Tag am Meer!



Im Januar einen Tag am Meer verbringen. Wie singen die Fantastischen Vier – das macht uns zu Brüdern. Traumhaft. Draußen ist es sowas von kalt und drinnen scheint die Sonne. Drinnen, in den Hallen der Boot auf dem Düsseldorfer Messegelände. Die Kinder haben mich genötigt. Und ich habe mich gerne nötigen lassen. Es ist zu einer Familientradition geworden, dorthin zu fahren.

Saturday-Morning-Blogging 07:49

Da ist Samstagmorgen und ich werde in der Dunkelheit wach. 6 Uhr. Die Zeit, zu der ich die ganze Woche über aufgestanden bin. Kinderdienst, ich war dran. Wecken, Brote schmieren, motivieren.

Um 6 Uhr werde ich also wach und will mich wieder umdrehen und im glücklichen Gefühl eines Samstagmorgens weiterschlafen. Da kommt mir ein Gedanke in den Sinn, ein Wort. Liebe. Ich denke an Ela, an das frische Gefühl von Liebe des letzten Tages, des letzten Abends. Warm wird es mir. Lächelnd liege ich in meinem Bett. Wie kitschig schön.

Schätzing vs. Gavalda

Mann gegen Frau. Autor gegen Autorin. Zuletzt habe ich versucht, Frank Schätzings Buch LIMIT zu lesen. Hätte aktuell eigentlich gepasst. Da geht es um Mondstationen und das Fördern von Helium3 als Ersatz für die fossilen Energieträger der Erde. Quasi ein Hoffnungsschimmer. Schätzing war früher Werbetexter in Köln. Ich kenne jemanden, der kennt ihn aus den alten Tagen. Heute ist er ein Shooting-Star mit eigener Fernsehsendung und einem Bucherfolg nach dem anderen. Mein letzter Schätzing in den Fingern war Der Schwarm. Da ging es um das sich auflösende Methanhydrat in der Tiefe des aufgewärmten Meeres, das Kontinentalhänge abrutschen lässt und Tsunamis auslöst (das Szenario ist so im world ocean review beschrieben). Am Ende des Buches gibt es einen Showdown auf einem amerikanischen Flugzeugträger. Action. Männerwelt.

Nord, Nord-Ost

Kein Spiel mehr
fürs Ich
die Wanten verwaist
der Kurs in Marmor geprügelt

Voran

Füße
in kalten Stiefeln
Nord, Nord-Ost
ins Reich der Götter

Wind pfeift
der Bug knarzt
bäumt sich
im Meer

Kalte, salzige Wellen
durchs
faltige Gesicht

Kein Umdrehen mehr
kein Süden
kein Fluchen
kein Huren
die letzte Frau ist
von Bord

Die Hand hält
das Seil zieht Linien
in die Fläche
am Schwielengrad
entlang

Geschichte
geschrieben
geschrien
lotsenlos

Die Sprache, so frei wie der Wind

Wir leben in einem Kulturkreis, der es gerne ordentlich hat. Das ist meistens eine sehr angenehme Sache, weil vieles gut geregelt ist und vergleichsweise hervorragend funktioniert. Mal mehr, mal weniger. Es gibt Regelungen und Mechanismen, die greifen. Fällt Schnee, kommt morgens der von der Gemeinde geschickte Traktor und räumt den Schulhof vor unserer Haustür. Brennt es, fährt die Feuerwehr raus. Habe ich auf der Autobahn eine Panne, ist irgendwann der ADAC da. Regelungen. Fast alles ist geregelt, geordnet. Teils auch genormt und zertifiziert. Was auch nicht schlecht ist – zum Beispiel wenn es um Qualitätsmechanismen oder Umweltschutz in Unternehmen geht. Da haben sich Menschen zusammengesetzt und überlegt, formuliert, entschieden, was gut ist.

Grippe-Virus-Massaker!

Gut, das ein Blog eine infektionsfreie Zone ist. Denn: Es hat mich erwischt. Reitet ohne mich weiter! Lasst mich zurück, schaut nach vorne, rettet euch selbst! Sonntag kam die leichte Übelkeit, gestern im Laufe des Tages ein berühmtes Kratzen im Hals und eine Bakterienexplosion in meiner Nase. Alle Versuche, mich dem entgegen zu stemmen haben versagt. Mein Ego musste die Meldung absetzen, auch wenn es sich sträubte und lieber drum herum formuliert hätte: Ich bin krank. Ein klein wenig.

Das Mysterium der Weiblichkeit:)

Am 15. Januar 2010 schrieb ich das Gedicht Kirschblütenblättersehnsucht. Gestern erinnerte ich mich daran, weil Wetter und allgemeine Stimmung im Augenblick ähnlich sind. Es gibt ja so etwas wie ein Körpergedächtnis. Der Körper merkt sich Dinge unbewusst. Treten sie wieder auf, reagiert er. Als Ela mit Zoe schwanger war, hörte sie oft Musik von David Darling. In einem grauen Herbst. Oft war ihr übel. Im darauf folgenden Jahr, Zoe war längst geboren, wurde ihr im Herbst immer übel, wenn sie David Darling hörte. Pawlow. Manchmal sind wir einfach konditionierte Hunde. Wuff. Ich hatte immer schon das Gefühl, dass Cooper und ich mental gar nicht so weit auseinander liegen.

Den Gasdrehgriff auf 390 ppm Vollgas!

Der Sonntagnachmittag ist nebelig. Jim kümmert sich um Mme. Curie, Zoe ist zum Eislaufen, Ela beim InDesign-Kurs und ich hüte Hund und Feuer. Eine gute Gelegenheit, ein aufgeschlagenes Kapitel weiter zu führen: world ocean review.

