die Angehörigen auch tut und rein wissenschaftlich betrachtet. So zu denken hat mir mein Mediznstudium beigebracht.
    Natürlich kann man sagen, dass man das Risiko minimieren kann und auf Salat und weiß ich nicht noch alles verzichten, aber dann gibst du jemandem die Hand und …. Peng!
    Ich übe da immer in Gelassenheit, egal ob das Schweinegrippe oder Ehec ist, scheint mir nicht gegeben in Hysterie zu verfallen. Es geht nicht darum nach dem Motto „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ zu leben, sondern solche Meldungen rein pragmatisch zu betrachten und wenn man jetzt mal ganz genau hinschaut, dann ist Ehec in den Meldungen schon recht weit nach unten gerückt, weil den Journalisten klar ist, dass hier kein Jota mehr zu verdienen ist, keine Sensation mehr auftauchen wird, die Suche nach dem Ausgangspunkt im Sand verlaufen wird.
    Man muss sich das so vorstellen: eine Charge infizierter Lebensmittel kommt in den Handel, bei einer Inkubationszeit von vier Tagen weiß kein Mensch mehr zuverlässig was er vor vier Tagen wirklich gegessen hat. Ich weiß das jedenfalls nicht, hätte Mühe mich zu erinnern, es sei denn, dass ich unterwegs gewesen bin. Die Charge der infizierten Lebenmittel ist längst schon abverkauft und verwertet. Nun explodiert das Krankheitsgeschehen ab Tag 4, weil die Charge eben groß genug war um einige Menschen an unterschiedlicher Stelle, meist in Gruppen, zu infizieren. Das muss nicht einmal sein, dass alle das gegessen haben, sondern es reicht dann auch der Händedruck, weil weiß ich einer genau die Sprosse, so es denn jene war, zufällig mit den Finger berührt hat und dem Nachbar dann mit denselben von seinen Chicken Chips hat kosten lassen.
    Aus der Masse der Anzahl der Erkrankungen wird eine Epidemie, was ich bei 2000 Erkrankten so nicht nennen würde, zugerne von der Presse als solche aufgegriffen. Nun ist die Politik gezwungen irgendwann zu reagieren und was tut sie? Sie warnt, wohlwissend, dass die Wahrscheinlichkeit bei solchen Erregern den Ausgangspunkt nach so vielen Tagen zu finden gleich null ist. Die wissen das wohl, aber irgendwas muss der Bürger doch in die Hand bekommen, das es ihm erklären könnte. So und nun haben wir den sprichwörtlichen Salat.
    Die Neuerkrankungen jetzt sind nun die zweit-. und drittrangig Infizierten und werden mit dem ursprünglichen Produkt eher keine Berührung gehabt haben.
    Mit diesem Wissen, auch um die Hintergründe, schmeckt mir mein Salat ausgezeichnet.

    Herzlich
    Gitta

    1. Hi Gitta,

      danke für die vielen Informationen. Ich glaube es ist wirklich gut, da mit gesundem Menschenverstand heran zu gehen. Nur wenn man die Angelegenheit pragmatisch sieht, lässt sich nicht so vioel darüber schreiben. Kommt man dagegen mit Verschwörungstheorien, Poliskandalen, möglichen Vertuschungen und verschlungenen Infektionswegen, dann kann man sich wochenlang die Finger wundschreiben und direkt neben den Artikeln seine Auto- und Versicherungswerbung verkaufen. Spiegel Online zum Beispiel hat ja keine Content-Einnahmen. Das heißt, für den geschriebenen Artikel bekommen die kein Geld. Aber bezahlt werden muss das Ganze ja. Also zählt Traffic. Menschen, Menschen, Menschen. Und um die anzulocken, muss es richtig spannend sein. Da lohnt es sich, ein ordentliches Fass aufzumachen und sich dann als wissende Experten uzu verkaufen. Spiegel-Leser wissen mehr. Ich finde, es ist gar nicht so einfach, sich dem zu entziehen, weil vieles so unbemerkt in uns reinsickert.

      Liebe Grüße

      Jens

  4. Hallo Jens,

    ich meine, dass nicht „wir“ an dieser Hysterie Schuld sind, sondern die Tatsache, dass man gar nicht mehr irgendwem etwas glauben, geschweige denn, ihm vertrauen kann: Kleine Ereignisse werden der Quote wegen aufgebauscht, große werden verschwiegen, um die Kaufkraft der Masse zu erhalten, wir werden belogen und betrogen an allen Ecken und Enden. Überall mischen sich Lobbygruppen ein und verzerren Realitäten, verharmlosen, wenn es ihnen dient und skandalisieren, wenn es ihnen nicht in die Pläne passt.
    Das ist der eigentlich „böse Keim“ einer kalten Zeit, in der die Gier alles regiert, hier liegt die Gefahr.

    Das Perfide an dieser aktuellen EHEC-Geschichte ist, dass leichtfertig und ohne Beweise Firmen in den Ruin getrieben werden und hier ist es höchst seltsam, dass es ausgerechnet die Bio-Bauern trifft.

    Ich finde, es lohnt sich allemal, mit geschärfter Aufmerksamkeit an der Sache dranzubleiben, denn da ist was oberfaul. Und richtig sauer werde ich, wenn ich daran denke, wie man uns seit Jahren jeden Sommer mit irgendwelchen Hiobsbotschaften vergällt. Bin mal gespannt, wann dieses Mal ein Serum auf den Markt kommt und alle aufgerufen werden, sich impfen zu lassen… .

