Unterwegs irgendwo im Nirgendwo

Grashüpfer

Glen singt. Zoe liegt neben mir auf dem Bett und lernt Russisch. Kerzen leuchten. Ein Räucherstäbchen duftet. Viveka ist zurück in Essen, Ela in Köln, Jim bereitet mit seinem Kurs die Aufführung des Zwölfklass-Spiels vor. Peter Weiss. Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade. 1964. Es freut mich. In meinem Studium, Jim weiß das nicht, hat Peter Weiss eine große Rolle gespielt. Ich bin sehr gespannt, was geschieht.

constellations!

constellation one

Alles ein Sommernachtstraum.

Ein Abend in Italien. Ganz genau weiß ich es nicht mehr. Ich denke, vorne am Meer. Dort. Die Steine, die Felsen, die die Wellen spritzen lassen. Wir saßen dort. Tranken Bier aus Flaschen. Italienisches. Peroni. Moretti. Sahen aufs Meer. Neben mir Jim. Prost, Junge.

Manchmal schaue ich verstohlen, stehle mir die Momente vergehender Zeit. Steine. Fundstücke. Wie ein Puzzle, ein Zusammenfügen. Die Wellen, die Sonne, die Menschen um mich herum. Jim, die Steine, Konstellationen, dachte ich. Wie die Figuren, die Stehlen, die er bemalt hat. Geprinted aus Metall, bestellt, geliefert, gekennzeichnet, verpackt, verschenkt an die Familie.

Boris Becker, Bono, Bagger

Baggerschaufel

Die Welt dreht sich. Würden wir sie von der ISS sehen, wäre das Gefühl ein anderes. Sicherlich. So geht die Sonne auf, der Mond füllt sich, die Sternbilder ziehen und wieder ist ein Monat vergangen, eine neue Zeit beginnt, die Welt rennt, das Leben verfliegt, es geschieht, oft unbemerkt.

Boris Becker. Fotograf aus Köln. Wie Gursky durch die Hände Bechers gegangen. Wahrscheinlich wird es irgendwann die Düsseldorfer Schule heißen. Oder jetzt schon? Oder seit langem? Keine Ahnung. Egal. Gurskys Rhein hatten wir hier schon. Schweineteuer, ein Auktionsstar. Millionen für eine Fotografie.

Mein Sturmlied

Blau ist es in deinen Augen
murmelt mein Blut
weiter führt kein Strahl
deine Lippen sind sonnig
lächelst du?
Dein Leuchten küsst
Du hast deine warme Seele
und was werden wir beide
spielen?
Zwei Äste durch Bogenwegen
lassen die kleinen Sterne stehen
und die Rosen fliegen mir
aus dem Haar

Viveka, september 2014

Komm unter meinen Rettungsschirm, Baby:)

Ruhr_Schirm_2014
Ein kleiner Sonntagsspaziergang sollte es werden. Die Ruhr hinunter, ein wenig promenieren. Sehen und gesehen werden. “Guten Tag, Herr Komerzialrat. Gnädige Frau.” Bewegung. Dieses Wochenende bei Viveka gab es Leckereien. Aus den oberbergischen Wäldern. Pfifferlinge, Steinpilze. Die schießen derzeit aus dem Boden, dass es eine wahre Wonne ist. Pilze, Pilze, Pilze. Heute Gnocchi mit Pfifferlingen. Olivenöl, Schalotten, ein wenig Knoblauch, Tomate mit den Zwiebeln und Knoblauch zergehen lassen, sanft, bitte, nicht zu hoch die Flamme, den Geschmack schonen, entwickeln. Feinfühlig. Die Pfifferlinge sehr, sehr klein schneiden. Hinzugeben. Rühren, dass nichts ansetzt. Nach einer Weile, wenn die Pfifferlinge eine schöne Konsistenz haben, weich, aber nicht matschig, die Gnocchi hinzufügen und ein wenig kochendes Wasser. Das nimmt den Geschmack auf und wird dann von den Gnocchis aufgesogen. Ein wenig Butter hinzugeben, frische Petersilie, Pfeffer, Salz. Es dauert nicht lange, und es kann serviert werden. Wer will, löscht ein wenig mit Sahne und eingequirlter Speisestärke ab. Ein bisschen Parmesan hinüberstreuen, einen Ruccolasalat dazu… Ja, dann tun die Schritte Not.