Le soir rouge

red moon

Es gibt so kulminierende Zeiten. Manchmal, da passiert nichts. Man könnte von Ruhe oder Langeweile sprechen. Es sind Millimeter, die den Unterschied machen. Gefühle fallen von Klippen, Stimmungen fliegen, landen, steigen, erobern. Nichts ist fest, alles ist in Bewegung. Man würde gerne. Zementieren. Betonieren. Festhalten. Aber genau dann, wenn man glaubt, man könne greifen, nun, in diesem Moment, hätte man es, dann: Puff. Ciao. Aufgelöst, weggebeamt, schön hinterher winken. Bis bald, liebes Glück, Schöngefühl.

Heute Abend hatte ich die Qual der Wahl. Die große Entscheidung. Fußball oder Yoga. Dabei ging es zunächst nicht um Bayern/Real, das Hinspiel des Champions League-Halbfinales. Nein. Ganz profan: Training. In den letzten Wochen habe ich es verpasst. Nun, ich soll nicht lügen. Es ist noch ein wenig anders. Ganz ehrlich? Wir hatten Spiele. Ü32. Über 32 Jahre. Tja. Und da bin ich nicht mehr dabei. Zu alt. 49. Ja, es schmerzt. Zugegeben. Was soll ich sagen? Natürlich. Selbstverständlich. Alle sagen, 49 ist kein Alter. Alles im grünen Bereich. Klar. Nur auf dem Platz bin ich raus. Also hatte ich kein Training, weil Meisterschaftsspiele stattgefunden haben, an denen ich nicht teilnehmen konnte. Fußballer-Frührente. Und dann war da noch viel Arbeit. Lange Tage. Nun ja. Ausreden gibt es immer.

Also habe ich mich heute auf das Training gefreut. Es war mir lieber als Yoga. Männerschweiß, Sprüche, Tackling, rennen, schreien, vollenden. Weil die Bayern gespielt haben, waren wir nur zu acht. Vier gegen vier. Keine große Sache, ein kleines Hin und Her. Geklicker. Aber dann. Ich hatte meine schwarzen kurzen Hosen angezogen, die Kaiser geschnürt, das neuseeländische Nationaltrikot der Rugby-Mannschaft übergeworfen und war aufgelaufen, als wollte ich Christiano Ronaldo ins Hallo stellen. Voll motiviert, gut gelaunt, mit voller Freude auf das, was kommt.

Es kam anders, als ich dachte. Manchmal ist das Leben spontan. Die Dinge ändern sich, die Erwartungen verfliegen wie Wasser auf der heißen Herdplatte. Wusch. Plötzlich, vom einen auf den anderen Augenblick hatten wir einen Gegner. Die trainierende A-Jugend. Junge Kerle im besten Alter. 17, 18 Jahre jung. Holla die Waldfee. Respekt. Ausdauer, Wille, Schnelligkeit, Können, Stärke. Mir fiel so manches Wort ein. Am Ende ließ sich alles in dem Wort Respekt verdichten.

Ich wollte nicht verlieren. Nicht so kurz nach meinem 49-zigsten Geburtstag untergehen. Gegenwehr, aufbäumen, zeigen, was da ist. Lief gut an. Die jungen Götter klebten am Ball, spielten jeder für sich Traumfußball. Kaum vom Leder zu trennen. Tja. Aber. Es fehlte was. Die Konsequenz. Das Durchsetzungsvermögen. Und so konnten wir atmen, Luft holen, reagieren, kontern. Und. Obwohl. Ich eigentlich. Verteidiger bin, ging ich nach vorn und hatte die ausgesprochen wunderbare Gelegenheit, Tore zu machen. Buden. Zu vollenden. AAAHHH! Ego, Leuchten, Heiligkeit, Wunderbarigkeit.