    Liebe Grüße Eva 2

    1. Hi Eva,

      ich glaube schon, dass wir selbst in der Verantwortung stehen. Wenn wir den Hype nicht mitmachen, wenn es keinen Markt für „Panik“ gibt, dann würde da auch nichts passieren. Vertrauen sollten wir nicht aufgeben. Generell zu sagen, mann könne niemandem mehr vertrauen, ist nicht so mein Ding. Ich glaube auch nicht, dass da bewusst versucht wird, mit EHEC etwas zu erreichen. Dafür läuft das alles viel zu chaotisch und behördenmäßig ab mit Kompetenzgerangel und dem ganzen Gedöns. Dass es sicherlich vielen in die Hände spiel, wenn Bio dikreditiert werden kann, klar. Aber es sind ja auch alle anderen betroffen. Und erinnerst du dich an die Sache mit dem Dioxin in den Eiern? Noch nicht lange her. Das hat den Biobauern in die Hände gespielt, weil niemand mehr konventionelle Eier gekauft hat.

      ich mag es einfach nicht so sehen, dass die Welt schlecht ist und wir von hinten bis vorne verarscht werden. ich galube, wir haben in diesem Land als Bürger/innen sehr viel Macht und sind für unser Schicksal selbst verantwortlich. Wir sind zum beispiel gerade aus der Atomkraft ausgestiegen. Deutschland schaltet Schritt für Schritt ab. Das ist großartig und hat auch damit zu tun, dass die Menschen im land diesen Wunsch formuliert und teils auch lautstark artikuliert haben.

      Bei EHEC nun wissen wir ja gar nix. Wem will man da einen Vorwurf machen, wenn niemand weiß, wo der herkommt. Das passiert. Wie Schweinegrippe, Schweinepest, Vogelgrippe. Bei BSE konnte man sagen: Klar, das kommt, wenn man Kühe mit Kühen füttert. da stimmt was nicht. Aber bei EHEC? Gehen die Ansteckungszahlen jetzt runter, ist das Thema bald durch. Und viele Forscher werden versuchen, das Rätsel um Loch Ness zu lösen.

      Liebe Grüße

      Jens

  5. Hallo Jens,

    ob nun Fukushima, EHEC, Schweinegrippe oder sonst was. Was für mich zählt, sind Informationen, nicht Sensationspresse. Es bleibt jedem Einzelnen überlassen, was er aus den Informationen macht. Ich ziehe es vor, vorläufig keinen Salat, Gurken und Tomaten zu essen, nicht aus Panik, sondern aus Vorsicht. Ich habe die Wahl.

  6. Hi Annegret,

    bei uns gibt es derzeit auch keine gekauften Gurken etc. Wir haben Salat im Garten und der Rest wird einfach gekocht. So lange es noch Neuinfektionen gibt, weiß ich nicht, wo die Erreger herkommen. kann sein, dass da nur noch eine von mensch-zu-mensch-Übertragung geschieht. Ich weiß es nicht. Deshalb nehme ich die Warnungen des Robert-Koch-Institutes ernst, weil ich auch einfach keine Lust habe, die Kinder hier einem noch so kleinen Risiko auszusetzen, so lange es nicht sein muss.

    Liebe Grüße

    Jens

  7. Hallo Jens,

    aber selbstverständlich stehen wir selbst (auch) in der Verantwortung, das ist doch keine Frage! Aber daran zu glauben, dass letztendlich das Gute siegen wird, setzt mindestens mal voraus, kritisch zu bleiben und sich zu engagieren und eigene Gedanken, auch unbequeme, außerhalb des Mainstreams zuzulassen und nicht nur in seinem kleinen privaten Rahmen, sondern gesellschaftlich zu denken. Dass das mit dem EHEC so „chaotisch“ läuft, hat schlicht und ergreifend damit was zu tun, dass wir von einer Chaosgruppe regiert werden

    Ich kann nicht teilen, die Welt wäre per se gut, dafür ist seit Anbeginn zuviel an Schrecklichem passiert und daraus gelernt hat man nicht besonders viel und man darf nicht vergessen: Unser Reichtum, unser verwöhntes Leben speist sich heute immer noch aus dem Blut anderer, die für uns ackern und ihre Kinder verkaufen müssen, damit wir unsrer Dekadenz frönen können.

    Zum Atomausstieg: viel zu langsam und unglaubwürdig obendrein und von daher sehr kritisch zu betrachten, weil von einer Kanzlerin in jäher Erkenntnis, dass ihre Macht schwindet, in der für sie typischen Wendehalsmanier – nicht umsonst stand sie einst als IM-Erika in den Stasi-Akten – initiiert. Ich hoffe nur, dass die Grünen diesem dahingeschusterten, nicht aus Überzeugung, sondern aus unbedingtem Machtwillen entstandenen Machwerk kräftig was entgegensetzen werden.

    Sorry, sag mir bitte, wenn es Dir stinkt mit mir, dann ziehe ich mich sofort zurück.

    LG Eva 2

    1. Hi Eva,

      nein, ich freu mich ja über deine kritischen Kommentare. Nur ich mag die Welt nicht mit deinen Augen sehen. Dann würde mir mein leben keinen Spaß mehr machen. Da könnte ich für mich nur sauer sein auf andere draus ableiten. Das ist mir zu dramatisch. Da jede eben seinen eigenen Angang und sein eigenes Verständnis von dem, was er für kritisch hält.

      Liebe Grüße

      Jens

  8. Hallo Jens,

    wenn ich ganz ehrlich bin: Mir macht mein Lebens zuweilen in der Tat keinen Spaß mehr. Und nicht nur mir geht es so, sondern vielen, vielen Menschen, mit denen ich spreche. Ich denke, dass ist inzwischen so etwas wie eine „Seuche“, die aber in den Medien keinerlei Beachtung findet. Sie alle leiden unter der Kälte dieser Zeit, unter den deutlichen Signalen, die uns die geschundene Natur schickt, unter Arbeitsbedingungen, die geprägt sind von Misstrauensvorschuss und Drangsaliererei. Es hat sich eine Art von Stress breitgemacht, einzuordnen in den Disstressbereich, den ich als Schikanestress bezeichne und der macht die Menschen fertig, weil er ihnen nur Kritik und nie Lob einbringt, denn sie sollen ja zu immer größerer Leistung angetrieben werden.

    So, jetzt mach ich aber Schluss, denn weitere Einzelheiten sprengten den Rahmen.

