Ein Jahr fiftyfiftyblog. Und nun?

Am 18. Februar ging der fiftyfiftyblog On Air. Der erste Artikel damals im Brigitte Woman Blog hieß My first Blog. Es folgten eine ganze Reihe weiterer, wie die mittlerweile treue Stammleserschaft weiß, die auf die insgesamt 268 Beiträge mit 2.681 Kommentaren reagiert hat (davon etwas weniger als die Hälfte Antworten von mir).

Als ich das Projekt startete, wusste ich nicht, wo mich die Reise hin führt. Ich wollte es ausprobieren. Anfang 2009 steckte meine Branche noch tief in der Krise. Viele Unternehmen hatten Kurzarbeit angesetzt, die Marketingetats waren eingefroren, ich musste regelmäßig testen, ob mein Telefon nicht vielleicht doch kaputt ist. Mir fiel die Decke auf den Kopf, ich war unausgelastet, musste und wollte mich bewegen. Eine Sache, die ich unternahm, war dieser Blog. Brigitte Woman hatte mir ihn angeboten, ich fand schnell ein Thema und los gings.

Zunächst war es für mich ein Experiment. Ein tieferer Einstieg in Web 2.0. Als klassischer Werbetexter wollte ich einfach reinriechen. Deshalb ist dann auch rasch Twitter hinzugekommen, wo der fiftyfiftyblog seit dem Spätsommer letzten Jahres vertreten ist und mittlerweile über 3.000 Follower hat. Für mich ein gutes Kommunikationsinstrument, mit dem ich den fiftyfiftyblog bewerben kann. Denn: Bloggen macht nur Spaß und Sinn, wenn sich im Blog etwas tut. Dazu braucht ein Blog Bekanntheit. Da ich ein Nischenthema bediene und deshalb auch schon Mal Blümchenblog genannt werde, ziehe ich nicht die Internetmassen an. Das könnte ich, wenn ich verstärkt die provokanten Themen aus dem Hut zaubere, aber das ist nur bedingt mein Weg. Nur dann, wenn mir was auf der Seele liegt, was gesagt werden möchte. Das allerdings zieht Gestalten an, mit denen ich lieber nicht zu tun haben möchte. Damit ist klar: Ein Stefan Niggemeier oder Sascha Lobo werde ich nicht.

Wie geht es nun weiter? Das dürfte vielleicht auch die Brigitte Woman Redaktion interessieren. Denn: Bislang habe ich gesagt, dass ich das ein Jahr lang probiere. Nun ist dieses eine Jahr um. Pause. Was nun? Es geht weiter. Der Blog hat sich so gut entwickelt und die Zahlen steigen langsam aber kontinuierlich. Hier könnte ich Unterstützung brauchen. Tatsächlich. Bislang arbeite ich hier als One-Man-Act auf allen Ebenen. Ich schreibe, kommentiere, bewerbe den Blog über Twitter, suche Themen, recherchiere, fotografiere, bearbeite die Fotos, poste in zwei Blogsystemen. Das Ganze kostenfrei. Für euch, für Brigitte Woman. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie viel Arbeit hinter 268 Beiträgen und der entsprechenden Kommentarzahl steht. Auf Dauer werde ich das ohne eine finanzielle Basis nicht durchhalten. Und auch hier in der Familie nicht vertreten können. Das ist ein Job neben meinen anderen Jobs.

Über kurz oder lang werde ich Sponsoren brauchen. Werbekunden. Einfach auch, um den Spaß nicht zu verlieren. Und auch, ganz ehrlich, um zu sehen, dass meine Arbeit auch finanziell honoriert wird. Denn für ein reines Hobby ist der Arbeitsaufwand mittlerweile zu groß. Was ihr also für mich tun könnt, ist: Empfehlt den Blog bitte aktiv weiter. Dann habe ich vielleicht irgendwann die Möglichkeit, nach Sponsoren zu suchen. Wir werden sehen.

Damit dieser Geburtstag jetzt nicht zu traurig wird, möchte ich euch sagen, wie wichtig mir dieses Jahr mit euch war. Und wie sehr ich die vielen Menschen, die täglich hier her kommen schätze. Ihr seid mir tatsächlich ans Herz gewachsen und ich möchte die fiftyfiftyblog-Community auf keinen Fall missen. Ab Montag wird es dann also weitergehen und wir werden gemeinsam sehen und erleben, was passiert. Bin gespannt, was das erste Thema des zweiten Jahres wird…

14 Antworten auf „Ein Jahr fiftyfiftyblog. Und nun?“

  1. Guten Morgen, Jens,

    und herzlichen Glückwunsch zum Blog-Geburtstag. Es ist immer wieder angenehm, von Dir zu lesen, vom Fifty-fifty-Landleben, Deine Lyrik, Deine Geschichten, große und kleine Politik und und und
    Ich verstehe, daß Du jetzt Bilanz ziehst, Abwägungen triffst, überlegst, ob Du weiter machst oder nicht. Sponsoring kann ich leider nicht anbieten. Aber eines kann ich Dir sagen: Es macht Spaß, Dich zu lesen (Und die Grammatik kann mir gestohlen bleiben).

