Liebeserklärung

Fein schimmernd
am Grund tiefer Wasser
gesunkene Schätze in Teak, Mahagoni
gepackt
zu sagende Worte
in Samt gehüllt
von Ammen genährt
durch Zeiten getragen
die Silben gerundet
geküsst
der einzige Tag
sie zu bergen
dem Atem zu weihen
den Lippen
anheim zu geben
der Tiefe
Weite
deines grünen Blicks

april 2014

Mission Impossible auf dem Weg ans Ende der Welt

Schier18_Strand_red

Draußen schreit eine Möwe und die Welt ist eine Scheibe.

Zwei Tage hintereinander habe ich, haben wir es versucht. Ich wollte bis ans Ende der Welt vordringen. Also bis zum Ende der Insel. Das sind einige Kilometer immer am Strand lang. Meine Vorstellung war, das Ende der Insel, dieser kleinen Welt mit weit auslaufendem Horizont zu fotografieren. Rechts das Meer, links das Meer und dazwischen der letzte Sand unter den Füßen bis es tief abfällt. Bis zum Mariannengraben oder der letzten Ruhestätte der MH 370.

Freies Freiraumleben

Schier15_Hunde_red

Tja.

Hm. Also.

Ihr merkt, hier herrscht Urlaub, aber die Finger schaffen es nicht, die Tastatur links liegen zu lassen. Man könnte von Schreibsucht reden. Der Kopf. Das Sprachzentrum. Es kommen das eine und das andere zusammen. Die Themen, die in der Luft liegen, mich anfliegen, in Worte gepackt werden möchten. Oder auch nicht.

Schier15_Jens_red

Heute war ein besonderer Tag. Punkt.

Urlaub, klar. Erst Montag. Noch eine Woche. Zwischendurch habe ich Geburtstag, werde zum Fourtyniner. Mein liebes Tagebuch, es gibt so viel zu schreiben. Überbordend.

Am Nachbartisch im van der Werff

Leopardenrock
ihr gegenüber
wattiert, tailliert
Rosen in Rot und Pink
die Kladde
Mappe
zwischen ihnen
ergrautes Haar
Strähnen
lebensvolles Lächeln
ihre Hand
zart
über die Kladde
als wäre sie gemeint
im Rot
Leopardenblick
voll Liebe
Die gleichen Ringe
in Silber
in Gold
drei Kreise, aneinander geschmiegt
am kleinen Finger
und gleich daneben
Jede Geste
das Streichen der Strähne
aus dem Gesicht
das Fassen des Glases
ein Fühlen
ihr Leben
trägt und hält
in ihren nahen Körpern
eins
schön
ein letzter Blick
und aufgelöst
in Wolken

Brandzeichen

Vollmondspiegelndes Licht
Hafenbecken
roter Schuh
im Engelsreich
liebestaumelnd
pralinégefüllt
den Kopf im Maul des Löwen
vom Eckzahn leicht gedrückt
der Puls
ein Zucken nur
die Halsschlagader
Abgrundtanzen
lippenverschlungen
rauschfliegend
gezeitenstürmende Wellenkämme
Tatzen im Stein
geritzt
drehen, wiegen, zerreißen
Hand im Fell
geschrien
vergangen

april 2014

Gute Zeiten, erfüllende Zeiten:)

Schier8_Schatten_red

Es ist so, das habe ich in Recherchen der letzten Zeit gelesen, dass insbesondere junge Menschen im Rahmen ihrer beruflichen Entwicklung nach Sinn suchen. Arbeitgeber müssen sich anstrengen, um die Generation Y (WHY) für sich zu gewinnen. Sie wollen nicht für Geld arbeiten, nicht für Sicherheit, sondern einer Tätigkeit nachgehen, die im Tun Wichtigkeit und Bedeutung hat.

Was hat Sinn? Was macht Sinn? Was hat Bedeutung?

Schier8_Sand-Ufo_red

Die große Flatter No. 8

schier_strand_dämmerung_red

Eigentlich.

