Jetzt zählt’s!

Die Tür mach auf, die Tor mach weit. Der Countdown läuft. 24, 23, 22. Es kommt der Herr der Herrlichkeit. Und es geht was, wie Ela gestern Abend schmerzlich feststellte. Wir haben die Adventskalender vorbereitet. Keine mit Türchen und Schokolade. Mit Säckchen. 48-mal einzeln befüllt. Ela hatte die letzten Tage alles Mögliche Kleinzeugs zusammengesucht. Dazu war sie bestimmt in eine Million Läden. Was sie da alles hatte.

Sie holte die Kalender vom Speicher, wir breiteten die Säckchen aus, legten auf jedes eine Kleinigkeit, verpackten die in Papier (damit man nicht in die Säckchen von oben reinschauen und vorher nachsehen kann!), steckten jedes Teil in ein Säckchen und hängten sie an die beiden Holzbretter mit den 24 Häkchen. Ich sagte: Was für eine Arbeit. Ela sah mich melancholisch an. Kann man jetzt an den Fingern abzählen, wie oft noch. 11 und 13. Wie lange wollen Kinder, Jugendliche einen Adventskalender? Allmählich werden sie groß. Der Countdown läuft. Wenige Jahre noch. Türchen auf, Türchen zu.

Also: Keine Arbeit, Freude. Tatsächlich. Immer eine Frage der Perspektive. Wir sind dann in die Zimmer geschlichen, wo die Kinder längst noch nicht schliefen. Das war auch mal anders. Los, Kopf unter die Bettdecke. Ihr kriegt jetzt mal gerade nichts mit. O.K. Guck über die Bettdecke. Hey!!! Zum Auftakt heute Morgen gab es ganz klassisch Schokolädchen. Morgen dann…

Ich wünsche euch ein schönen ersten Tag mit Türchen auf und leckren Sachen und leuchtenden Augen. Ciao.

19 Antworten auf „Jetzt zählt’s!“

  1. Hallo Jens,

    ja, auch größere „Kinder“ haben noch Spaß an Adventskalendern. Meine Große (19 Jahre) bekam von mir eine Mini-Adventskalender in Postkartenformat, eine Schneelandschaft mit ganz viel Glitter, und hinter jedem Türchenchenchen (weil so mini!) erscheint ein kleines Motiv. Ihr hat es gefallen, selbst heute Morgen, dabei ist sie sonst so ein Morgenmuffel. So kann man mit kleinen Sachen anderen Freude machen!

    Viele Grüße

    Annegret

    P.S.: Wir haben bereits jetzt die Tageshöchsttemperatur von -7 Grad erreicht. Bibber, bibber.

    1. Hi Annegret,

      dann können wir ja noch ein paar Jahre. Bin gespannt. Kann mir gar nicht vorstellen, wie es sein wird, wenn die mal 19 sind. Aufregend.

      Liebe Grüße

      Jens

    1. Hi Annegret,

      das wird immer gesagt, ich weiß. Wenn ich aber an die Zeit zurückdenke, als wir hierher gezogen sind. Vor zwölf Jahren, da war Jim 1 und Pella noch nicht da. Zwischen jetzt und damals liegen Jahrhunderte. So viele Erinnerungen. So viel Freude, so viele kleine und größere Katastrophen. So viele Urlaube, Weihnachten. Prall gefüllt. Wenn ich daran denke, habe ich nicht das Gefühl, sie seien schnell groß geworden. Es ist viel zeit seit damals vergangen.

