Ein Leuchten in der Welt…

Sitze mit Dachschaden am Rechner. Oben klopft es. Der Dachdecker haut mit seinem Hammer auf das Dach ein. In seinem Radio vor meinem Fenster läuft „New York, New York“. Dachdecker mit großem Orchester, so liebe ich das. Ein wunderbarer Morgen. Alles swingt, jeder Vogel singt, der Dachdecker pfeift ein fröhliches Liedchen und die Sonne scheint mit sich selbst um die Wette. Ein gelungener Einstieg ins Wochenende, an dem ich an die Mosel fahren werde, um bei einem Klassentreffen nach fast 30 Jahren dabei zu sein. Morgen werden wir in Cochem an der Mosel mit einem Schiff fahren und das Leben genießen. Am Abend geht es dann in ein Restaurant und wir werden in alten Zeiten und kulinarischen Köstlichkeiten schwelgen. Mit Zigarren und Cognac an der Bar… (jetzt geht’s wieder mit ihm durch, verzeiht!)

Jan Brandt: „Gegen die Welt.“ Die Plutonier sind überall…

Die Zeit spricht von einem beeindruckenden Buch, die FAZ von einem beeindruckenden Roman. Blogs dürfen da schon etwas weiter gehen und die vornehme Zurückhaltung aufgeben. Wahnsinn! So ein Buch kommt hier in Deutschland nicht alle Tage in die Läden. Kein Wunder: Neun Jahre hat sich Jan Brandt Zeit genommen, sein Debüt zu schreiben. Zu verdichten, Ideen zu finden, Figuren anzureichern.

1LIVE zockt Battlefield 3 live…

Also. Ich meine. Mir fehlen die Worte. Kennt ihr Battlefield? Battlefield 3? Das ist ein Videospiel bzw. eine ganze Serie von Videospielen. Kriegsspielen. Teils sind sie als Ego-Shooter angelegt, teils als Third-Person-Shooter. Also man schießt entweder selbst auf andere (aus eigener Perspektive) oder lässt andere auf andere schießen. Wer sich per Google über das Spiel informieren möchte, findet seitenweise nur die Werbepages. Irgendwann kommt Wikipedia auf Seite 3.

Aber Männer heulen doch nicht…

Ne. Grundsätzlich eigentlich eher weniger. Es sei denn, es kommt richtig Dicke. Gestern Abend. Da kam es Dicke. Allerdings nicht Dicke genug, dass Tränen geflossen wären. Wenn es hier um Männer geht, kann es sich natürlich nur um eins drehen: Fußball. Ich sehe, ihr wisst wie der Hase hier im fiftyfiftyblog läuft. So ist er, der Herr Schönlau, ein einfacher Junge vom Lande, der sich eben auf das Wesentliche konzentriert.

Neutrinos, Einstein, Aliens, CERN

Wie immer kommt alles zusammen, wenn man sich erst einmal auf ein Thema ausgerichtet hat. Eingeschossen hat. Am Freitag ging die Nachricht über den Ticker, Albert Einstein sei widerlegt. Hey! Albert Einstein, der Albert Einstein. Die Physik-Ikone, das Mega-Hirn, die Top-Marke in Sachen Wissenschaft. Hallo! Mal eben Weltbilder zerstören? Den Glauben in die Wissenschaft?

Des Bloggers neue Schuhe.

„Haha, wir wollen Fotos sehen! ;)“ Vorgestern hatte ich im Überschwang zweier persönlicher Veränderungen unvorsichtig auf Twitter gepostet: Neue Schuhe, neue Frisur. Daraufhin kam Utas Aufforderung, Fotos zu liefern. Here we go:

Das war doch gemeint, oder? :) Es heißt doch immer, dass sich Frauen so sehr für Schuhe interessieren. Ich erinnere mich an Imelda Marcos, die Frau des philippinischen Ex-Diktators, die es nach Wikipedia auf 1.060 Paare gebracht hat, die sie heute zum Teil in einem eigenen Schuhmuseum ausstellt. Ts.

Zufallstreffen mit Paul.