    Liebe Grüße Eva 2

    1. Hi Eva,

      ich empfinde das nicht so wie du. Im Gegenteil. Ich sehe viel Positives und lebe tatsächlich gerne in genau dieser Welt. Ich kann keine andere stricken. Als ich in Wuppertal bei Pina Bausch im Tanztheater gesessen habe, dachte ich: Was für eine Welt! Wie sensibel und feinfühlig können die Menschen in diesem Land sein. Und was für eine große Bereitschaft gibt es, über den Tellerrand hinaus zu sehen und anderes zuzulassen. Ausverkauftes Haus. Es gibt so viele Beispiele, wo sich das Gute zeigt. Das Schöne, das Menschliche. Ich empfinde das fast jeden Tag. Ich finde es schade zu lesen, dass dir dein Leben zuweilen keinen Spaß mehr macht. Es ist so wertvoll. Wir haben nur dieses eine und es ist diese Zeit, die wir nutzen können. Es gibt so viele Möglichkeiten, Glück zu erzeugen. Für sich und andere. Und es macht einfach viel mehr Spaß, lächelnd durchs Leben zu gehen. Ach, Eva. Sorry, aber ein wenig habe ich das Gefühl, hinter deinem Schimpfen auf die Zustände steckt noch etwas anderes. Ich glaube, verzeih mir, dass ich mich da einmische, du solltest etwas zum Positiven verändern. Klingt jetzt wie ein Horoskopspruch.

      Liebe Grüße

      Jens

    2. @Eva, das habe ich leider erst gelesen als ich meinen Beitrag abgeschickt hatte.

      Jeder Mensch ist nur so weit zu verletzen, wie er es selbst zulässt. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich. Jeder Mensch trägt die Verantwortung der Pflege für sich selbst. Das kann mir niemand nehmen, das kann niemand dem anderen abnehmen, es denn natürlich, dass er im Grunde hilfebedürtig ist.
      Ein Glas ist halb voll oder halb leer, das kommt immer auf das Auge des Betrachters an.
      Wenn ich nicht mehr in der Lage bin das Schöne zu sehen, davon gibt es reichlich, wenn ich nicht mehr in der Lage bin zu lachen, Anlaß gibt es immer, wenn ich nicht mehr in der Lage bin Farben zu sehen, statt grau, dann muss ICH etwas ändern, nicht die Welt. ICH trage dafür allein die Verantwortung. Oh nein, ich führe kein sorgenfreies Leben, ganz im Gegenteil, aber dennoch ist mein Leben klein, aber fein, weil ICH lebe, erlebe, fühle, denke, nette Menschen wie hier aus dem Blog kenne, weil ich gerade erlabe, dass ein neuer Mensch geboren wurde, weil … da gibt es noch so viel.
      Wenn jemand durch viele dunkle Täler in seinem Leben gegangen ist, dann gehöre ich ganz sicher dazu, aber bislang bin ich immer einmal mehr aufgestanden als gefallen und ich weiß, dass nach jeden Regen die SOnne wieder scheinen wird, dass nach jedem Tief ein Hoch kommt.
      Ich kann es nicht mehr hören, dass immer die anderen es sind, die …
      Diese Zeit ist alles andere als kalt.

      Gitta

  9. @Eva2

    Wir haben ein förderalistisches Ländersystem und jedes Bundesland seine eigenen Gesundheithoheiten. Eine Epedemie war das noch lange nicht, aber vielleicht werden nun Richtlinien geschaffen, die durch das förderalistische System getragen werden können, um länderübergreifend besser zu agieren. Jedes Bundesland hat sein eigenes Katastrophensystem. Aber wenn etwas schief läuft, dann wird komischerweise immer nach der Politik gerufen, egal wer gerade das Zepter in der Hand hält ohne dabei zu prüfen wie die Sachlage tatsächlich ist.
    Ehec hat weder mit Dekadenz noch mit Politik etwas zu tun, letztere hat hier nur an allerletzter Stelle etwas zu tun, denn im Grunde sind unsere Gesetze ausreichend.

    Die Welt ist wunderschön, hat so unglaublich positive Moment, so hat in dieser Nacht die Tochter der besten Freundin meiner Tochter, die zu mir immer „Halbmama“ sagt, weil sie dieses Feeling hat, das Licht der Welt erblickt. Um 2:16 Uhr war ihr erster Schrei. Ist das nicht eine wundervolle Zeit um geboren zu werden? Es ist Sommer, das Wetter ist toll, nicht zu heiß, nicht zu kalt. Sie hat wundervolle Eltern, die sie durch alle Zeiten des Erwachsenwerdens begleiten und führen werden. Das ist doch wunderschön. Die Kunst ist diese schönen Momente in sich aufzunehmen, sie mit sich und weiter zu tragen, seine eigene Seele nicht vergiften zu lassen.

    Der Atomausstieg ist sinnvoll, aber wir werden noch davon überrascht werden, dass das alles viel zu schnell kommt. Das wäre es auch, wenn der rot-grüne Beschluss, der dem jetzigen sehr ähnlich ist, bestehen geblieben wäre. Natürlich darf ein Mensch, wenn er merkt, dass er eine falsche Richtung eingeschlagen hat, eine falsche Entscheidung getroffen hat, diese niemals korrigieren, weil dann gleich alles unterstellt wird, aber kein erhliches Handeln, weil man selbst über ein Ausmaß wie in Japan erschrocken ist. Mir fehlt hier ein wenig die Objektivität.
    Wir werden unseren Energiebedarf aus eigener Kraft nicht decken können, darüber müssen wir uns alle im Klaren sein und werden ihn über AKWs aus unserem Umland und Gasleitungen aus fernen Ländern decken müssen. Das macht uns sehr abhängig und das Risiko ist keinesfalls minimiert.
    Mir hat beim rot-grünen Beschluss zum Atomausstieg damals schon, ebenso wie beim jetzigen schwarz-gelben die Bedarfsdeckung gefehlt. Es hat mir aber auch von der Industrie die Einlösung der gut 20 Jahre alten Zusage, dass man in 20 Jahren mit Sicherheit wisse was man mit dem atomaren Abfall tun würde, gefehlt, wie sie das bis heute tut.
    Ich bin keine Verfechterin der AKWs, aber ich bin auch niemand, der panisch ist und mir ist ein Ausstieg ein Jahr später mit einer gut durchdachten Lösung lieber als ein schnellerer Ausstieg bei dem wir alle, sorry, wenn ich das so sage, am Hintern gezogen sind.