Während des Spiels, das kurz vor dem Spiel der Bayern gegen die Reals stattfand, hörten wir plötzlich die Blaulicht-Sirenen. Und: Jetzt schließt sich der Kreis. Spätestens hier beginnt das Kulminierende. Das neue Feuerwehrauto aus MÜNCHEN war eingetroffen. Unsere Feuerwehrjungs aus der Nachbarschaft waren gestern nach München gefahren, um den neuen Wagen (der sich offiziell Fahrzeug nennt) abzuholen. Eine sündhaft teure Kiste, die sich die Gemeinde kaum erlauben kann. Aber bei Autos der Farbe Rot werden Männerherzen nunmal weich. Also: GEKAUFT. Weil die Karre so groß ist, muss nun auch das Feuerwehrhaus komplett umgebaut werden. Das erklärt die Riesenbaustelle mit Kran vor unserem Haus. Nichts bleibt, wie es ist. Immer hat einer eine Idee, wie es noch besser geht. Deutschland. Investieren, machen, tun, verändern, Aktionismus. Keine Ruhe in keinem Augenblick. Ein durchgeknalltes Land.

Auf jeden Fall wussten wir, das Fahrzeug ist da. Angekommen. Wir spielten zu Ende, gönnten den Young Gunss das letzte Tor, das ihre Niederlage bei weitem nicht abwenden konnte und machten uns mit einem Bier in der Kabine und einer heißen Dusche fit für das Spiel der Fußballgiganten. 22 Kerle in Madrid auf dem Platz. Ein Name größer als der andere. Die Bayern überlegen, die Madrilenen die Gewinner. Diese Bayern haben zwar ordentlich Dampf gemacht, aber immer, wenn es drauf ankam, vorne gestanden. GESTANDEN! Keine Bewegung, die bei den Madrilenen zu Fehlern hätte führen können. Hätte führen können. Ein erbärmlicher, langweiliger Konjunktiv, der beschreibt, was nicht passiert ist. Keine Überraschungen, keine genialen Pässe, keine geschaffenen Räume, kein Pass in die Tiefe. Nothing. Zwei Konter von Ronaldo & Co., ein Tor, eine Bayern Niederlage. LANGWEILIG.

Hat trotzdem Spaß gemacht der Abend. Denn meine Alten Herren haben gegen die Jugend gewonnen, das neue Feuerwehrauto ist angekommen und alle im Dorf sind glücklich und zufrieden (Gute Nacht, Johnboy). Ab in die Betten, dem Tag Adieu sagen und sich auf das Tagwerk eines neuen Tages freuen. Ich werde im Job ein neues Medium bespielen. Was eine klassische Broschüre werden sollte, hat sich zu einer digitalen Präsentation mit einem verspielten Programm entwickelt. Ich schreibe nicht nur, sondern überlege mir eine mit visuellen Effekten gespickte Präsentation. Für einen Termin in München. Im Mai und im Juni wird es mich dorthin verschlagen. Herr Schönlau auf Reisen. Als festangestellter Texter kommt man rum. Raus aus dem Büro, rein in die Welt. Gefällt mir. Kriegt ’nen Like und ’nen Smiley:) Ciao. Schlaft gut, träumt süß, bessert euch.

Ach ja: Die Überschrift. Le soir rouge. Der rote Abend. Das bezieht sich auf die Bayern-Trikots und das neue, sensationell fantastische neue Feuerrwehrauto (in Fachkreis einfach das neue Fahrzeug genannt).

Und jetzt die Rumänen…

Focus Seite

Ja Mann, was weiß ich eigentlich über Rumänien? Bilder im Kopf, sonst nix. Dracula, Transylvanien, Pferdefuhrwerke, ein toter Ceaucescu und erzkonservative CSU-Bayern, die mit Rumänen Wahlkampf betreiben. Kohl, Koch, Seehofer. Wie war das damals: Das Boot ist voll. Dann brannten die Häuser. Biedermann und die Brandstifter. Immer schön einheizen und Stimmung gegen Menschen machen und Angst schüren. Des lieben, hart verdienten Geldes wegens, dass dann die anderen in Saus und Braus verprassen. Janos hat da die schöne Geschichte vom Maulwurf und der Grille gemalt, die den ganzen Sommer über gefiedelt hat. Und? Im Winter setzt sie der Hirschhornkäfer (als Hundebesitzer mag ich keine Jäger, die nerven nur und lauern einem auf und sind tiermordende Großkotze mit perfidem Revierverhalten – wie Hausmeister in grauen Kitteln – tu das nicht, tu jenes nicht, des armen Wildes wegen, dass sie dann zum Wohle des Tieres erschießen. Hä? Nun gut, klar, es gibt auch nette Jäger. Aber einige. Vollschuss.) vor die Tür: Hast den ganzen Sommer nur gefiedelt! Nun sieh zu, wie du klar kommst! Und so stapft sie durch den hohen Schnee in dünnen Schühchen. Herrje. Das Mitgefühl ist nicht die Stärke der christlichen Vorreiter! Wie machen die das immer mit ihrem Gewissen und den sonntäglichen Kirchenbesuchen und den folgenden Reden? Ablassbriefe? Beichten? Schizophrenie?