      Liebe Grüße

      Jens

  2. Keine Sorge, Jens, auch mein 22jähriger Kriminalkommissar-Sohn freut sich noch über Adventskalender und Nikolauspäckchen – ich glaube das geht irgendwann nahtlos über in die Bescherung der Enkelkinder…never ending story, aber schön, oder?
    Eine schöne Adventszeit wünsche ich dir und deiner Familie! Uta

    1. Hi Uta,

      wie bitte? Erwachsene Kinder, Enkelkinder? Meinem männlichen Organisationstalent wird schwindlig. Never ending story? Fiftyfifty bis zum Abwinken? Das hat mir niemand gesagt. Ich dachte, irgendwann hätte ich frei. Füße hoch, Sonnenschein, schönen Tag auch. Herrje. Wenn das für Adventskalender gilt, dann wil ich gar nicht wissen, wo dieses Prinzip sonst noch greift. Ich höre mal lieber auf, mir weiter Gedanken zu machen. Enkelkinder. Aber da müssen dann doch meine Kinder ra. Ich kann doch nicht an denen vorbei… Geht doch nicht. Das wird ja alles immer komplizierter. Wer da wen und überhaupt.

      Liebe Grüße

      Jens

    1. Hi Judy,

      und dein Mann? Kriegt der auch einen? Hab meiner Freundin eben einen geschenkt, die ist über 40, und sie hat sich auch gefreut. Würde ich mich auch freuen? Männer naschen doch nicht. Wissen wir doch aus der Werbung.

      Liebe Grüße

      Jens

    2. P.S. – Jetzt habe ich heute von einer Kundin Post bekommen. Und was war drin? Ein Adventskalender. Mit Lindt-Füllung. O.K. Überredet.:)

  3. Ich bin 20. Meine Schwester ist 24. Adventskalender muss sein. Advent ohne Adventskalender ist kein Advent! Ich werde mit 40+ auch noch einen haben, jedes Jahr.

  4. Hallo Jens,

    Advent ohne Adventskalender wäre wie Kaffee ohne Milchschaum – es ginge, wäre aber nicht wirklich schön. Irgendwann Anfang der Siebziger bekam ich von meiner Patentante einen wunderschönen Adventskalender in Form einer Streichholzschachteluhr. Das Teil musste meine Mutter dann kopieren, damit mein kleiner Bruder nicht benachteiligt wurde. ;o) Wie oft bin ich spät abends noch mal in die Küche geschlichen, um nachzuschauen, was mich am nächsten Morgen überraschen sollte. Und manchmal war ich auch ein bisschen enttäuscht … nur ein Bonbon. Naja. Später habe ich mir die Freude nicht mehr selbst vermasselt. Wohl aber meine Tochter gemaßregelt, als sie aus dem inzwischen vererbten Kalender mal „ooch, nur Schokolade…“ klaubte. Geschenke könne man nicht einfordern und Ähnliches hörte ich mich dozieren. Natürlich hat sie diese Lektion gelernt. Und ich darf mir noch immer Winzigkeiten einfallen lassen, die niedlich und überraschend genug sind, um ein 22jähriges Kinderherz zu erfreuen. Mach ich doch gerne. Aber nicht in diesem Jahr. Da war der Adventskalender verschwunden. Einfach nicht zu finden. Weder bei mir im Dörfli, noch bei ihr im Städtchen. Heute rief die Oma an und fragte, ob wir einen Adventskalender vermissten … Keiner weiß, wie der dort hingekommen ist. So wird es aus organisatorischen Gründen in diesem Jahr ein Babysocken-Kalender werden. Der ist schnell gemacht und hoffentlich kein Omen. Und größere Geschenke passen da auch mal rein.

    Ich wünsche dir einen zauberhaften Advent!

    Uta

    1. Hi Uta,

      es scheint, wie ich aus den Kommentaren lese, in vielen Familien eine echte Adventskalender-Tradition zu geben. Da fehlt mir leider was. Heute beim Mittagessen hieß es: „Jetzt haben alle außer der papa einen Adventskalender.“ Ich sagte: „Nich so schlimm. Männer naschen doch nicht…“ Dann kam die Post und ich bekam einen von einer Kundin zugeschickt. Mit Lindt-Schokolade. Habe mich schon sehr gefreut und ihr gleich gemailt. Ich glaube, unsere Kinder werden die Adventskalender-Tradition auch leben. Hoffe ich. Danke für deine schöne Geschichte.