    Herzlich
    Gitta

  10. Hallo Jens,

    irgendwie hatte ich einen Sprung, den ich nicht wollte. Könntest Du meinen letzten Absatz ans Ende setzen?

    Ich habe das vollkommen verplant. Oder Du kannst es auch lassen, zeugt davon wie intenisv ich heute alles er-lebe

    Gitta

  11. Hallo Jens,

    auch ich möchte die Ehec Debatte nicht bagtellisieren – Bad News are Good News . Es geht um Angst, um eine fehlende Information und so vertrauen wir auf unseren Verstand , der sagt „Dies lieber nicht essen“. Eine Presse ohne das Angst geschürt wird ist ja kaum noch vorstellbar – Aufklärung und Information ja, aber alles andere Privatmeinung.

    Hier eine kleine Geschichte zum Thema , wie eine Autorin damit umgegangen ist :

    http://goodnewstoday.de/gute_nachrichten/2011/06/07/gurkenalarm-bei-twitter-humor-ist-wenn-man-trotzdem-lacht/

    Liebe Grüße

    Raoul

  12. Hallo, Jens und Gitta,

    nee, nee, in die Ecke der total Freundlosen muss ich mich wirklich nicht drängen lassen. Gerade weil ich die Welt und ihre Wunder so liebe, bin ich traurig, da ich Zeitzeuge einer total entfesselten Globalisierung bin, die gerade ungeniert dabei ist, die Erde aufzufressen und meine Freunde fertig zu machen. (Merkt Ihr das wirklich nicht und meint Ihr, dass Eure Haltung gegenüber dem Leben all das aufhalten kann? Ihr arbeitet, so wie ich das sehe, beide als Freiberufler und das bringt in Richtung Selbstbestimmung ganz andere Freiheiten) .

    Und ich bin es ja nicht allein, ich habe großartige Menschen da um mich herum, einer ist z.B. Jean Ziegler, ein inzwischen alter Mann, der aktiv für eine bessere Welt kämpft und sich dafür auch noch beschimpfen lassen muss. Er könnte sicherlich die Beine hochlegen – wie ich übrigens auch, denn ich bin sechzig – und meldet sich trotzdem zu Wort. Und genau das tue ich, wenn auch in einem bescheideneren Rahmen, mische mich ein, zeige Widersprüche auf, warne vor unguten Entwicklungen und habe immer die Kinder der Welt im Blick, die einzige Zukunft, die wir haben.

    Wenn mich jemand als „Schimpferin“ bezeichnet, so empfinde ich das als Beleidigung, lieber Jens, denn das reduziert meine Persönlichkeit in Richtung „alte Meckerziege“ und wird ihr überhaupt nicht gerecht: Ich bin eine Kämpferin, eine ziemlich mutige obendrein und das würden Euch meine Freunde jederzeit bestätigen. Dafür muss ich mich weiß Gott nicht schämen und leicht bis mittelschwer psychiatrisieren lassen auch nicht.

    Den Rückzug ins Private, so wie ihr es macht, habe ich zum Teil bereits auch angetreten und schöpfe hier meine Kraft und ich bin unglaublich dankbar dafür, dass ich ein so gutes Leben habe, ohne materielle Sorgen, mit zwei großartigen, inzwischen erwachsenen Kindern – ich war 42 !!! , als ich mein zweites Kind bekam – an deren ausgesprochen posiver Entwicklung ich einen Anteil habe, der mich glücklich macht.

    Gleichwohl neige ich nicht dazu, nur meine Heile-Heile-Welt zu sehen und mir das Draußen ebenso schön zu malen. Nee, da draußen leben schließlich Menschen, denen es verdammt schlecht geht, die sich nie eine Pina-Bausch-Karte kaufen könnten und die habe ich zu berücksichtigen bei allem, was ich tue. Das sehe ich als meine Pflicht an und das ist meine Religion.

    Nicht für ungut und herzliche Grüße!

    Eva 2

    1. gerade in dieser entfesselten Globalisierung liegt die Chance dieser Welt. Ich bin sehr glücklich darüber und wünsche mir, dass sie noch weiter voran getrieben werden wird. Je schneller, je besser. So unterschiedlich sind die Betrachtungsweisen und ich könnte das auch begründen warum, einzig die Zeit fehlt mir hierzu und ich möchte das hier an dieser Stelle nicht.
      Mag sein, dass Freiberufler selbstbestimmend sind – im Grunde sind sie sehr viel mehr fremdbestimmt als alle anderen, haben den tagtäglichen Kampf um Aufträge, müssen alle Launen mieser Kunden aushalten, denn die Kinder müssen etwas zu essen haben, die Miete muss bezahlt werden und Strom und Wasser auch und das Engegagement für soziale Zwecke möchte man auch nicht vernachlässigen. Freiberufler arbeiten mehr als alle anderen und haben im Grunde dafür oftmals sehr weniger Netto-Einkommen. Das mal am Rande bemerkt. Und wenn es em Kunden passt, dann kann er Dich fertig machen.

      Nur weil ich eine andere Sichtweise als Du habe, heißt das nicht, dass Deine richtig ist und meine falsch oder umgekehrt und es bedeutet auch nicht, dass ich eine rosarote „Heile-Welt-Brille“ trage und nur Du den Durchblick hast, denn hättest Du meinen Beitrag genau gelesen, dann hättest du das erkennen müssen.
      Da Du Jens‘ Blog offensichtlich verfolgst, dann solltest Du auch bei ihm diese Ernsthaftigkeit für sehr viele globale und soziale Probleme erkannt haben.