Nun, Thema dieses Beitrages ist ein ganz anderes. Erinnert ihr euch an Den kommen die Polen holen? Da war unser alter Focus im Oktober den Weg des Gerechten gegangen. Also ab nach Polen in die Heimat Wojtylas. Von dem habe ich den Versuch in Erinnerung, Christen, Juden und Moslems zu versöhnen. Mit krummem Rücken nach Jerusalem. Eine seiner letzten Reisen, oder?

Im Oktober hatte Adrian die Kiste aufgeladen und sie mit nach Osten genommen. Der Wagen war alt, hatte den Erdball mehrfach umrundet und durfte sich nun darauf freuen, eine polnische Wellnessfarm für Westkarren zu besuchen. Nun geht es ihm gut, er läuft weiter rund und ist der Schrottpresse noch einmal vom Haken gesprungen. Ich hatte Ersatz besorgt bei einem wunderbaren türkischen Mitbürger, der eine wahrhaft weise Freundlichkeit besaß und mich in zwei Gesprächen mit wunderbarem Mokka beglückte. Das hatte Stil, die Karre läuft, alles gut.

Tja. Mit jenem Auto. Weil wir aber zwei Kisten brauchen und aufgrund unserer familiären Situation mit Liebesverhältnissen in Essen und Köln ziemlich viel rumkommen, hatte nun auch das zweite Fahrzeug – unser Urlaubs-Kinder-Hunde-Familien-Kombi – den Geist aufgegeben. Zwei Turboladerschäden hintereinander. Die erste Reparatur kostete 1.600,00 €. Es stellte sich raus, dass dieses TDCi-Modell motorenmäßig ziemlich kacke konstruiert ist. Falsche Ölleitungen, Hohlschrauben mit Sieben, die sich notorisch zusetzen und den Fordhändlern ganze Armeen von Geschädigten in die Arme treiben. Und nicht nur den Ford-Händlern – das Motorenkonzept ist auch in Citroens und Peugeots verbaut. Irgendwie reingefuckelt in die Karosserie und Turbolader ade wegen nix Öl. Boah, ey. Hals ohne Ende. Mittlerweile bin ich Turbolader- und Ölzuführungsspezialist für Ford Focus 1.6 Liter TDCi-Motoren. Ford hat das einfach mal so laufen lassen und auch das überarbeitete Modell hinsichtlich der Ölversorgung nicht überarbeitet. Das Turbolader-Ableben geht fröhlich weiter. Ford-Händler bestätigen das und arbeiten mit obskuren Vorfiltersystemen, die die Reparatur noch einmal um rund 300 Euro teurer machen. Kommt gut, wenn man schon bei 150.000 km 1.500 Euro für den obligatorischen Wechsel des Rußpartikelfilters gelatzt hat. Bravo! Gut überlegt. Ich denke mal, dass die eine oder andere Familie in Deutschland aufgrund dieser Konstruktions-Weltmeisterleistung schön Zuhause am Baggersee verbringen konnte, weil die kleinen Konstruktionsprobleme das Urlaubsbudget geschluckt haben. Shareholder-Value – Hauptsache die Gewinne stimmen.

