Herr Cooper hat uns heute verlassen

11.11.2018

Heute ist Cooper gestorben – er ist nun nicht mehr unter uns. Viele von euch kennen ihn live oder zumindest von Bildern oder aus Texten, die hier erschienen sind. Gestern Abend ist er plötzlich zusammengebrochen. Wir waren unterwegs und ich musste ihn nach Hause tragen. Er konnte sich kaum rühren und lag auf seinem Kissen. Heute Morgen bin ich dann mit ihm zum Tierarzt, der nichts mehr für ihn tun konnte. Er ist im Kreise seiner Liebsten eingeschlafen. Sanft und freundlich und ruhig.

Shigeru Takato berührt mich mit seinen Bildern im plus Raum für Bilder von Sebastian Linnerz

Shigeru Takato war einmal Bauingenieur. Das ist dieser Beruf, der aus Zahlen und Beton Brücken entstehen lässt. Heute ist Shigeru Takato Fotograf und lebt in Köln.

Wie der Name verrät, ist er in Japan geboren. Von dort ist er über Neuseeland irgendwann in Deutschland gelandet. Im Gepäck hatte er eine Idee, einen Wunsch, ein Gefühl, ein Projekt. Der Mond war ihm begegnet.

Gespräch mit einem Löwen und einem Berg an der Ruhr

An diesem Wochenende haben Viveka und ich, immer, wenn wir Zeit hatten, an der Ruhr gesessen. In Mülheim an der Ruhr, in Essen-Werden und heute in Bochum. Also zwischen Essen und Bochum nicht weit von Burgallendorf. Hat sich so ergeben.

Wir haben vor einer Pontonbrücke geparkt, die gesperrt war. Keine Autos. Wir standen auf der Brücke und schauten aufs Wasser, als wir plötzliche „Danke“ hörten. Ein Herr mit Dame, dem wir auf der Brücke, die gesperrt ist für Verkehr, zu viel Platz einnahmen. Graue Haare, Funktionsweste, drei Schritt vor seiner Frau. Kein Blick, nur eine verbale Anmerkung. Konnotation: „Warum steht ihr Pisser mir im Weg?“

AUSSER SICH von Sasha Marianna Salzmann

Lange habe ich kein Buch gelesen. War beschäftigt. Hat mich nicht interessiert. War ohne Belang.

Dann habe ich den Radiosender gewechselt, weil die Welt ständig in Bewegung ist und die Dinge ändert. Wie kann man eigentlich in dieser Welt konservativ sein und nicht verrückt werden? Klebt man sich die Augen mit Sekundenkleber zu?

Löwenherz

Das Schwert
scharf und hungrig
ungeduldig
sanft gehalten
dicht am Herz

Komm nicht
zu nah
bitte

Die Losung
ein Kuss
ein Wort wie sonst keines

Du musst
nicht
überlegen
es haben
in der Tasche
wie einen Kaugummi
oder Frosch

Im Namen der Krone
wusch

Ich habe es dir gesagt
es ist ein Schwert
dicht am Herz

aPRIL 2018

Was man noch lernen kann

Zunächst: Die Welt ist immer viel größer als man selbst.

Banal, klar. Aber vielleicht dann doch zu oft vergessen. Oder?

Nach einem langen schönen Osterwochenende mit plötzlichem Besuch meines kleinen Bruders mit seiner Freundin liege ich nun wieder in meinem Bett. In meinem kleinen Dorf mit den 35 Einwohnern. Die Seele des Indianers, die noch unterwegs ist. Das Fliegen durch die Zeiten und Orte.

Gründe

Und weil es
begann

Und weil es
vielleicht

Und weil es
manchmal nimmermehr

Und weil es
so schön

Und weil es
unvorhersehbar

Und weil es
aus Liebe geschah

Und weil es
keinen Grund gibt

Und weil es
eh so kommt

Und weil es
das Beste ist mit dir still am Wasser zu sitzen

fEBRUAR 2018

Einander

In Wogen eintauchen
in umschließende Zartheit

Gehen lassen
dem Wegwehen hinterher sehen

Höre deine Worte
sehe deine Lippen
ahne
wünsche
schweige

Wo wir einander begegnen
ist es warm
blüht es
schwelgt

Einander
missen

Und küssen
nicht wissen

Sehen
wünschen
einander
ahnen
wollen

jANUAR 2018

Heros

Wenn ich es finden würde
würde ich es hergeben?