      In diesem Sinn gehab Dich wohl.
      Gitta

    2. Hallo Eva,

      ich glaube, weder Jens noch Gitta wollen hier etwas von „Heile Welt“ erzählen. Sie wollen vielmehr sagen, daß die Welt wie sie heute ist, trotzdem lebenswert ist. Wir haben eben nur diese Welt und keine andere. Ja, es gibt immer wieder Negatives, Schlimmes, Unerträgliches. Aber davon darf man sich nicht kaputt machen lassen. Man muß versuchen, das Beste aus seinem Leben zu machen. Eva, bei mir sieht es privat bescheiden aus, ich bin nicht finanziell abgesichert. Trotzdem kann ich anderen etwas gönnen, z.B. Jens seinen Besuch des Pina-Bausch-Theaters. Soll er sich nichts gönnen, nur weil es anderen schlecht geht?
      Es ist okay, wenn Du kämpfst, wenn Du Dich engagierst. Aber dann darfst Du in Deiner Position nicht diejenigen verdammen, die andere Ziele verfolgen.

      Viele Grüße

      Annegret

  13. Hallo Annegret,

    ich gönne dem Jens doch seine Pina-Bausch-Aufführung von Herzen. Und wen „verdamme“ ich hier? Jeder kann schließlich leben, wie er will, sollte allerdings auch andere Meinungen zulassen. Und hier bin es doch, die sich für ihr Engagement dauernd rechfertigen soll.

    Ja, die Welt ist schön, sehr schön sogar, aber sie ist auch verdammt schlecht und davor sollte man nicht die Augen verschließen, wenn einem daran gelegen ist, sie zu erhalten.
    Und wenn es anderen nicht gut geht, so kann ich mich auch nicht hundertprozentig wohlfühlen. Ich, die Eva. Ist eben so. Soll ich mich dafür entschuldigen?

    Herzliche Grüße Eva 2

    1. Hallo Eva,

      nein, Du mußt Dich nicht dafür entschuldigen, daß Du Dich engagierst, daß Du Dich einsetzt. Es ist okay, daß Du in vielen Dingen eine andere Meinung hast. So wie ich das sehe, möchtest Du aber – wenn Du Deine Meinung kund tust – eine Bestätigung hören, daß diese Deine Meinung richtig ist. Verstehst Du, was ich meine? Wenn Du sagst, daß die Welt schlecht ist, möchtest Du hören, bestätigt bekommen, daß die Welt schlecht ist. Wenn jetzt jemand ankommt und sagt, daß die Welt zwar schlecht ist, aber …..Kannst Du das annehmen? Jeder hat seine eigene Meinung, und die darf er auch haben.

      Viele Grüße

      Annegret

    2. @Eva 2

      Ich respektiere deine Meinung und das ist für mich auch nicht das Thema. Die Welt ist so wie sie ist, weil der Mensch sie so behandelt, wie der Mensch ist. Mit alle seinen negativen und auch positiven Begleiterscheinungen. Der Verstand ist logisch und demnach müßten alle Probleme der welt lösbar sein. Wenn da nur nicht die Emotionen wären, die mich auch wütend werden lassen, wenn es um Themen wie Armut, Umwelt, Gewalt und Habgier geht. Vielleicht schaffen wir es ja zumindestens etwas zu verbessern. Dieser Glaube und die Hoffnung ist in mir, trotz allem Realismus.

      Viele Grüße

      Raoul

  14. Oh oh Gitta,
    da ist aber jemand zornig auf die Meinung einer anderen und muss sich zum Schluss gar noch mit einem unsouveränen „In diesem Sinne gehab dich wohl“ verabschieden.

    Aber noch was zum Atomausstieg: Du irrst, wenn Du meinst, er wäre nicht schneller möglich. Wenn man natürlich, wie Merkel und ihre Mannen, die entsprechenden Projekte blockiert – aktuelles Beispiel: Am 1. Juli fallen die staatl. Zuschüsse für Fotovoltatikanlagen weg – und stattdessen ganz anachronistisch und umweltschädigend auf Kohle und Co setzt, kann das nichts werden und das ist durchaus gewollt so, denn die AKWs stellt man so ein, dass sie jederzeit wieder ans Netz können. Und: Die ENTFESSELTE Globalisierung kann niemanden wirklich glücklich machen, sie ist nur von Übel.

    Gruß Eva 2

    1. Um zornig zu sein ist der Tag heute viel zu schön und ich habe alles mit einem Lächeln im Gesicht geschrieben. Gehab Dich wohl ist eine wohl meinende und gängige Verabschiedung.

      Wie Du abermals sehen kannst, alles Interpretationssache :-)

  15. Hallo Annegret,

    nee, diese Bestätigung brauch ich nicht hier in diesem Blog. Die bekomme ich woanders ständig und das in einer gründlichen, ernsthaften, stets die Dinge abwägenden Diskussion . Ich muss mir aber nicht meinen Schneid als Meckerei und mein Engagement als „da steckt doch in Wirklichkeit was anderes dahinter“ psychiatrisieren lassen und mich gar unsachlich angreifen lassen von jemand, dem angeblich „die Zeit fehlt“, um mir zu sagen, warum er die entfesselte Globalisierung so toll findet, wie gerade eben von Gitta.

    Ich merke ja schon seit Längerem, dass sich hier die Harmoniekreise störe und halte mich, Du wirst es sicherlich bemerkt haben, seit einiger Zeit sehr zurück – ehrlich gesagt auch deshalb, weil ich sensibel genug bin zu merken, dass ich hier nicht so recht hineinpasse.

    Ich kann aber auch nicht sagen, dass es mir Leid täte, nun mal wieder meine eigene Meinung, die eine andere als Eure ist, zu vertreten, verspreche aber, mich in Zukunft noch stärker zurückzuhalten.

    Viele Grüße Eva 2

    1. Jedes Land für sich alleine würde diese Welt auslaugen, sie aussaugen.
      Jedes Land für sich allein würde mit seinen Bewohnernmachen was es will würde Unrecht zu Recht machen.
      Kein Land bekäme Hilfe, wenn es der Hilfe bedarf.
      Niemand wüsste auf einer sterbenden Erde vom anderen.
      Globalisierung macht Kommunikation möglich, macht es möglich, dass Menschen miteinander reden, von Schicksalen hören.
      Globalisierung wird es möglich machen, dass man durch gezieltes gemeinsames Arbeiten es schaffen kann, dass Nahrung für alle da ist und wenn sie schon da ist, dass sie auch verteilt werden kann.
      Globalisieung bewirkt natürlich auch, dass Waffen um die Welt gehen, aber ein Ergebnis sind die über FB gesteuerten firedlichen Revolutionen, was immer daraus auch werden wird.
      Bedauerlicherweise habe ich wirklich nicht die Zeit das noch länger auszuführen.