Wir fahren jetzt Renault. Das Web hat bezüglich des Motors und des Turboladers mehr Positives als Negatives ausgespuckt. 1.5 dCI. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jetzt waren wir ziemlich blank. Diese Karren fressen einem die Haare vom Kopf. Was will man machen? Landleben. Der Natur so nah, von allem anderen so weit weg. Bis Köln mit öffentlichen Verkehrsmitteln ca. 2,5 h. Für 65 Kilometer. Zur Arbeit nach Attendorn – das wären, wenn überhaupt möglich, sicherlich auch mehr als 2 h. Erst einmal eine Stunde lang nach Gummersbach… Wir waren aber nicht nur blank, sondern hatten auch noch eine kaputte, vom Schrauber unseres Vertrauens zerlegte Schrottkiste am Hals. Ich meine, der Wagen war eigentlich echt super. Ghia-Ausführung mit allem. Elektrisches Glasschiebedach, Klimaautomatik, Sitzheizung, Tempomat, Multifunktionslenkrad, CD-Spieler, Alufelgen, 8-fach bereift, Anhängerkupplung und all so’n Schnickschnack. Bequem, komfortabel. Aber kaputt.

Focus Klima

Da stand er nun und lag mir im Magen. Was tun damit? Der Freund eines Freundes wollte ihn kaufen. Für wenig Geld. Nö. Ich meine, wenn es einen so erwischt hat, hat man nix zu verschenken. Mein Gefühl sagte mir, 2.000 bis 2.400 Euro. Die wollte ich haben. Also fotografiert, abends rein in mobile und los gings. 2.000 hatte ich geschrieben. 5 Minuten, 5 Mails (meine Telefonnummer habe ich nicht reingesetzt). Bei dem Erfolg hab ich gleich den Preis erhöht. 2.400. Weitere Mails. Wieder ein Adrian, ein Toni, ein Tony, ein Dragon und ein Fane. Alle mit der Bitte, doch meine Telefonnummer rauszurücken. Sie selbst hatten als Vorwahl 040. Rumänien. Ich habe zurückgemailt, um mal zu schauen, wer wirklich interessiert ist und wie das mit dem Preis so hinhaut. Angebot und Nachfrage. Bald hatte ich den Preis raus: 2.200. Am nächsten Tag musste ich arbeiten, hatte ein langes Telfonbriefing und die Jungs parallel im Mailaccount. Die ersten hatten dann über meinen Namen meine Telefonnummern rausbekommen und riefen an. Mit Dragon, der den Wagen un-, un- unbedingt haben wollte, hatte ich für die nächsten Stunden einen netten Telefonkontakt.

Nun ist in diesem Business eine gewisse Linie gefragt, sonst versinkt man im Chaos und geht unter. Also schrieb ich mir auf die Fahnen: Jungs, sorry, ich weiß, ihr würdet aus Rumänien kommen, aber es ist so – wer zuerst die Kohle auf den Tisch legt, kriegt den kaputten Focus. Fane mailte ins Briefing. In zwei Stunden hol ich ihn ab. Nachdem das Telefonbriefing dann beendet war, läutete Dragon durch. Und? Ich berichtete ihm von Fane, der bereits unterwegs sei. Dann rief Fane an, dann Dragon. Dragon schwor Stein und Bein, dass er ihn Montagfrüh abholen würde. Zwischendurch sagte mir Adrian, er würde Sonntagmorgen kommen. Ein Hin, ein Her. Dragan war mir, das muss ich so zugeben, am sympathischsten. Er hatte auch das überzeugendste Argument: Ich will den Wagen für mich haben! Tja, das hätte ich auch gerne gesagt…

Es war ein irrer Tag. Als hätten sich alle verabredet, mich gänzlich wahnsinnig zu machen. Meine rumänischen Freunde, Jobs, Mails, Anrufe, Kinder. Hammer. Um 14.30 Uhr dann der Anruf. Sind gleich da. Dragon fragte nach, ob der Wagen jetzt wirklich abgeholt sei? Nein, noch nicht! Ich versprach, mich zu melden. Das versprach ich allen, auch Toni, der 1.450 geboten hatte. Die Ersatzteile seien so teuer, mehr könne er nicht geben. Sorry, Toni, weißt du, das hier ist mit Turboladern und diversen Reparaturen auch kein Kinderspiel.

