Männer sind ganz anders? Frauen nicht unbedingt!

Ganz anders? Männer? Ganz anders als was? Sanfter, zarter, als allgemein angenommen? Von wegen. Da gibt es dieses Lied von den Ärzten – Männer sind Schweine. Ist natürlich eine verbotene Pauschalisierung, weil das Individuum in seiner allgemeinen Entwicklung und seinen Möglichkeiten negiert wird. Nun. Gestern waren Zoe und ich in Köln. Sie hatte sich zu Weihnachten den Besuch eines Heimspiels ihres Lieblingsvereins gewünscht. Ich hatte überlegt, dass ein Besuch frühestens im April gut wäre, wegen des Wetters. Also habe ich Karten für gestern, für die Partie gegen Stuttgart besorgt.

Zoe war ziemlich aufgeregt und hatte im Vorfeld alles vorbereitet. FC-Trikot von einem Freund besorgt, weil ihres samt Turnbeutel verschwunden ist (Grand malheur mit Mehrfachtränen. Schiere Verzweiflung.) Schals für sie und mich bereit gelegt. Fotoapparat mit frischen Batterien bestückt. Wir sind dann in die Nähe des Stadions gefahren, haben dort geparkt und haben den Rest mit der Straßenbahn, der Straßenbahn voller Fans zurückgelegt. Da ging es schon los. Fangesänge. Lästertiraden über den Lieblingsgegner Borussia Mönchengladbach, der letzte Woche Köln mit sechs Toren gedemütigt hatte. Ein historischer Untergang für den FC. Also sangen die Fans jetzt von diesem Gladbacher Sch…-Verein und dass das alles Wix… sind. Oh, oh. Liebe Zoe, das sagt man so aber nicht. Zoe grinst, die Fans um mich herum auch. Dazu muss ich sagen, dass ich, was eigentlich nicht möglich ist, Fan von Köln und Mönchengladbach bin. Kann man so aber nicht laut sagen…

Am Stadion dann Stuttgart-Fans, Köln-Fans, jede Menge Sonnenschein, berittene Polizei und ein ausverkauftes Stadion. Über 40.000 Menschen. Mittendrin Zoe und ich. Huhu. Im Stadion musste ich kurz auf Toilette. Zoe habe ich derweil auf der Damentoilette geparkt, damit sie nicht unter die Räder kommt. Ich habe mich an die Pinkelrinne gestellt und dachte an die Pipibecher in der Durchreiche. Ihr wisst. Das hier war ganz schön eklig. Eine Rinne mit Gefälle und die ganze Suppe zieht ihre Bahn bis zum Abfluss am Ende. Irgendwie sind im fiftyfiftyblog gerade Pipi-, Kaka-, Aa-, Pupstage.

Wir haben uns das Spiel angesehen. Direkt neben der Stuttgarter Fankurve. Haben die laut gesungen. Und dann schießen die Stuttgarter drei Tore. Spielen viel besser als die Kölner. Sind agiler, kraftvoller. Handelfmeter direkt vor unserer Nase. Zack drin. Und Podolski schlappt müde über den Platz. Ab und an schaltet er sich mal ein, wird auch gefährlich, macht aber viel zu wenig. Das war natürlich doof. Mit einer Heimniederlage heimfahren. So isses.

Vorher musste ich dummerweise noch einmal auf die Toilette. Jetzt waren gefühlte 1.000 bierselige Männer auf dem Klo. In Dreierreihen vor der Rinne. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie das gerochen hat. Ziemlich eklig. Das erinnerte mich an das Gedicht von Charles Bukowski: Auf der Rennbahn. Als der Mann neben ihm währendessen einen Hamburger vertilgt. Ich dachte nur: Gleich isst hier einer ’ne Bratwurst. Ich war dran. Mann steht dort dicht an dicht, packt aus, lässt laufen und sieht in der Rinne: Ob Kölner oder Stuttgarter, alles eins. Und nicht nur in der Rinne, auch auf dem Boden. Männer sind… Sagte Bukowski am Ende des Gedichtes auch – auf der Rennbahn gibt es nicht nur Pferde:)

Allerdings. Kleiner Ausflug. Freitag waren Ela und ich auf dem Weg nach Siegen. Ich habe morgen Geburtstag und am Abend kommen ein paar Menschen. Deshalb schreibe ich diesen Text bereits heute, Sonntag. Morgen habe ich keine Zeit. Job und Geburtstagsvorbereitungen. Freitagabend war ich also in der Metro, um einige Köstlichkeiten zu besorgen. Ela war in der Stadt, weil sie etwas (ich glaube für mich) abholen musste. Auf jeden Fall: Auf dem Weg nach Siegen drängelt ein VW Golf hinter mir. Das alte Modell II. Unverwüstlich, heißt es. Die Karre breiter, tiefer, lauter, mit Böser-Blick-Scheinwerfern in blau. Und: Ganz dicht drauf. Der Golf hat mich quasi über die Landstraße geschoben. Und wer saß drinnen? Eine junge Frau mit Pferdeschwanz und Tom Cruise-Ray-Ban-Piloten-Sonnenbrille. Eine Hand lässig am Lenkrad. 50 cm zwischen unseren Karren.

