Sushi rot-weiß!

Es geht nicht um Japan. Wir bewegen uns auf dem Lande. Mitten in Deutschland. Das Wetter ist herrlich, die Situation entspannt, die Wirtschaftskrise schleicht Schritt für Schritt aus meinem Büro. Morgen habe ich einen großen Businesstermin mit Anzug und vollem Programm. Deshalb blogge ich jetzt schon. 22:08 Uhr – komische Zeit zum Bloggen.

Heute hatten wir einen echten fifty-fifty-Tag. Die Kinder kamen spät aus der Schule und danach gab es einiges zu tun. Jims Klasse probt gerade an einem Theaterstück. Täglich zwei Stunden. Er spielt in „Der Welle“ den Lehrer. Große Aufregung hier im Haus. Der Junge braucht ein Bühnenoutfit. Also hat sich Ela als Kostümbildnerin verdingt und ist mit ihm nach Siegen gefahren, um nach passenden Klamotten zu suchen. Soll ja nach was aussehen. Kleider machen Leute und ein schlechtes Kostüm ist Gift für die Rolle. Das muss schon passen – in jeglicher Hinsicht.

Derweil war ich unterwegs in die entgegen gesetzte Richtung, um Zoe vom Hip-Hop-Tanzen abzuholen. Macht sie jetzt neu mit drei Freundinnen aus ihrer Klasse. War lustig, als ich da so mittendrin stand in der Tanzschule und gefühlte 150 Mädchen versuchten, Lady Gaga zu sein. Jetzt bin ich mal ein wenig böse: Das mit dem Gaga hat schon ganz gut geklappt. Als die Stunde aus war, stürmten die links und rechts an mir vorbei in eine zwei mal zwei Meter große Umkleidenische. Ich hätte Panik bekommen, Platzangst. Geschweige denn, dass ich mir da hätte meine Schuhe anziehen können. Die konnten das, weil sie nur gequatscht und gekiechert haben. Die haben einfach ignoriert, dass das mit dem Schuheanziehen unmöglich war. Und ging dann ja auch. Zwischendurch schallte mal ein „vollgeil“ oder „krass ey“ aus der Menge und irgendwann stand Zoe vor mir. Mit Schuhen an den Füßen. Komisch, weibliche Zauberei.

Wir haben dann die Gunst der Stunde genutzt und waren noch einkaufen. Weil ich heute Morgen seit Wochen mal wieder einen echten Cappuccino – also mit Koffein (nix decaffeinato) – getrunken hatte, sauste ich nur so durch Supermarkt und Bioladen. Am Ende allerdings war ich nicht schneller als sonst, weil ich viel zu viel eingekauft hatte und es endlose Schlangen vor den Kassen gab. Schönes Wetter oder so. Raus vor die Tür, die im Winter leer gefutterte Speisekammer wieder auffüllen. Alles aus dem Winterschlaf erwachte Bären und Eichhörnchen. Honig und Nüsse kaufen. Ich also auch. Papabär mit Zoe im Schlepptau. Der Wagen bis obenhin voll. Musste ich alles hinten in den Kombi neben Cooper quetschen. Muss ja für eine Woche reichen.

Zu Hause dann großes Hallo. Ela und Jim sowie Zoe und ich trafen parallel ein. Pünktlich 18.04 Uhr (wir wollten eigentlich schon um 18 Uhr zum Sport fahren, naja). Großes Chaos. Jim präsentierte sein Outfit, der Hund schwirrte aufgeregt wie eine Biene um unsere Beine, Ela musste Mails checken, ich kurz Twitter, Facebook, Blog und Mails und Zoe redet ohne Unterlass von Hip-Hop-Tanzen. Dann habe ich die ergatterten Lebensmittel hoch in die Wohnung geschleppt und festgestellt: Das passt ja alles gar nicht in den Kühlschrank. ELA!!! Mach was. Hilf mir. Und nun? Wir mussten einiges in den kühlen Keller auslagern. Bei der momentanen Weltlage ist es vielleicht nicht schlecht, etwas mehr im Haus zu haben. Schuld war sowieso der Kaffee. Unter solchen Bedingungen kann ich nicht vernünftig einkaufen. Basta.

Dann kam Jim. „Du. Papa, ich hab in Siegen Sushi gegessen.“ Die waren aus ’nem Fischladen. Jim ist gerne Sushi, kürzlich haben wir zusammen welche gezaubert, die gar nicht schlecht waren. Als er die in Siegen gesehen hat, wollte er zuschlagen. Günstige Gelegenheit. „Weiß du was? Da war Mayonnaise drin. IN SUSHIS!!! IHHH!!!“ Und dann meinte er noch: „Ich wollte doch keine Sushi rot-weiß.“ Das ist ungefähr eine Liga mit löslichem Cappuccino mit Sprühsahne. Uah!

Jetzt herrscht hier Ruhe. Die Kinder schlafen, Ela ist auch schon im Bett und ich werde nun den Rechner runterfahren. Vielleicht noch kurz an den Kühlschrank. Eine gute Tat vollbringen und Platz schaffen:) War ja gerade beim Sport. Nach dem tag hab ich jetzt irgendwie auch Lust zu shoppen. Neue Schuhe. Jetzt? Probier ich doch mal online. Frag ich mal Google: Schuhe? Mal sehen, da lande ich z.B. beim Götz Schuhversand

So, ihr Lieben. Morgen werde ich nicht im Büro sein, weil ich um acht Uhr schon auf die Autobahn düse. Dann den ganzen Tag Meeting und am Abend bin ich zur Vorstandssitzung meines Fußballvereins geladen. Der bekommt einen Kunstrasenplatz und braucht ein Sponsorenkonzept inklusive Logo und Flyern. Parallel arbeiten wir hier an der Festschrift unseres Dorfvereins, der bald 50 wird. Soll ja keine Langeweile aufkommen. Wir hören dann am Freitag wieder voneinander? Bis dann. Genießt. Wie wär’s mit Sushi? Vielleicht vorher reingucken…

4 Antworten auf „Sushi rot-weiß!“

  1. Hallo Jens,

    bei so viel Action kann ja keine Langeweile aufkommen. Aber statt Sushi-Rot-Weiß bevorzuge ich Pommes-Rot-Weiß. Meine Empfehlung bei so viel Action: Zwischendurch mal Luft holen.

    Gutes Schaffen.

    Annegret

    1. Hi Annegret,

      das Wort Langeweile ist mit der Geburt von Jim und Zoe zu Ende einfach weggefallen:) Hier ist immer was los. Mit Cooper hole ich dann Luft. Un din meinem Morgenritual. Es gibt genügend ruhige Momente.

      Liebe Grüße

      Jens

  2. Echt? Majo im Sushi, das ist ja mehr als eklig! Ich schließe mich dem IIIIHH deines Sohns an.

    Mir hat übrigens besonders gut gefallen, wie du beschrieben hast, dass die Mädchen die Unmöglichkeit ihrer Handlungen total ignoriert haben und es gerade deshalb möglich wurde.

    LG, Alex

    1. Hi Alex,

      Sushi mit Mayo. Wie kann man darauf kommen? Die Mädchen waren echt süß. Die waren so in ihrem Mädchen-Hip-Hop-Film, das alles andere egal war.

      Liebe Grüße

      Jens

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