Die Jungs rollten auf den Hof. Mit Anhänger. Fanes Jungs. Er war nicht dabei. Die beiden begutachteten die Kiste, sprachen kein Wort Deutsch oder Englisch und berichteten alles mobil nach Rumänien. Am Ende dann gab mir der Kleinere mit wichtigem Gesichtsausdruck den Handapparat: Chef Fane. Ja, klar, dann ging es los. Preisverhandlungen. Ich meine, vier Leute wollten die Kiste haben. Habe ich Fane auch gesagt. Du musst nicht. Kommt ein anderer. Er redete vom fehlenden Turbolader, dass er den kaufen müsse und vom fehlenden Reserverad (die Kisten haben heute Reparatur-Kits). Handapparat zurück an die Jungs. Ich blieb stur. Palaver. Gucken. Haube auf, Haube zu. Chef Fane. Turbolader, Reserverad. 100 Euro runter. 50. Nein, 100. MANN! O.K. Kohle bar auf die Kralle, kein Vertrag, Papiere übergeben, aufgeladen und Tschüssikowski. Das war eine Sache der Ehre. Fane konnte vor seinen Leuten nicht das Gesicht verlieren. So was nimmt mir die harte Linie. Geschäfte unter Männern. Wissen, was der andere fühlt. Alles komplett irrational.

Das Aufladen war ein Abenteuer für sich. Den Seilzug mit Altöl geschmiert, tropf. Die kaputte Umlenkrolle mit einem Eisenhebel zurechtgerückt (mein Part). Teamwork. Händedrücke, Lächeln, Abfahrt, Hupen, Winken. Ciao, Jungs. Grüßt mir Rumänien. Mir wurde warm ums Herz.

Telefon. Dragon. Sorry, ist weg. Für wie viel? 2.100 Schweigen am anderen Ende. Geistiges verarbeiten. Was? 2.100? Ich hätte dir 2.200 gegeben. Montag. Konnte er nicht verstehen. Heute ist Montag, ich musste arbeiten und Ela auch. Ich glaube auch nicht, dass das ihre Welt gewesen wäre. Telefonate mit Fane und Dragon und Verhandlungen und Aufladen und… Dragon hat sich bedankt, sehr freundlich. Tat mir leid, aber so geht Auto-Business. Mal gewinnst du, mal verlierst du. Kann da gerade mitreden.

So. Story zu Ende. Jetzt könnte ich noch von den ganzen Reifen erzählen, die gerade samt Felgen in unserem Gartenhaus liegen. Zwei Autos vierundzwanzigfach bereift. Wenn die alle passen würden. Aber es gibt Lochkreise, Einpresstiefen, Reifengrößen, Felgen mit vier und fünf Schraubenlöchern – aber das ist eine ganz andere Geschichte und zudem eine Wissenschaft für sich, in die ich mich auch einarbeiten durfte. Aktuell habe ich zwei Semester Automobilwissenschaft studiert.

Jetzt könnt ihr mir zwei Gefallen tun. Erstens: Bitte gut über Rumänen denken und sprechen. Zweitens: Mir die Daumen drücken, dass die Karren jetzt mal halten. Grazie.

Focus schräg

Mann, oh Mann, heute ist Internationaler Männertag!

Grins. Sorry, hatte kein anderes passendes Themenbild:) So auf die Schnelle...
Grins. Sorry, hatte kein anderes passendes Themenbild:) So auf die Schnelle…

Ja sowas!

Wusste ich gar nicht, dass es den gibt. Habe ich heute in der Agentur erfahren, als gerade eine Kollegin am Telefon (wir sitzen im Großraumbüro) mit einer Kundin – nun, sagen wir mal – Männlichkeit im Arbeitskontext als suboptimal darstellte.

Klar, konnten wir zur Feier des Tages so nicht hinnehmen und haben in freundlich charmanter Kavaliersweise nachgefragt, um uns hinsichtlich des Aufgeschnappten rückzuversichern, was zu einem gewissen Maß der Relativierung geführt hat.

Männer. Frauen. Läster, läster. Eine never ending story, in die Tradition und Emanzipation reinspielt. Vergessen wir das einen Augenblick lang und wenden uns dem einen Geschlecht zu. Spezies Mann. Oh Mann, oh Mann.

Ziemlich coole Spezies, die mir schon sehr gut gefällt. Kerle. Handfest.

Mann sollte ausrufen an diesem Tag: Kerle aller Länder vereinigt euch – äh, ich meine, also, gut, wer es so sehen will und wem es Spaß macht, klar, auch. Ich meinte aber eher, haltet zusammen, übt den positiven Schulterschluss und lebt die wunderbare schöne Männlichkeit.

