Ich biet‘ euch Trotz, ihr Sterne!

Da kommt Unterstützung von einem alten Schreiberkollegen. Shakespeare, mein Freund. Romeo und Julia. Verona. Der hatte es drauf. Was für eine Sprache – und ich habe die gesammelten Werke, alle Stücke, auf dem Speicher eingemottet. Schäm dich aber auch, Herr Schönlau! Der Schönheit Glanz nur allzu dürftig gar verpackt in Umzugskartons! Neumodische Einrichtungsideen, die Klarheit durch die Abwesenheit von Bücherregalen erzeugen. Raum! Atmen! Kein Shakespeare, oh.

Der Satz, das Zitat der Überschrift kam mir gestern in den Sinn. Ich hatte die bremsende Sternenkonstellation im gestrigen Schmalspur-Beitrag erwähnt und prompt antwortete Pia per Mail. Sie sendete mir eine detaillierte Beschreibung der momentan schwierigen Sternenkonstellation, die für uns menschlich-irdischen Wesen so gar nicht einfach ist. Pia? Kennt ihr noch nicht alle. Ich darf die Gelegenheit nutzen und sie euch kurz vorstellen. Eine sehr spannende Frau mit vielen guten Eigenschaften. Auf einer Burg aufgewachsen, wird sie nun wieder auf eine Burg ziehen und dort mit Ihrem Mann leben. Das wird sie inspirieren, noch schönere Zeichnungen anzufertigen. Sie zieht von Köln aufs Land! Pia ist geheimnisvoll, trägt das alte Wissen der Frauen in sich und veröffentlicht ihre Zeichnungen in ihrem Blog Unterdenerstenzehn. Hier möchte ich gerne eine Empfehlung mit Leuchtsternchen aussprechen. Ich hoffe, ihr erlaubt…

Er redet wieder. Herr Schönlau, zurück zum Punkt. Der Sterne Qual. Jetzt versucht er’s auch noch mit Poesie. Lass Gnade walten. O.K, O.K. Weiter im Text. Kleine Arabeske. Also: Pia sendete mir folgendes Zitat von einem gewissen, von Frau Uhlemann sehr geschätzten Herrn Winfried Noé. Ich habe recherchiert und seine Seite im Internet aufgetan – war ja nicht schwierig. Rein in Google und ab dafür, wie Zoe immer sagt. Hier der Link – unten rechts findet ihr die monatliche Sternendeutung. Und was hat der gute Herr Noé für den Oktober und gar die momentanen Tage geschrieben? „Überhaupt könnte man sagen, dass Sie mit dem Neumond vom 07.10. ungehindert voll durchstarten könnten, es langfristig bergauf geht, wenn da nicht vom 20.-23.10. das Mars-Neptun Quadrat vom Skorpion in den Wassermann wäre, das auch die super vorbereiteten Projekte zum Scheitern bringt. Man will und kann nicht. Deshalb an diesen Tagen Füße hoch legen und still sein.“

Freibrief. Könnt ihr jetzt ausdrucken, euch selbst, dem Chef oder Angela Merkel (die ich gerade nicht mehr mag, muss ich jetzt mal sagen) vorlegen und dann die Pausentaste des Lebens drücken und abwarten. Zurücklehnen und mal wieder Shakespeare lesen. Allerdings nicht Romeo und Julia, denn sonst kommt ihr an die Stelle, wo es „Ich biet‘ euch Trotz, ihr Sterne“ heißt! Und was würdet ihr dann machen? Ich für meinen Teil habe mich zumindest entschieden, auf Romeo zu hören und es zu versuchen. Mit diesem Text. Gegen alle Sterneneinflüsse. Als versuchte ich, sternenklar zu sein. Clean, streifenfrei sauber.