Ich meinte zu Ela: Auch eine Form der Emanzipation. Frauen dürfen jetzt auch diesen männlichen Machomist machen. Oder besser gesagt, weiblichen Machoinnen-Mist. Sich das Recht nehmen, andere von der Straße zu pusten. Fand ich dann irgendwie wieder gut. Das Recht umsetzen, Arschlöchin zu sein. Ts. Ein neuer Aspekt der Emanzipation. Sie hat mich dann mit Highspeed überholt und ihren aufgemotzen II’er Motor neben mir aufheulen lassen. Die aus dem Auspuff züngelnden Flammen schrieben ein „Ciao Baby“ in die Luft. Männer. Frauen. Kennste eine, kennste einen, kennste alle. Fiftyfifty.

Euch einen guten Wochenanfang. Es sollen 20 Grad werden. Na dann mal los…

22 Antworten auf „Männer sind ganz anders? Frauen nicht unbedingt!“

  1. „Männer – Frauen – kennste einen, kennste alle“ – allerdings! Nur mal so am Rande, wo du schon mal beim neuen (Lieblings?-)Thema bist: meine Schwester hat mal in ihrer Studentenzeit als Klofrau gearbeitet, auf Sylt. Die „Damentoiletten“ waren die größere Herausforderung – auch Frauen sind Schweine, manchmal… ;-)
    Aber zu ‚was Netterem: ich wünsche dir morgen einen wunderschönen Geburtstags, mit Sonnenschein, Familie, Freunden, Geschenken und allem, was dazu gehört!
    Lieben Gruß, Uta

    1. Hi Uta,

      vielen Dank für die Wünsche!

      Auf Sylt? ich dachte, da verkehrt eher die High-Society. Und Damen die eine Toilette verunstalten, ne, ne, ne. Im Stadion war das anders. Zoe erzählte, dass kaum Frauen da gewesen wären und die Toiletten gut brauchbar.

      Liebe Grüße

      Jens

  2. Lieber Jens,

    HAPPY, HAPPY BIRTHDAY!!! Auf daß alle Deine Wünsche in Erfüllung gehen!

    Alles Gute,

    Annegret

    P.S.: Gemeinschaftspieseln, in Dreierreihen. Ich stelle mir das mit Frauen und nebeneinanderplazierten Klos vor. Neeee, das ginge gar nicht. Ist schon eine Sache, die Männlein und Weiblein unterscheidet.
    ABER DEINE BERICHTE SIND GENIAL !!!

  3. Guten Morgen lieber Jens!

    Zum Geburtstag wünsche ich dir alles Liebe und Gute, vor allem Gesundheit, Liebe, Glück und alles, was du dir wünscht. Und wenn Gladbach und Köln mal gemeinsam Champions-League spielen einen Zweitfernseher, dass du beide zugleich sehen kannst ;-)

    Feier schön im Kreise deiner Lieben!

    Raoul

    1. Hi Raoul,

      vielen Dank für deine Geburtstagsgrüße! Heute Morgen stand die ganze Familie inklusive zwei Freunden von Jim und Cooper bei mir am Bett. Die Kinder haben mir eine Sahnetorte geschenkt, die sie gestern Abend gezaubert haben. Sie haben für mich gesungen und ich habe die Kerze auf dem Kuchen ausgeblasen. So schön. Mir wurde ganz warm uns Herz. Und dann hat mir Ela einen neuen Ring geschenkt. Hm. Heute Abend kommen Freunde und die Fußballjungs. Gestern habe ich den ganzen Nachmittag vorgekocht. Gibt ein paar leckere Sachen. Hach, Geburtstag. Im mer wieder schön. Besonders.

      Liebe Grüße

      Jens

  4. Guten Morgen Jens,

    herzliche Glückwunsch zu Deinem Geburtstag. Ganz oben als Wunsch steht für mich Gesundheit, da wünsche ich Dir so viel wie das Meer weit ist. Dann kommt Erfolg, beruflich und privat, da wünsche ich Dir so viel wie die Berge hoch sind und zu allerletzt wünsche ich Dir Glück und Zufriedenheit so viel, wie der Himmel weit ist. Alles Gute.

