Deauville

Am Strand der Sehnsucht
die Flügel auspacken

Diese Wahrheit
unter den Füßen

Schauen
sehnen

Schweben
fallen
fliegen

Küssen

Am Ende
küssen
müssen

Grüne
blaue
Augen

Tiefe
Weite
nur ein Boot
dort draußen

Und spratzende Gischt

sEPTEMBER 2017

Von der schönen Liebe in Zeiten des Bundestagswahlkampfs

Nicht mehr so oft schreiben. Nicht mehr so viel produzieren. Lieber warten, reifen lassen, sich die Fragen stellen.

Dieser Bundestagswahlkampf beschäftigt mich. Seit geraumer Zeit versuche ich, dahinter zu kommen. Es war mein innerer Plan, verstehen zu wollen und dann darüber zu schreiben. Nun habe ich ein Bild und eine Überzeugung, weshalb die Dinge so kommen, wie sie kommen werden. Das wollte ich dezidiert darstellen und auseinanderlegen. Differenzieren. Insbesondere nach einem Gespräch mit einer Freundin auf Norbert van Ackerens Atelierauflösung am Wochenende. Wir haben über Politik gesprochen und sie forscht in dem Bereich. Ich hatte ein Interview gelesen, das aus ihrem Haus stammt.

Essen!

Mangiare!

Es gibt diese Momente, in denen Essen alles ist. Und viel mehr. Am Wochenende überkam mich dieses Gefühl. Es zu tun. Zu kochen. Nicht so, wie man es immer tut. Zutaten, Töpfe, schnippeln, rühren, fertig. Nein. So mit Inspiration und Vorbereitung und Vorfreude.

DAVIDs DISPOSITION im Kulturhaus Zanders

David Grasekamp stellt aus. In Bergisch Gladbach im Kulturhaus Zanders. Sie haben ihm die Villa gegeben und er durfte. Wie er wollte. Hat er getan.

Was er getan hat, ist wild. Es wirkt. Anders, als man vermutet. Unter DIS-POSITIONEN verspricht er im Ausstellungsflyer Meditationen / Installationen / Objekte zur Malerei. Neben der Beschreibung steht ein Zitat von Ludger Schwarte aus seiner Veröffentlichung Notate für eine künftige Kunst. Unter anderem heißt es da: Eigenschaften der Dinge, Formen, Farben, Gerüche, Tönungen und Töne sind nicht die Grenzen, in denen Dinge eingeschlossen sind, die Differenz zu anderen Dingen, sondern die Weise, wie ein Ding in einem Raum wirkt, die Anwesenheit, die von einem Ding ausgeht.

Another day in paradise

Im Leben muss man ständig etwas wagen. Sonst geht man unter, ertrinkt in Starre und Langeweile. Nun bin ich nicht der Mutigste unter der Sonne und manchmal, das gebe ich zu, macht mir das Leben ein wenig Angst. So ein wahrer Held wird aus mir wohl nie werden, auch wenn meine Kräfte und Energien manchmal wundersame Dinge geschehen lassen, die ich mir nicht erklären kann. Weshalb ich?

L’été le pied dans l’eau

Es war im letzten Jahr in Frankreich in Menton. Pella, Viveka, Max. Und ich. Gerade hatten wir den Umzug ins neue Haus gestemmt, der mich eine Woche meines geliebten Sommerurlaubs gekostet hatte, da waren wir spät am Abend von Köln aus gestartet. Direkt nach einem Damien Rice-Konzert losgefahren, Max am Steuer, ich als Beifahrer, die Damen hinten. Klassisch.

20.000 Meilen unter dem Meer

Ich gebe es unumwunden zu. Ja, ich gestehe mit wehenden Fahnen und der tiefen Überzeugung, dass es nun zumindest genau das Richtige ist.

Ich weiß es nicht.

Ein wenig Irritation liegt in der Luft. Stellt euch vor, ihr seid an einem Ort und alles stimmt, nur eine Sache nicht. Eine kleine Einschränkung. Ein Dorn, eine Fusel, ein kleiner, minimaler Druck direkt unter der Haut. Ein leichtes Kratzen, unangenehmes Berühren.

INTERSTELLAR 2 2 7 und die SUPERNOVA in Köln

„Eine Supernova (Plural Supernovæ, eingedeutscht Supernovae oder Supernovä) ist das kurzzeitige, helle Aufleuchten eines massereichen Sterns am Ende seiner Lebenszeit durch eine Explosion, bei der der ursprüngliche Stern selbst vernichtet wird. Die Leuchtkraft des Sterns nimmt dabei millionen- bis milliardenfach zu, er wird für kurze Zeit so hell wie eine ganze Galaxie.“

Alles neu macht der Mai, alles…

Mögt ihr auch dieses junge Blättergrün? Diesen heillos optimistischen Farbton, der in seiner gänzlichen Zartheit so vor Willen und Kommendem strotzt? In etwa so wie Kirschblüten, nur noch ein wenig realistischer. Nicht ganz so märchenhaft.

