Warten.

… ist nicht meine Stärke.

Zur Zeit ist das Thema Warten in meinem Leben sehr präsent. Ich warte. Bin ausgebremst. Gerade in dieser Woche stehen grundlegende Entscheidungen, Veränderungen an. Ich weiß noch nicht, was kommt, wie ich mich entscheide. Was sich mir bietet. Ich führe Gespräche – beruflich, privat. Vielleicht wird alles anders. Was für ein Jahr.

In diesem Warten-Kontext habe ich gerade Fotos von Trash Treasure aus Köln entdeckt. Eine Serie, die wartende Menschen zeigt. Fotos voller Details. Körperhaltungen. Äußerst spannend. Und inspirierend.

Heute haben wir Jim und seinen Freund vom Flughafen in Düsseldorf abgeholt. Ich habe meine Kamera mitgenommen, um dieses Abhol-Event fotografisch festzuhalten. Denn es waren nicht nur wir da, sondern auch eine ganze Reihe anderer Menschen. Vor allem Freundinnen aus der Klasse, die frei hatten wegen einer Zeugniskonferenz. Die Mädchen hatten 12 Himbeertörtchen zur Begrüßung gebacken. Es gab ein Banner mit der Aufschrift „Welcome back, boys!“ und Gekreische, als Jim und sein Freund mit ihren Rucksäcken durch die Automatiktür traten.

Großes Hallo. Küsschen, Umarmungen, Fragen, Fragen, Fragen. Die beiden taten mir fast schon leid. Dann großes Picknick mitten im Flughafen mit Kaffee, Brownies (hat Zoe gebacken) und den Himbeertörtchen.

Irgendwann habe ich mich weggestohlen. Zum Fotografieren. Den Flughafen durch die Linse sehen. Da fiel mir der Eingang auf. Das Foto oben. Ein Taxi fuhr vor, überall wiesen Schilder den Weg oder gaben an, wie man sich zu verhalten hat. Go. No Go. Leitsymbole. Notausgang. Ich habe den Moment ihn ein Bild gepresst, um ihn anzuhalten. Zuhause habe ich in bearbeitet, um ihn zu einem Bild zu machen. Verfremdet. Leuchten. Gold. Bright. Hell. Licht, Glitzer, Spiegelungen. Anhalten, warten. STOPPTASTE. Aus dem Irrsinn des Flughafens raus, die Geräusche eliminieren, das Rumhetzen ausblenden, den Lärm – Flugzeuge, Autos, Menschen. Stimmen, Schritte. STOPP.

Warten. Was passiert, wenn man wartet? Was sind Wartezeiten für das Leben? Pausen? Verschenkte Zeit? Unnütze Zeit? Wozu…

Ein spannendes Thema, das sich in der Stadt wohl besser einfangen lässt. Hier auf dem Land gibt es keine wartenden Menschen. Zumindets nicht sichtbar. Wer unterwegs ist, bewegt sich. Steht nicht, wartet auf nichts. Ich warte. Ich könnte Selbstportrtaits schießen. Nein. Vielleicht finde ich einen anderen Blick. Mal sehen.

10 Antworten auf „Warten.“

    1. Danke, Alina. Für den Kommentar und die netten Worte. Schön ist ein schönes Wort. Ich mag Schönschreiben. Meine Handschrift sieht allerdings alles andere als schön aus:) Wir haben uns mal kurz in Köln gesehen – am Ebertplatz, labor Projektatelier.

      1. Ich weiss wo wir uns gesehen haben, sonst wäre keine feisbuc-Freundschaft entstanden. ; )
        &.. ich habe eine schöne Schrift, kann aber nicht schreiben. Na.. nicht so „schön“ wie du!
        sonnige Grüße aus Ehrenfeld

        1. Klar, stimmt. Virtuell, real, Kunst, Traum, Wirklichkeit – verschwimmt manchmal in meinem Kopf. Bei allem Warten dreht sich die Welt doch schnell. Schöne Schrift und dann auch noch zwei Sprachen. Was willst du mehr? Und dann wahrscheinlich noch schöne Gestaltung und Ehrenfeld. Mein Büro war früher in der Gutenbergstraße. Schöne Zeiten, Wohlfühl-Viertel.

