Reset.

Jetzt sitze ich hier. Punkt. Alles anders und doch alles gleich. Binärer Code 0/1. Der Sprung von 10 auf 11. Fühlt sich alles gleich und doch ganz anders an. Aus Ende wurde Anfang. An dem stehe ich jetzt und frage mich, was kommt. Da ich keine Glaskugel habe, weiß ich das natürlich nicht. Jedoch kommen bei mir Signale an. Meine Sinne melden: Alles beim Alten. Mein Büro, der Schreibtisch (allerdings zum Jahreswechsel frisch aufgeräumt), der zeitliche Morgenablauf. Gleich geht’s raus mit Cooper. Und täglich grüßt das Murmeltier. Was hab‘ ich denn erwartet?

Ab 9 Uhr dann der erste Job des Jahres. Es geht um Motorengehäuse. Erdige Arbeit. Aus Stahl gegossen. Schiller, die Glocke. Fest gemauert in der Erde. So ähnlich werden diese Motoren auch heute noch gegossen. Es gibt sie, die Dinge, die die Zeit überdauern. Trotz Schnelllebigkeit. Vielleicht lebt es sich auch gar nicht so schnell, wie ich annehme. Vielleicht ist das Leben doch ein langer ruhiger Fluss. Bei mir jedenfalls passiert gerade wenig Spektakuläres. Vielleicht bin ich durch den Winter eingefroren oder durch die ruhige Zeit etwas gedämpft.

Dabei sind so viele schöne Dinge geschehen. Wir waren auf einer Silvesterparty im großen Haus einer Freundin. Konnten im Gästezimmer übernachten. 16 Erwachsene, 22 Kinder waren da. Könnte man meinen „Huch, Chaos“. Das war unsere Befürchtung. Die meisten der Kinder aber waren schon 14 oder bald 15. Die haben mitgetanzt. Freunde von Jim. Ich weiß noch, wie die bei der Einschulung aussahen. So kleine Hasen. Ela und ich sind um 4 Uhr ins Bett, da waren die Kinder, äh Teens, noch lange wach. 2011, 2012, 2013. Die ersten werden volljährig. Nur noch drei Jahre.

Gestern haben wir uns dann in eine lange Schneewanderung gestürzt. Hoch ins Dorf und über die Wiesen, den alten Schulweg entlang ins Nachbardorf. Dort gibt es eine alte Bergmannskneipe, weil dort bis Anfang letzten Jahrhunderts Silber abgebaut wurde. Das Dorf, das heißt die Menschen dort, sind in der Gegend bis heute für ihre raue Art bekannt. Leider hatte die Gaststätte geschlossen. Kein Licht. Also weiter ins nächste Dorf. Auch da: Nix. Zum Schluss sind wir ganz romantisch in einer Pommesbude gelandet und haben Glühwein mit Rum getrunken. So ein neues Jahr scheint langsam anzulaufen. Noch herrschen die heiligen Nächte. Bis zum 6. Januar. Heilige drei Könige. Noch haben die Kinder Ferien. Noch liegt über allem Schnee. Die Welt wie zugedeckt. Fang‘ ich einfach mal an. Mit Bloggen, Schreiben, mit 2011. Mal sehen. Seid ihr schon so richtig gestartet?

Ciao.