Braeburn

Lächelnd sah er sie an

prall rot und grün

Sie nahm ihn

biss hinein

Braeburn

saftig sauer und süß

Sie tänzelte auf leisen Sohlen

warf das Haar in den Nacken

streckte die Arme

tief in die Sonne

Komm

Komm wir sind frei

gehen hinaus

hinaus in die Welt

und leben

leben

Sein Lächeln

ließ ihn schweben

nun konnte er sein was er ist

ein Mann draußen

Hand in Hand

gingen sie

und froh und

sie flüsterte

frei Adam

endlich frei

jens schönlau, februar 2006

14 Antworten auf „Braeburn“

  1. Adam und Eva,
    Symbol der Urfamilie,
    und der Apfel,
    der den Liebenden die Erkenntnis
    und letztendlich die Freiheit brachte.
    Adam und Eva,
    Mann und Frau,
    und die Liebe,
    auf ewig verbunden.

  2. Auf ewig verbunden?
    Frei, Adam, frei.
    Verbunden, gebunden.
    Freiheit mit einem Strick
    um die Hände?
    Was ist schon das Paradies?
    Neckermann, TUI?
    Palmen, Pina Colada, all inclusive?
    Frei.
    Ja, frei.
    Westernhagen:
    „Freiheit, Freiheieieieit,
    ist das Einzige was zählt!“
    Dann kaufte er Armani & Co.
    Das tat Schröder auch
    und schon findet das Paradies
    sein Ende.
    Freiheit beginnt jenseits
    des Braeburns…

      1. Ja, tatsächlich. Obwohl es Menschen gibt, die Wut, Hass, Zorn für stärker halten. Da sind wir im Faust und bei so etwas wie der Gretchenfrage. Wer obsiegt? Mephistopheles? Gott? Der Mensch? Mir ist der Gedanke an die Liebe der sympathischere. Mit deutlich mehr Charme und Glücksoptionen.

    1. Hi Annegret,

      ich überlege noch. Einsperren können wir uns letztlich nur selber. Die Freiheit des Handelns leitet sich aus der Freiheit des Denkens ab. Bauen wir Schranken in unserem Kopf ab, nehmen Zäune und Grenzbarrieren weg, schaffen wir unsere Freiheit. Was hätten Adam und Eva gewonnen, wenn sie sich an die Regeln des Paradieses gehalten hätten? Ist aller Luxus es wert, sich abhängig zu machen? Nun war es die Schlange, die verführerische Ka aus dem Dschungelbuch, die lockte. Wie schön ist es doch sagen zu können: Ich entscheide selber und trage die Konsequenzen. Meine Meinung: Das Paradies ist nicht das Paradies.

      Liebe Grüße

      Jens

      1. Hallo Jens,

        also waren Adam und Eva eingesperrt in ihrem Paradies. Sie hielten sich an die Regeln und lebten wie „die Tiere“, ohne Bewußtsein für die Welt draußen, ohne Bewußtsein für etwas anderes, als das, was ihnen vorgegeben war im Paradies. Und erst der Baum der Erkenntnis – der Apfel – die Schlange – machten sie frei. Luxus contra Abhängigkeit lohnt sich nicht. Freiheit ist ein Maß, das durch nichts zu ersetzen ist. Schaffen wir uns Freiheit, nicht das Paradies.

        Danke.

        Annegret

        1. Hi Annegret,

          wie die Tiere würde ich nicht sagen. Ich kann auch nicht genau sagen, wie sie sich gefühlt haben. Ich denke es hat mehr damit zu tun, wie wir die Welt sehen. Wie sehr wir bereit sind, Verantwortung für unser Denken und Handeln zu übernehmen. Freiheit ist wichtig, um nicht in Zwangsmechnaismen zu geraten. In angenommene Unabänderlichkeiten, in das blinde Akzeptieren eine Status Quos. Wach bleiben, die richtigen Entscheidungen treffen. Manchmal gegen den Strom, gegen das, von dem alle glauben, es sei der richtige Weg.

          Liebe Grüße

          Jens

  3. Hallo alle,

    „nun konnte er sein was er ist – ein Mann draußen “ – diese beiden Zeilen sprechen mich nach wie vor sehr sehr an. Es hat lange gedauert, bis ich wirklich (als Frau) verstanden habe, dass dies eine ganz wesentliche Komponente von Mann-Sein ist. Dass sich Mann-Sein sich so ausdrückt. Nun verstehe ich auch „das Fremde“ meines Sohnes besser…

    Ich assoziere ja mit Braeburn einen Apfelsorte; weiß nicht, ob das wirklich stimmt. Jedenfalls verbinde ich mit diesem Gedicht „das genussvolle Kosten des saftigen Lebens“. Das einhergeht mit einem intensiven Gefühl für Freiheit. Die Geliebte, die die Hand dazu reicht. Ein glücklicher vollkommener Augenblick…

    Viele herzliche Morgen-Grüße
    filomena

    1. Liebe filomena,

      das gefällt mir jetzt sehr, sehr gut, dass du diesen Teil ansprichst. Ein Mann draußen. Raum. Nicht im Sinne unendlicher, egozentrischer Freiheit, sondern als Möglichkeit das zu leben, was in uns ist. Da werden nun häufig Dinge unterstellt. Der Mann als klischeehaftes Wesen. Nun sind da aber eine ganze Menge Nuancen, selbstverständlich, die manchmal nicht sichtbar sind. Männliche Sehnsüchte sehen tatsächlich anders aus, als vielfach angenommen.

      Braeburn ist eine Apfelsorte, die bei uns vor allem importiert wird. Süß-sauer im Geschmack. Mit hat das Profane an dem Titel gefallen – eine einfache Metapher aus unserer Zeit für ein altes, uraltes Bild. Das Alte überwinden. Und, ich zitierte es bereits einmal, dieses Wort der Expressionbisten, das „Wurmfressne“.

      Danke für deinen genauen Blick auf Breaburn und viele, viele Grüße

      Jens

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