Lampedusa, Levanto, Liebe, Le Havre

Liebe wie ein großer Stern
im Zauberstaub des Schweifs verwandelt
in der Berührung
eines Augenblicks

Spielend in den Wellen
das kleine, kleine Mädchen
an der Hand
des Vaters

Wie ein Gemälde
Géricault
Lampedusa
Medusa

Angespült im weißen Schaum
der Brandung
der starke schwarze Rücken
die teure Badehose
in himmelblau
orange
und Rüschen
an ihrem Badeanzug
Der Glitzer des Abends
Sonne auf der Haut
diese Wärme im Körper

Angekommen

Weit draußen auf dem Meer
die Flöße
mit voller Mannschaft
dicht besetzt
die Hoffnung
als Segel gespannt
im Durst nach Freiheit
Menschlichkeit
nach Aki

september 2011

8 Antworten auf „Lampedusa, Levanto, Liebe, Le Havre“

    1. Hi Tine,

      danke. Ist lange gewachsen und aus vielen Seitensträngen zusammengewachsen. Es sollte schon lange geschrieben sein, aber es fehlte wohl Le Havre. Habe ich gestern Abend in Köln gesehen. Bin eatra 150 Kilometer gefahren. War dann genau das richtige Kino – cinenova in Köln, ein Arthouse-Kino. In den Farben des Films, diesem taubenblau aus den Sixties eingerichtet. Der Film – einfach grandios. Ein alter Meister hat ein ruhiges, bildstarkes, so menschliches Werk geschaffen. Mit minimalem Aufwand. Habe Ela heute Morgen eine halbe Stunde lang erzählt. Der ist so voll, obwohl er von der Ausstattung so reduziert ist. Le Havre zeigt, was wirklich wichtig ist. Alles andere kommt im Film nicht vor – keine Arabesken. Eine Parabel, eine Metapher.

      Nach mir kamen Menschen aus dem Saal, da sagte ein Mann: So Kunstkino. Er meinte es abfällig. Ich würde sagen – die wahre Kunst des Kinos. Es gibt viel zu entdecken, der Film ist gespickt mit Anspielungen, Mertaphern, kleinen Gesten. Lohnt sich.

      Liebe Grüße

      Jens

  1. Hallo Jens,

    Le Havre und Lampedusa scheinen in Deinem Kopf festzustecken. In Deiner Lyrik hast Du das wunderbar übersetzt, und sie regt zum Nachdenken an, über unser Leben, über unsere Mitmenschen.

    Liebe Grüße

    P.S. : Gestern hat es in Goch ein Erdbeben gegeben. Unser Fernseher und unser Computer haben gewackelt. Selbst auf dem Sofa wurde mir ganz mulmig. Wie haben sich dann die Menschen in Japan gefühlt?!

    P.S.S.: Falls Du mal über Heirat nachdenkst: Heute Scheidung vor Gericht: Ganze fünf Minuten. So schnell kann es gehen.

    1. Hi Annegret,

      hat dieses Mal lange gedauert. Als ich die beiden in den Wellen gesehen habe, hätte ich sie so gerne fotografiert. Dieses Bild würde ich gerne in einem großen Museum sehen. Dann fehlten noch ein paar Dinge und einige Sachen m,ussten aus der vergangenheit hervorgeholt werden. Und dann hat Le Havre gestern Abend den Rest dazu getan. Das Gefühlt von menschlichkeit und Mitmenschlichkeit. da hat die ganze Zeit das Unterbewusstsein gearbeitet. Spannend, unser Gehirn.

      Zu deiner Scheidung, was sol ich da sagen? Herzlichen Glückwunsch? Das käme mir zynisch vor. Ich glaube, ein „macht nichts“ oder „dann eben so“ wäre angemessener) Ich hoffe, es tat dir nicht weh und hat schlechte Gefühle bewirkt. Im Grunde hat sich ja nichts geändert, es ist nur ein termin, der wahrscheinlich auch irgendwie befreit.

      Liebe Grüße

      Jens

      P.S. – Morgen haben wir Dorffest bei Sonnenschein! 50 Jahre Dorfgemeinschaft! Großes Festzelt, großes Kino…

      1. Hallo Jens,

        es war nur ein Termin. Die Trennung war schon vor vier Jahren. Die Krise ist schon Vergangenheit. Das Gute ist, daß wir miteinander reden können. Und daß er als Vater präsent ist.

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