„… dann ist das nicht mein Land.“

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(Installation Sebastian Linnerz, Köln)

Respekt.

Natürlich war ich als Kind der Seventies immer für die Revolution. Nichtsdestotrotz habe ich bei der Bundeswehr als Scharfschütze gedient. Und anschließend für immer verweigert. Schizophren, könnte man meinen, denken, sagen. Nun. So ist dieses Land. Es gibt Freiheiten, Irrwege, Richtungsänderungen, Meinungen, Umdenken.

Nichts weiter als ein guter Tag

Sonnenuntergang

Morgens aus dem Bett steigen mit dem kleinen Glück an den Füßen.

Deutschland ist gerade bewegt. Flüchtlinge. Die Medien müssen sich um Themen keine Sorgen machen. Ich freue mich, dass es eine Wende gegeben hat. In den Medien. Selbst die Bildzeitung. DIE BILDZEITUNG. Anfang der Neunziger die Stimmungsmache, das Boot sei voll. Da gingen die Streichhölzer an, die Feuerzeuge entzündeten sich.

Hinter den verschlossenen Türen Europas…

Schlüssel

Lampedusa – Hamburg.

Es beschäftigt uns alle nun ja schon seit geraumer Zeit. Auch hier im Blog ist es immer wieder mal Thema gewesen. Lampedusa und die Festung Europa. Vor den Fernsehern und Bildschirmen schauen wir zu, wie afrikanische Flüchtlinge ertrinken. Es ist wie im Film Titanic, als die Boote wegrudern, halb leer, um nicht eventuell unterzugehen.

Besser leben in der Kommune 2

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Sorry. Zur Zeit kann ich euch nur Schiermonnigkoog bieten. Alle anderen Themen dieser Welt gehen an mir vorbei. Gut so. Keine Lust auf Zypern, Euro, Krise, Weltgedöns. Der Kapitalismus mit seinen Strömen von sonstwas nervt. Kohle von A nach B und in die Taschen von X nervt. War da nicht mal was von sozialer Marktwirtschaft? Nutzung der Kräfte. Teamwork. Wenn’s ums Geld geht, hört die Freundschaft auf. Europa. Freunde. Ah ja.

Wer hat die Antwort?

Auf alle, alle, alle unsere Fragen, Fragen?

Welche Fragen? Welcher Planet? Fokussieren wir: Erde. Hubble etwas schärfer stellen, weiter in die Mitte, nach oben. Deutschland. Früher hieß es, Land der Dichter und Denker. Heute dann eher… Was?

Fels in der europäischen Brandung. Wiedererstarkter Kämpfer im Ring. Was ist die Frage? Ich habe die Frage hier schon oft gestellt und werde sie wohl immer wieder stellen: Wie wollen wir leben?

Alea ACTA est oder alles ad ACTA?

Ich hatte lange keine Lust, mich hier im Blog politisch zu betätigen. Das letzte Jahr war unruhig genug und Christian Wulff hat mich nicht genügend inspiriert, um über ihn zu schreiben. Das überlasse ich gerne Spiegel Online, die das wunderbar machen. Wie ein Terrier hängt das Magazin dem BP an der Wade. Arme Socke, könnte man sagen. Muss man aber nicht und werde ich nicht. Das ist dann doch eher Zauberlehrling: Die Geister, die ich rief oder wie naiv kann ich als Politiker sein. Ich werde später auf Deutschlands bekanntesten Urlauber, Handynutzer, Schnäppchenjäger und Eigenheimbesitzer zurückkommen.

Durban wie es singt und lacht.

Da treffen sie sich also zum UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban. Um zu reden. Über Kohlendioxid-Einsparungen. Immerhin, China bewegt sich. Ab 2020 könnte man sich einer Regelung in Form von Kyoto II unterwerfen. Bis dahin wolle man als Entwicklungsland gelten und als solches sein Recht auf wirtschaftliche Entwicklung mit allen Konsequenzen nutzen. Und so lange China nicht bereit ist, sich festzulegen, solange werden sich auch die USA nicht festlegen. Beide Länder zusammen emittieren über 40 % des gesamten Kohlendioxidausstoßes dieser Erde. Und sie stehen für rund 37 % der weltweiten Wirtschaftsleistung. Also wissen sie genau, weshalb sie da nicht gerne etwas unternehmen möchten. Es geht für alle Beteiligten darum, Geld zu verdienen. Und das ist bislang mit Kohlendioxidausstoß einfacher als ohne.

Ruhe bewahren! Bewahren Sie die Ruhe!

Jetzt muss ich mich doch mal wieder einmischen. In die große, weite Welt der Politik. Also nehme ich mein Megaphon in die Hand und rufe euch allen dort draußen an den Bildschirmen zu: Ruhe bewahren! Bewahrt die Ruhe! Sonst, ja sonst, werdet ihr einfach verrückt. Denn egal, was man liest, es ist letztlich Schwachsinn. Da draußen sind zur Zeit cirka 150.000 Milliarden Meinungen unterwegs, wie diese ganzen Krisen zu lösen sind. Jede und jeder schreibt darüber, hat eine hundertprozentig fundierte Meinung. Boah, geht mal in die Spiegel Online-Foren. Die Welt der Sachverständigen und Experten. „Das zentrale Problem ist doch…“ Und alle widersprechen sich. Es ist eine einzige Kakophonie. Journalliengeblubber, Windspielgesang, Kaffeesatzleserei. Idiotie.