Genau. Kommt es immer anders, als man denkt. Normalerweise. Im Kopf kommt jetzt: Was ist schon normal? Läge ich jetzt in meinem Bett. In der Alten Schule oben. Mit Blick auf den Mühlenberg und durch das Dachfenster über meinem Bett in den Himmel.

Aber nun liege ich hier. Schiermonnigkoog. Noch ein Zimmer für mich alleine. Ich kann laut und schnell tippen. So, wie ich es mag. Zack, zack. Wir sind am Morgen gefahren. 24 h früher. Wir haben das Haus ab heute gemietet, ich wollte keinen Tag verschenken. Urlaub. Friede, Freiheit.

MAC OSX erkennt externe Festplatte nicht

iPAD

Ihr habt dieses Problem? Hier kommt ein Lösungsansatz, der bei einigen geklappt hat. Es liegt oft am USB-Stecker. Ihr müsst weder formatieren noch irgendwelche Notsysteme nutzen.

Hat man eine externe Festplatte am Mac, reicht manchmal die Stromversorgung über den USB-Port nicht. Generell würde sie reichen, aber nach und nach greifen die USB-Stecker nicht mehr so richtig. Die sitzen lockerer in der Aufnahme und dann ist der Kontakt unterbrochen bzw. es fließt nicht genügend Strom, um die Festplatte zum Laufen zu bringen. Läuft sie nicht, ist sie für den Rechner nicht vorhanden. Das Ergebnis: MAC OSX erkennt die externe Festplatte nicht.

Landleben, Stadtleben, Sterne gucken, Schafe sehen…

Bank_Modellflugplatz_red

Seit geraumer Zeit verwandelt sich unser vergessenes Landschaftseckchen an der Grenze der Gemeinde, des Landkreises und des Bundeslandes (Rheinland-Pfalz beginnt oben gleich auf der Höhe) in ein von Touristenattraktionen reich gesegnetes Feriengebiet. Plötzlich stehen überall Schilder und verraten einem einiges über Land, Leute, Historie, Flora und Fauna. Aktuellste und für mich wohl auch positivste Maßnahme ist eine hölzerne Liegebank in ergonomischer Ausprägung für mehrere Menschen und mit traumhaftem Weitblick über die Dinge.

Boah, ey – die Next Top-Models…

Steinbruch_red

Leute! MANN!

Ich meine, das alles so komplett ohne Ausbildung. Wenn du Mofa fahren willst, musst du. Ihr wisst schon. Anträge, Prüfung, Versicherung. Der ganze Kladderadatsch.

Aber Kinder, nö, die kriegste einfach so mit. Entbindung, ab in den Arm und Tschüss und schönen Tach noch. Und dann? Kannste dich daran erinnern, wie Mama und Papa das gemacht haben, probierst rum, liest womöglich total verklemmte Elternratgeber und bist am Ende des Tages auch nicht schlauer. Weil gerade in dem Augenblick, in dem du glaubst, erziehungs- und entwicklungstechnisch die Oberhand zu gewinnen, da sind die schon wieder ganz woanders und du kannst praktisch neu anfangen. Wie bei Mensch-ärgere-dich-nicht. Kurz vorm Häuschen rausgekickt.

Vom Mikrokosmos in die weite Welt

Borner 7_red

Wie eine Metapher. Sonntag war ich in der weiten Welt draußen unterwegs, als ich auf einen wunderbaren Mikrokosmos traf. Die Sonne schien wieder, die Wolken zogen weiß und rund und schön am Himmel entlang. Weil in diesem Winter der Westwind vom Atlantik meist nach Norden abgezogen ist, hat er den Südwind hoch gezogen und uns angenehme, lauschige Temperaturen beschert – und viel Licht.

