Ostersonntagskinder:)

Nun.

Es war im Sommer 2012. Viveka und ich hatten uns im Jahr zuvor kennengelernt. Eine Urlaubsbekanntschaft zwischen Familien. Wir haben uns im Herbst im Anschluss an den Sommer in Nosbach getroffen. Zwei Familien, die Kinder zwischen 13 und 15 Jahre alt. Es kam der Frühling 2012, mein Vater starb, Michaela fand einen neuen Freund und ich ruderte in meinem Leben mit den Armen. Ich wusste nicht, ob ich von einer Felswand in die Tiefe stürzen würde. Ich war wie ein Fisch ohne Kiemen, ein Mann unter Wasser, ein Atemloser. Orientierungslos, gewillt, zu überleben. Irgendwie.

Friede, Freude, Osterfeuer

Ostern in Essen 2017.

Gestern Abend der Osterspaziergang. Rund um den Baldeneysee brennen die Osterfeuer. Oben auf der Höhe bei den Bauern, unten am See auf den Bootsplätzen der Segelclubs. Die Sonne scheint, es blüht, die jungen Blätter kommen, das zarte Grün. Der leuchtende Baum auf der anderen Seite des Ackers, der schmal auslaufende grüne Streifen.

Die Welt ist zauberhaft. Harmonisch, optimistisch schön. Im zarten Grün.

OSTERN 17

Wie ich
als Schwert
vom Himmel
fiel
war mir kurz
zum Kotzen

Den Beutel
fand ich nicht
tröstende Worte
die Stewardess

auf die Füße
Shit

Japaner
Chinesen
Arschlöcher
lächelnd

Whiskey
durchspülen

Könnte ich?

Drüberfliegen
Afghanistan
die Ukraine

So ist das

Granaten
Foltern
Marketing

Landen
Mietwagen
lächeln
Smiley
Herzchen

In Pink

aPRIL 2017

Das süße Gefühl Sehnsucht

Bilder, Texte, Musik. In der Summe Menschen. Die vielen und die Besonderen.

Sitze den ganzen Tag schon in der Küche. Es ist lustig. Gerade lebe ich allein in einem großen Haus. Oben habe ich eine Büroetage, aber ich arbeite an einem alten kleinen Holztisch neben der Espressomaschine. Coppis Küche. Peter Weiß. Ästhetik des Widerstands. Jim hat sich aus Nord-Spanien gemeldet, er erreicht heute Portugal. Geht über die Grenze. Hat gestern Nacht wieder in seinem Fiesta-Ford-Wohnmobil gepennt. Der Junge ist in seinem Geist, in seinen Möglichkeiten, in seinen Bedürfnissen so frei. Wenn es sein muss, schläft er auf dem nackten Boden und sagt am nächsten Morgen „war hart“, geht Frühstücken und der Sonne nach.

Die süßesten Früchte des Lebens

Liegen am Wegesrand. Oder man kauft sie grün und gibt ihnen die Zeit, die sie brauchen. Ich kenne mich aus. Nach dem Umzug ins Steigerhaus praktiziere ich ein neues Wirtschaften. Es ist nicht ganz einfach, einzukaufen und zu haushalten, weil ich nie genau weiß, wer hier ist und wer nicht. Zoe pendelt. Mama, Papa. Sie hat einen hohen Früchtebedarf, weil sie Vegetarierin ist, parallel zur Schule eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin durchläuft und gerade ihre Jahresarbeit über Ernährung schreibt. Ernährung multi perfetto. Auch, wenn sie hier gerade beim Sonnenbrillen-Holen Apfelkuchen stibitzt hat. Eine gewisse Menschlichkeit ist dann ja auch sympathisch.

All in progress

Habe ich mich gefreut, diesen Text von Juan Pablo Villalobos zu lesen. Er hat eine Sehnsucht in mir erfüllt. Adäquat schreiben, angemessen reagieren, antworten auf die Dinge. Wie schlau, wie erholsam.

Wir bauen diese Mauer und wir zahlen dafür. Wir bauen sie so, wie wir sie bauen. Mit allem, was sie braucht. Türen, Risse, Marihuana.

So schön. Mit Leichtigkeit reagieren, das Tumbe austanzen. Torro. Leicht bleiben, tänzeln, lächeln.

Nun.

Jim-FX is on the road

Heute mal kein Foto. Hab keins.

Jim-FX, Max. Heute hat er sich ins Auto gesetzt und ist losgefahren. Alle anderen sind weit in der Welt. Er hat sich das Auto geschnappt und fährt zwei Monate Europas Küste entlang. Keine Ahnung, wo er startet. Letzte Nacht haben wir die Rückbank aus dem Fiesta montiert. Irgendwann mitten in der Nacht. Mit Schraubenzieher und Google: Fiesta Rücksitz ausbauen. Hat geklappt mit schwerem Gerät.

Heute dann. Sommerreifen aufgezogen. Letzte Checks.