      Liebe Grüße

      Jens

  5. Ich habe meiner Frau einen Adventskalender gebastelt. Schöne Papiertüten gekauft nebst weihnachtlicher Aufkleber von 1-24 und dann durch die Geschäfte gestromert. So sind 24 kleinere und größere Aufmerksamkeiten zusammen gekommen. Dann alle Tüten an eine lange Leine gebunden und an das Geländer vom Treppenaufgang gebunden. Sie hat sich sehr gefreut und kann es kaum erwarten jetzt jeden Morgen eine neue Tüte aufzumachen.

    1. Hi Raoul,

      wow! Ich kann mir vorstellen, dass sie sich sehr gefreut hat. Und du hattest wahrscheinlich auch viel Spaß, zu schauen, was ihr wohl gefallen wird. Jetzt könnt ihr euch noch 22x gemeinsam freuen. Sie sich über die kleinen Geschenke und Aufmerksamkeiten, du dich über ihre Freude. Wahrscheinlich bist du auch immer ein wenig aufgeregt, ob ihr die Überraschungen auch gefallen. Vor allem bei den Größeren. Auf jeden Fall eine super Idee. Eigentlich sollte es Anfang November eine Adventskalender Vorbereitungseite im Netz geben, die zeigt, was es an Ideen gibt.

      Liebe Grüße

      Jens

  6. Hallo Jens,

    ja, ich bin auch jeden Morgen aufgeregt. Heute morgen war ein kleiner Zettel von mir in der Tüte und darauf stand : „Luft und Liebe“ – Zu meiner Liebe jetzt auch eine Tüte Luft dazu, auch für unterwegs ;-)

  7. Nachdem unser Andreas krank war, wir alle Lebenspläne über den Haufen geworfen haben und in unsere Heimatstadt zurück gezogen waren, haben wir, nach umfangreichen Umbauarbeiten in meinem Elternhaus gelebt. Unten, da wohnten meine Eltern, meine Schwester mit ihrer Familie darüber und wir oben. Über uns der Partyraum und das Solarium und unten im Keller die Tichtennisplatte und diverse Sportgeräte. Nix dolles, irgendwie zusammengeklaubt.

    Auf dem Stockwerk in dem meine Eltern wohnten, da gab es ein „schwarzes“ Brett an das meine Mutter zum Beispiel die Nachricht hing: am Samstag gibt es marinierte Heringe, wer kommt?

    An den Haustüren hingen, wann immer wie zu Hause waren, die Schlüssel außen, aber ohne zu Klingeln und Klopfen betrat niemand die Wohnung des anderen. Außer, wenn wir zu meinen Eltern gegangen sind, da sind wir immer so rein, ohne klopfen ohne klingeln.

    Ich bastelte in einem der Jahre mal einen Adventskalender, da durfte jedes Stockwerk abwechselnd öffnen, da waren gemeinsame Gänge über den Weihnachtsmarkt, Besuch bei MacDo, gediegenes Kaffeetrinken bei uns, oder weiß nicht mehr alles was noch drin. Viel Gemeinsamkeit. Die Jahre, die wir hier verbracht haben gehören zu den schönsten meines Lebens.

    Adventszeit, irgendwie auch ein wenig Erinnerungszeit.

    Herzlich
    Gitta

    1. Hi Gitta,

      deshalb freue ich mich auch, für die Kinder Erinnerung zu schaffen. Für sie und für mich und Ela. Ich hoffe und bin eigentlich überzeugt, dass sie sich an Weihnachten in der alten Schule erinnern werden. Daran, wie wir jedes Jahr kurz vor Weihnachten losziehen, um im Wald des Nachbarn einen Baum zu holen. An das gemeinsame Schmücken, an die Fahrt in die Schule zur Weihnachtshandlung, die Bratäpfel vor der Bescherung. Den Adventskranz in der Küche, den ich mal aus Weidenruten gebastelt habe. Ein Ring aus Zweigen. In der Mitte stehen die Kerzen auf einem roten Stern aus Filz. Erinnerungen zu schafen und sie dann zu haben, ist schon sehr sinnvol und bereichernd.

      Liebe Grüße

      Jens

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