Bin jetzt 2:)

13. September 2010. Der fiftyfiftyblog geht online. Sucht sich im Netz eine zweite, eine eigene Heimat. Geschichte, Historie. Begonnen hatte alles am 18. Februar 2010, als der Vor- oder Parallelläufer auf Brigitte Online online ging. Erster Text: My first Blog. Seither ist hier viel Wasser die kleine Wiehl hinunter gelaufen, Cooper und ich haben viele Runden gedreht und ich kann behaupten, es ist nicht langweilig geworden. Immer was los. Fast immer.

Klar, manchmal habe ich mich gefragt “Warum machste denn das? Eitelkeit? Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom? Brauchste das?” YES. Ich brauche das. Schreiben. Schreiben. Schreiben. Für und mit einem Publikum. Bühne. Nachdem ich das Theater verlassen habe, um brav und so ein richtiger Familienvater zu werden, ist der fiftyfiftyblog wie eine kleine Rückkehr. Mit dem Blog macht vieles Sinn, was ich gerne mache. Fotografieren zum Beispiel. Und Gedichte schreiben. All diese Fotos und Gedichte der vergangenen zwei Jahre wären ohne den fiftyfiftyblog nicht entstanden. Sie würden mir fehlen, weil sie wie ein Tagebuch sind.

Manchmal, wenn ich mich an Dinge nicht erinnern kann, lese ich im Blog nach. Da steht’s ja. Wie das war. Dokumentiert in Wort und Bild. Das führt natürlich auch dazu, dass ich mich mit Freunden unterhalte, denen etwas erzählen möchte und die sagen: “Hab ich gelesen.” Pause. Story futsch. Äh. Tja. So it is. Kollateralschaden. Passiert halt. Nicht weiter schlimm.

Anfangs hatte ich ein wenig Angst, der Blog könnte mir beruflich schaden. Menschen würden vielleicht denken, dass ich sie nicht alle hätte. Dass ich nicht seriös genug sei. Als ich im März so ganz offen über die Trennung geschrieben habe, meinten einige, dass sei Harakiri. Es hat sich rausgestellt: War es nicht. Das hat mich sehr gefreut, weil mir diese Form der für mich neuen Offenheit entspricht. Da kann ich was ausleben, loswerden, verarbeiten oder was weiß ich. Mir tut es gut. Vielleicht ist es ja sogar eine Art Schreibtherapie. Schreibend Dinge loswerden. Who knows? Im März war das auf jeden Fall so. Weil ich alles öffentlich ausposaunt hatte, musste ich mich dann auch im real life an das halten, was ich hier großspurig verkündet hatte. Letztlich war das ein gar nicht so schlechter Trick.

Und dann ist da noch der Fortbildungs- und Trainingsaspekt. Tatsächlich lerne ich hier. Als Texter. Auf verschiedenste Art und Weise. Ich bin nun Blogger, kenne micht recht gut mit Social Media aus, weiß, wie hier online geschrieben und kommuniziert wird. Tatsächlich berate ich jetzt manchmal Kunden in Sachen Social Media. Ich kann dann auf Basis von Erfahrungen beraten, Konzepte entwickeln. Darüber hinaus ist das morgendliche Bloggen ein angenehmes Warmschreiben. Ich könnte jetzt behaupten: Hey, ich bin Vollprofi! Bevor ich auf den Platz laufe, hab ich schon ein paar Runden gedreht. Zudem ist der fiftyfiftyblog Spielwiese. Ich probiere aus. Spiele mit Sprache, mit Wörtern, manchmal mit Erwartungen. Dieses freie Schreiben hat meinen Profistil gelöst, ich denke, eine ganze Ecke moderner, lockerer gemacht. Lockerungsübungen. Textyoga. Lösen.

