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Paris!

Nun. Die Welt fliegt umher wie ein Hühnerhaufen. ALARM! Durchsuchen, kontrollieren, jagen, reagieren. Das Primat der schnellen Reaktion. Stärke zeigen, handeln, antworten. Vergeltung.

Ich habe die Nachrichten ignoriert. Fast. Der Sog war groß. Hinschauen. Wie viele Tote? Wie? Wo?

Nicht weit von dort, wo Viveka und ich für Silvester eine Wohnung gemietet haben. In Paris. Wir werden fahren.

Kein Ort wie Ruhrort

Endstation

„Das Schönste, was einem im Leben geschehen kann, ist neben Liebe der wichtigen Menschen der Zugang zum künstlerischen Schaffen der Welt.“

Glück, pur.

Das Leben leben. Diesem Normalen auf der Spur. Märklin-Format. Der Pflicht ergeben, den Rahmenbedingungen, den Anforderungen. Dem Geld. Ihr kennt das: Am Monatsanfang kommen die Abbuchungen. Die Versicherungen, die versichern, dass alles sicher ist. Es kostet viel Zeit und Engagement, sicher zu sein. Das Auto versichert, die Haftung, das Haus, den Hund, den Hausstand, das Leben. Am Ende des Jahres ein Strich drunter und ins Schwitzen geraten. Ein lukratives Business.

Am Ende ankommen

Anleger

Je höher man fliegt, desto länger dauert die Landung. Runter kommen sie alle. Auf die ein oder andere Art und Weise.

Eine Kur. Sieben Tage Meer atmen, Frieden finden.

Wie oft muss man die Insel umrunden? Wie viele Kilometer muss man am Strand laufen? Wie viel Meerluft muss man atmen?

Konkret vs. gefühlt

Adler

Urlaub.

Ein Zustand. Eine Zahl in Tagen. Lande mal.

Seit Tagen laufe und radle ich um die Insel. Suche meine Lieblingsorte auf. Schaue aufs Meer. Fotografiere. Denke nach.

Es ist ein Luxus, den Kopf für sich zu haben. Sich Gedanken zu erlauben, die in nichts einzahlen. Es ist Freiheit. Diese wahre.

Dem Meer so nah auf Schiermonnikoog

Gras 2

Den ganzen Tag unterwegs. Mit Herrn Cooper, sofern er kann. Er wird alt, will nicht mehr so weit. Heute ist er stehengeblieben, hat mich angesehen, wollte umkehren, der alte Junge. Nicht mehr an der Leine am Fahrrad. O.K. Habe ihn gelassen, trotz Leinenpflicht und entsprechender Blicke.

Er geht seinen Weg, in seinem Tempo. Manchmal bricht er mir das Herz.

Über Land

Im leichten Schritt enthoben
die weiche Seele in ein Tuch gehüllt
am Gürtel

Füße gleiten über frisch gewaschene Gefühle

Den Mantel abgelegt
das Zepter eingeschmolzen
das Pferd dem Ackerer geschenkt

Mit den Vögeln ziehen
eine Weile
im Bussardkreis
aufgenommen in die Krähenbande
an der Seite des Milans

Von oben
Küsse liegen sehen
deinen Zuckerwattemund

Ist Sehnsucht Flügel
oder Blei?

In allen Schritten
liegt die Welt
in bunten Tüchern

In Farben, Mustern
Rosenöl

„… dann ist das nicht mein Land.“

wertheim8_red
(Installation Sebastian Linnerz, Köln)

Respekt.

Natürlich war ich als Kind der Seventies immer für die Revolution. Nichtsdestotrotz habe ich bei der Bundeswehr als Scharfschütze gedient. Und anschließend für immer verweigert. Schizophren, könnte man meinen, denken, sagen. Nun. So ist dieses Land. Es gibt Freiheiten, Irrwege, Richtungsänderungen, Meinungen, Umdenken.

Über allem und aus allem heraus

Über dem Dorf_Sonnenuntergang

Hinter den sieben Bergen…

Weit vor den Toren der Städte. Im Dreieck Frankfurt, Köln, Dortmund. Oben, oberhalb des kleinen Dorfes Nosbach am Rande der Gemeinde Reichshof, am Rande des Oberbergischen Kreises, am Rande des Landes Nordrhein-Westfalen. Wenn man da ist, oben über dem Dorf, den Berg rauf, gleich neben dem Dicken Stein, der die Grenzen markiert, dann hat man DEN BLICK.

