Quo vadis 2011?

Wo geht die Reise hin? Für mich ist 2011 irgendwie ein großes Überraschungsei. 2010 war bewegend. Langsame wirtschaftliche Erholung. Nicht das goldene Ei. Familiär hat die erste Pubertätsstufe gezündet und manchen Tag durcheinander gewirbelt. Sohnemann Konfrontation. Papa im Test. Wie mühsam und lehrreich. Papa sein bleibt ein Ausbildungsberuf. Learning by doing. Insgesamt ein sehr schönes Jahr mit der Familie und auch mit Ela. Die Woche Kreta nur mit Ela, die Sommerferien auf Korsika. Canyoning mit alle Mann. Mein unvergessliches Surferlebnis bei Windstärke sieben.

Thomas D. – Danke T.

Was für ein Riesengeschenk! Das ist eine Thomas D. Zeile. Thomas D.? Kommt, hey! Kennt ihr. Bitte. Ich weiß, wir alle hier im fiftyfiftyblog sind etwas älter. Angefaltet, angegraut, aber längst nicht angezählt. Ich meine, jetzt gerade, in diesem Lebensabschnitt um diese fantastische Mitte herum passiert doch so viel. Ernte einfahren. Erfahrung in Leben und Glück multiplizieren. Thomas D. von den Fantastischen Vier. Tag am Meer, Die da und der Song mit Grönemeyer und dieses Abkürzungsteil – MFG, DAK usw.

Am Morgen, Meerjungfrau

Sonnenaufgang am Winterhorizont
Rechts von Osten
Stapfe, stapfe durch den Schnee, Sand
Den Hügel, die Düne hinauf
von den Gezeiten hergespült
im Rhythmus, gleichen Takt
sechs, zwölf, achtzehn, vierundzwanzig

Der Ozean wartet wie jeden Morgen
der Wind hat in der Nacht
die Wellen allesamt per Hand gemalt
gezeichnet, filigran geschwungen

Wie Muscheln liegen die Blätter des Herbstes
verteilt
so ruhig, bescheiden, demütig
im weiten, weißen Bett

Flotter Dreier zu viert!

Und das zwischen den Jahren in der ausklingenden heiligen Zeit! Ja, es geht um Sex. Verspieltes Liebesspiel. Rote Ohren. Zu dritt? Zu viert? Alle durcheinander oder was? Gangbang? Nun, wo die Liebe hinfällt. Der Schauplatz? Siegen, Berlin. Überall? Ich spreche verklausuliert, wahrscheinlich, weil das Thema so brisant ist. Nicht eigentlich wirklich, denn letztlich geht es um das allgemein bekannte Spiel der Anziehung, Abstoßung und des intensiven Miteinanders. Ineinanders. Gestern. Heute. Morgen. Menschen.

Im Landschaftsstudio!

Bin noch ganz weihnachtsbelämmert. Mangare. Lecker gegessen. Habe eben unseren Bauern getroffen, der klagte. So viel. Das könnte man über vierzehn Tage verteilen. Die leckersten Sachen und man will sie nicht mehr. Kann sie nicht mehr sehen. Jetzt ist hier alles in Nebel gehüllt. Der Schnee liegt höher und höher. Was wegtaut, fällt in der Nacht neu. Das Wasser verdunstet, schwebt in Form kleiner Teilchen an den Himmel und fällt direkt wieder herab. Mir aufs Dach und vor die Füße. Was bin ich in den letzten Wochen mit Cooper durch tiefen Schnee gewatet. Anstrengend.

Send you an ˈeɪndʒ(ə)l

Ihr Lieben. Was ist das? Ein Bilderrätsel? Was bedeutet denn ˈeɪndʒ(ə)l ? Lautschrift. Englisch. Angel, Engel. Unsere diesjährige Weihnachtskarte. Nach einem unruhigen, krisengeschüttelten Jahr war es uns ein Herzensanliegen, für das nächste Jahr Engel bereitzustellen. Zu vesenden. Die Welt mit Engeln zu bereichern. Schutzengel, Helfer, Unterstützer, Freunde. Ihr wisst, wie sehr man die braucht. Dann wird alles einfacher, eleganter, besser. Um diese Engel kreist unsere Weihnachtsbotschaft: Füreinander da sein. Ich wünsche euch ein frohes Fest und ein gutes, gutes Jahr 2011.