99 %

Eine Zahl, ein Zeichen. Formiert sich eine Bewegung? Die Menschen in Amerika haben den Anfang gemacht. Occupy the Wall Street. 1999 war ich dort, bin die Straße entlang gegangen. Die amerikanischen Stars & Stripes glänzten in der Aprilsonne. Frühling an der Wall Street. Noch alles in Ordnung.

Blick von der Piper Bar auf Lampedusa.

Ich erlaube mir, das Thema Italien noch ein wenig weiter auszuführen. Vielleicht nenne ich das jetzt einfach Italienwoche im fiftyfiftyblog. Egal. Ich schreibe einfach. Über einen Abend in der Piper Bar. Wir waren den ganzen Tag unterwegs gewesen. Die Kinder waren alleine unterwegs, Ela und ich hatten uns an der Küste eine kleine nette Bucht gesucht. Hatten gelesen. Mein Buch: Maarten ‚t Hart, Der Schneeflockenbaum. Wieder sehr, sehr schön zu lesen. Diese Niederländer, was dieses kleine Land an guter Literatur hervorbringt. Europa.

Ein LichtBlick – schon auf echten Ökostrom umgestiegen?

Ein Lichtblick: Lichtblick – die Zukunft der Energie. Nach Fukushima habe ich mich schlau gemacht, welche Stromanbieter denn nun tatsächlich und wirklich Strom komplett nachhaltig aus regenerativen Energien erzeugen und anbieten. Gefunden habe ich die Great Four – die Pioniere der Energiezukunft. Die Unternehmen, die sich wirklich für eine saubere Umwelt einsetzen. Die das ungeklärte Atommüll-Problem des „sauberen Atomstroms“ nicht aussitzen und schon jetzt Nägel mit Köpfen machen und gleichzeitig CO2 einsparen. Eine Übersicht gibt die Seite echter Ökostrom:

EWS

Big, big Monopoly…

Kann mir mal jemand sagen, was da draußen los ist? Da ist endlich die Krise vorbei und bei mir auf dem Schreibtisch ist ordentlich was los, da zeichnen alle wieder Horrorszenarien an die Wand. Ich habe irgendwann einmal den Handelsblatt newsletter bestellt oder der mich oder wie wir auch immer zusammengefunden haben… Der meldet auf jeden Fall seit geraumer Zeit Untergangsstorys. Da ist nicht nur die Rede von Griechenland und der Euro-Krise, sondern auch von Schwierigkeiten in den USA und China. Ich meine: Was ist los? Wir reden doch immer von der reichen, reichen 1. Welt. Und die hat nun nicht genügend Geld, um sich selbst zu retten? Die USA müssen sich Monat für Monat darum bemühen, irgendwie genügend Geld in der Staatskasse zu haben. Griechenland liegt völlig am Boden und wird von einer ruckelnden Maschinerie beatmet.

Ägypten, wer bist du? Was machst du?

Die schönen Pyramiden. Gizeh. Die große Tutanchamun-Ausstellung. Ausgrabungen. Indiana Jones und irgendwelche Bundesladen. Die Faszination der Wüste. Tauchen in Hurghada, Windsurfen und Kiten in Dahab. Nilkreuzfahrten. Und jetzt das. Gestern Nacht ist der Protest in Ägypten eskaliert. Wie Spiegel Online berichtet, hat Mubarak seine Parteianhänger geschickt, zu provozieren. Gewalt zu säen. Dunkles Kalkül der Macht. Soll sich der Mob prügeln, das diskreditiert die Bewegung und zum Beispiel El Baradei, der es jetzt schon nicht schafft, die Masse kontrolliert durch den Protest zu führen. Wie auch? Wenn Molotow-Cocktails von Häusern geworfen werden, wenn die Polizei eine Foltertruppe ist (steht so in Wikipedia, das hoffentlich gut recherchiert hat).

„Der Mensch ist, was er tut. Nichts anderes.“

Das Zitat der Überschrift stammt von Jean Ziegler. Es steht jetzt hier in diesem Blog, weil es seinen Weg über einige Gedankenecken und Fügungen zu mir gefunden hat. Besser umgekehrt. Ich bin zu ihm geeilt. Einige Tage zuvor: Ich schreibe hier im Blog Google, Sex, Dreikönigstreffen! Bin angekratzt. Hörte Guido Westerwelle sich zurück in die Pole-Position schreien. Angriffe mit stumpfer Waffe. Politik in Deutschland – je lauter, desto besser. Große Buchstaben. Einfache Zusammenhänge. Leicht nachvollziehbar. Sündenböcke. Und die Medien spielen mit, nehmen die Informationen, um eine verkäufliche Ware zu haben. Mechanismen.