Happy Birthday, Mr. Schönlau!

Sorry. Ich entschuldige mich vorab für Egoismus und Selbstdarstellung:) Aber heute Morgen ist mir danach, den gestrigen Tag nachklingen zu lassen. Es war so schön. So schön. So ein Tag, so wunderschön wie gestern… (Die Fischerchöre singen, der Geist von Rudi Carrell dirigiert und vom Himmel regnet es rote Rosen. Wie im wahren Leben.)

Ich bin auf Droge. Restalkohol. Châteauneuf-du-Pape (still remebering Daddy, er hat mitgefeiert), Champagner, Baileys. In Maßen. Aber nach wochenlanger Alkoholabstinenz (mit kleiner Ausnahme, you know) doch ganz schön intensiv.

Er war lustig, der Tag, der Abend. Bis in die Nacht. Es tauchten onanierende Stallhasen auf und es wurde ein Küchenrap am Telefon gesungen. Ich wurde reichlich beschenkt mit Geschenken, Anrufen, guten Wünschen, Umarmungen, Drückern. Auf Facebook hatte Gerd einen Glückwunsch gepostet, was eine Lawine ausgelöst hatte. Und hier im Blog natürlich. Und Mails. Hach. Wie hat sich die kleine Seele gefreut. Wie eine Primaballerina auf Zehenspitzen zu Schwanensee getanzt. Leicht, fröhlich (Ohne zu sterben.)

Vor dem Geburtstag hatte ich ein wenig Schiss. Wie würde das sein, 47 zu werden, ohne Freundin. Würde es sich einsam anfühlen? Wäre ich allein, vergessen, das arme Hascherl am Ende der Straße in dem alten vergessenen Haus hinten rechts im Zimmer nach Norden? Wie gestern gesagt: Ich hatte mich anders entschieden. Zur Fröhlichkeit. Zur Feier des Tages. Deshalb hatte ich Champagner gekauft und Erdbeeren.

Nachmittags rief mich Jens an. Neues assoziiertes Familienmitglied. Er hat mir gratuliert. Ich habe mich sehr gefreut und ihn für den Abend eingeladen. Er hat zugesagt und ist gekommen.

Vorher saßen wir im Ofenzimmer. Ich habe zur Feier des Tages Crêpe in die Pfanne gehauen. Ela hat Kissen auf den Boden gelegt und wir haben dort gesessen und gegessen und getrunken und gelacht. „Im Gartenbau hat der Herr X. uns erzählt, dass die männlichen Kaninchen im Stall alles weiß machen, weil die nicht zu den weiblichen Kaninchen kommen. Die würden w…“ Holla. Da wäre ich wirklich nun beinahe an meinem Crêpe erstickt. Prust. Es wurde dann unanständig und hier stelle ich die Berichterstattung ein, weil bestimmte Familienmitglieder ins Detail gingen, wie so Hasen das machen… Also wirklich. Anstand und Sitte. Hallo?

Dann kam Jens hinzu und das Telefon hörte nicht auf zu klingeln und ich sprach mit meinen Brüdern, mit denen ich im Juni segeln gehe, verabredete, dass wir mit dem neuen Wohnwagen meines kleinen Bruders fahren, und mit Andreas aus Aachen habe ich telefoniert, der heute für drei Wochen nach Spanien fliegt und schließlich mit meinem weiteren Jens, der mich mit einem selbstgeschriebenen Rap überraschte. Wir treffen uns am Samstag, um gemeinsam für meine kleine Party am Abend zu kochen. Das hat er treffend in Worte gefasst und dazu gesungen. Göttlich, der Mann! Mein Commander. Kann man sich eine Million prozentig drauf verlassen. So werden wir am Samstag zu dritt als Jens, Jens & Jens hier in der Küche stehen, Wein trinken, dummes Zeug reden und hoffen, dass uns irgendwer per Erleuchtung zu guten Ergebnissen führt. Wobei es auch passieren kann, dass am Abend die Gäste kommen und… Wir werden sehen.

