Die Adaption des Ichs in Helga Mols Malerei

Wo kommen die Dinge her, wo gehen sie hin? Was passiert zwischendurch und was passiert überhaupt. Der Vorteil des Älterwerdens ist der Gewinn an Demut. Zu oft haben die voreiligen Schlüsse nicht nachhaltig gegriffen. Meinungen sind weggebröckelt, Argumente haben sich aufgelöst, die Zeit hat ihre Spielchen gespielt und die Regeln haben ihre Antiregeln provoziert.

Letzte Woche. Freitag. Eine Einladung in Helga & Davids Atelierhaus in Cyriax, Overath. Ein rotes Holzhaus an der Agger. Ein wenig schwedisch, ein wenig wie bei Findus & Petterson (kennt man, wenn man Kinder hat, die um 2000 geboren sind).

HEILIG ABEND im Theater an der Ruhr und die geschenkte Kuh

Nun. 2017. Letzte Aktionen.

Gestern Abend hatten wir das Glück, noch einmal Barbara und Norbert zu sehen. Adriana hat im Theater an der Ruhr das Bühnenbild zu HEILIG ABEND, ein Stück von Daniel Kehlmann in einer Inszenierung von Simone Thoma, entworfen. Wir hatten schon länger vor, das Theater an der Ruhr zu besuchen. Insbesondere, um den Mülheimer Peer Gynt zu sehen. Hat terminlich nicht hingehauen.

Frohe, frohe Weihnachten

Schöne, farbenfrohe, liebenswerte Zeiten wünsche ich euch – zur Weihnacht und überhaupt.

Herzlichst

Jens

Die Kuh von Norbert van Ackeren zur Weihnacht

Nun. Es geht auf das Ende zu. 2017 haucht den Atem aus. Ich muss zugeben, ich werde ein wenig sentimental. Das hat auch damit zu tun, dass ich heute meinen letzten Job abgeliefert habe. Eine Präsentation vor Nonnen. Monate Arbeit. Kopfzerbrechen, Seelenqualen. Einer sozialen Sache gerecht zu werden, ist etwas anderes.

Sie haben sich bedankt. Sie waren in der Sache kritisch, letztlich glücklich und mir gegenüber sehr nett. Ihren Segen für das nächste Jahr habe ich. Das war ein schönes und besonderes Gefühl. Von Herzen. Es war ein außerordentlicher Nachmittag, für den ich nicht unbedingt ein Gehalt gebraucht hätte.

Social Media Spielzeug für Herrn Schönlau

Manchmal fühl‘ ich mich ein wenig wie Catweazle. All dieser neumodische Kram. Was möglich ist. Mit den Social Media und Smartphones und MacBooks. Vom Ursprung her komme ich aus der Ecke Text. Das gute, schöne alte Wort. Die faszinierende Möglichkeit, Buchstaben aneinanderzureihen.

Nun sind Texte s/w. Unbewegt. Auf einen Hintergrund gesetzt mit mehr oder weniger Botschaft. Texte verlangen, zumindest, gelesen zu werden. Lesen, nicht lesen, das ist hier die Frage. Es geht um Kommunikation. Dieses Sender-Empfänger-Modell. Ein Nachricht senden, eine Nachricht empfangen. Wusch. Etwas damit machten, tun, anfangen. Können.

Durch die Nächte schlendern

Ich weiß nicht. Plötzlich ist dieses Jahr vorbei und ich habe das Gefühl, es verpasst zu haben. Mann. So viel gearbeitet. Ein Rekordjahr. Jobmäßig. Kohlemäßig. Drei Markenprozesse. Ein Buch geschrieben für Kunden. Unendlich viele Jobs gerockt. Jetzt suche ich zwischen all dem nach mir. Was hab ich eigentlich gemacht?

Wir müssen dringend reden…

Hey, was geht ab. Normalerweise beziehe ich hier irgendwie Stellung und kommentiere das Leben oder gebe Erkenntnisse und Gedanken preis. All dieser Kram, der mich bewegt. Seit geraumer Zeit bewegt mich nichts. Das heißt genau genommen: Es bewegt sich alles, aber ich will nicht. Nicht das. Mein Inneres spielt Toter Mann und wartet auf ein Zwischending aus Inspiration und Erleuchtung. Lieber Gott, schick mir ein Zeichen. Lottogewinn. Wiederauferstehung Jimi Hendrix. Der Papst heiratet. Sowas.

Tanzen, lieben, sterben mit Romeo & Julia in Köln

Es war schön, in Köln viel zu früh anzukommen, um Viveka zu treffen, die dann doch noch einmal weg musste. Also habe ich mir die Nikon geschnappt und habe mich auf den Weg gemacht. Über das Gelände des Carlswerks, auf dem früher einmal Kabel fabriziert wurden. Heute residiert hier übergangsweise das Schauspiel Köln. Im Depot. Wahrscheinlich werden dort sonst die Bühnenbilder und die Ausstattung aufbewahrt, nun ist es der Ort des Geschehens. Bis das neue Schauspielhaus aus Ruinen auferstanden ist.