Van Ackeren skizziert Schönlau

van Ackeren_Jens

Norbert van Ackeren hat mich skizziert. Die Skizze war die Vorbereitung für ein Bild, auf dem Viveka und ich porträtiert sind. Norbert hat ein halbes Jahr daran gearbeitet. Nun ist es fertig und hängt in seinem Atelier. Zeit für ein Gespräch. Über die Kunst, das Warum, den Antrieb, den Duktus, den Sinn, den Weg.

Natürlich bin ich gespannt wie ein Flitzebogen. Demnächst, gerade ist keine Zeit. Job. Präsentationen. München. Schon wieder. Egal.

Leben unterm Ebertplatz

Labor

Die Kunst ist eine ökologische Nische.

Fernab der großen Museen und Events sucht sie sich Orte, an denen sich atmen lässt. Die freie Szene besetzt die Räume, in denen der Kommerz erstickt. Ökonomische Fehlplanungen. Eine Unterführung aus Beton. Ladenlokale im Souterrain. Unterm Ebertplatz eine Welt für sich, eine Welt mit eigenen Gesetzen. Ein Niemandsland, eine Murakamische Zwischenwelt. Afrikaner, Russen, Galerien, Künstler und ein Copy-Shop.

Nichts weiter als ein guter Tag

Sonnenuntergang

Morgens aus dem Bett steigen mit dem kleinen Glück an den Füßen.

Deutschland ist gerade bewegt. Flüchtlinge. Die Medien müssen sich um Themen keine Sorgen machen. Ich freue mich, dass es eine Wende gegeben hat. In den Medien. Selbst die Bildzeitung. DIE BILDZEITUNG. Anfang der Neunziger die Stimmungsmache, das Boot sei voll. Da gingen die Streichhölzer an, die Feuerzeuge entzündeten sich.

Heartbeat

Leiter hinunter
Stirnlampenschein
Windungen, Fluss

Beschwerlich
glitschige Wände

Herabgelassen
am Seil
tief

Inmitten
meines Herzens

Die Gefangenen
im Käfig
schlafen

Tattoos
an den Wänden
gebrochenes Herz
Anker
Glaube, Liebe, Hoffnung

Die Strichliste
Narben
das eine Kreuz

Im Licht der Film
grelle Bilder
Super 8

Geburt, Fall
Inri
Immerwiederauferstehung

Das FUCK YOU
Graffiti
sorry

Die Sonne
durch die Brust
die Halle
rotglühend

Auf die Matratze
in der Ecke
zu dir

Es dauert nicht mehr lange…

Jens 014

Dann wird der fiftyfiftyblog 5 Jahre alt. Ihr könnt zurückscrollen oder durch die Zeiten gehen, wie es in schön heißen würde.

Der erste Beitrag. Ein Gedicht. Kirschblütenblättersehnsucht. Siehe unten.

Fünf Jahre. Intensive Jahre. Es freut mich, sie nachlesen zu können, was ich nie tue. Nur Viveka macht das, weil sie mich liebt. Weil es sie interessiert, weil es viel über mich erzählt. Geliebtenforschung, nachfühlen, einfühlen, nachvollziehen, anfassen. Hätte sie einen Blog, ich würde versinken, Zeiten verlieren, den Überblick.

Bright-City-Night-Light and loosing my religion

Bahnhofsuhr

Oh. Lichter. There’s a light. Schon kurz nach Zwölf (also 24 Uhr).

Machen wir jetzt mal einen auf Radio und einen Beitrag der katholischen oder evangelischen Kirche: „War es nicht ein Licht, ein Stern, der die Weisen aus dem Morgenland geführt hat? Und sind es in unserem Leben, in unserem Alltag nicht diese Lichter, die uns einen Weg zeigen durch den Dschungel der Möglichkeiten? Und ist es am Ende des Tages, wenn die Sonne versunken ist, nicht er, der für uns strahlt und uns umhüllt mit einem Licht, das uns ein Zeichen ist? Licht ist eine unendliche Sehnsucht, die tief im Menschen geborgen liegt. Nehmen wir…“