Was wäre der fiftyfiftyblog ohne euch? Ohne eure Kommentare? Ohne Annegret? Nothing. Leer. Ihr tragt den Blog mit eurem Feedback. Mit eurer Teilnahme, eurem Lesen. Einige sind jetzt schon sehr lange hier und schauen immer wieder rein. Das gibt mir natürlich ein sehr gutes Gefühl und Motivation, Motivation, Motivation. Und das Schöne: Ihr seid immer so nett. Freundlich. Wenn ich daneben liege mit irgendwas, gibt’s ‘nen kleinen Schubser. Hey! Mehr nicht. Kein Netzgeschimpfe, Rumgemotze. Keine Angriffe – wie damals in dieser unsäglichen Spiegel-Online-Homöopathie-Debatte, als sich die “Skeptikerbewegung” hier fies eingeschlichen hatte. Da schüttelt es mich jetzt noch. Lehrgeld.

So sage ich: Thanx! Vielen Dank. Für eure Unterstützung, für eure Zeit, die ihr hier investiert und verbringt. Für die Inspiration, die ihr hier hinein tragt. Danke!

Ein Ausblick? Wie es weitergeht? Keine Ahnung. Ich weiß nicht, was passiert. Wie es in meinem Leben und mit diesem Blog weitergeht. Momentan genieße ich den Augenblick und plane nicht. Es passiert so viel und ich bin mittendrin im Strom der Zeit. Es bleibt spannend, das weiß ich. Mehr nicht:)

Weshalb das Foto? Weil damit alles anfing. Kirschblütenblättersehnsucht. Eine andere Geschichte…

19 Antworten auf „Bin jetzt 2:)“

  1. Herzlichen Glückwunsch zum zweijährigen Geburtstag! Ich lese den Blog oft und gern.Gibt mir immer wieder neue Anregungen. Danke dafür.Freue mich schon auf unser Wiedersehen im Oktober.
    Ps. Hast du vielleicht ein kurzes Gedicht hättest,das ich als Songtext verbraten könnte?
    Bekommst dann im Oktober den fertigen Song ! Liebe grüsse ralf

  2. Hi Ralf,

    schön, von dir zu hören und Danke für die Blumen:)

    Du kannst gerne jedes meiner Gedichte nutzen – ich weiß nicht, ob da was passt. Ich habe noch nie in Richtung Musik gearbeitet.

    Ich freue mich auf Oktober und plane schon länger, dich zu kontakten, weil ich gerne mit dir ein Ateliergespräch führen würde, wenn du Lust dazu hättest. Ich würde dann einen Abend nach Köln kommen…

    Liebe Grüße

    Jens

    1. Ja,klar ein Ateliergespräch können wir gerne führen.Wäre mir aber lieber,wenn wir das nach unserem Oktobertreffen machen würden.Ich beschäftige mich zur Zeit viel mit digitalen Fotoarbeiten,online-Galerien etc. Also bis bald.LG ralf

  3. Lieber Jens,

    herzlichen Glückwunsch zu zwei Jahre Fiftyfiftyblog!
    Ich kann mit Fug und Recht sagen:
    Du hast Dich gut geschlagen!
    Deine Leser und Kommentatoren
    lagen Dir so manches Mal in den Ohren,
    Deine Geschichten fortzusetzen,
    obwohl Du Dich ohnehin mußt abhetzen.
    Der Tag hat nicht mehr als 24 Stunden,
    aber Du hast meist einen Zwischenstopp gefunden,
    um zu erzählen, zu berichten
    oder um Bilder abzulichten.
    Du weichst keiner Konfrontation aus,
    Du bist in allen Themen zuhaus’.
    Auf Deine einmalige Art
    gibst Du uns oft einen lächelnden Start.
    Mag der Tag auch noch so grau sein,
    Dein Blog bringt den inneren Sonnenschein.
    Wenn Dein Lebensweg auch manchmal stürmisch ist,
    Du bleibst ein Optimist,
    mit Disziplin und innerer Stärke
    gehst Du zu Werke,
    das Chaos zu richten,
    den Nebel zu lichten.
    Ahoi, Kapitän,
    behalt den Horizont in den Augen,
    auf die nächsten zwei Jahre !!!