Saturday Night in Köln

Samstagnacht in Köln. Wir wollten uns mit Barbara und Norbert treffen. Eigentlich hier in Mühlhausen, aber die Wochenenden bei Künstlerfreunden sind rar. Auftritte, Jobs. So haben wir uns im Belgischen Viertel verabredet. In der Malschule Reinkarnation. Ein Auftritt von Barbara und Doris mit ihrem Programm Interstellar. Gerne. Immer wieder gerne.

Was ihr auf überhaupt gar keinen Fall wissen dürft

Viveka hat mich gebeten, nicht darüber zu sprechen. Also schreibe ich. 2018 werden wir zusammenziehen. Uah. Yep. Endlich. Dann werden wir seit 6 Jahren zusammen sein und unendliche Autobahnkilometer zurückgelegt haben, um einander in den Armen zu liegen.

Man weiß nie, wie die Dinge geschehen, wie sie sich entwickeln. Anfangs waren wir naiv, so naiv, wie man anfangs ist. Zwischendurch waren wir frustriert und haben manchmal geglaubt, alles sei nur ein Traum, eine Fatamorgana, eine einzige Vorstellung.

Der wunderbar wundersame Peer Gynt am Schauspiel Köln

Ach, was für ein schöner Abend! So erfrischend, so theatrig, so ein schönes Schauspiel voller Bilder, Sprache, Musik, Bühne, Kostüme.

Lange nicht mehr war ich im Theater. Die Aufführungen in der Waldorfschule meiner Kinder. Klassenspiele. Berührend. Aber in einem Stadttheater? Ich weiß nicht, wann zuletzt. Ich hatte mich nach meiner Zeit als Regieassistent am Nationaltheater in Mannheim entfremdet. War von Hans-Ulrich Becker zu Wally Bockmayer gewechselt und bin dann irgendwann in die Werbung.

Wie ist das eigentlich, auf dem Land zu leben?

Spielt ihr manchmal mit dem Gedanken? Rauszuziehen? Die Stadtgrenzen hinter euch zu lassen? Wer macht das?

Nun, ich habe das gemacht. Vor vielen, vielen Jahren. Aber es war kein Rausgehen oder Rückzug, sondern eine Heimkehr. Letztlich folge ich alten Pfaden und Mustern. Meine Kindheit habe ich auf dem Land verbracht. Wesentlich, unter anderem, in Kaisersesch in der Eifel. An meiner Seite war eine Hündin namens Jimmy, die ich von meinem Schulkollegen Mario übernommen habe, weil seine Familie sie in der Wohnung nicht mehr halten durfte. Weil ich es bis heute liebe, Probleme zu lösen und Wege zu finden, habe ich mich ihr angenommen. Das war 1975, ich war 10 Jahre alt und musste meine Mutter überzeugen. Das war mir gelungen.

Diese verflixten Social Media

Ey, Leute, kommt, ihr kennt das.

Ja, wenn man nicht gerade 17 ist und in den ganzen Kram reingeboren, dann lebt man die Social Media zwischen Faszination und Abneigung. Hat man ein Problem, wenn man mehr facebooked als ins Kino geht oder Bücher liest?

Deauville

Am Strand der Sehnsucht
die Flügel auspacken

Diese Wahrheit
unter den Füßen

Schauen
sehnen

Schweben
fallen
fliegen

Küssen

Am Ende
küssen
müssen

Grüne
blaue
Augen

Tiefe
Weite
nur ein Boot
dort draußen

Und spratzende Gischt

sEPTEMBER 2017

Von der schönen Liebe in Zeiten des Bundestagswahlkampfs

Nicht mehr so oft schreiben. Nicht mehr so viel produzieren. Lieber warten, reifen lassen, sich die Fragen stellen.

Dieser Bundestagswahlkampf beschäftigt mich. Seit geraumer Zeit versuche ich, dahinter zu kommen. Es war mein innerer Plan, verstehen zu wollen und dann darüber zu schreiben. Nun habe ich ein Bild und eine Überzeugung, weshalb die Dinge so kommen, wie sie kommen werden. Das wollte ich dezidiert darstellen und auseinanderlegen. Differenzieren. Insbesondere nach einem Gespräch mit einer Freundin auf Norbert van Ackerens Atelierauflösung am Wochenende. Wir haben über Politik gesprochen und sie forscht in dem Bereich. Ich hatte ein Interview gelesen, das aus ihrem Haus stammt.