L’Imprimerie – pralles Leben!

Mais qui! Aber ja, wir haben es geschafft! Diesmal hat uns kein Schneetief Petra aufgehalten. Wir haben den besungenen Jahrestag begangen! In einem eigenwilligen französischen Restaurant in Köln. Eigenwillig? Mais qui! Keine Reservierungen, keine getrennten Rechnungen, keine Kartenzahlung! Der Maitre oder Patron, ein rundlicher Franzose namens Gilles Berthier, von dem gesagt wird, er sei ein Belgier, führt ein hartes Regiment. Weil er in seinem Restaurant, einer alten Druckerei, die mit ihren Betondecken und verzinkten Fensterrahmen den nüchtern-sachlichen Charme einer Pariser Markthalle verströmt, eine außerordentliche Küche betreibt, kann er sich Allüren erlauben. Bodenständige Allüren. Kein Schickimicki. Kein René Lezard leider teuer-Feeling, sondern den Hauch von Verliebtheit in besonderer Liebe zum Detail. Alles was auf den Tisch kommt – Karaffen, Flaschen, Gläser, Körbe, Teller – ist mit wahrlich erlesen Schmackhaftem gefüllt.

Allmählich in Stimmung…

Die Weihnachtsstimmung baut sich unaufhaltsam auf. Unsere Adventskranzkerzen sind schon fast durch, die Weihnachtskekse größtenteils schon jetzt weggefuttert. Was auch damit zusammenhängt, dass unsere Kinder seit Tagen schulfrei haben. Heute auch. Eine Woche Weihnachtsferienverlängerung. Vor der Tür stehen die Skier, mit denen sie über eine selbst gebaute Schanze fliegen. Dicht am Weidezaun vorbei. Ah!

Schneetoberei, ei, ei…



Das ist doch mal eine gute Weihnachtseinstimmung, oder? Ich saß gestern am Schreibtisch, hatte noch einiges zu machen und zu tun, als ich meinen Kopf nach rechts führte. Da war etwas, das mich lockte. Anzog. Restinstinkt einer Biene, die vom Duft der Blüten angezogen wird. Wir Männer reagieren da ja auch manchmal ziemlich simpel nach einem einfachen Reiz-Reaktions-Schema. Aktion, Reaktion. Was sah ich da über meiner Schulter rechts durchs Fenster? Licht. Sonne. Weiße Wolkenformationen. Die Wolkendecke war aufgerissen, um die Schneelandschaft zu illuminieren.

Wish you were here!

Vollmond. Morgen. Wetterwechsel. Wir werden sehen. Ein heikles Ding so kurz vor Weihnachten. Es soll anfangen zu regnen. Das heißt: Weiße Weihnacht wird zum Wettlauf mit der Zeit. Was ich genau weiß, der riesige Schneeberg vor unserem Haus wird bis zum 24. nicht abtauen. Der von der Gemeinde entsandte Traktor zum Räumen des Schulhofes hat ihn gestern Abend noch einmal höher aufgetürmt. Er ist jetzt über zwei Meter hoch, nur ein kleiner Weg zwängt sich durch zum Haus.

Survived!



Yes, we can! Wir können Blizzards, Unwettern, Schneetiefen trotzen. Ich biet‘ euch Trotz ihr Sterne! Wahrlich, es kam eine ordentliche Portion Puderzucker vom Himmel. Engels-Cocaine ist uns zuhauf aufs Dach gerieselt. Wir wollten nach Köln, den Jahrestag feiern, haben uns das aber abgeschminkt. Später haben wir gehört: 300 Staus in NRW. Pfui Teufel, wie wenig gern ich Staus mag. Mit Kindern im Auto. Bei Eis und Schnee. Wir haben uns wie die Murmeltiere in unserer Höhle verschanzt. Tür zu, schönen Abend auch Schneetief-Petra. Gegen das, also die, ist die Kalte Sophie im Mai eine heiße Braut. War das kalt, uselig, ungemütlich draußen.