Dann gab es Champagner und Erdbeeren. Dolce Vita. Wie süß kann das Leben sein? Und zum Schluss ging ich glücklich und allein in die Nacht und trank einen Baileys auf Ice with somebody special. Musik gehört, geredet, gesponnen, geflogen. Es wird vorerst nichts aus dem Plan mit der langen ruhigen Ebene. Scheint einfach nicht dran zu sein. Gehen. Thomas Bernhard. Gehen und denken. Wie Kant, Heidegger. Bernhard schreibt in „Die Jagdgesellschaft“: Gehen ist die bessere Bewegung. Sich bewegen. On the Road sein. So it is. You never know. Extreme Ways.

12 Antworten auf „Happy Birthday, Mr. Schönlau!“

  1. Hallo Jens,

    Extreme ways are back again. Dann mach das Beste daraus und entschleunige ab und zu.

    Regnerische Grüße
    Annegret

    1. Hi Annegret,

      ja und nein. Ying ud Yang:) bei allem bleibe ich bodenständig und setze Fuß vor Fuß. Teste, ob es trägt.

      Liebe Grüße

      Jens

  2. Guten morgen lieber, leicht verkaterter Jens,

    so what… leben, lieben, Feste feiern. Das Leben bejahen – was kann befriedigender sein. Wir alle üben das jeden Tag. Supi, dass Du einen sooo schönen Abend hattest.

    Einen wunderbaren, sonnigen Frühlingstag wünsche ich Dir.
    Tine

    1. Guten Morgen, liebe Tine,

      die Feste feien wie sie fallen, hat mein Papa immer gesagt. Jawohl. Bejahen. Geschehen lassen, was passiert. Jetzt. Ohne Blick auf morgen und übermorgen. Das war ein wirklich schöner Abend.

      Liebe Grüße

      Jens

  3. Heh MisterJ

    Ich bin wieder zurück aus dem Süden. Meine Möbelpackertarnung war extrem gut. Ich bin in einem Rudel erleuchteter Packesel untergetaucht als Arbeitnehmer der 8 Maultaschen essen kann und weit und breit keine Rohrdommel mehr zu sehen. Es gibt im schwäbischen keine bessere Tarnung.

    Wir müssen uns sehen. Mein Plan ist folgender: Ich werde mich als Johann Lafer verkleiden und mich am Samstag gegen Mittag am Busbahnhof in GM (geheimes Kürzel) aufhalten, nachdem ich am Kümmeleck den Bus gewechselt habe. Da noch als J. Oliver verkleidet. Damit niemand, aber auch wirklich niemand, damit meine ich so Agenten wie die vom BND (die ihre Baupläne ins Netz stellen, warum auch immer) uns auf die Schliche kommen und aufdecken das wir konspirative was Illegales kochen wollen, werde ich mich mit einer Bauernschürze tarnen. Rot-braun, also oben rot und unten braun. Schriftzug vorne: Bauer sucht Sau. Das wird sie verwirren. Ich habs aus der Brigitte, viele wollen an Dein Rezept. Also höchste Vorsicht.

    Ich werde also an der Haltestelle stehen und so tun als such ich eine Sau, dass macht die Schürze erst richtig glaubwürdig. Ich habe mir dafür einen original Schweinebolzen besorgt und hohe Gummistiefel. So ausgestattet werde ich die Ichhabedasbusfahrennochvormirmenschen fragen ob sie eine Sau gesehen haben. Das stiftet an einer innerstädtischen Bushaltestelle totale Verwirrung. Da denkst du doch nicht dran, wenn du mit dem Bus zur Tante willst und einer mim Schweinebolzen sucht ne Sau in hohen Gummistiefeln. In dieser allgemein angespannten Lage kommst Du mit dem hochfrisierten Fluchtwagen und ich springe im Fahren, in die schon geöffnete Heckklappe. Du verwandelst die Reifen in wahre Trennscheiben und bringst den Asphalt in der Haltestelle zum Kochen (du bist ja Koch). Im Dunst der qualmenden Teermasse rasen wir Richtung Osten. Ich werde in der Heckklappe sitzen und aus dem von Dir vorbereiteten Gummischwein die Luft rausschießen. Ne Art Finale. Ich denke danach wird uns niemand mehr folgen und eines der letzten, großen, außergewöhnlichen, einmaligen, überirdischen, Kochabenteuer wird beginnen.