MÄNNLICHKEIT. Da kommen doch gleich diese verzwackten Bilder hoch, die sich als Blaupause im Gehirn festgesetzt haben. Brusthaare, schnelle Autos, Bodyposing, flotte Sprüche, Dominanzgehabe, Fußballhysterie, Machoallüren, Rumsauferei und andere Hobbys und Auswüchse.

Hey, hey, hey. Mal schnell das Kopfkino ausschalten und sagen: Landet mal! Nöö. Alle. Wikipedia meint zum Internationalen Männertag am 19. November (der auf den Weltmännertag am 3. November folgt – alles Mann im November): „Ziele des Internationalen Männertages sind es, den Fokus auf Männer- und Jungen-Gesundheit zu legen, das Verhältnis der Geschlechter zu verbessern, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern und männliche Vorbilder hervorzuheben. Es ist ein Anlass, um Benachteiligungen von Männern und Jungen aufzuzeigen und ihren Einsatz für die Gemeinde, Familie, Ehe und Kinderbetreuung zu würdigen.“

Da konzentrieren wir uns doch mal ganz schnell auf das zentrale Wort würdigen und vergessen mal allen Geschlechterkampf. Peace, Friede. Denn so ein Mann, das muss ich hier einfach mal sagen, der ist schon eine geniale Erfindung. Was der alles so kann. Mond und zurück und so. Im Ballon um die Erde, im Segelboot, auf dem Fahrrad, in der Raumstation. Höher, schneller, weiter.

Aber jetzt mal Spaß beiseite. Der wahre Mann, der zeigt sich meiner Meinung nach im gewöhnlichen Alltag. Das ist der Mann, der sich seines tradierten männlichen Stolzes entledigt hat und im Alltag tut, was getan werden muss. Von harter Arbeit bis zum sanften Kümmern, vom Holzhacken bis zum Windelwechseln, vom Auto reparieren bis zum Kochen und Spülen, vom Wände einreißen bis zum einfach mal Zuhören. Und auch all die Dinge, die dazwischen, man könnte meinen zwischen Himmel und Hölle liegen.

Das ist natürlich eine ganz schöne Bandbreite, die sich nicht immer durchsetzen lässt, weil einem nicht alles gegeben ist – zumindest nicht im gleichen Maße. Und da fängt Mannsein denn auch an. Das zu sein, was man ist. Fernab der Klischees und Erwartungen. Sich nicht verbiegen in die eine oder andere Richtung, nicht dem Mannsein, das allgemein kolportiert wird, hinterherlaufen. Da ist vermeintliches Starksein manchmal einfach nur Unterordnung und das Behindern der eigenen Potenziale.

Was Männer alles könnten, wenn sie nicht MANN im Kopf wären, sondern Mann im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Wozu sich Kraft und Tatkraft, Erfindungsgeist und Tüftlertalent nicht alles einsetzen ließen. Er könnte die Welt retten, der Mann, genau so, wie er sie. Ihr wisst schon.

Er ist ein ewiges Thema, eine unendliche ambivalente Geschichte mit allen Facetten. Weil wir ihn heute feiern, sagen wir mal nur Wunderbares und denken an die positiven Eigenschaften. Das Smarte, das Starke, das Schöne, das Charmante, das Feste, das Faszinierende.

Wenn sie rausgehen, die Männer, wenn sie in die Welt gehen, ihr Glück herausfordern, das Abenteuer suchen, sich opfern, bis zum Letzten kämpfen, um am Ende verschwitzt, dreckig und breit grinsend heimzukehren mit ihrer Story, die sie ein Leben lang in jeder Männerrunde neu und noch ausgeschmückter, pointierter bringen.

Ja, für mich sind es die Geschichten, die für mich den Mann ausmachen. Seine Lust, zu erzählen, die Vergangenheit zu heroisieren und sich selbst ab und an in ein positives Heldenlicht zu rücken. Ich gebe zu, es wird geflunkert. Und wahrlich übertrieben – aber das ist das Wesen der guten Story. YEPP! Ein Hoch auf uns Männer. Lasst uns tun, was getan werden muss und anschließend die Geschichten erzählen, die dabei entstanden sind. Natürlich bei einem Bier. So sind wir. Das ist das herrliche Klischee. Prost.