          Sonnige Grüße aus der Pampa

          Jens

  1. Hallo Jens,

    ja, Warten ist auch nicht mein Ding. Mein zweiter Vorname ist Ungeduld. Ich finde warten schrecklich. Aber leider gibt es immer wieder Phasen,in denen man warten muß, sich in Geduld fassen muß, mal länger, mal kürzer. Ich habe gerade so eine Phase, in der ich nichts richtig fertig bekomme. So viel ist begonnen, so viel Neues kommt zwischendurch. Es ist wie verhext. Hoffentlich geht diese Phase bald vorbei.

    Ich weiß wie schwierig es ist zu warten. Ich wünsche Dir viel Geduld und außerdem Mut zur Veränderung, wenn es Dir zugute kommt.

    Das Bild mit dem Taxi hat mir gut gefallen. Warten …

    Frühmorgendliche Grüße
    Annegret

    1. Hallo Annegret,

      ich möchte immer auch alles jetzt und sofort. Obwohl es mit der zeit besser wird. Alles Drängen hilft ja nix. Wenn es soweit ist, ist es soweit. Da hilft nur konstruktives Warten. Ich wünsche dir, dass du deine Projekte ruhig abarbeiten und so voprwärts kommen kannst.

      Liebe Grüße

      Jens

  2. du wartest doch gar nicht, die gedachte welt dreht sich ja weiter, auch in deinem denken. der atem geht weiter, die sonne geht auf und unter und du stehst mittendrin im leben.
    und wenn du nicht weiter weißt oder es gerade so ist, wie es sich für dich anfühlt, ist das doch auch eine wunderbare gelegnheit, noch näher hinzuschauen, weiter zum betrachter zu werden ( ja, das toll glänzende bild von dir als betrachter), alles drumherum von außen versuchen zu betrachten, gelassenheit zu üben… den lauf der dinge anschauen…., und zwischendurch cappcino trinken…und sich freuen über das was ist…:-)! …

    1. Hi Sarah,

      ich warte nicht? Denke, glaube nur, dass ich warte? Ah. ja, die Welt dreht sich weiter und es passiert so viel. Nur in diesem Jahr etwas anders, als ich mir das vorstelle. Die Komfortzone drückt an verschiedenen Ecken und Kanten. Ende der Gemütlichkeit, Zeit für Veränderung. Sehen, was wird. Gelassenheit üben. Weiterhin. Ja:) Immer. Freue mich, über das was ist. Oft. Gerade:)

      Liebe Grüße

      Jens

      1. :-) Lächeln, Sonnenschein, Blätter, feuchte Nasenspitzen, Kinder, Schwalbenflüge, Wolken, Weite, Luft !

        Ich glaube;-), wir können immer versuchen das Beste rauszuholen, wenn wir es schaffen noch näher hinzuschauen, oder uns immer wieder darin üben, den kleinen Dingen Beachtung schenken und sich daran zu freuen.
        Deine Bilder, Gedanken , dein Tun sind bestes Beispiel dafür!!! :-))))

        1. :)

          Grins. Schöne Wörter. Schöne Worte. Schwalbenflug. Yeah! Ich mag besonders gern die Mauersegler. Wie die durch die Luft jagen. Die gebogenen Flügel. Die können nicht auf der Erde landen, weil die dort nicht starten können. Die brauchen eine erhöhte Startposition.

          Ich bemühe mich. Jeden Tag. Manchmal komme ich, wie wir alle wahrscheinlich, unter die Räder. Aber: Unkraut vergeht nicht.

          Danke!

          Liebe Grüße

          Jens

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