Also allmählich mutiert der fiftyfiftyblog zur ornothologischen Wissenschaftsstation. Thema: Der Nestbau der Elster. Am Morgen saßen Ela und ich in meinem Bett eng nebeneinander und tranken Cappuccino. Wir ließen Revue passieren, was Revue passiert werden wollte und irgendwann kamen wir auf das Thema Frühling, was bei zwei Menschen in einem Bett hier jetzt falsche Assoziationen hervorrufen könnte. Nein, nicht das. Es ging um Gänse. Ela hat die ersten vorbeifliegen sehen. Richtung Norden. NORDEN! Dort, wo es kalt und dunkel ist. Dort, wo niemand hin will, so lange es dort kalt und dunkel ist. Ergo: Bald ist es dort nicht mehr kalt und dunkel! Weil, weil, weil der Frühling kommt!
Die Kunst des Nivellierens
How to live in this age of hope? Wie soll das alles funktionieren? Die Geschwindigkeit ist frappant. Beschwingend, beänstigend. Die Pole, Nord und Süd, das up and down schwingen hin und her wie eine Laterne im Wind. Wir sind dem ausgesetzt, setzen uns dem aus. “Es passiert so viel” ist eine Zeile aus einem aktuellen Popsong. Aktuell? Der ist schon Monate alt. Älter. Vorbei.
Kleines Nachbardorf am Sonntag
Vlies, gold
Verschraubte Widderhörner
in Schläfen gedübelt
scharfe Schrauben
am Frontallappen
knapp vorbei
Der Druck
die Enge
Die Stirn geboten
mit gesenktem Kopf gen Golgatha
das ausgewachsene Lamm
Kämpfer
mit gedrehtem Horn
La Mancha
Goldene Hörner mit Schrammen
Ecken, Kanten
abgeschraubt am Fuß des Altars
Kopf geneigt
mit leicht geöffneten Augen
nur ein Gefühl noch
Sanftheit
Das Horn
als Opfergabe zu Füßen
geschmückt, gekrönt
mit Liebesblumen
Im Niedersinken
schließen sich die Augen
der Brustpanzer des Gladiators
öffnet sich
There is no other way…
Adams Kaffee
Heute war ich in Essen unweit des Baldeney Sees. Dort wohnen nette Freunde. Als ich kam, bat ich um einen Kaffee, weil ich es mag, mit netten Menschen Zeit zu verbringen und dabei Kaffee zu schlürfen. Am liebsten in der Küche, weil es dort am ehrlichsten ist.
Herzensparadigmen
Aus Liebe schreiben
Gefühl zwischen Worten
wie Honig von Fingern lecken
Herz auslaufen
Kanne süßen Tees
im weichen Sessel
zurückgelehnt
die Ohren
wiegend in Träumen
Kornfeld im Wind
stummer Film
Bilder gemalt
gekrakelt
mit Filzer
lakonisch fotografiert
der Film knistert in alten Farben
kein Ton
nur Klang innenheraus
umwölbend dich, mich
Die Ecken der Buchstaben
rund feilen
weich fallen lassen
Die Strenge nehmen
streicheln
beschwichtigen
runterspielen
in Samt hüllen
Flausch an der Wange
weich gezeichnete Wahrnehmung
mit kleinem Schuss Sirup
Himbeer
geflunkert

