Kein Ort wie Ruhrort

Endstation

„Das Schönste, was einem im Leben geschehen kann, ist neben Liebe der wichtigen Menschen der Zugang zum künstlerischen Schaffen der Welt.“

Glück, pur.

Das Leben leben. Diesem Normalen auf der Spur. Märklin-Format. Der Pflicht ergeben, den Rahmenbedingungen, den Anforderungen. Dem Geld. Ihr kennt das: Am Monatsanfang kommen die Abbuchungen. Die Versicherungen, die versichern, dass alles sicher ist. Es kostet viel Zeit und Engagement, sicher zu sein. Das Auto versichert, die Haftung, das Haus, den Hund, den Hausstand, das Leben. Am Ende des Jahres ein Strich drunter und ins Schwitzen geraten. Ein lukratives Business.

Interstellar – wollen wir die Erde wirklich verlassen?

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Nun, man kann diesen Film anschauen und interpretieren. Man kann ihn zurecht als ein Meisterwerk unserer Zeit betrachten und ihn beklatschen. Hollywood liefert ganz großes Kino. Im beachtenswerten IMDb-Ranking erreicht der Film bereits eine bemerkenswerte 8,9 von 10. Das katapultiert ihn in der alltime-hall-of-fame auf den 12. Rang. Excellent, Christopher Jonathan James Nolan.

Egal. Vergessen wir einmal den Film. All das Faszinierende um Raum und Zeit, schwarze Löcher und unendliche Unendlichkeit. Das Abenteuer auf der Suche nach einer Überlebenswelt im All. Der Plan B der Menschheit. Ein Blockbuster. Es geht um Katastrophe und Rettung. Ami-Style.

Oscar für Matthew McConaughey und Jared Leto

Der transsexuelle Rayon (Jared Leto) und Ron Woodroof (Matthew McConaughey) haben zunächst nur eines gemeinsam: Beide sind HIV-positiv  © 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH
Der transsexuelle Rayon (Jared Leto) und Ron Woodroof (Matthew McConaughey) haben zunächst nur eines gemeinsam: Beide sind HIV-positiv
© 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH

Da hat er also gewonnen, der Dallas Buyers Club. Zwar nicht auf ganzer Linie, nicht als der Film, aber doch in drei Kategorien – darunter Bester Hauptdarsteller, Matthew McConaughey, und bester Nebendarsteller, Jared Leto.

Großes Kino: Dallas Buyers Club

Ron Woodroof (Matthew McConaughey) ist nicht gewillt, nach der Pfeife der US-Behörden zu tanzen.  © 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH
Ron Woodroof (Matthew McConaughey) ist nicht gewillt, nach der Pfeife der US-Behörden zu tanzen.
© 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH

Wisst Ihr mit dem Namen Matthew McConaughey was anzufangen? Vielleicht, wenn Ihr Filme wie Der Hochzeitsplaner(2001), Wie werde ich ihn los – in zehn Tagen? (2003), Zum Ausziehen verführt (2006) oder Der Womanizer – Die Nacht der Ex-Freundinnen (2009) gesehen habt. Ich habe, wie das Leben so spielt, obwohl das nicht meine Favoriten sind. McConaughey kam mir in diesen Filmen immer recht oberflächlich vor. Ich meine, er spielte Oberflächlichkeit, klar. Tja. Aber ich habe von den Rollen auf den Menschen und Schauspieler geschlossen. Das war ein Irrtum. Da habe ich mich doch jetzt glatt beim wilden Schubladendenken erwischt. Sorry, Matthew.

Mit den Coen-Brüdern und Thomas Schütte in Essen

Museum

Großes Kino!