      Ich habe Dich nicht persönlich angegriffen und wenn Jens der Meinung ist und nur er har hier Relevanz, dann entschuldige ich mich auch, damit hab eich niemals ein Problem. Du meinst, dass eine alte Frau zu füttern und frisch zu machen, wofür ich neben meiner Selbstständigkeit, Arbeit und Termindruck pro Tag jetzt im Minimum 6 Stunden einplanen muss, kein Grund ist, um schreiben zu können, dass mir die Zeit gerade fehlt, dann ist das in Ordnung und ich nehme das so an. Entscheide das einfach selbst.
      So viel zu „Heiler Welt“.
      Gitta

  16. Hallo Gitta,

    merkst Du eigentlich, wie Du hier ständig mit Schuldgefühlen arbeitest? Und dass Jens hier die Oberhohheit hat, ist doch klar. Er gibt aber auch die Themen vor und die kann man zuweilen durchaus kontrovers diskutieren und das ist ihm ja auch bewusst Wo ist da das Problem?

    Übrigens: Gegen eine globalisierte Welt hab ich auch nichts einzuwenden, wenn sie denn so vernünftig und gerecht organisiert würde. Du hattest aber die „entfesselte Globalisierung“ – und als solche kristallisiert sich die Globalisierung immer stärker heraus – als großartig hingestellt. War dann wohl ein Missverständnis.

    Gruß Eva 2

  17. Hallo Eva,

    laß Dich bitte nicht von Worten abhalten, Dich hier zu beteiligen. Ich würde Dich sehr vermissen.

    Viele Grüße

    Annegret

  18. Vorhin habe ich eine Meldung gelesen, dass nun erneut bei einer Gurke jener Ehec-Erreger gefunden wurde. Es ist zu vermuten, dass das nun in der Folge häufiger der Fall sein sollte. Entgegen meines Wissen, dass es sich dabei um einen Mutation handeln würde, wurde ich von einer befreundeten Wissenschaftlerin dahin gehend korrigiert, dieser Erreger irgendwann schon mal in Münster aufgetreten sein. Aber dazu muss ich erst mal in die entsprechenden Datenbanken gehen, um das wirklich bestätigen zu können.
    Wir hier in Berlin haben das riesige Glück direkt beim Bauern dessen Erzeugnisse kaufen zu können. Also wirkliche Defizite hat man nicht, sofern man motorisiert ist. Wenn nicht, dann rottet man sich zusammen und findet jemanden mit fahrbarem Untersatz .
    Es gibt einige hygienische Vorsorgemaßnahmen, die ich gerade wenn ich auf Reisen gehe treffe, das verlangt alleine schon meine schwere Grunderkrankung. So doof das klingen mag nehme ich Abdeckungen für Toiletten mit. Händedesinfektion ist bei den meisten Bakterien nicht nötig, da ist gründliches Händewaschen mit warmen Wasser und Seife ausreichend. Das gilt wohl aber nicht nur für Hamburg, sondern grundsätzlich und insgesamt und hat nichts mit dem jetzigen Ehec-Erreger zu tun.

    Ich bin morgen mal weg, werde den Tag genießen und Seele einfach baumeln lassen.

    Herzlich
    Gitta

  19. Hallo Ihr Lieben,

    da bin ich wieder und nachdem ich mich jetzt hier durch die ganzen Kommentare gelesen habe, gebe ich auch noch meinen Senf dazu.

    Zunächst einmal, liebe Eva, entschuldige ich mich bei dir. Mit meinen Psychologisierungsversuchen bin ich einen Schritt zu weit gegangen. Ziehe ich zurück. Hast du ja auch richtig gestellt, dir geht es gut. Habe ich so auch immer empfunden, nur heute kamst du mir anders vor. Habe ich falsch aufgenommen und falsch reagiert. Sorry!

    Die ganze politische Kiste von Globalisierung über arme Menschen, Atomkraft, Kanzlerin, Grüne und, und, und schenke ich mir, weil ich denke, die meisten hier sind politisch ähnlich unterwegs. Diese Diskussionen, wer jetzt im Detail was anders sieht und wer sich mehr engagiert und die Welt besser macht und wer zu pessimistisch und wer zu optimistisch ist, die sind mir tatsächlich zu anstrengend.

    Denn am Ende kommt da niemand auf einen grünen Zweig und alle sind sich plötzlich spinnefeind. Muss für mich jetzt nicht sein.

    Mir ging es heute um EHEC, weil mich dieser Rummel gestört hat und ich gemerkt habe, dass ich mental auf den Medienzug aufgesprungen bin. Ich lese zu oft Spiegel online und schaffe es nicht immer zu sehen, dass da eine Zeitung Geld verdienen will. Und dann ist da noch dieses unsägliche Blatt, dass mir morgens beim Bäcker die Nackenhaare hochstellt. Deshalb der Text heute.

    Dass wir dann bei Atomkraft, ausgebeuteten Menschen, Globalisierung und einem relativ scharfen Ton landen, hatte ich nicht erwartet. Kann ich mit leben und habe ich meinen Teil zu beigesteuert, aber tatsächlich ist mir hier im Blog Friede, Freude, Eierkuchen lieber. Alles andere habe ich im Job.

    Das heißt nicht, dass hier irgendjemand in seiner Meinung beschnitten wird, es sei denn es sind so Leute wie damals in der Homöopathie-Diskussion, die ziemlich linke Vögel waren und den Blog für ihre Sachen missbrauchen wollten. Im Klartext: Du bist hier jederzeit mit deiner wertgeschätzten Meinung herzlich willkommen, Eva. Ich schätze die und dich sehr, auch wenn ich manchmal nicht im Prinzip, aber im Detail anderer Meinung bin.