Den Liebsten schenken
aus Liebe

Oder es
den Armen geben
die
ich gar nicht kenne

Elster im Blut
das Glitzernde
glitzernd Schöne

Haben wollen
jetzt
hier

Bestochen
durch einen sanften Kuss

Vielleicht
vielleicht

Ich weiß nicht

Wenn sich die Hand schließt
um das verzückend süße Materielle

Ach was
leckt mich

Das Gegenteil nehme ich

jANUAR 2018

In Love with Marvin, Woody & Stevie

Tatsächlich bringe ich es ein wenig durcheinander. Habe ich euch hier erzählt, dass mir Max, also Jim-Fx, mein Sohn, Kollege und Mitbewohner, mir zu Weihnachten erst drei Schallplatten und dann einen Schallplattenspieler geschenkt hat? Marvin Gaye, Miles Davis und Gil Scott-Heron.

Nachdem mein 1989 gekaufter CD-Player letztes Jahr den Umzug nicht verkraftet hatte, er wollte keine neue Location, hatte ich zwei Versuche gestartet, Ersatz zu ersteigern. Zwei Vollnieten. Geld zurück und behalt den Schrott und schönen Tag noch. Kürzlich habe ich einen weiteren plus schickem Verstärker auf dem Elektromüll gefunden. Zwei weitere Blender.

Die Adaption des Ichs in Helga Mols Malerei

Wo kommen die Dinge her, wo gehen sie hin? Was passiert zwischendurch und was passiert überhaupt. Der Vorteil des Älterwerdens ist der Gewinn an Demut. Zu oft haben die voreiligen Schlüsse nicht nachhaltig gegriffen. Meinungen sind weggebröckelt, Argumente haben sich aufgelöst, die Zeit hat ihre Spielchen gespielt und die Regeln haben ihre Antiregeln provoziert.

Letzte Woche. Freitag. Eine Einladung in Helga & Davids Atelierhaus in Cyriax, Overath. Ein rotes Holzhaus an der Agger. Ein wenig schwedisch, ein wenig wie bei Findus & Petterson (kennt man, wenn man Kinder hat, die um 2000 geboren sind).

HEILIG ABEND im Theater an der Ruhr und die geschenkte Kuh

Nun. 2017. Letzte Aktionen.

Gestern Abend hatten wir das Glück, noch einmal Barbara und Norbert zu sehen. Adriana hat im Theater an der Ruhr das Bühnenbild zu HEILIG ABEND, ein Stück von Daniel Kehlmann in einer Inszenierung von Simone Thoma, entworfen. Wir hatten schon länger vor, das Theater an der Ruhr zu besuchen. Insbesondere, um den Mülheimer Peer Gynt zu sehen. Hat terminlich nicht hingehauen.

Die Kuh von Norbert van Ackeren zur Weihnacht

Nun. Es geht auf das Ende zu. 2017 haucht den Atem aus. Ich muss zugeben, ich werde ein wenig sentimental. Das hat auch damit zu tun, dass ich heute meinen letzten Job abgeliefert habe. Eine Präsentation vor Nonnen. Monate Arbeit. Kopfzerbrechen, Seelenqualen. Einer sozialen Sache gerecht zu werden, ist etwas anderes.

Sie haben sich bedankt. Sie waren in der Sache kritisch, letztlich glücklich und mir gegenüber sehr nett. Ihren Segen für das nächste Jahr habe ich. Das war ein schönes und besonderes Gefühl. Von Herzen. Es war ein außerordentlicher Nachmittag, für den ich nicht unbedingt ein Gehalt gebraucht hätte.