Mehr zum Thema Mann im fiftyfiftyblog (nach dem Motto, haben Sie auch schon Erdbeere probiert?)

Wenn Männer ihre Tage bekommen

Worüber Männer wirklich reden, wenn sie unter sich sind…

Beck’s löscht Männerdurst

Aber Männer heulen doch nicht…

Wann ist ein Mann ein Mann?

Männer, kümmert euch um eure Söhne!

Männer sind ganz anders? Frauen nicht unbedingt!

Der IKEAmann

Duschgespräche unter Männern!

Der komische Mann neben mir…

Wenn Männer Damenunterwäsche kaufen…

Vermisster Blogger wieder da…

Jens_After Hour

Heidanei!

Wo fang ich an, wo hör ich auf. Nun. Viveka meinte, ich müsse. Solle. Mich zurückmelden. Ich war noch nicht ganz so weit, gestern. Heute. O.K. Frei, die Sonne scheint, Deutschland ist geeint und gewinnt in der Champions League. Und nicht nur wir haben frei, der große Bruder jenseits des Atlantiks hat auch die Schaufeln in die Ecke gestellt und feiert Thanksgiving oder so was in die Richtung. Die Freiheitstatue ist eine geschlossene Gesellschaft und hat die Freiheit an den Haken gehangen. Shutdown. Klingt wie I shot the Sheriff. Wie bescheuert kann man eigentlich sein? Was für eine Kinderkacke.

Wäre ja alles egal, würden wir da perspektivisch nicht mit dranhängen. Lehmann Brothers. Danach schwiegen bei mir die Telefone. Der nächste Tag danach wird noch mehr Potenzial haben. Die haben sie nicht alle an der Latte. Politik ist doch kein Roulette. Russisches Roulette. Pah! Ami Roulette. Washington in Leaving Las Vegas. Was haben die genommen? Die fahren ihren Freiheitsschlitten im Thelma & Louise-Stil über die Klippen des Grand Canyons und vertrauen darauf, dass die Schwingen des American Eagles tragen. Leider ist er mittlerweile ziemlich gerupft. Drücken wir ihnen in ihrem Ikarus-Experiment die Daumen. Hoffen wir, dass es am Ende nicht heißen wird: Reitet ohne uns weiter!

Aber ich wollte eigentlich was ganz anderes schreiben. Genau. Wo war ich eigentlich. Mit den Jungs in Spanien. Vier Tage lang die hard und hang over. Mittwochs bis in die Nacht gearbeitet, Sachen gepackt, eine Stunde geschlafen, in die Karre, in den Flieger, ins Taxi: Good morning, Vietnam! Äh, El Arenal. Jetzt ist es raus. Egal. Ist der Ruf erst ruiniert.

Ich sage euch. Natürlich nichts. Im Gegensatz zu hang over gibt es hier keinen Nachspann mit kompromittierenden Fotos. Da heißt es Vollgas und am Ende Schweigen im Walde. Keine Kameras, keine Handys, keine Dokumentation. Das bleibt im Kreise der Verschworenen. Party. Ohne Ende. Tagsüber Strand. Abends Party. Ohne Ende. Was habe ich gelacht. Mann. ENDLICH NORMALE LEUTE. Ausnahmezustand. Nix, was es nicht gibt. Schon irgendwie ein wenig Vegas. Was in so wenigen Tagen alles passieren kann. O.K., den Tiger von Mike Tyson hatten wir nicht im Hotel.

Es ist immer lustig, wenn ich erzähle, dass ich mit den Jungs am Ballermann war. Dann schaue ich in so entgeisterte, leicht angewiederte Gesichter, die mich fragen: DU? Und ich sage. Jo. Moi.

Sonntag haben wir dann einen chilligen Strand- und Rekonvaleszenztag eingelegt, bevor der Flieger nach Hause ging. Nachts. Montagmorgen 6 Uhr aufstehen. 8 Uhr arbeiten. Briefing für einen Text, der dringend in eine Redaktion musste. Kein Problem, Erfahrung zahlt sich aus, da heißt es Vollprofi sein und durchziehen. Ausblenden, was stört, auf die Sache konzentrieren. Und dann kamen den ganzen Tag Jobs und nach 11 Stunden ohne Pause konnte ich den Heimweg antreten. Piff, Paff, Bumm. Sagen wir so: Ich habe sehr gut geschlafen.

