Hallelujah, Jeff Buckley.

Es ist eine traurige Geschichte.

Als ich vorgestern nach Köln fuhr, hörte ich sie im Radio. Sie ist lange her. Neunziger Jahre. Da gab es einen Musiker, der Jeff Buckley hieß. Der Sohn eines Singer-Songwriters, von dessen Musik und Aussehen die Moderatorin schwärmte. Buckley hatte in New York auf einer Gedenkfeier für seinen an Heroin gestorbenen Vater gesungen. Die Musikwelt wurde auf ihn aufmerksam, das Studioalbum GRACE entstand. Weil er nicht genug eigene Songs hatte, coverte er unter anderem Hallelujah von Leonard Cohen, der selbst sagt, Buckleys Version sei die beste.

Ateliergespräch mit Ina T. von Trash/Treasure

STAUB. MOP ART. TRASH/TREASURE.

Gestern Abend hatte ich das sehr große Vergnügen, Ina T. von Trash/Treasure in ihrem Atelier in Köln besuchen und interviewen zu dürfen. Nach dem Gespräch mit Norbert van Ackeren in der letzten Woche war ich angefixt. Hatte Lust auf Kunst, wollte das Konzept Ateliergespräch weiterführen, weil Kunst in keinem Museum der Welt so direkt, nah, authentisch und nackt ist wie im Atelier. Es ist wie eine Spurensuche am Tatort Kunst. Da hängen, stehen, liegen, verschwinden die Bilder, Objekte, Installationen. Fragmentieren sich im Gesamtzusammenhang. Erzählen die Geschichten weiter, weil überall Hinweise herumliegen, herumstehen. Vorstufen, Informationen, Bücher, Fotos, Tests, skurrile Gebilde, die Bindeglieder waren, um die Idee zu transportieren. Kurz: Es ist einfach aufregend. Kunst spürbar, anfassbar, herausgenommen aus der Heiligkeit der Ausstellungen und Museen. Ich konnte Bilder herumtragen, hinstellen, einen Gesprächsrahmen schaffen.

Und weg damit…

Ist der Keller voll, stört das die Vergangenheit. Ist der Speicher voll, ist die Zukunft blockiert.

Der Mensch. Jäger und Sammler. Bis heute. Erinnert ihr euch an das „Laufende Band“ mit Rudi Carell? Ein paar Tage her. Kürzlich erinnerte irgendjemand daran und ich dachte: Meine Güte, da haben die Leute all diesen Mist gewonnen. Kaffeemaschinen, Teeservices, Wolldecken, Bettwäschesets, Besteckgarnituren, Pauschalreisen… Und das Fragezeichen. Man ist also reich „beschenkt“ nach Hause gegangen. Und alle haben mitgefiebert. Heute, some years later, wollte niemand mehr all den Schrott haben.

Pfingst-Geo-Caching-Wanderung…

Kinder zum Wandern zu bewegen? Nicht ganz einfach. Die moderne Schnitzeljagd mit GPS ist da schon was anderes. Koordinaten suchen, Caches, Hinweise. Finden, ankommen. Macht schon mehr Spaß. Und mittendrin Picknik auf einer schönen Wiese. Passt. Unterwegs ist mir dieser skurrile Anhänger oben begegnet, der mal Unterkunft für irgendwelche Tiere war und nun nur noch vor sich hin zerfällt. Sah schön aus mit den dunklen Wolken im Hintergrund, die bald wieder verschwunden waren.

Ateliergespräch mit Norbert van Ackeren

Liebend auch umfängt im Schweigen im Zimmer die Schatten der
Alten,
Die purpurnen Martern, Klagen eines großen Geschlechts,
Das fromm nun hingeht im einsamen Enkel.

Denn strahlender immer erwacht aus schwarzen Minuten des Wahn-
sinns
Der Duldende an versteinerter Schwelle

(aus der menschheitsdämmerung: Georg Trakl, Gesang des Abgeschiedenen)

Die Rolltreppe runter. Von unten kündigt sich der Ort des Geschehens an. Musik. Bierbänke, ein Schaufenster voller Zeichnungen. Köln, Ebertplatz, Labor, Projektatelier. Vernissage.

Grönemeyer in BOCHUM!

Herbert. Gestern Abend in Bochum. Im Stadion. Heimspiel. Open Air.

