„From Dusk Till Dawn!“ – Part two

Erinnert ihr euch? 1996 inszenierte Robert Rodriguez den Brutalosplatter „From Dusk Till Dawn“ nach einem Quentin Tarantino-Drehbuch. Ich saß im Kino mit Ela und wir dachten, das würde so was wie „Natural Born Killers“, denn neben George Clooney, Harvey Keitel und Quentin Tarantino spielte Juliette Lewis eine zentrale Rolle. Habt ihr den Film gesehen, wisst ihr, was geschah. Aus einem harmlosen Road-Killer-Movie entwickelte sich bei Eintreffen der ganzen Bagage in einem Betrieb der ländlichen Gastronomie vor den Toren Mexikos (in der Bar Titty Twister – was wird Quentin gelacht haben, als ihm der Name einfiel) ein Splatterfilm mit Monstern und Vampiren. Überall Blut und splatter, splatter, splatter. Ih. War so gar nix für mich, obwohl faszinierend.

Ortswechsel. Gestern Abend hier in der Prärie. Oben am Himmel noch am hellichten Tage ein Vollmond, den ich hätte anheulen können. Ihr glaubt es jetzt vielleicht nicht, aber mitten in der Nacht hat Cooper, mein Hund und treuer Begleiter, gejault wie ein Wolf. Träumend, nehme ich an. Aber sehr, sehr laut. Das ging durch Mark und Bein. Nun leben wir in einer Alten Schule. In einem 150 Jahre alten Gemäuer mit neun Meter tiefem Brunnen im Keller, 70 cm dicken Außenwänden und einer bewegten Geschichte. Bevor wir eingezogen sind, lebten hier Asylbewerber aus Afrika und aus dem Kosovo. Ein Afrikaner wurde während eines Streits erschossen. Als 1945 die Alliierten sich von Westen her näherten, gab es in den Wäldern hier erbitterte Gefechte – unser Schulsaal war das Lazarett. Gestern war Vollmond. Grusel-, Geister-, Tarantino-Stimmung.

Wir spielten Fußball in Birken-Honigessen. Oben auf der Höhe. Das Stadion ein einsamer Ascheplatz mit Rundum-Himmelblick. Es dämmerte, das Flutlicht entfaltete sich noch nicht, da prangte ein fetter runder Mond auf der einen Seite des Platzes am Himmel und auf der anderen Seite ging eine knallig rote Sonne unter und hinterließ rotes Leuchten in den Luftschichten des Horizonts. Kitschig. Wunderschön. Herzergreifend. Beeindruckend. Birken-Honigessen haben wir dann mit nur 10 Mann mit 4 zu 2 vom Platz gefegt. Sie wollten uns keinen Spieler leihen! Fehler. Großes Aufbäumen und wie in Dusk Till Dawn ließen wir nicht die geringste Gnade walten. Grrrr.

Heute Morgen dann Hektik auf allen Kanälen. Die Müllabfuhr holt einmal im Monat den Papier- und Grüne-Punkt-Müll. Ich hätte bis sieben Uhr schlafen können, weil Ela diese Woche mit den Kindern aufsteht, musste aber noch die Tonnen rausstellen. Die typischen Müllabfuhr-Geräusche hallten bereits durchs Dorf. Und wir wollten noch alte Kartons vom Speicher entsorgen. Das Müllwagen-Geräusch kam näher. Ich musste die Kartons noch zerkleinern und vom Plastikmüll trennen. Einen Berg Kartons. In letzter Minute schob ich die Tonnen an die Straße – quasi an den Haken der Stinkekarre.

Schon mal auf den Beinen, bin ich dann direkt mit Cooper los. Auf dem Weg in den dunklen Wald standen sie da: Drei weiße Pferde im Licht des untergehenden Mondes. Wie diese gemalten Pferdeposter, die Mädchenherzen höher schlagen lassen. Bin ich ein Mädchen? Irre, nicht fotografierbar. Im Tal dann aufsteigende Morgennebel und ein Fremdkörper am Rande des Waldes. Blau, nicht grasgrün. He? Ein Handtuch aus einem griechischen Hotel – da hat jemand all inclusive falsch verstanden. Merkwürdig. Nun.

Zu Hause angekommen kam dann gerade die Feuerwehr von ihrem nächtlichen Twilight-Einsatz. Ein tschechischer Autotransporter hatte 100 Meter Leitplanke geplättet und mit den geladenen Skodas auf der Autobahn gekegelt. Der tschechische Fahrer, hatte Ela beim Bäcker erfahren, war eingeschlafen und hatte immer nur gesagt „Nix verstehen!“. Nun ja, da gab es ja nicht mehr viel zu verstehen. Gepennt, Bumm, Autos kaputt, Fahrer heil. Quasi Glück gehabt. Wer in Köln heute auf seinen neuen Octavia wartet, könnte Pech haben. Die Kiste dürfte etwas anders aussehen, als erwartet. Der Vollmond hat zugeschlagen. Uaaahhh. Grusel allerorten. Gut, dass es jetzt hell ist. Hier ist was los…

Ich wünsche euch einen unfallfreien Tag. Und Spasssss dabei. Jens.

4 Antworten auf „„From Dusk Till Dawn!“ – Part two“

    1. Liebe Gitta,

      die stehen auf der Wiese auf dem Weg ins Tal. Ich hatte keine Kamera dabei, weil ich direkt vom an die Straße Stellen der Mülleimer zum Hundespaziergang am Morgen aufgebrochen bin. Es wäre whrscheinlich eh zu dunkel gewesen und manche Bilder muss ich dann auch einfach für mich behalten. :) Danke für dein Lob. es macht Spaß fü menschen zu schreiben, die die Texte mögen.

      Viele, viele Grüße

      Jens

  1. Heute früh um 4 haben hier die Hunde den Mond angebellt. Am Anfang fand ich das sehr romantisch…. aber als es nicht aufhörte war es nur noch nervig ;)
    Das Landleben hat was für sich…. auf jeden Fall.
    Sehr schöner Artikel

    Liebe Grüße
    Suse

    1. Hi Suse,

      deine also auch. Cooper hat geträumt, der war gar nicht wach. Aber es ist doch schon komisch, dass das bei Vollmond passiert. Da ist also was in der Luft…

      Liebe Grüße

      Jens

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