    Ich freu mich

    MisterM

    1. Mister M, Commander, Papst, Held von Gummersbach, Erlesener,

      der Fluchtwagen steht bereit. Als unauffällige Tarnung habe ich ihn in einen Mottowagen verwandelt. Pink. Pop. Auf der Dachterrasse des Kombis zwischen der Dachreling wird ein Ballett tanzen, mindestens. Wenn nicht zwei oder drei. New York, Berlin, Tokio. In Gewändern nicht von dieser Welt. Ich setze auf Originalsound, um Gummersbach zu verwirren, was nicht schwierig sein dürfte. Da würde schon ein VW Polo mit Sylt-Aufkleber reichen, dennoch möchte ich in der Verwirrung und Tarnung auf Einzigartigkeit setzen. Das komplette Gewandhausorchester plus Helene Grimaud mit Flügel auf der Motorhaube. Gut festhalten. Und dazu natürlich als Vorbereitung auf das Sommer-Fußball-Spektakel überall Deutschlandfahnen. Ich werde Hupen, blinken und den Takt des Dirigenten unterstützen. Es wird laut. Sehr laut. Insbesondere, weil ich von der Bundeswehr zur Unterstützung Hubschrauber mit Napalm (kleines Feuerspektakel am Busbahnhof) angefordert habe. Mit dem General, ein alter Kriegskamerad vom Russlandfeldzug, habe ich mich für die Apokalypse Now! Version mit fetten Boxen, harten Bassbeats und Youtube-Liveübertragung entschieden. Die Boxen fallen in den Klang von Masur, Grimaud und Co. ein. Erst hatten wir gedacht: Bach. Die Kantate. Aber, scheiße nein, es muss das Original sein. Wagner. Walküre.

      Uhrenvergleich: 11:00 MEZ. Super. Wir sind im Plan. Alles läuft. Vor allem, weil im entscheidenden Augenblick, wenn du die Felder und Wälder hinten im Kombi betrittst (mit oder ohne Sau), 24 F16 Abfangjäger der Koalition die Schallmauer durchbrechen werden und Maschinengewehrsalven in den Himmel jagen. Genau zu dem Zeitpunkt schreit der General über die Lautsprecher der Helikopter ein Roy Lichtenstein-Zitat: „When I saw ship below me, I openend Fire!“ Nochmal Napalm. Qualm, Dampf, Ekstase, Fußpilz (Seasmstraße aufgepasst: eines der vier Dinge passt nicht? a, b, c, oder d?) Und dann: Sind wir weg. Alle. Die Stille danach. Als wäre nichts geschehen. da steht der BND, kartzt sich am zeh und versteht Busbahnhof in Flammen. „Äh, Chef, hier brennt’s.“ Super. das wird das Surrogat sein, aus dem wir dann leckere Sachen kochen. Schlange a la surprise und so. Wo wir schon beim Film sind.

      Geile Aktion. Gut, dass wir die vorher nicht verraten haben:)

      See you master-Blaster

      jeyjeyzee

  4. Begegnung mit dem Wunderbaren

    Bohr ein Loch in den Sand
    sprich ein Wort hinein
    sei leise
    vielleicht
    wächst dein kleines Vertrauen
    irgendwann
    groß in die Sonne.

    (Konstantin Wecker)

    Ein wunderbares neues Lebensjahr
    wünscht
    Polly

    1. Liebe Polly,

      herzlichen Dank! Ein schöner Text. Leise. Werde ich machen. Habe da schon ein Wort, das ich gerne säen möchte.

      Viele, viele Grüße

      Jens

  5. Lieber Jens!

    Asche auf mein Haupt, dass mein Glückwunsch nachträglich bei dir eintrifft.

    Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe und Gute und freue mich, dass ich dich über das Netz kennlernen durfte.

    Raoul

    1. Lieber Raoul,

      herzlichen Dank. Mittlerweile sind wir ja schon alte Netzfreunde. Für mich gehörst du fast zur ersten Minute. Vioel passiert. freu mich immer, wenn irgendwo der konterfei aufleuchtet. Egal, auf welcher plattform.

      Herzlich Dank und beste Wünsche

      Jens

  6. Du bist der Mutigsten einer. Respekt!

    Ja, so wirds gemacht. Ich sehe da keine Lücke in Deinem genialen Plan mich aus diesem Hexenkessel von Rezeptabschnappern rauszuholen. GM tritt in den Mittelpunkt der Kochwelt, wenigstens für ein paar Minuten ganz oben sein.
    Mit dem von Dir beschriebenen Fahrzeug sollte es kein großes Problem sein unerkannt bis in die Innenstadt vorzudringen.