Manchmal. Also wirklich. Da kulminieren die Dinge. Es sind Augenblicke, die so dicht sind. Ich werde alt (nicht wirklich), die Erinnerung, die Vergangenheit rückt gerade nach vorne. Die Gedichte, die Flashs. Gestern Abend war ich in Köln. Wally Bockmayer und Rolf Bührmann hatten mich zur Premiere ihres neuen Stücks „Trude zum Dessert“ ins Scala-Theater eingeladen. Ich war früher, 1994, Wallys Regieassistent und Wally war der Regieassistent von Rainer Werner Fassbinder. Heute macht Wally kölsches Trashtheater. Einfach sehr besonders, weil so vollkommen anders und hemmungslos. Mit einer tollen, tollen Gigi Herr.

Spuren im Haus:)

Heute Morgen ging ich die Treppe hinunter ins Büro. Da fielen mir kleine Änderungen auf. Schöne Überraschungen. Männer mögen vielleicht nicht dekorieren, aber manche Deko mögen Männer schon. Ich auch. Die Rose stammt aus einem Blumenstrauß, den Ela von der Dorfgemeinschaft geschenkt bekommen hat. Wir hatten zum 50jährigen Jubiläum die Festzeitung gestaltet. Die Steine stammen aus Ligurien. Aus einer schönen, schönen Bucht, die voller solcher Steine ist. Ich nahm den einen. Da sagte Ela. „Den anderen, der neben ihm gelegen hat, den kannst du jetzt nicht zurücklassen. Die gehören zusammen.“

Die Zwänge der Deutschen…

… der Niederländer. Der Amerikaner. Jan Brandt. Gegen die Welt. Meine momentane Bettlektüre nach langen Tagen. Vorher waren es Marten ‚t Hart und Jonathan Franzen. Jan Brandt, Deutschland, geboren 1974. Jugend in den Achtzigern. In Ostfriesland. Leer, Aurich. Provinz.

Trofie mit Steinpilzen

Als wir diesen Sommer in Ligurien waren, habe ich für mich Trofie al Pesto entdeckt. Trofie sind eine ligurische Spezialität, die es dort – und ich glaube fast nur dort – zu kaufen gibt. Es sind Nudeln, die aussehen, als seien sie zwischen den Händen gerollt worden. Ich habe sie oben im Kloster oberhalb von Monterosso gegessen mit ganz frischem, hellgrünem Pesto.

Jean Paul Sartre: Der Mensch ist zur Freiheit verdammt.

Punkt. Doppelte Unterstreichung. Wir befinden uns mitten im Philosophieunterricht der neunten Klasse meines Sohnes Jim. Gestern holte ich ihn nach dem Gitarrenunterricht – den er wegen eines Spaziergangs mit einer Freundin und ihres Hundes verpasst hatte – von der Schule ab. Wir beiden neigen dann dazu, zu diskutieren. Letzte Woche hatte er mir eine Predigt gehalten, weil ich über einen Autofahrer geschimpft hatte, der auf der Autobahn schon in der Auffahrt gedrängelt hatte. „Papa, du machst es nur schlimmer. Du setzt nur Aggressionen in die Welt.“ Danke.

Heaven, I’m in heaven…

So. Die Woche im Alleinerziehenden-Modus ist um. Samstagnacht kam Ela aus Portugal zurück, hat sich an mich gekuschelt und nun sind wir wieder komplett. Vater, Mutter, Kind, Kind, Hund, Kombi. Schöne heile Welt. An dieser Stelle sehen das Kommödianten und Kabarettisten zynisch ironisch. Die heile Welt der Familie ist doch ziemlich in Verruf geraten und in Romanen wird immer wieder hinter die Kulisse des vermeintlich warmen, schönen Zuhauses geblickt.

Super 8

Erinnerungen im Hirn
No High Density
alles verwackelt, verschwommen
Flimmern, Kratzer
reihenweise Polaroids
staubpartikelfleckig
Fliegenscheiß

Dieser Raum?
Diese Matratze?

Dich hat’s umgehauen
brauchte dich
liebte dich
wollte dich
Die Füße im Feuer

Händeringen
Lebensabstandshalter
Umstandshalberunmöglichkeit

Bildriss, Filmriss
SEX & DRUGS
die alten, alten Zeiten, Zeiten

Deine Stimme aus dem Off
legt sich drüber
den Vorhang gezogen

Wir wollten es
nicht getan
nur noch eine Geschichte sagtest du
zur langen Nacht