19 Jahre mit Ela!

Unwetterwarnung. Schneemassen aus Nord-Ost. Karasee, Russland, arktisches Meer. Das Telefon klingelt, die Schule fällt aus. Präventiv. Ela kuschelt sich zu mir ins Bett. Vor 19 Jahren war ich geblieben. Ela hatte mich zu einem Diavortrag eingeladen. Mit Freunden. Sie zeigte Fotos von ihrer dreimonatigen Neuseelandreise. Mit dem Motorrad. Ihr Bruder lebte damals schon auf der Südinsel. Ela hatte mich im Rahmen ihrer Diplomarbeit angerufen. Grafik-Design Abschluss. Als sie anrief, reparierte ich gerade mein Auto. Zusammen mit meinen Bruder in der Eifel. Als ich zurückkam, lag ein Zettel in der WG. Eine Michaela hat angerufen. Grund: Unbekannt.

Eure persönliche Weihnachtsbotschaft ist gefragt!


Greife ich doch einfach ganz tief in die Klischeekiste. Wie in der Lostrommel rühren und irgend so’n „das sagen immer alle in dieser Situation“-Dings rausziehen. Was sagen denn gerade alle? „Schon wieder ein Jahr rum, die Zeit vergeht wie im Flug“. Oder „Und plötzlich ist Weihnachten“. Für all diese automatisierten Sprüche, die in unserem Kopf als Zeitbomben abgelegt sind, die über ein Codewort gezündet werden, sollte bei Detonation ins Phrasenschwein eingezahlt werden. Ein Euro für Bedürftige. Oft sagen wir nämlich Sachen, die wir gar nicht sagen wollen. Kontextbedingt. Das Codewort kommt und wir plappern los. Knopfdruck, peng – die Phrase ist da. Früher, bei Eltern und Großeltern der alten Zeit waren das gerne die deutschen Sprichwörter: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ oder „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Die erzeugen nun wirklich Unwohlgefühle. Mittlerweile explodieren die allerdings nicht mehr, wenn die hoch kommen (auch bei mir gegen meinen Willen in X-ter Generation) entsteht in mir Mitleid. Mit mir selbst. Junge, was hast du nur für einen Mist in der Rübe. Meistens schaffe ich es, die gerade noch runterzuschlucken. Fader Geschmack.

Warten auf den Vollmond

Nein, ich werde ihn nicht anheulen. Meine Zähne werden auch nicht wachsen. Ich warte auf den Wetterwechsel. Der Wind kommt derzeit aus nordöstlicher Richtung. Nordwind. Was ist gut gegen Nordwind? Wir hatten das vor kurzem, als es um den Südwind ging, der so angenehm warm daher kam. Normalerweise liegen wir hier in der Westwind-Zone und werden vom Atlantik her mit einigermaßen warmer und feuchter Luft verwöhnt. Der Golfstrom spielt da eine Rolle. Nun: Nordost. Schräg von oben.

Nothing Else Matters.


Metallica. METALLICA. Die schweren Jungs mit den harten Gitarrenriffs. Hallo, alle mal wach werden. Montagmorgen. Die müden Glieder schütteln, den Kopf durchpusten lassen. Vielleicht mit Enter Sandman? Das ist die harte Nummer, der kleine Schockrocker nach dem Frühstück. Muss man mögen. Ich mags. Wenn die Jungs die Hände fliegen lassen und alle mitrocken. Bis heute einer meiner Lieblingssongs: Child in Time von Deep Purple. Und dann AC/DC. Männerwelt. Muskelbepackte Arme, die auf Gitarren einwirken. Rauslassen. Was auch immer.