Wir werden sehen, wie der weitere Tag läuft. Ach ja, was ich noch sagen wollte. Denkt bitte nicht, ich würde den Sternen nicht glauben. Mittlerweile kenne ich ihre Kräfte. Der Mond zum Beispiel, der gute Bruder über uns, lässt kurz bevor er voll am Himmel steht meine Kinder unruhig schlafen. Als die Babys waren, war die Nacht auf Vollmond oft einfach abzuhaken. Hier spricht also das geheime Wissen der Väter. Und wenn ich zurückschaue auf die merkwürdige Stimmung in diesem Land, die seit Wochen eine unausgegorene, trübselige Schlaffigkeit angenommen hat, dann muss ich sagen: Herr Noé. Sie machen einen guten Job!

So, dann macht mal. Alles so, „Wie es euch gefällt“. Entweder ihr zähmt das/der/die Widerspenstige in euch, oder ihr lasst geschehen, was eh unaufhaltsam ist. Die Sterne, die Sterne und du… Ciao.

6 Antworten auf „Ich biet‘ euch Trotz, ihr Sterne!“

  1. Hallo Jens,

    Zähmung des widerspenstigen Tages fällt heute bei uns aus. Wir fahren heute aufs Land, zu den Großeltern. Das Mittagessen steht dort früh auf dem Tisch. Der Kuchen ist bestimmt auch schon gebacken.

    Ja, es zieht die Leute wieder aufs Land – siehe Pia. Muß schon was dran sein, am Land.
    Ich sage nur: Entschleunigung.

    Abflug.
    Schönes Wochenende.

    Annegret

    1. Hi Annegret,

      kleine Landpartie mit Mittagessen und Kaffeetafel – wie herrlich. Ne, die Flucht aufs Land gibt es nicht wirklich. Hier nehmen die Bevölkerungszahlen ab, in der Stadt wachsen sie an. Der moderne Mensch möchte im Jubeltrubel der Stadt wohnen. Theater, Kinos, Kneipen, gute Unterhaltung allerorten. Kann ich verstehen. Für mich freue ich mich, hier so viel Platz zu haben. Mir ist das in der Stadt mittlerweile alles zu viel. Aber wie sagt der Kölner ansich: Jeder Jeck is anders.

      Euch ein ganz wunderbares Wochenende bei deinen Eltern. Viel, viel Spaß.

      Jens

  2. nein, ist nix mit „wie es euch gefällt…“ *seufz*, leider.

    Dennoch herrlicher Artikel verführt dazu inne zu halten, ein gutes Buch zu nehmen, die Couch zu besetzen und die Seele baumeln lassen.

    Dir ein schönes Wochenende
    Gitta

  3. Oh je, da werde ich plötzlich ins Rampenlicht geschuppst!
    Hoffentlich denken jetzt nicht alle, dass ich so eine Horoskop-Tante bin. Bin ich nämlich nicht! Aber wenn von schwierigen Sternenkonstellationen die Rede ist, werde ich hellhörig und muss doch mal prüfen, was oben genannter Herr N. dazu meint. Ich glaube, der kennt sich aus. Und: Astrologie ist schließlich eine uralte Wissenschaft!
    Ja, doch! Zurück aufs Land! In unserem Fall sogar auch noch in den Wald. Das Schlösschen liegt mitten drin. Wir haben genug von der Stadt. Wir wollen mal wieder Bäume sehen! Und Sterne sehen – die blinkenden Dinger da oben!
    Machts euch schön!
    Pia
    PS: Danke, Jens!

    1. Liebste Pia,

      da war ich mal wieder frech und zerr, zerr, zerr ins Rampenlicht. Wo du das doch so gar nicht magst. Is ja nur ein kleiner unscheinbarer Landblog, der so gut von niemendem gelesen wird. Wie könnten da ein klitzekleines Muppi-Kaffetrinken an ’nem Kindertisch veranstalten und alle würden dranpassen. Ehrlich! Du musst dir also keine Gedanken machen.

      Das mit den Sternen und ihrer Deutung ist die absolute Wahrheit – wenn man’s kann. Ich werde mal verfolgen, wie gut N. ist. Ich danke dir für deinen netten Kommentar und freue mich schon wie Bolle darauf, euere Schlosswohnung zu sehen und eine standesgemäße Einweihungsparty mit euch zu feiern.

      Liebe Grüße – auch an deinen geschätzten K., der nicht Kafka heißt

      Jens

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