Die ersten 53 Seiten liegen hinter mir, die Kapitel 01 und 02 – beziehungsweise „Die Weltmeere, Motor des globalen Klimas“ und „Wie der Klimawandel die Chemie der Meere verändert“. Puh. Bei dem vorliegenden Text, für eine allgemeine Leserschaft von der mare-Redaktion ins Verständliche übersetzt, raucht mir der Kopf. Keine leichte Kost. Kein mal eben so wegschlabbern. Fleißarbeit. Herrje, Sonntagnachmittag. Masochist.

Prall, sinnlich, verführerisch!

Hier das Video zum Unglück von n-tv: http://www.n-tv.de/panorama/Gegend-um-Cinque-Terre-zerstoert-article4623376.html

Ja. Lasziv, verführerisch, erotisch. So ist dieses Italien. In allem. Die Menschen, das Meer, das Essen. Die Sonne macht alles prall. Wachstumskräfte, unbändig. Als Goethe italienischen Boden betrat auf seiner verschwenderisch teuren Reise (er gab sein Geld aus, dass er mit dem Werther in Massen verdient hatte) sagte er schlicht: Auch ich in Italien. Äh: Auch ich in Arkadien. Oder: Im gelobten Land, im Paradies, in der Renaissance. Er hatte sich fortgeschlichen in jenem September. Im Morgengrauen aus Weimar. Und so werden wir es in diesem Sommer auch machen. Fortschleichen, aufbrechen, die Alpen passieren, die Wetterscheide. Oft erlebt: Hier bis in die Schweiz regnet es in Strömen, hinter dem Gotthard geht die Sonne auf. In allem.

Ästhetik des Seins.

Über das neue Gedicht war es mir wieder eingefallen. Peter Weiß‘ Buch Ästhetik des Widerstands. Ein Buch, in dem es um die Verbindung von Kunst und Politik bzw. dem Politischen geht. Nun hat hier in den letzten Tagen und Wochen und vielleicht auch Monaten dieser Kampf, sagen wir ein Kämpfchen, um hier nichts hoch zu stilisieren, in mir nicht getobt, aber gewirkt. Auf der einen Seite die Dinge, die stören. Wer den Blog verfolgt hat, weiß, wovon ich schreibe. Auf der anderen Seite die Sehnsucht nach dem Schönen, der Ruhe, dem inneren Frieden.

4 Klicks, Zoe, Jesus, mamapower, fünf Jahre!

Heute ist großer Bauchladentag im Blog. Von allem ein wenig. Arbeite ich doch die Head einfach ab. Zacki die zacki. 4 Klicks. So oft wurde gestern der Bestell-Link zum World Ocean Review geklickt. Ups. Hab‘ ich wohl nicht gut geschrieben. War es die langweilige Head, die Schwere des Themas oder war mein Text einfach zu wenig motivierend? Vielleicht ist nach der Schwere der Themen der jüngeren Vergangenheit aber auch eine Müdigkeit entstanden. Nein, nun nicht auch das noch. Oder war es der Name der Studie: World Ocean Review. Klingt nach viel Arbeit. Ist was für Wissenschaftler/innen. Who knows…

World Ocean Review – der Zustand der Meere.

Die letzten Abende war ich damit beschäftigt, die letzten drei Ausgaben der mare – Die Zeitschrift der Meere – zu lesen. Ein schönes Unterfangen. Durch die Intensität des Lesens von gleich drei Ausgaben an einem Stück, stellte sich in meinem Kopf ein allabendlicher Zustand von Meer, Meer, Meer ein. Es schwappt, es brandet, es tost, es säuselt, es erzählt. Während des Eintauchens traf ich auf eine Nachricht: Der World Ocean Review ist erschienen.

Erinnerungsflash, Midlife

1976, im Sommer
Randalierend im Knast von Renesse
Gegen Laternen getreten, Handschellen
Blaulicht
Am Nachmittag, Sport blau gemacht
Geschlafen mit der Tochter der Sportlehrerin
Immatrikuliert, demonstriert gegen die Schließung
Ästhetik des Widerstands gelesen, zwei Jahre
Frauen, jung
Am Theater Wolokolamsker Chaussee
Heiner Müller in Leipzig, gesehen
Seinen weggeworfenen Zigarrenstummel in der Hand
In Goethes Theater Bad Lauchstädt wegen Paul geweint
VERKOMMENES UFER MEDEAMATERIAL LANDSCHAFT MIT ARGONAUTEN
Champagner im Garten, Erdbeeren
Blut und Sperma auf dem Bild aus Öl
Auf der Bühne, Berlin, Jerofejew – ich Kolja
Franz, oh Franz, inszeniert im Untergang
Heinrich, Erna, Aenne, Sabine, Büse, Beatrix, Gunnar gestorben
Gelacht
Geschrieben Gedichte, vier Stücke
Verzweifelt
Old School, nicht geheiratet
Familie, Anfang, Geburt
Nerven
Immer wieder Italien
Italienische Reise
Das Meer
Neu
2011

Romantik auf dem Rothaarsteig.




Ela und ich. Ohne Kinder, nur mit Hund. Was für ein schöner Tag gestern. Ich musste morgens aufstehen und Jim in die Schule zur Sonntagshandlung fahren, zum Gottesdienst, weil er zur Jugendweihe, zur freichristlichen Konfirmation geht. Ich hatte Cooper dabei und hab mir mit ihm die Zeit im Wald vertrieben und bin einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgegangen: Bäume fotografieren. Ein antiquiertes Hobby. Menschen, Städte, pralles Leben – nein, Bäume, Landschaften. Caspar David Friedrich, nach Wikipedia Maler und Zeichner der Früh-Romantik.