    Viele liebe Grüße

    Annegret

    1. Hi Annegret,

      danke für die Glückwünsche. Deine täglichen Kommentare sind mir ein gutes und wertvolles Sponsoring.

      Liebe Grüße

      Jens

  2. Dann stell ich doch gleich mal eine Geburtstagstorte in den Blog und stimme ein Liedchen an: „Happy birthday to you!“
    Du brauchst dir nicht die Ohren zu halten, Jens! Soooo schlecht klingt es dann auch wieder nicht!
    Alles Liebe
    Polly

    1. Hi Polly,

      danke für Stimme und Torte. Darf ich dir auch ein Stück anbieten? Oh, Sahnetorte. Mit Schoko. Die ja lecker. Selbst gebacken? Ah, gekauft. Das hätte ja auch Stunden gedauert. Die ist ja dreistöckig. Oh, siehe da, eine Tür hinten. Kann man reingehen. Ah, die Treppe rauf. Hätte nicht gedacht, dass in so eine Torte ein Konzertsaal passt. Nein. Die Katona Twins! Polly! Also wirklich. Die spielen Happy Birthday. Hach. Das darf doch nicht wahr sein. Du bist mir eine…

      Liebe Grüße

      Jens

  3. Hallo Jens,

    na dann herzlichen Glückwunsch zu Deinem Blog-Geburtstag.

    Den Beitrag stimmt mich nachdenklich und ich glaube ich werde dazu in den kommenden Tagen etwas auf meinem Blog schreiben, mal sehen.

    Dennoch feiere diesen Tag, holt Euch Torte, trinkt Kaffee, denn das was Du da leistest ist aller Ehren wert.

    Herzlich
    Gitta

  4. Hallo Jens,

    so schnell geht’s… Congratulations! Und ich freu‘ mich, dass du weiter schreibst, stand doch mal im Raum: ein Experiment, anberaumt für ein Jahr…

    Viele liebe Grüße
    filo

  5. Huhu Jens! Auch von mir alles Gute zum 1-jährigen Bloggeburtstag! Das hatte ich gar nicht mitbekommen, bin wohl ein bißchen verträumt dieser Tage:-)
    Liebe Grüße

  6. Lieber Jens,

    auch von mir alles Gute und herzliche Glückwünsche zum 1- jährigen. Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, denn einerseits ist der Spass an der Sache da und andererseits der Zeitaufwand und die Frage „Wohin geht die Reise?“. Ich freue mich, wenn du weitermachst und hätte auch gegen Werbung auf deiner Seite überhaupt nichst einzuwenden. Im Gegenteil, ich würde auch Werbung hier plazieren und das sehr gern, denn deine Geschichten sind wunderbar und mir tatsächlich lieber und sympathischer als die ganzen „Ich weiß, wie die Welt funktioniert“ Beiträge auf anderen, weitaus bekannteren Blogs.

    Herzliche Grüße

    Raoul

    1. Hi Raoul,

      danke für die Glückwünsche, das Mitverstehen und die Unterstützung. Bedeutet mir viel. Manchmal will ich zu viel auf einmal und mit dem Kopf durch die Wand. Dieser zügellose Ehrgeiz, statt ruhig geschehen zu lassen. Das gehört wohl zu den Erfahrungen, die so ein Blog mit sich bringt. Da ich angetreten bin, mit diesem Blog zu lernen, tritt ein, was ich eigentlich erwartet habe. Es gibt auch schwierige Phasen, in denen das Schreiben und Denken nicht so locker leicht von der Hand geht. Interessant ist, wie es dann weiter geht. Irgendwann werde ich sicherlich auch Werbung schalten, aber da hätte ich – wenn – gerne einen passenden Werbepartner. Das muss einfach zu fiftyfifty passen, sonst gefällt mir das nicht und macht das Bild kaputt. Auch hier muss ich mir Geduld verordnen und alles organisch wachsen lassen.

      Liebe Grüße

      Jens

  7. Guten Morgen Jens,

    das Thema Ungeduld steht bei mir zuweilen auch ganz oben auf der Agenda. Nur kann man nichts erzwingen. Das habe ich auch lernen müssen. Ich bin ja nun schon einige Jahre mit dem Internet unterwegs und die Zeiten haben sich definitiv geändert. Alles braucht seine Zeit, wie im realen Leben eben auch.

    Liebe Grüße

    Raoul

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