Das war die Nächte davor nicht der Fall, weil ich eigentlich kaum geschlafen habe. Das war eher tagsüber am Strand der Fall. Saturday-Night. Durchgetanzt im Riu Palace. Irgendwann morgens lief dann New York, New York und ich habe als letzter die Tanzfläche geräumt. Raus aus dem Club, rein in die Nacht. Die Jungs hatte ich lange verloren, es hat wieder lange gedauert, alles zu rekonstruieren. Wer wo verloren gegangen ist. Wo hast du dein Portemonnaie verloren? War das vorher oder nachher? Hang over.

Ich hatte einen sehr schönen Heimweg. Am Meer entlang. Warmer Wind. Im dünnen Hemd. Ab und an nur ein Mensch. Noch in ein Café, einen spanischen Cappuccino trinken. Am Eingang ein Mann mit kleinem Hund, der mir in die Hand gebissen hat. Der Typ grinste. Bekloppt. Malle, ein Moloch. Hat nicht weh getan, nur wenig geblutet. Ich lebe noch. Zurück ans Meer. Am nächsten Tag starke Brise, Windsurfer und Kiter in der Bucht von Palma. Normales Leben. Hier trifft alles aufeinander. Schwarzafrika auf Europa, Rentner auf Teens, Normalos auf Verrückte, Vergnügungssüchtige auf Sportfreaks. Ich liebe das. Alles so anders, Konventionen ausgehebelt.

El Arenal ist letztlich ein Spiegel und ein Fluchtort. Raus aus der Enge. Buchbarer Karneval. Rausch und Freiheit. Menschen liegen sich in den Armen und erzählen, was sie lange bedrückt. Partyzone, Therapiezentrum, Urlaubsort. Magic.

Heute noch kommen mir die Lieder in den Kopf. Plötzlich ein Summen. Eine Melodie. Textfetzen. Die Mitsingnummern, die sich per Brainwashing einbrennen. „Malle is nur einmal im Jahr. Ole, Ole. Und Shalala.“ Grins. Tja, es macht eben einfach Spaß, auf Tischen zu tanzen und viel Blödsinn zu reden. Eine andere Sprache. Wohltuend. Und auch ein wenig befreiend.

Woody WOODKID tomorrow

Woodkid

Mit Jim. Vater und Sohn.

Ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Zwei Karten und eine CD. THE GOLDEN AGE. Vielleicht erinnert ihr euch. 7. April 2011. Da habe ich hier über Yoann Lemoine alias Woodkid in Form eines Videopostings berichtet. Treibender Rhythmus, schöne Bilder, martialisches Auftreten der Kämpfer.

Zur Info: „Woodkid (* 1983 in Reims; bürgerlich Yoann Lemoine) ist ein französischer Musiker und Regisseur, der bei dem 2007 gegründeten, französischen Plattenlabel Green United Music [2] unter Vertrag steht. Woodkids Musik lässt sich den Genres Indie, Alternative und Pop zuordnen. Als Regisseur drehte er unter anderem die Musikvideos zu den Liedern Teenage Dream (2010) von Katy Perry sowie Back to December (2010) von Taylor Swift.[3]“ Thanx, Wikipedia.

Morgen Abend nun. Live. Live Music Hall in Köln. Zugegeben, ich bin ein wenig aufgeregt. Ich habe eine Geburtstagswoche vor mir. Morgen das Geschenk, Donnerstagabend gehe ich mit meinen Lieben (Zoe, Jim, Ela Und Jens) in Köln essen. Am Wochenende kommen meine Schätze. Ein Essen. Ich werde den Samstag über in der Küche stehen und kochen. Leckere Sachen. Zoe hat schon gefragt: „Papa, darf ich dabei sein?“ Aber klar.

So. Jetzt pennen. Ist schon wieder spät genug und morgen warten Textaufgaben. Diverse. Ciao, bis die Tage. Machts gut.