Borner 3_red

Oscar für Matthew McConaughey und Jared Leto

Der transsexuelle Rayon (Jared Leto) und Ron Woodroof (Matthew McConaughey) haben zunächst nur eines gemeinsam: Beide sind HIV-positiv  © 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH

Der transsexuelle Rayon (Jared Leto) und Ron Woodroof (Matthew McConaughey) haben zunächst nur eines gemeinsam: Beide sind HIV-positiv
© 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH

Da hat er also gewonnen, der Dallas Buyers Club. Zwar nicht auf ganzer Linie, nicht als der Film, aber doch in drei Kategorien – darunter Bester Hauptdarsteller, Matthew McConaughey, und bester Nebendarsteller, Jared Leto.

Tränenfilme

Erinnert ihr euch?

Früher war alles anders. Es gab Sonntagnachmittage mit der Familie vorm Fernseher. Ich möchte das weder werten noch heroisieren. Nichts war besser. Aber dann saßen sie da in ihren Sesseln und Tränen flossen. Das waren rückblickend sehr bewegende Momente.

Ich weiß nicht, ob es heute noch irgendwo solche Sonntagnachmittage gibt. In meinem Leben nicht, weil wir keinen Fernseher besitzen, für den aber Rundfunkgebühren bezahlen. Solidarisch. O.K. Shit happens. Für früher. Das soll es mir wert sein. Aus nostalgischen Gründen. Für Rolf. Gerne.

Three girls on a big, fat Trampolino:)

trampolino

Ladies and gentleman, was geht ab? Nun, ja. Es bewegt sich. Es kommt in Wallung. Liebe Annegret, sorry, aber heute, das sah ganz nach Frühling aus. Es könnte sein, dass du schon einmal deinen Griffel spitzen solltest. Klar, noch ist nicht aller Tage Abend und eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber die Zeichen verdichten sich. Gute Vogelzeichen. Wie sie singen, morgens. Wow. Inbrünstig, frühlingshaft, überzeugt, laut.

Besuch vom alten Kumpel Malle Ralle

Malle Ralle 4

Mann, ey. Also wirklich. Du denkst an nix Böses, da macht es Ring. Haustür. Gehste runter, denkst verspätete Sternsänger, Schornsteinfeger, Lottobote oder so’n Quatsch und dann guckste, reißt die Augen weit auf und denkst: Gibbet nicht. Kann nich wahr sein. DOCH! Is et.

Heute passiert. 18.23 Uhr in etwa, da steht Malle Ralle leibhaftig vor mir. “Mensch, Ralle, was machste?” Er: “Junge, wonach sieht dat aus?” Klar, Umarmung, leichte Schwierigkeiten mit der Duftkomposition. Axe, Johny Walker und sein geliebtes Adidas Parfüm. Wow. Ich meine, also ehrlich, ich rieche Allergie geplagt nicht gerade wie ein Spürhund, aber das hat mir kurz den Nebel in die Augen getrieben.

Mit dem Kopf in den Wolken…

Wolkenformation 5_red

Wolkenkuckucksheim. Raus an die Luft! Allmählich liegt der Frühling tatsächlich in der Luft. Ich las von Kranichen über Düsseldorf und hoffe, dass nicht die Lufthansa gemeint war. Noch ein ganz klein wenig Geduld. Ich glaube nicht mehr, dass der Winter eine Chance hat und setze alles auf No Snow. Auch im März nicht mehr. Ihr könnt mich darauf festnageln, Hand drauf. Ich verwette alles.

Wolkenformation 1_red

Der Ast wie ein langer Arm zu tragen

Wand_Äste_red

Manchmal sind es die Bilder im Kopf, die bestimmen. Manchmal ist es die Sprache. Dann wieder, wie meistens, sind es die Gefühle. Oder Emotionen, wie wir sie fachtermonologisch in der Kommunikation sprich Werbung nennen.

Heute Morgen musste ich raus. Mal wieder wie früher eine schöne Runde mit Cooper gehen, damit mein Kopf durchatmen und mein Gehirn sortieren kann. Diese Natur da draußen ist ein echter Freund und zugleich der weite See, an dessen Oberfläche sich alles ordnet. Es ist wie das Einräumen der Einkäufe in den Kühlschrank. Das Gemüse in das 0-Grad-Fach, die Möhren nach unten, den Salat so, dass er nicht gedrückt wird, die Milch ins unterste Fach, Liter neben Liter neben Liter.