    An euch alle liebe, liebe Grüße und Peace auf Erden

    Jens

    1. Hallo Jens,

      darf ich noch etwas sagen? Ich glaube, wir sollten uns alle etwas an Sonia’s Bestreben halten, Aufgeregtheiten zu vermeiden und stattdessen entspannter durchs Leben zu gehen. Dieser Dein Blog ist kein Streit-Blog, auch wenn es zuweilen danach aussieht. Mit ein bißchen gutem Willen und einer Portion Nettiquette sollten wir das schaffen können.
      Bitte sei Deinen Streit-Hennen nicht böse.

      Viele Grüße

      Annegret

      1. Hi Annegret,

        klar, immer. Manchmal gehen die Emotionen hoch. Ist in Ordnung. Hier darf jede und jeder fast wie er/sie will. der Tag gestern hat schön wach gemacht und ein wenig durchgerüttelt. Jetzt sind alle wach. Ich auch. Für mich hat das immer was Gutes, weil ich neu überlege, wie der fiftyfiftyblog weitergeht. Diese Woche hatte der Blog insgesamt einen Besucher- und Seitenaufrufrekord. Und das mit wenig provokanten Themen – es kamen mehr Menschen vorbei als damals beim Homöopathie-Ansturm. ich denke, der Blog ist auf einem guten Weg und kann Sturm nicht nur ab, sondern als kritisches Element gut gebrauchen. Das hilft, die Richtung zu halten. Und dann: es kommt ja immer wieder mal was Neues, so wie heute:)

        Liebe Grüße

        Jens

  20. Hallo, lieber Jens,
    ich komme erst heute dazu, Dir zu antworten.

    Zunächst einmal vielen Dank für Deine Zeilen. Ich fand sie tröstlich und hilfreich, denn sie halfen mir dabei, mich hervorzuwurschteln unter dieser Latte von Vorwürfen, denen ich mich ausgesetzt sah – zu Unrecht, wie ich finde.

    Jeder Mensch ist anders und es gibt eben auch die besonders Sensiblen, zu denen ich mich zähle. Will das jetzt einfach mal konstatieren und keinesfalls arrogant rüberkommen. Ich ticke da halt irgendwie anders und lasse viel an mich heran und dass ich da manch eine Grenze anders als andere ziehe und somit – wie Gitta schrieb – „verantwortlich“ bin für meine Gemütslage, das ist mir schon klar. Allein, ich will es ganz bewusst so. Das macht mich aus. Punktum. – Dass ich mich an der Stelle dann aber noch entschuldigen soll für meine vllt. etwas weniger ausgeprägte, bzw. spezielle Ego-Haltung (ich glaube nicht an Altruismus) , aber geht zu weit.

    Ich erzähle zum Schluss mal eine Geschichte, die eine damit verbundene „Tragikomik“ charakterisiert: Als unser Sohn noch klein war, lebten wir in einer anderen Stadt direkt gegenüber von der Feuerwehr, an deren Gelände sich ein großer freier Platz anschloss, auf dem hin und wieder „fahrendes Volk“ kampierte.
    Eines Tages war es wieder soweit: Eine Kolonne von Autos nebst Wohnwagen fuhr auf den Platz und es dauerte nicht lange und Frauen und Kinder schwärmten mit Kanistern aus, um sich Wasser zu erbitten. Als erstes sprachen sie den Hausmeister der Feuerwehr an, der sie ganz übel und mit Faschosprüchen beschimpfte. Ich beobachtete alles ganz genau und als ich merkte, das anscheinend niemand bereit war, ihnen Wasser zu geben, sagte ich zu meinem Mann: „Jetzt reicht es mir“. Ich nahm den Schlüssel für den Wasseranschluss, der sich außen an der Hauswand befand und lief auf die Straße.
    Da begneten mir die Sinti- oder Roma Kinder – ich weiß nicht, zu welcher Gruppe sie gehörten – und trugen schwer an inzwischen dann doch gefüllten Kanistern – und ich sagte: „Ach, ihr habt ja schon Wasser bekommen, ich wollt euch grad welches geben.“

    Der ältere Mann, der bei ihnen war – ich vermute, es war es der „Padrone“ oder wie man ihn nennt – bedankte sich sehr höflich bei mir. Ich hab dann ein richtig gutes Gefühl gehabt, war beglückt über diese nette Begegnung und irgendwie auch „gerührt“ über mich selbst, was in mir wiederum eine gewisse Verlegenheit hervorrief, die ich damit überspielte, dass ich in den Garten lief, um zu schauen, ob der Wasserhahn, der manchmal tropfte, auch richtig zugedreht war.

    In diesem Moment kamen drei Sinti-/Roma-Frauen vorbei und es war ein Schock für mich, als eine von ihnen zu schimpften begann: „Ach ja, Wasser wolltest du uns nicht geben, aber den Hahn überprüfen, das kannst Du!“
    Ich hab dann nichts erwidert, bin ins Haus gegangen und sagte zu meinem Mann: „Bin ich nicht eine arme S..? Das ist wieder mal typisch für mich.“
    ( Ich hab aber das Glück, dass er mich genau dafür liebt) .

    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag und grüße Dich herzlich

    Eva 2

    P.S. : Kleine Rückmeldung noch: Ich finde, dass Du u.a. ein sehr begabter Streitschlichter bist – großes Kompliment!

    1. Hi Eva,

      danke für deinen Kommentar und dein Streitschlichter-Kompliment. Mir geht es wie dir: Ich bin auch so, wie ich bin. Wir haben da nur andere Vorzeichen. Gerade deshalb schätze ich dich und deine Kommentare und dein Enagement sehr. Und ich freue mich, dass du weiter hier bist und Teil des fiftyfiftyblog bleibst. Der kann manchmal ein wenig forsches Auftreten gut gebrauchen, um nicht zu lieb, lieb zu werden. Heute war der Beitrag zum Beispiel ja schon mal ein wenig zynisch. Ein wenig. Kann ich auch. Ich kann, wie du, Ungerechtigkeit auch schlecht sehen und versuche zu helfen, wo ich helfen kann. Einmal habe ich in Köln eine betrunkene Frau aus dem Schnee aufgehoben. Sie war ziemlich schmutzig, hatte ihre Hose heruntergelassen und neben ein Bushaus ein großes Geschäft gemacht. Das war ziemlich eklig. Dann fiel sie zur Seite in den Schnee und lag da. Es war echte Überwindung, aber ich habe sie dann aufgehoben, ihr die Hose so weit möglich gerichtet und sie ins Bushaus gesetzt. Sie wollte keinen Krankenwagen und wollte allein weiter ziehen. O.K. Ich hätte sie da einfach nicht liegenlassen können. Für alle anderen war ich dann eher aussätzig, weil ich eben nicht mehr ganz sauber war. Aber das ist unser Job als Mensch: Menschlichkeit zeigen. Darum geht esunter anderem in diesem Blog. Im kleinen Leben.

