Schöne ruhige Weihnacht und viel Raum zum Atmen, Leben

Bei der Planung unserer Weihnachtskarte kam uns dieses Jahr zunächst Jonathan Jeremiah mit seinem Song Happiness in den Sinn. Die Leichtigkeit und Fröhlichkeit wollten wir gerne weitergeben. Dann entdeckten wir ein Foto aus dem Jahr 2009 – ein Urlaub an der Côte d’Azur, die Strandpromenade in Nizza. Es fiel uns der Psalm 23 ein. Der Ruheplatz am Wasser. Das gefiel uns. Ein Ort der Ruhe und des Weitblicks.

’nen Korb bekommen…

Voll den Korb bekommen. Von Jim. Gestern nach der Schule kam er in mein Büro. „Hi Papa, hier, für dich. Zum Pilzesammeln.“ Oh. Überraschung. „Aber, äh, es ist doch noch gar nicht Weihnachten. Also, ich meine. Wäre es nicht vielleicht besser, sich den als Geschenk aufzuheben? Bis Samstag?“ Grins. „Nö, nö.“ Grins. Also wirklich. Dieser Herzenbrecher. Wie sagt man dann? Guter Junge. Wirklich. Ich bin schon sehr, sehr froh, ihn zu haben.

White Christmas?

Wie sieht’s aus? Bei uns liegt Schnee und in den nächsten Tagen soll es kühl genug bleiben, damit der nicht wegschmilzt. Das wäre doch schön. Weiße Weihnacht. Allerdings. Freitag und Samstag sind in der Wettervorhersage für die Region deutlich steigende Temperaturen und Regen angekündigt. Also: Abwarten und Tee trinken, Kekse essen, Adventskranz leuchten lassen. Ich für meinen Teil habe zumindest gestern den Schee bei einer langen Schneewanderung schon einmal intensiv genießen können. Auch, wenn es da draußen gerade ein wenig gespenterhaft anmutet. Tiefe Wolken voller Schnee, Nebel allerorten, der sich nicht auflösen kann, weil die Wolken drauf liegen. Trotzdem schön, die klare Luft.

Rat Pack on the Run

Es hatte den ganzen Tag geschneit und die weiten Felder waren bis zum Horizont mit einer dicken weißen Schicht bedeckt. Es war Abend, der Vollmond schien, keine Wolke bewegte sich am Himmel. Sterne über Sterne prangten am Himmel, als ein kleiner Pritschen-LKW mit Plane sich über die Landstraße schlängelte.

Der Baum

Hier ist er nun. Der Baum mit Stütze. Heute Morgen schien plötzlich die aufgehende Sonne von Osten durch die Buchen am Hang und die Eiche auf dem Schulplatz zu mir ins Büro. Ich schnappte mir die Kamera und bin den gestern beschriebenen Weg inklusive Stacheldrahtzaun wie ein Irrer samt Cooper hochgeprescht, um das Licht zu nutzen. Und den Baum zu präsentieren. Oben der Baum, unten das Licht:)

Tägliches Tal

Die warme Nebeldecke schläft noch
Die Spuren rechts und links
auf dem Weg hin und zurück
schlängeln sich als hingeworfener Faden
zur Birke am Ende
sie weiß mehr

Der Bachpegel erzählt vom gestrigen Wetter
Den Reiher interessiert das nicht
weder das Gestern
noch das Morgen
noch was überhaupt geschieht
sonst

Alle Augen aller Kühe starren malmend misstrauisch
gleich wieder hören sie die Rede an die Kuh
wie jeden Tag ein Spiel
Im Frühling kommen sie noch gelaufen um zu hören
Hosiannah!
Im Herbst verweilen sie im dämmrigen Fraß

Die Wurzeln meines Bloggens ausgerissen…

Das ist doch mal eine dramatische Überschrift, die einem Axel Springer gerecht wird. Den erwähne ich, weil ich heute Morgen im Bett beim Cappuccino einen Artikel über ihn und eine Ausstellung im Magazin der Kulturstiftung des Bundes gelesen habe. Dramatisch ist die Head natürlich vor allem auch, weil ich gestern nicht gebloggt habe. Da könnte man sich fragen, ob es da einen Zusammenhang gibt? Nö. Ich hatte ganz einfach mal keine Lust. Damit hat die Überschrift also nichts zu tun.