    CCN hat eine Liveschaltung versprochen. J.B. Kerner wird als Ekelsteckdeinenaseinjedenscheißreinschleimbeutel getarnt für einen privaten Sender berichten. Es muss einfach so geheim wie möglich ablaufen, dass war, ist und wird immer oberstes Gebot einer solch gearteten Aktion der freien Kochkunst sein. Niemand wird jemals unsere Kellen und Rührbesen vorschreiben was sie kellen und rühren sollen.

    Deshalb unsere klar formulierte Forderung: Rezepte dürfen keine zwanghaften Mengenangaben mehr haben, Zutaten müssen für Frauen und Männer gleichermaßen wählbar sein, Garzeiten werden nicht mehr diktiert, sondern sind frei wählbar.

    Wir werden keinen mm von diesen Forderungen abweichen. Das sind wir all jenen schuldig, die Tag für Tag unter Rezeptzwang gefoltert werden. Lass uns unsere Kartoffelpressen für die Freiheit kreuzen Bruder. Ein langer Weg liegt vor uns, aber es lohnt sich. Ich bin sicher. Am Samstagnachmittag werden wir als erste Köche die Fesseln des Rezeptzwanges abwerfen und in altem Bratfett versenken (symbolisch). Am Samstagabend werden wir als erste Köche erleben, wie sich Menschen nach der Aufnahme von rezeptloser Nahrung verhalten.
    Es wird ein großer Abend werden für diesen auserwählten Kreis. Die ganze Freiheit auf dem Gaumen zu spüren. Das nicht beschreibbare Brennen und Stechen im Magen nachwirken zu lassen. Viele sind berufen, aber nur wenige sind auserkoren.

    Commander, ich bin bereit! Der Freiheit entgegen.

    1. WOW, Brother, in arms, mit Armen und ohne Rohrdommel und Maultaschen, Prediger, Gottgleicher,

      Friede den Kartoffelpressen, Krieg den Turbotopfunterdrückern mit Rezeptfolterzwang. Tägliches Küchen-Guantanamo, Mc Donalds Rezept-Vorschreibungs Abu Ghareib. Es muss ein Ende haben mit Möhren und Radieschen-Waterboarding nach Vorschrift.

      Wir müssen die Küchen befreien!

      Aktion Kukuma Undercover Bratfett 24. Juli Che Rehbraten (AKUB24JCR) – Vorsicht, das ist der geheime Pepsi-Gewinncode: Kostenfreies Probeliegen unter einer elektrischen Heizdecke in einem Dänischen Bettenlager in Castrop-Rauxel oder wahlweise dem nicht existenten Bielefeld (der Rechtsweg ist ausgeschlossen, die Anfahrt erfolgt per Butterfahrt im Bus des ÖPNV).

      Mein politsiches Herz erwacht. Endlich wieder auf der Straße und für die gerechte Sache kämpfen. Ich kann wieder atmen, sehen, über Wasser gehen. Wer hat mein Kreuz? Quatsch Kreuz, ich habs im Kreuz. Scheiß Wasserbett. Egal, Salz in die Wunden, Penaten nach vorne. Wo sind die Penaten? Männer, seid ihr bereit? Es ist einfach unglaublich sich diese Massen an Fettcreme für die gute Sache des Herrn einsetzen zu sehen. Champagner. Erdbeeren. Muskatnuss. Wolfram-Nickel. Wolfram-Nickel? Du auch hier? Habe ich dir gesagt, dass dein Name eine Katastrophe ist? Mehr Licht. Atem. Aaaaah.

      Oh, das war endlich mal auf den Punkt. Ja, ich bin glücklich, wenn so viel Struktur da ist. Intelligenz, Zusammenhang. Ein großes Ding für die Menschheit, ein kleiner Schritt für… ich muss mal. Danke. Danke.

      Commander, es ist mir eine Ähre und Freuhde schöner Götterfunken.

      (Kochlöffelrasseln im Off.) Auftritt des Muppets Koch Smörebröd.

      Nichts kann mehr schiefgehen.

      Captain, oh captain.

      jeyjeyzettzett

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