Sie säen nicht, sie ernten nicht und der Herrgott nährt sie doch…

Steinpilze. 2013
Steinpilze. 2013

Wäre schön, wenn das überall so wäre und der Herrgott seine gütige Gnade allenthalben ausschenken würde. Nun gut, lassen wir das, wo sich gerade Franziskus anschickt, in die Fußstapfen seines Namenspatrons zu schlüpfen. Scheinbar hat er vor, seine Sache richtig gut zu machen. Würde das klappen, würden sich die Institutionen mit den großen Kreuzen auf ihr Kerngeschäft Barmherzigkeit konzentrieren (und sich nicht in zwielichtigen Bankgeschäften oder theoretischen Theologiefragen verlieren, schließlich gibt es fernab der Klosterbibliotheken einiges zu tun) wären wir schon deutliche Schritte weiter. Jeder, was er kann.

Auf sweet little GAGGIA Baby Millenium folgt Maverick von ISOMAC

Isomac Maverick. 2013
Isomac Maverick. 2013

Sie geht, er kommt.

Es ist eine Zeit des Wandels, des Neuanfangs, des Abschieds, der Begrüßung. Wie die Zeit vergeht, tiefe Spuren im Sand. Unsere sweet little GAGGIA Baby Millenium ist den Weg des Gerechten gegangen. Zwölf Jahre lang hat sie uns mit Kaffee verwöhnt. Mit italienischem. Schwarz, ölig. Tief in Farbe und Geschmack. Alltagszeremonien, kleine Fluchten, zwischendurch das Glück des feinen Geschmacks am Gaumen. Nicht einfach nur Filter rein, Pulver drupp und los und fertig ist die schwarze Suppe. Bitter ist sie dann, schwer verträglich. Das Gute, das Eigentliche, das Wahre, die Kaffeeöle, sie bleiben im Filter. Finden den Weg nicht in die Kanne, die Tasse, zu den Geschmacksknospen (was für ein merkwürdiges Wort, als wäre unser Mund ein Busch, eine vor dem Blühen stehende Zimmerpflanze).

Tag am See – mit Vi in Paradise

paradise. 2013
paradise. 2013

Ach, ihr Lieben.

Komme gerade wenig zum Bloggen. Der Zeit wegen. Ihr wisst, sie fliegt davon und wird von kleinen Alienmonstern in Grün gefressen. Die Dinge haben sich geändert. Nichts bleibt, nichts ist fest, es gibt kein Halten. Das ist manchmal schockierend, weil verändernd. Und wer will das schon? Never change a winning team.

Nun isses aber so und nach dem Sprung ins kalte Wasser ist dann ja auch gut und plötzlich macht es Spaß. Vorstellung. Angst. Panik. Dabei. Also mal ehrlich, was soll passieren?

Paul Bowler & Georg Weißbach bei BRUCH & DALLAS

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Nimmt das mit der Kunst hier gar kein Ende?

Nicht, wenn solche Schauspiele geboten werden. Der Blog hier steht zeitlich immer noch auf Freitag und befindet sich weiterhin in der Unterführung am Ebertplatz. Jim und ich kamen gerade aus dem Labor, haben einen Schlenker durch die Galerie BOUTIQUE gemacht und sind geradewegs bei BRUCH & DALLAS gelandet. Eine weitere Vernissage. Diese Stadt ist verrückt. Geradezu barockarrabesk. Überladend großzügig. Die Augen wissen nicht, wohin, der Geist muss galoppieren, um alles zu erfassen.

Wer ist Moby Dick, Michael Nowottny?

Moby Dick 1_red

CALL ME ISHMAEL.

Dem Thema war ich das erste Mal im letzten Jahr in Liblar in einem fast abgerissenen Supermarkt begegnet. Ich war der Arbeit von Trash Treasure auf der Spur. Hatte gehört, gelesen, dass sie bei der Abrissekstase dabei ist. Ein Projekt, das Kunst Raum gab, etwas zu schaffen, das dann zerstört wird. Von Baggerschaufeln ins Nirvana geschoben.

Herzen essen

Du auch
Perlen in den Augen

Schüsse
von hinten
Nähte

Wie es ist
wissen nur

Heimat
daneben

Erkennen
am Blick

Liebe euch
weil ihr
weiß ich
wirklich nie

Sätze
wie Codes
ungereimt

Aus deinem Mund
ihr F(X)tzen

Ihr habt
was man fühlt
wenn

Kleine Zeichen
Zartheiten

In all den Jahren
fünf von euch

Engel
still
Lächeln

september 2013

Kleiner Gruß aus dem Gemüsegarten

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Morgen geht die Schule wieder los. Oder, wie meine Mutter Sonntagsabend immer sagte: Das Sechs-Tage-Rennen. Schluss mit lustig. Sie sagte aber auch immer: Wird Zeit, dass die Schule wieder losgeht. Für mich bedeutet das, dass es wieder feste Zeiten gibt. 6 Uhr aufstehen, 7.50 Uhr geht der Bus, Cooper-Runde, ab zur Arbeit.

Die Zeichnung des Gerd Mies im Labor Ebertplatz

gerd mies red

Ich hatte Glück. Viveka konnte mich wieder besuchen. Wir durften wieder ein gemeinsames Wochenende miteinander verbringen. Wenn die Dinge nicht selbstverständlich sind, werden sie intensiver und besonders. So einfach ist das. Die Gewohnheit hat Schwierigkeiten, ihren Fuß in die Tür zu schieben.

Freitagabend sind wir nach Köln gefahren. Finissage der Ausstellung Feriengäste im Labor Ebertplatz. Das, worüber ich jetzt schreibe, wird ab Morgen nicht mehr zu sehen sein. Eine Zeichnung von Gerd Mies. Ich glaube, sie hat keinen Namen.