Tranströmer II, 2011

Der Gedanken wegen
der leichteren Fahrt
der gepäcklosen Reise
Fury in the Slaughterhouse

In Leverkusen
an der Fabrik vorbei
in der Kurve zum Rhein

Der Blick durch zwei Strommasten
Giganten auf stählernen Füßen
Roboterversorger
Aliens
Hollywood 3D

Das Bild voll
hier

Gursky
Rhein II
ein Kuraufenthalt

Er sagte
Die Joggingstrecke
Das Kraftwerk wegretuschiert

Bliebe doch Zeit
später
in Düsseldorf
die Stelle zu suchen
bei Ostwind

Die News schalten sich ein
automatisch
stoppen die Wingenfelders
Der eine wohnt
Dörfer weiter
hinter Alice Schwarzer

Weihnachtsmarktsehnsucht…

Ach, ich komme immer mehr in Weihnachtsstimmung. Ist das schön dieses Jahr. Und ja, ich gebe zu, ich bin beim Dekowahn dabei. Selbstgebundener großer Adventskranz, vor dem Haus im Flieder eine bunte Lichterkette (mit Zeitschaltuhr, deren Programmierung mich fast wahnsinnig gemacht hätte) und in der Küche in der Ecke eine Novität: Eine Weihnachtsbirke. Hä? Ja. In den letzten Jahren hatten wir dort immer eine Vase mit großen, hohen Weidenzweigen stehen. Die haben dann irgendwann immer angefangen grüne Blätter zu bekommen. Mitten im Winter. So schön. Wie ein vorgezogener Frühling. Dieses Jahr nun hatte ich eine andere Idee. Ich wollte einen Baum. Eine Birke. Also sind Ela und ich mit dem Traktor in den Wald gefahren, dorthin, wo es viel zu viele Birken gibt, und haben eine ausgegraben und Zuhause in einen Topf gepflanzt. Dort steht sie nun mit Lichterkette und bunten IKEA-Weihnachtskugeln.

Ab ins Altersheim?

Was? Hä? Wie denn jetzt? Hey, Herr Schönlau, was soll das denn? Altersheim? Ja, ja. O.K. Ich gebe zu, ich bin 46 Jahre alt und deutlich zu jung, um mir tatsächlich Gedanken zu machen. Mach ich trotzdem. Perspektivisch. Weshalb? Och, weil es mir Spaß macht. Quatsch aber auch. Weil es vielleicht wichtig ist? Rechtzeitig und so. Gedanken machen, wie ich leben will. Immer dann, wenn man das Leben so total gehen lässt, wenn man sich sagt, das regelt sich alles von alleine, dann setzt man im großen Kasino of real life auf Rot oder Grün. Alles oder Nichts. Hauptgewinn oder Arschkarte.

Hoffnung, Liebe, Weihnachten.

Liebe ist nur ein Wort. Sagen manche, heißt es manchmal. Mich beschäftigt das Wort gerade aus zwei Gründen: Bei mir nahe stehenden Menschen steht es gerade um die Liebe nicht sehr gut. Und Ela und ich sind nächste Woche seit 20 Jahren zusammen. Jubiläum. Nun möchte ich hier nicht das Eine gegen das Andere stellen oder mich hervorheben im Sinne von „Sehr her, bei uns klappt es doch auch“. Never. Es gibt immer, wie im Fernsehen, gute Zeiten, schlechte Zeiten. Der Mond geht auf, der Mond geht unter, die Sonne kommt, die Sonne geht, der Frühling frühlingt, der Herbst herbstet. Kreisläufe, Wechsel. Sicherheit ist in Sachen Liebe ein fulminantes Risikogeschäft, von dem selbst Hedgefonds die Finger lassen.