Ausreise

Einen Planeten erschaffen
das muss doch wohl möglich sein
so einen Guten
mit allem

Die Rakete satteln
den Track starten
nach Westen
ins Gelobte

Mit Marzipan an Bord
dem Wesentlichen
im Kern

Süß und sexy

Du würdest mitfliegen
du auch
und du
leider nicht

Gott sei dank

Den Sternen
so nah

Im Taumel
des Raums
der Zeiten
schwerelos
aufgelöst
frei

Kappen
die Leinen
den Anker
verworfen

Lass nur
wird schön

Nebel, der Schrecken hässlicher Möblierungen und IKEAs Rettung

Nun.

Kurz noch zitieren und dann ist gut. Die WAZ.

Die Lesung ist gelaufen und ich sitze auf meinem Sofa in Mühlhausen. Mein neuer Lieblingsort. Das Sofa. Schön gemütlich mit Kissen im Rücken, Beine lang. Juchhee. Und Deckchen. Heute habe ich das Glück, das fast alle da sind. Herr Cooper vor dem Sofa, Jim-FX an seinen Bildschirmen oben, Zoe im Schlaf vertieft. Sie hat morgen Schule. Man könnte sagen, ein normaler Abend. In etwa. Nicht ganz. Nun. Der Kerzenleuchter ist mit vier Kerzen bestückt. Das einzige Licht neben dem Bildschirm, der meine Worte aufnimmt. Die altbekannte, hungrige WordPress-Maske, die nach Blogfütterung giert. Gut, mein Tiger, so soll es.

Geliebte

Wie ich dich sehe
mit vollen Segeln

Du streckst dich
so schön

In die Haare
gelockt
Zuversicht

Wir könnten
einander

Auf Zehen
gereckt
nach Verlangen

Umgarnen in Tränen

Streicheln

Fingerspitzen
auf der Brust
lassen
in Freiheit

fEBRUAR 2017

Von Werten und Wichtigkeiten in Zeiten der Cholera

Nur die Liebe zählt.

Am Ende des Tages, wenn niemand mehr fragt und man sich im Spiegel fragen muss, was bleibt. Irgendwann kommt die Rechnung, der Tag, an dem der Strich drunter gezogen wird. Wie viel Arschloch war ich in meinem Leben? Wie viel Egoismus habe ich zugelassen? Es ist ein unschönes Spiel, das die Welt spielt. Viele Schurken auf dem Platz.

In Essen und um Essen herum

Gar nicht so einfach. Welches Bild oben in den Header? Wie bekomme ich all die Infos in meinem Kopf, die Headline und die Bilder unter einen Hut? In den Zeiten, als ich fast täglich gebloggt habe, war das ein Leichtes. Bild hochladen und los.

Das ist mittlerweile anders. Ein wenig, weil die Selbstverständlichkeiten nicht mehr da sind. Die Dinge sind neu. Von Mühlhausen bis Trump. Das Alles nimmt den Automatismus. Transformierte Gewohnheit.

Herr Schönlau liest und wird gelesen

Ein Trommelwirbel wäre angebracht. Ein we proudly present. Mindestens. Es ist so weit. Back on stage nach Jahren der Bühnenabstinenz. Ich hab jetzt schon Puls.

Jim-FX, mein Sohn, hat mir ein Plakat gestaltet. Das wird nirgendwo hängen, aber es hofft, verbreitet zu werden. Dieses virale Ding. Sie sagt es jenem und jener flüstert es der Liebsten ins Ohr, die einen kennt, der da mit Sicherheit hin will.

Je suis Uncle Sam

Ermutigung!

Ein Wort wie Ertüchtigung. Wahrscheinlich habe ich es schon einmal geschrieben: Wir leben in aufregenden Zeiten. Immerhin. Denn schön sind sie nicht. Im ästhetischen Sinne. Wo ich auch hin lese, taucht er, es, auf. Dieser hässliche Mann mit T. facebook. Normalerweise gehe ich gerne durch die Zeilen und schaue was abseits von Spiegel Online in meiner Welt der Freunde und Bekanntschaften los ist. Soziales Netzwerk. Diese kleinen Geschichten, der Alltag.

Die Macht der Stadt und das Wesen der Photographie

Wie ist man im Leben unterwegs? Was macht das Leben mit einem?

Die Situation ist kompliziert. Im Kleinen, im Großen, im Globalen. Was sind die Dinge, die uns umgeben? Gestern Abend die Diskussion. Wie viele Tränen braucht ein Leben? Meine Tränen sind verflossen. Ist das akzeptabel? In Zeiten der Tränen. Wer weiß…

Mal wieder sitze ich auf dem neuen gebrauchten Sofa. Bei ebay Kleinanzeigen geschossen. Mit dem Hänger aus dem Reichenviertel abtransportiert. Zwischen den Porsches durchlaviert. Ein schönes Teil. Form, Design, Details. Auf den Hänger mit Pferdemist. Die Dörfler kommen in die Stadt. Die Macht der Stadt. Das Große Ganze.