      Liebe Grüße und schöne Pfingsten

      Jens

  21. Hier bin ich noch einmal: Ich sah gerade, dass sich der Fehlerteufel eingeschlichen hat. Bist Du bitte so lieb und korrigierst das „hervorruf“ durch „hervorrief“ ? Danke!

  22. Liebe Leser/innen,

    gerade kommt die Spiegel online Meldung, dass es wohl die Sprossen waren, die EHEC verbreitet haben: http://bit.ly/mIvYrP

    Wissen wir das jetzt auch. Die Ansteckungen gehen zurück, hoffen wir, dass der Spuk bald vorbei ist und wir wieder kraftvoll in Gurke und Tomate beißen können:)

    Grüße, Grüße

    Jens

  23. Hallo Jens,
    Deine Geschichte mit der betrunkenen Frau rührt mich sehr an und ich finde es einfach sehr, sehr ergreifend, wie Du ihr geholfen hast.
    Der Unterschied zwischen Dir und mir aber ist der, dass mich, wäre ich ein Mann und an Deiner Stelle gewesen, mit Sicherheit gerade in dem Moment, als ich ihr wieder in die Hose geholfen hätte, ein vorbeikommender Passant, der normalerweise desinteressiert weitergegangen wäre, angeschnauzt hätte mit der Bemerkung, ob ich mich denn nicht schämte, die hilfelose Position der Frau auszunutzen.

    So kenne ich das. Ist halt so und hält mich trotzdem nicht ab weiterzumachen.

    Dir auch ein schöne Pfingstfest!

    Liebe Grüße Eva 2

  24. @Eva @Jens

    Ich war mal einen Tag weg, einfach nur erholen, ein paar Stunden raus aus meinem im Augenblick sehr anstregenden Alltag, ich bitte um Verständnis, dass ich da nicht ins Detail gehen möchte, nur so viel, dass ich neben meiner Arbeit, die mir sehr viel Spaß macht, ungefähr sechs bis acht Stunden Pflege und Betreuung eines kranken Familienmitglieds leiste. Natürlich hilft die ganze Familie, aber die Hauptlast trage ich, da ich von zu Hause aus arbeite.

    Sollt ich Dich, Eva, in irgendeiner Art und Weise persönlich angegriffen haben, dann täte mir das leid. Ich pflege meine Diskussionen stets sachlich zu führen und versuche dabei immer zu vermeiden persönlich anzugreifen. Ich habe mir den gesamten Tread nochmals durchgelesen, kann wohl nichts dergleichen finden, dennoch solltest Du es anders empfunden haben, dann täte mir das leid. Das ist weder von mit gewollt noch in meinem Sinn, da ich hier Gast bin und als solcher stets versuche mich auch so zu benehmen.

    In diesem Sinn frohe Pfingsten.
    Gehabt Euch wohl in diesen Tagen.

    Herzlich
    Gitta

  25. Hallo zusammen,
    ich find ja, dass ihr alle „recht“ habt irgendwie. Ich persönlich jedenfalls sehe manchmal die dunkle Seite der doch sehr polaren Welt und dann sehe ich wieder die helle Seite – die sind beide immer da, ich sehe nur je nach dem wie ich mich Einstelle die eine oder andere mehr oder weniger. Sehe dies in mir selbst auch und in jedem Menschen, dem ich begegne. Pendele so hin und her und manchmal bekomm ich einen Ast vom Lebensbaum zu greifen und schaff es sogar, mich zu entspannen und mir das „Gesamtbild“ anzusehen:-)

    Kennt ihr diese Geschichte „Wer weiß, wofür es gut ist?“ http://11drei.wordpress.com/2011/05/12/wer-weis-wozu-es-gut-ist-die-geschichte-vom-alten-mann-und-dem-pferd/

    Möglicherweise ist es nur der Blickwinkel, der uns etwas als „gut“ oder „schlecht“ bewerten läßt. Möglicherweise liegt die wahre Bedeutung von Ereignissen wie EHEC auf einer anderen Spur:-) Ich persönlich jedenfalls habe durch die EHEC-Geschichte wieder einiges über mich selbst gelernt:-).

    Liebe Grüße!

  26. Liebe Gitta, lieber Jens,

    will mich hier doch mal schnell melden. Danke für Eure Ausführungen. Hat mir gut getan und ich hoffe, es ist nun wieder alles OK zwischen uns.

    Liebe Grüße Eva 2

  27. Hallo Jens
    Wohl wahr. Ein guter Artikel. Hatte auch lange mit mir gerungen, ob ich nun einen Artikel dazu verfassen soll (vor allem, wegen der 0,003%) oder nicht. Wollte dann aber doch nicht auf den EHEC-Zug aufspringen. Aber musste ich auch nicht, wie ich hier gelesen habe, denn genau das was du geschrieben hast, hatte ich im Kopf. Also danke dafür – auf den Punkt gebracht, in meinen Augen!
    Beste Gesundheit und alles Gute,
    Alex

    1. Hi Alex,

      so pressemäßig auf den EHEC-Zug aufzuspringen und Besucherzahlen mit Horromeldungen zu provozieren ist auch so gar nicht mein Ding. Da bleibe ich lieber ein kleiner, feiner, netter Blog (ich gehe jetzt mal davon aus, dass meine Selbsteinschätzung stimmt. Ui, ui – dünnes Eis:) ). Freut mich, hier mit dir eine gemeinsame Kollegenmeinung zu haben.

      Dir auch beste Gesundheit

      Jens

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