Eigentlich. Genau, da weiß man schon. Das Gegenteil von dem, was am Anfang steht: In diesem Fall von ich wollte ein ganz ruhiges, entspanntes Wochenende in Essen verbringen. So mit lange schlafen, gemütlich frühstücken und chillen all day long, wie meine Kinder sagen würden. Aber erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt. Mir war vor der Abfahrt die CHOICE in die Hände gefallen – so ein Stadt-Kultur-Magazin aus Köln. Vorne drauf eine Szene aus dem neuen Jim Jarmusch-Film. Jim Jarmusch. Night on earth. Lange her. Wynona Rider, Armin Mueller-Stahl, Roberto Benigni und die Leute von Aki Kaurismäki.

Cloud Atlas – sorry, ein Verriss

Tom Tykwer, sorry, aber so wird das nix.

Die Grundidee ist schon so bombastisch, als wolle man die Bibel komplett verfilmen. Man nehme alle Filmgenre, Science Fiction, Abenteuerepos, Politthriller, die Leiden des jungen Werthers, verbinde sie durch einen Gedanken, kaufe sich sehr teure Schauspieler und treibe sie durch 164 Minuten. Atemlos, weil dauernd in der Garderobe und in der Maske.

Scarlett Johansson, John Travolta, Ela, Zoe und ein paar Rumkugeln

Filmabend. Nach einem langen Tag.

Ich kam spät nach Hause. Traf Ela im Flur, half ihr, den Einkauf teils hoch, teils in den Keller zu tragen. Die Spülmaschine musste ausgeräumt, Holz für den Ofen geholt werden. Und was essen. War ich tagsüber nicht zu gekommen. Seit Wochen Arbeit ohne Ende. Mein Kopf, meine Finger tippen, tippen. Klackidiklack. Tastaturhämmerei. Ausgebucht bis. Termine, Meetings, Briefings. Am Freitag drei Stück hintereinander. Ich schaffe es gerade immer so viel zu texten, dass ich dran bleibe. Und ich denke, ich arbeite schon schnell. Nun will ich mich nicht beschweren. Freue mich ja. Texte gerne. Gutes Geld. Der Kopf wird gern bewegt. Sonst würde ich jetzt nicht hier sitzen…

To Rome with Love

Und dann noch ins Kino. Sonntagabend. Nach einem Wochenende, an dem ein toter Birnbaum zu Fall kam und ich gezwungen war, viele Mojitos zu trinken, um die optimale Mixtur und Zubereitung herauszufinden. Und da waren noch eine Party und viel Lachen und Rosen, deren Dornen nun in meinen Fingerkuppen stecken.

To Rome With Love. Woody Allen hat geladen. Ein Star-Ensemble nach Rom und mich ins Kino, um den neurotischen Großmeister zusammen mit Alec Baldwin, Roberto Benigni, Penelope Cruz, Judy Davis, Jesse Eisenberg (der Zuckerberg-Darsteller) und der zuckersüßen Ellen Page zu sehen.

Quentin Tarantino – Django Unchained

Die gute Nachricht: Es gibt einen neuen Quentin Tarantion. Die schlechte: Premiere am 13. Januar 2013.

Er hat es wieder getan. Einen Film gemacht. Einen Western mit fetter Besetzung: Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Christoph Waltz, Samuel L. Jackson, Walton Goggins.

Iron Sky – Besuch von der dunklen Seite des Mondes!

Hm. Eine Nazikomödie. 2018. Amerika hat alle Finanzkrisen überlebt und irgendwie Kohle für eine neue Mondmission zusammenbekommen. Das ist ja schon mal ziemlich unglaubwürdig. Science Fiction halt:) Egal. Und Action. Was sehen die Männer in ihren coolen Mondanzügen mit Amerikafahne auf dem Ärmel da oben? Es lebt. Mensch. Ja, Kreaturen wie wir. Fast. Ein klein wenig. Mit der Unart, die flache Hand gen Himmel zu recken und permanent Scheiße zu blubbern. Nazis. Kacke.