Eine Freundin hatte Karten von einem Freund. Also Grönemeyer. Häbät. 1984. Die LP 4630 Bochum. Männer. Kann mich gut an den Sommer damals erinnern. Und dann all die Songs, die er immer wieder in die Charts gebracht hat. So war es gestern Abend ein Blick in die Vergangenheit. Das letzte Konzert im Stadion. Aus Sicherheitsgründen. Er war wirklich gerührt. Heimkehr nach Bochum, Abschied. Allmählich.

Monday, bloody Monday:)

Oh, Mann. „Den Typen kann man echt nicht allein lassen.“ Hat kürzlich jemand gesagt. Zu mir. Monday, bloody Monday:)

Yesterday. All my trouble seemed so far away. Ich war dran mit kochen. Lachs, Kartoffeln, Möhren. Bis zu den Kartoffeln bin ich gekommen. Dann fing das Küchenmassaker an und es wurde blutig. Wer keine blutrünstigen Geschichten oder tiefere Verletzungen mag, sollte hier aussteigen. Schönen Tag.

Kino, Kanada und eine durchtanzte Nacht

Sorry. Sag ich gleich am Anfang. Heute ist hier keine Konzentration reinzubringen. Ein Zwischenbericht aus dem Leben:)

Als Erstes ein Gedanke, der mir am Wochenende gekommen ist. Allmählich akzeptiere ich, dass ich nun Single bin. Was für ein Wort. Mag es nicht. Das klingt nach halbiert und krampfhafter Suche nach Vollständigkeit. Klang der Worte, Spezifikation des Lebens. Scheiß-Schublade. Aber: Es ist wie es ist. Ich bin nun Single mit Anhang und Erziehungsauftrag und altem Leben und neuem Leben. Ich musste das jetzt mal hier ins Tagebuch schreiben, damit ich das schwarz auf weiß sehe, lese, verinnerliche.

Love you am Vatertag

Während ich mich gestern vor dem großen Vatertagsbetrinken im Dorf gedrückt habe, ist dieser Wandhänger oben auf dem Foto entstanden. Eigentlich gehe ich ganz gerne zu diesem Vatertagstrinken, aber da ich mit den Kindern alleine war und im Augenblick nur selten Alkohol trinke, bin ich lieber Zuhause geblieben. Und habe an der Liebe und einem Gedicht gearbeitet. Mit Musik und Tee in meinem Zimmer. Faithless. Laut. Es gibt doch immer Alternativen und Leben lässt sich so oder so gestalten. Heute Morgen bin ich ziemlich froh, dass der Kelch des auschweifenden Alkoholgenusses an mir vorüber gegangen ist. Dass ich ihn hab gehen lassen… Ursache und Wirkung. In jeder Sekunde gestalten wir unsere Zukunft:)

MfG oder What the bleep do we know?

What the bleep do we know?

Morgen, morgen. Was ist das für ein Morgen, der mit Faithless, den Fanta4 und fünf Teens beginnt? Herrje. Ich habe Frühdienst. Gut, diese Woche nur 3x, dafür aber intensiv. Der hieß hier mal Kinderdienst, ist aber in einen Hotelservice übergegangen. Teens. Um 6 Uhr geht der Wecker, um 5:30 Uhr die Dusche neben meinem Bett. Ich dachte, ist das ein Traum oder Wirklichkeit? Sifft es irgendwo durch? Kommt der Himmel runter? Oder ist das so ein Kindheitstraum, in dem man plötzlich angeregt durch Flüssigkeitsfließgeräusche zum Pieseln animiert wird? Alles warm und nass. Ih.

Projekt-Update nach zweieinhalb Monaten…

Wie sieht’s aus?

Puh, ich sage euch. Mal eben so sein Leben auf den Kopf stellen, sich neu erfinden, das haut einen ganz schön aus den Socken. Ich habe das Gefühl, mein Kopf wird umgebaut. Alles neu denken. Das Projekt läuft, etabliert sich. Am Sonntag waren Ela und ich mit Freunden in der Kölner Philharmonie. Jens, ihr Freund, war hier und hat auf die Kids aufgepasst. Jens und ich tauschen Musik, haben teils den gleichen Geschmack, haben zu meinem Geburtstag zusammen gekocht. Gestern Morgen hat er die Kinder zum Bus gebracht, ich hab ihm nen Kaffee gekocht. Es geht nur zusammen. Es geht. Immer besser. Wir werden, wenn das zeitlich klappt, mit der ganzen WG gemeinsam nach Italien fahren. Sommerurlaub. Und ich freue mich drauf. Ehrlich.