    1. Liebste Annegret,

      was würde ich nur ohne dich tun? Helferin in der Not, Begleiterin Tag für Tag. Schön, dass du hier bist. Ich freue mich jeden Tag auf und über deine Kommentare. Auf die Zukunft:)

      Herzlichen Dank und liebe Grüße

      Jens

  4. Hallo Jens,

    GLÜCKWUNSCH auch von mir! Ich beobachte Deine Entwicklung mit Freude, lese zwar nicht täglich, aber der Impuls kommt regelmäßig. Und dann ist immer was dabei für mich, vom Leben, von Gefühlen, ich sehe mich selbst in so mancher Deiner Geschichten und freue mich darüber, dass Du Dich “traust”, dass Du die Offenheit auch hier im Netzt praktizierst. Authentisch und ehrlich…

    Ich hoffe, Du machst noch eine ganze lange Weile weiter!
    Sonnige Grüße aus Berlin.
    Tine

    1. Hi Tine,

      Dank nach Berlin! Das mit dem “trauen” ist das große Thema im Blog. Irgendwann muss auch ich mal heiraten:) Quatsch mit Soße. Offenheit ist das große Thema, das mich kitzelt. Wie weit kann ich als Jens Schönlau gehen? Durch Rücksicht auf andere sind es oft nur wenige Prozent wahrer Offenheit. Ich würde gerne noch vil, viel freier schreiben… Mal sehen. Danke dir für deine Blogbegleitung.

      Liebe Grüße

      Jens

  5. Es sind die Worte
    Die den Bildern des Lebens
    Ihre Form geben.

    Kleines Haiku für den “fiftyfiftyblog” zum zweijährigen Geburtstag.

    Lieber Jens,
    herzlichen Glückwunsch und vielen herzlichen Dank für all die Geschichten, Berichte und Bilder!

    Sonnig südliche Grüsse,
    Danièle

    1. Hi Danièle,

      oh, wie schön. Nicht Panama, sondern ein Haiku. Die Worte ja. Schwirren, surren, summen durch den Kopf und suchen nach Form und Inhalt. Immerzu.

      Vielen Dank für das Gedicht, die Worte und Wünsche und dein Lesen.

      Liebe Grüße

      Jens

  6. Hallo lieber Jens,

    so lange lebt dein Blog schon von deinem Atem!!!
    Es ist ein bunter, lebensnaher, spannender und humorvoller Blog mit soo vielen, schönen Bildern- ich zünde auch zwei Kerzen Licht an und freue mich dolle mit!!!

    Mit ganz vielen lächelnden Grüßen ,
    sarah

  7. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem 2. Bloggeburtstag.

    Ne Menge Worte, die da durchgelaufen sind, leider in letzter Zeit öfter ohne mich, wie das so ist ein Zeitproblem. Aber ich bin trotzdem da immer wieder mal, habe sehr viel von Dir gelernt, werde irgendwann in einem der kleinen blauen Blogkartons, hinten oben rechts auf einem verstaubten Regal ein Plätzchen finden, von dem aus ich dann weiter zuschaue, lerne, lese, jedes Wort und jedes Bild genieße. Nicht immer bin ich Deiner Meinung bin, das geht auch nicht. Ich fände es komisch, müsste ich Dir immer zustimmen :-)
    Lieber Jens, Du machst das toll, hierher zu kommen, ist ein wenig wie heimkommen.

    Herzlich
    Gitta

    1. Liebe Gitta,

      vielen Dank! Von mir gelernt? Oh. Das ist ein Kompliment, das mich sehr freut. Und ja, wir sind nicht immer einer Meinung, aber das schätze ich. Denn: Ich weiß schon, dass ich manchmal übertreibe oder Dinge aus dem Moment heraus geschönt sehe. Es ist schön, dass du trotz allem, was du Zuhause machst und leistest, hierher kommst. Bis hierhin sind wir schon einen guten Weg gemeinsam gegangen. Du bist ein Teil dieses Blogs.

      Herzliche Grüße

      Jens

    1. Oh
      das war 2012
      tatsächlich ein wenig
      verspätet
      aber nun
      herzlichen Dank
      wenn ich auf die weiteren Geburtstage verweisen
      dürfte
      3, 4, 5
      also
      werte Leserin
      wenn sie möchten:)

        1. Werte Leserin
          sie machen mir ein wenig Angst
          2019
          gar
          2020

          Das ist
          die unbekannte Zukunft
          wer weiß
          in welche Richtung sich die Erde dann drehen
          wird
          und ich
          als Ameise
          mit Schuhen
          sie erinnern sich
          neulich
          dieses
          Gespräch

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