Best Exotic Marigold Hotel

Gestern Abend. Wieder Köln. Wieder Cinedom. Wieder eine Komödie. Mit tragischen Elementen. Britisch. Best Exotic Marigold Hotel. Sieben Engländer, Silver- bzw. Gold-Ager. Nicht mehr in den besten Jahren und auch nicht mehr im allerbesten Zustand. Der Blick in den Spiegel wird kommentiert mit: „Scheiße“. Das kann man wohl sagen, wenn das Hüftgelenk ausgetauscht werden muss, die Rente in das den Bach runtertgehende Start-up der Tochter investiert ist, das Herz nicht mehr so will und es mit den Männern nicht mehr klappt. Endstation Sehnsucht.

Ey, voll krass abgelacht, Alter!

Klar, Berlinale war das nicht. Manni Manta oder Ballermann 7 auch nicht. Gestern Abend, Köln, Cinedom mit kompletter Mannschaft und vollem Programm. Vier Erwachsene, fünf Kinder. Die halbe Reihe 14 für uns (naja, nicht ganz – war der große Saal und die Reihe 14 reicht von Lissabon bis Moskau, mindestens).

Ja, was war das dann? Der Literaturwissenschaftler in mir geht da erst mal analytisch vor. Genre? Ach, quatsch. Das muss man nach dem Film sagen. Wirf‘ doch deine duseligen Kategorien über Bord. „Hey Alter, die Frage ist doch, hast du gelacht?“ (meine innere Cem-Stimme aus dem Off). Jens: „Äh, klar. Und wie. Also. Von ganzem Herzen Ja.“

Türkisch für Anfänger. Der Film.

Da müsst ihr jetzt durch. Ich meine, da muss ich jetzt durch. In unserem, äh meinem, äh ich weiß jetzt nicht, egal, Freundeskreis gibt es da so eine Kultentwicklung, die vollkommen an mir vorbeigegenagen ist. Türkisch für Anfänger ist in aller Munde. Da wir hier keinen Fernseher haben, bin ich ziemlich draußen. Und das ist ein Problem. Denn: Heute Abend kommt der Film zur Serie in die Kinos. Und wer ist dabei? Herr Schönlau. Normalerweise hätte ich mich schön mit einem Freund getroffen, aber das Treffen ist ins Wasser gefallen wegen Kunst und einer Ausstellung und einer Vorbesprechung und Eventualitäten und Menschen, die anwesend sein müssten, aber nicht wissen, ob sie anwesend sein werden. Ein wenig kompliziert. Deshalb haben wir uns entschieden, dieses Terminvereinbarungschaos wie den Gordischen Knoten einfach zu zerschlagen. Nächste Woche.

Ziemlich beste Freunde

Früher in der Schule hatten wir als Pubertierende einen ziemlich bösen Joke: „Keine Arme, keine Kekse.“ Ich glaube, das bezog sich auf Menschen mit Contergan-Behinderung. Natürlich ist das ein absoluter No Go!-Witz. Allerdings. Freitagabend waren wir im Kino. Ela, Jim und ich. Es lief die französische Komödie „Ziemlich beste Freunde“. Und darin kam der Spruch umgewandelt vor und das ganze Kino hat gelacht.

Pedro Almodóvar: Die Haut, in der ich wohne

Pedro Almodóvar. Immer wieder Almodóvar. Volver, Zerrissene Umarmungen und jetzt Die Haut, in der ich wohne. Dieses Mal liefert Almodóvar eine Romananverfilmung (Thierry Jonquet, „Die Haut, in der ich wohne“, 1984). Großes Kino mit Antonio Banderas, starke Bilder. Keine Penelope Cruz.

Fast könnte man denken, man befinde sich in einem Hollywoodstreifen. Der schöne Antonio Banderas und die sehr schöne Elena Anaya. Dazu ein schönes spanisches Landhaus voller Kunst und ein immer wieder ins Bild fahrender weißer BMW. Das Modell kommt übrigens zufälligerweise aktuell gerade in die Autohäuser. Ein wirklich schönes Auto, das gleich klar macht, in welcher Liga der Hauptdarsteller spielt. Schönheitschirurg.