Immer schön frölich:)

Frölich? Ja, klar. Lächeln, gut drauf sein, Leben genießen. Volle Pulle gute Laune. Dem Chef die Hand reichen, den Kollegen/innen Lila-Laune-Herzen schenken. Ist doch wirklich mal ein guter Tag dafür. Konfetti, bunte Ballons an den Himmel, singen, tanzen, rumpfeifen. Griechenland? Ach was. Finanzkrise? Weg damit. Den ganzen anderen Krempel auch. Geschichte. Heute ist Frölichkeit angesagt.

Was? Ein Fehler? Ich soll frölich mit h schreiben, weil ich sonst dähmlich bin? Quatsche jetze. Neue deutsche Rechtschreibung. Freestyle, da ist alles erlaubt. Zwar nicht abgesegnet, aber die Sprache ist ja bekanntlich frei. Und ich finde, es gibt gute Gründe, frölich ohne h zu schreiben. Denn ohne h ist das Wort nicht so langgezogen und damit kommt die Frölichkeit schneller auf den Punkt. Das Wesen der Frölichkeit ist wesentlich besser getroffen. Das mir das nicht früher aufgefallen ist – mit dem Argument hätte ich es bis in die Rechtschreibe-Kommission geschafft.

Wie ich da jetzt drauf komme? Ein Zeichen, ein Zeichen. Wie im Leben des Brian oder eben bei meinem immer wieder zitierten Coelho. Heute Morgen. So fange ich ja immer irgendwie an. Mein Hund Cooper und ich schlenderten unten ins Tal. Ich ging so vor mich hin, Coopi lief seinen Zick-Zack-Kurs und ich blieb bei der Kuh mit dem charmanten Namen vierundvierzigfünfhundertzehn stehen. Der Name ist immer drangepeppt. Mit so gelben Plastikschildchen, Ohrclips. Schick. Naja. Ein Clip im linken Ohr, ein Clip im rechten. Und drauf steht: 44 510. Sie sah mich an mit ihren großen Augen, schnupperte an meinem Ärmel mit ihrer großen Nase und hätte mich fast mit ihrer großen Zunge abgeschleckt. Liebe 44 510, das ist mir dann doch für ein erstes Kennenlerngespräch zu intim. Also verabschiedete ich mich höflich – „Schönen Tag noch, 44 510.“ – und ging meiner Wege, als am Horizont der parallel verlaufenden Landstraße dieser LKW auftauchte. Brumm, brumm.

Und was stand auf der Seite? FRÖLICH. Optimistische grüne Schrift auf sonnengelbem Grund. Hatte mal wieder keine Kamera dabei. Aber wir haben ja hier auf dem Land Internet und so habe ich die Firma Google aus Amerika beauftragt, mal für mich zu recherchieren. Die waren sehr freundlich und haben den Auftrag im Handumdrehen erledigt. Hier das Foto des FRÖLICH-Fahrzeugs.

Habe ich mich gefreut. Oben habe ich euch das Bild der Firma KUSS eingefügt, weil mir der LKW an gleicher Stelle begegnet war. 2010 im März. Was liefert der wohl? Drin is immer, was drauf steht! Hätte ich eigentlich den Tag des Kusses ausrufen müssen. Vergessen. Man muss die Feste feiern wie sie fallen, sagt mein Papa immer. Sollte man drauf hören, auf seinen Papa. Zumindest ab und an. Somit entlasse ich euch in die FRÖLICHKEIT des Tages und ich hoffe, ihr nehmt das Zeichen wahr und nutzt die Gunst der Stunde. A little bit of Happiness again…

14 Antworten auf „Immer schön frölich:)“

  1. Guten Morgen, Jens,

    nach so einem animierenden, amüsanten Posting kann man nur frölich sein. Und nach einem eher nebelig trüben gestrigen Tag kommt jetzt auch schon ein wenig Sonnenschein in Sicht. Wenn das kein Zeichen ist! Ich werde heute besonders auf selbige achten.

    LG
    Annegret

  2. Liebe Annegret,

    ein h mehr oder weniger zwischen den Buchdeckeln des Dudens, was macht das schon? Ich denke, Rechtschreibung ist allgemein überbewertet und für die Sprache manchmal ein zu enges Korsett. Als Profi halte ich mich natürlich dran, aber alles kann man ha auch nicht wissen:) Egal.

    Dir wünsche ich für den heutigen Tag und immer viel Sonnenschein im Herzen.

    Liebe Grüße

    Jens

  3. Hallo Jens,

    und ich dachte spontan: Ups, wo liegt denn schon so viel Schnee :-).

    Feiern wir die Feste wie sie fallen, küssen und sind fröhlich, geniessen die Sonne im Herzen und trinken auf die Idee zur „Befreiung“ der deutschen Rechtschreibung.

    Viele Grüße
    Tine

    1. Hi Tine,

      die fröliche Anarchie – Gründung der Bewegung 9. November zur Befreiung der Sprache aus den Fesseln der Unterdrückung durch das Duden-Patriachat. Solidarität den Buchstaben. Dass sie fallen wie sie wollen:) Wie die Feste.

      Und küssen nicht vergessen. Immer küssen. Die neue sexuelle Revolution mit dem vierfach s- Kussss – dem Dauerbrenner als Markenzeichen echter Leidenschaft. Was für ein schönes Thema.

      Liebe Grüße

      Jens

    1. zeit für eine reform der reform. erst ma: weglassungen und kleinschreibungen. bracuht weniger platz, spart serverlesitung und damit energy. wo englsche words kürzer sin, her damit. alles ändert sich, nur die olle sprache garut vor sich hin. konsequenz: bewegung 9. november.

  4. Hallo Jens!

    Fröliche Grüße aus dem Norden zur Mittagszeit. Eine Geschichte, die mich zumSchmunzeln gebracht hat. In deinen Beiträgen spüre ich immer deine Freude am Schreiben und da ist die Freude , äh Frölichkeit, beim Lesen schon vorprogrammiert.

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Raoul

    1. Hi Raoul,

      schön, von dir zu hören. Ja, wenn ich nicht gerade Weltverbesserungs-Revolution-jetzt-beiträge schreibe, dann habe ich viel Spaß beim Schreiben. Diese Frölichkeit tut gut, befreit. Ich hoffe, dir geht es gut und alles läuft nach Plan. Unser Telefonat neulich hat mir gut gefallen.

      Liebe Grüße

      Jens

      1. Hallo Jens!

        Mir auch und hoffentlich in Bälde mal wieder.

        Die Revolution und Weltrettung muss eben manchmal eine Pause einlegen, um sich Themen wie Herz und Frölichkeit zu widmen ;-)

        Liebe Grüße

        Raoul

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