    Herzlich
    gitta
    Herz

    1. Hi Gitta,

      Meer, Berge, Himmel. So viele gute Wünsche! Vielen, vielen Dank. Was du mir wünscht, wünsche ich auch dir und allen, damit möglichst viel Glück ausbreitet:)

      Liebe Grüße

      Jens

  5. Herzlichen Glückwunsch, lieber Jens!

    Und für das neue Lebensjahr alles erdenklich Gute: Gesundheit, privates Glück, berufl. Erfolg, kreative Inspiration, schönes Wetter, tolle Fotomotive, Sehnsuchtsmomente, Freundschaftsbegegnungen und viele Fußballtreffer.

    Gruß Eva 2

    1. Liebe Eva,

      vielen, vielen Dank. Vor allem die Fußballtreffer kann ich bestens gebrauchen, weil die mich als Verteidiger so selten vors Tor lassen:) Dabei macht das Toreschießen am meisten Spaß! An allem anderen arbeite ich und tue, was ich tun kann. Bislang kann ich mich nicht beschweren – so weit hat es das Leben bislang überwiegend gut mit mir gemeint.

      Liebe Grüße

      Jens

  6. Hahaha,

    so sieht das aus, wenn eine Fußballdilettantin einem Fußballprofi was wünscht. Das endet nur in Peinlichkeiten. Naja, war einen Versuch wert… .

    Einen wunderschönen Tag wünscht
    Eva 2

    1. Hi Eva,

      nein!!! Das ist ein super Wunsch! Denn ab und an treffe ich schon. Manchmal stürze ich mich nach vorne und hau das Ding irgendwie rein. Und tatsächlich würde ich das gerne öfter machen. Aber eigentlich ist es eine Sache der Stürmer und ich muss hinten für Ruhe und Ordnung sorgen. Und gegentreffer verhindern. Da ich schnell laufen kann, bin ich aber ab und an bei Kontern dabei. manchmal treffe ich dann auch:)

      Liebe Grüße

      Jens

  7. Siehste, wieder was dazugelernt!

    Nun ja, dann kann ich ja getrost meinen Wunsch von vorhin wiederholen: Möge Dir das neue Lebensjahr ganz viele tolle „Zufallstreffer“ – auch im übertragenen Sinne – bescheren.

    Gruß Eva 2

    1. Zufallstreffer mag ich ganz besonders. wenn mich das leben überrascht. Ups! Plötzlich da. So wie meine Mutter heute Morgen. Sie hat mir ein Bild geschenkt, ein Kunstwerk, das sie selbst angefertigt hat. Aus den Brettern einer alten Kiste, die ich als Kind mal angeschleppt habe. Sie hat sich in ihre Werkstatt gestellt, die Bretter gesägt, einen Rahmen geklebt, mit der Stichsäge hantiert, Farbmuster auf das Holz gemalt. Ich war sehr überrschat. Eigentlich ist asie Floristin. Schon früher hat sie da wildeste Gestecke entworfen und ganz früher in ihrem eigenen kleinen Laden verkauft. Jetzt, mit 73, hat sie ein neues Metier entdeckt. Am Telefon meinte sie: „Ich habe so viele Ideen.“ Bin gespannt…

      Liebe Grüße

      Jens

  8. Da möchte ich mich auch noch schnell in die Schlange der GratulantInnen einreihen und meinem Lieblingsblogger alles Gute zum Geburtstag wünschen.
    Noch ein Tipp, Jens:
    Überlege dir deine Wünsche gut. Sie könnten in Erfüllung gehen! ;-)

    Polly

    1. Hi Polly,

      vielen Dank! Momentan kann ich zu den Wünschen nur sagen: Es sind schon so viele in Erfüllung gegangen. So viel ist da gar nicht mehr offen:)

      Liebe Grüße

      Jens

      P.S. Lieblingsblogger ist natürlich eine große Ehre!

  9. Hi Jens,

    auch aus Washington die herzlichsten Glückwünsche.
    Und vielen Dank, dass Du mich so oft zum Lachen/Schmunzeln bringst.

    Liebe Grüße
    Elisa

  10. Hallo Jens,

    hier noch ein kleiner Nachtrag. Ich finde es einfach großartig, euer Fiftyfifty-Landleben. Du bereitest Leckereien für den Besuch am Abend vor. In meinem Bekanntenkreis gibt es nur einen Mann, der seine Familie bekocht, auch an seinem eigenen Geburtstag. Sonst ist es wohl eher das Los der Frauen, zu kochen, zu backen. Finde ich ganz toll von Dir. Bei euch in Fiftyfifty-Land ist es eben anders. Und auch eure Kinder: Der Papa bekommt zum Geburtstag eine eigens angefertigte Sahnetorte. Super. Es lebe die Kreativität. Kein Materialismus, kein gekauftes Geschenk. Und Deine Mutter zieht am selben Strang: eine Eigenfertigung. Und wenn Deine Frau eine eigene Werkstatt hätte, wäre ihr Geschenk auch selbstgemacht. Du kannst stolz sein auf Deine Familie und auf Dich.

    Sonnige Grüße

    Annegret

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.