Früher habe ich ihn überwiegend in dem Buchenwald unten im Maikäfertal wahrgenommen, nun in Essen Werden. In den Wäldern der grünen Hauptstadt Europas. Steht hier überall. Nun. Wenn das mal nicht mit der Reinwaschung eines hier heimischen Strombetriebs zu tun hat, dessen Kohlkraftwerke mehr Schatten als Licht verbreiten. Aber es ist Mai und es war von Optimismus die Rede.

Ostersonntagskinder:)

Nun.

Es war im Sommer 2012. Viveka und ich hatten uns im Jahr zuvor kennengelernt. Eine Urlaubsbekanntschaft zwischen Familien. Wir haben uns im Herbst im Anschluss an den Sommer in Nosbach getroffen. Zwei Familien, die Kinder zwischen 13 und 15 Jahre alt. Es kam der Frühling 2012, mein Vater starb, Michaela fand einen neuen Freund und ich ruderte in meinem Leben mit den Armen. Ich wusste nicht, ob ich von einer Felswand in die Tiefe stürzen würde. Ich war wie ein Fisch ohne Kiemen, ein Mann unter Wasser, ein Atemloser. Orientierungslos, gewillt, zu überleben. Irgendwie.

Friede, Freude, Osterfeuer

Ostern in Essen 2017.

Gestern Abend der Osterspaziergang. Rund um den Baldeneysee brennen die Osterfeuer. Oben auf der Höhe bei den Bauern, unten am See auf den Bootsplätzen der Segelclubs. Die Sonne scheint, es blüht, die jungen Blätter kommen, das zarte Grün. Der leuchtende Baum auf der anderen Seite des Ackers, der schmal auslaufende grüne Streifen.

Die Welt ist zauberhaft. Harmonisch, optimistisch schön. Im zarten Grün.

OSTERN 17

Wie ich
als Schwert
vom Himmel
fiel
war mir kurz
zum Kotzen

Den Beutel
fand ich nicht
tröstende Worte
die Stewardess

auf die Füße
Shit

Japaner
Chinesen
Arschlöcher
lächelnd

Whiskey
durchspülen

Könnte ich?

Drüberfliegen
Afghanistan
die Ukraine

So ist das

Granaten
Foltern
Marketing

Landen
Mietwagen
lächeln
Smiley
Herzchen

In Pink

aPRIL 2017

Das süße Gefühl Sehnsucht

Bilder, Texte, Musik. In der Summe Menschen. Die vielen und die Besonderen.

Sitze den ganzen Tag schon in der Küche. Es ist lustig. Gerade lebe ich allein in einem großen Haus. Oben habe ich eine Büroetage, aber ich arbeite an einem alten kleinen Holztisch neben der Espressomaschine. Coppis Küche. Peter Weiß. Ästhetik des Widerstands. Jim hat sich aus Nord-Spanien gemeldet, er erreicht heute Portugal. Geht über die Grenze. Hat gestern Nacht wieder in seinem Fiesta-Ford-Wohnmobil gepennt. Der Junge ist in seinem Geist, in seinen Möglichkeiten, in seinen Bedürfnissen so frei. Wenn es sein muss, schläft er auf dem nackten Boden und sagt am nächsten Morgen „war hart“, geht Frühstücken und der Sonne nach.

Die süßesten Früchte des Lebens

Liegen am Wegesrand. Oder man kauft sie grün und gibt ihnen die Zeit, die sie brauchen. Ich kenne mich aus. Nach dem Umzug ins Steigerhaus praktiziere ich ein neues Wirtschaften. Es ist nicht ganz einfach, einzukaufen und zu haushalten, weil ich nie genau weiß, wer hier ist und wer nicht. Zoe pendelt. Mama, Papa. Sie hat einen hohen Früchtebedarf, weil sie Vegetarierin ist, parallel zur Schule eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin durchläuft und gerade ihre Jahresarbeit über Ernährung schreibt. Ernährung multi perfetto. Auch, wenn sie hier gerade beim Sonnenbrillen-Holen Apfelkuchen stibitzt hat. Eine gewisse Menschlichkeit ist dann ja auch sympathisch.

All in progress

Habe ich mich gefreut, diesen Text von Juan Pablo Villalobos zu lesen. Er hat eine Sehnsucht in mir erfüllt. Adäquat schreiben, angemessen reagieren, antworten auf die Dinge. Wie schlau, wie erholsam.

Wir bauen diese Mauer und wir zahlen dafür. Wir bauen sie so, wie wir sie bauen. Mit allem, was sie braucht. Türen, Risse, Marihuana.

So schön. Mit Leichtigkeit reagieren, das Tumbe austanzen. Torro. Leicht bleiben, tänzeln, lächeln.

Nun.