Großes Kino: Dallas Buyers Club

Ron Woodroof (Matthew McConaughey) ist nicht gewillt, nach der Pfeife der US-Behörden zu tanzen.  © 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH

Ron Woodroof (Matthew McConaughey) ist nicht gewillt, nach der Pfeife der US-Behörden zu tanzen.
© 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH

Wisst Ihr mit dem Namen Matthew McConaughey was anzufangen? Vielleicht, wenn Ihr Filme wie Der Hochzeitsplaner(2001), Wie werde ich ihn los – in zehn Tagen? (2003), Zum Ausziehen verführt (2006) oder Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen (2009) gesehen habt. Ich habe, wie das Leben so spielt, obwohl das nicht meine Favoriten sind. McConaughey kam mir in diesen Filmen immer recht oberflächlich vor. Ich meine, er spielte Oberflächlichkeit, klar. Tja. Aber ich habe von den Rollen auf den Menschen und Schauspieler geschlossen. Das war ein Irrtum. Da habe ich mich doch jetzt glatt beim wilden Schubladendenken erwischt. Sorry, Matthew.

Kaffeetrinken in Cabutima mit Wolfgang Cziesla

Cabutima

In letzter Zeit habe ich es nicht so mit Büchern. Keine Zeit, keine Ruhe, keine Muße. Andere Dinge stehen im Vordergrund.

Nun ist mir aber ein Buch auf eine Art und Weise begegnet, die mir so am besten gefällt. Es ist mir vor de Füße gefallen, es ist in meinem Leben aufgetaucht. Um es vorweg zu nehmen: Es ist ein gutes Buch. Eines, das eine Geschichte mit feinen Worten stringent erzählt. Ein unentdecktes Buch, das bereits 2005 geschrieben worden ist. Von Wolfgang Cziesla aus Essen.

spring 14 – jetzt noch ein wenig schön wohnen…

Bäume_Nebel_Schweiz_red

Ach, Ihr Lieben. Ende Januar. Tatsächlich werden die Tage länger und heute bin ich mit Sonnenbrille ins Dorf runter gefahren, Zoe vom Schulbus abzuholen. Da grinste die junge Dame und machte sich über ihren Papa lustig. Klar, Papa, die Sonne scheint dick und fett, da braucht man natürlich ‘ne Sonnenbrille. Ihre Mitschüler/innen hatten auch ein wenig gegrinst. Aber wirklich, als ich los wollte, da schien die Sonne volles Programm ins Haus. O.K., ich gebe zu. In dem Augenblick hatte ich gerade meinen neuen Karnevalslook ausprobiert. Die neue Perücke mit der RayBan von Malle. So’n bisschen auf Assi. VoKuHiLa. Geiles Teil, die Perücke, und ich dann auch:) Klaro. Schöne Karnevalssitzung in Köln im Februar. So richtig mit Hotel und so. Knallgas.

zufrieden.

Windräder

Ist ein kleines Wort. Irgendwie unterbewertet als die kleine Schwester vom großen Glück. Es hat wenig Energie dieses Wort, vermeintlich, versprüht keine Funken, es lodert nicht. Kein Feuerwerk, kein Freudentanz. Am Boden, zurückgenommen, als wäre es das Mindeste. Klingt fast wie unbedeutend, wie eine Hürde, die man mit einem kleinen Schritte nimmt. Och ja, ganz gut, bin zufrieden. Das hat den Esprit von beigefarbenen Badfliesen.

Wie komme ich darauf?

Brasilien, Schriftsteller, der Duden und eine Zeitung, die fiftyfifty heißt

fiftyfifty

Ja nü. 21:43. Es ist an der Zeit, was zu schreiben. Nachdem ich den halben Abend damit verbracht habe, die Familienfinanzen zu sortieren, starte ich jetzt mal mit dem Vergnügen. Lasst uns ein wenig Demut zeigen, äh schreiben. Verdammt, sorry, es ist wohl schon zu spät für klare Gedanken.