Brigitte und ich haben uns getrennt

Noch ein Abschied, eine Veränderung. Ich habe Brigitte heute gemailt, dass wir beiden nicht mehr… Sie hat es akzeptiert. Damit ist das Kapitel Brigitte Woman abgeschlossen – nachdem alles so gut angefangen hatte. Damals. Im Winter vor fast drei Jahren. Unser Dreijähriges werden wir also nicht mehr erleben.

FOG.

Tja, heute wenig Text, mehr Bild. Ich war heute Früh unterwegs. Mit Herrn Cooper, klar, wisst ihr. Es war nebelig, ich hatte die Kamera dabei. Habe fotografiert und gepostet. Drei Fotos. Nun ist es spät, mitten in der Nacht. Ich habe lange telefoniert, bin nach einem langen Tag müde und muss morgen um 9 Uhr in Karlsruhe sein. Also: Nur Fotos. Ich wünsche euch einen schönen Tag. Bis übermorgen. Ciao. Wer sein Unwesen auf facebook treibt, kennt die Fotos schon. Egal. Ist 88, haben wir früher gesagt.

Unterwegs im größten Museum der Welt

Gestern Abend. Kunst-Gigantomanie par excellence. In einem Museum 184 Sammlungen, 8.223 Künstler/innen, 36.589 Kunstwerke. Ich habe sie nicht alle gesehen, mich auf einige wenige beschränkt. Mit denen dafür intensiver, teils per persönlicher Erläuterung durch Fachleute. Stunden. Ein sehr intensives Kunsterlebnis nach einem langen Tag. Wunderbar:)

Let the Lights shine

Winterdepression. Ups.

Heute Morgen gelesen. Die kommt automatisch, wenn uns Tageslicht fehlt, was ja klar ist, wenn die Sonne es kaum durch die Wolken schafft und untergeht, bevor sie aufgegangen ist. Gefühlt. Irgendein Hormon wird nicht ausgeschüttet, was uns dann zu unserem Glück fehlt. (Boah ey, macht das Bloggen mit meiner neuen Apple-Tastatur Spaß. 95% weniger Vertipper, weil jede Berührung zählt. Kein Tastaturhämmern mehr, das unser Hausfundament wackeln lässt. Herr Schönlau, Sie haben gut investiert. Weise, vorausschauend. Danke.)

Cloud Atlas – sorry, ein Verriss

Tom Tykwer, sorry, aber so wird das nix.

Die Grundidee ist schon so bombastisch, als wolle man die Bibel komplett verfilmen. Man nehme alle Filmgenre, Science Fiction, Abenteuerepos, Politthriller, die Leiden des jungen Werthers, verbinde sie durch einen Gedanken, kaufe sich sehr teure Schauspieler und treibe sie durch 164 Minuten. Atemlos, weil dauernd in der Garderobe und in der Maske.

Held der Arbeit.

Der Mann an der Kasse im Supermarkt. Was für ein Wort S-U-P-E-R-M-A-R-K-T. Think Big. Da steht der ältere Herr. 65. Arbeiter. Der Körper verspannt, leichtes Hinken. Immer malocht. „Mit Karte?“ „Nehmen Sie Mastercard?“ Da hatte er mich schon. Im Aldi mit Mastercard. Klar. Die Reihe beginnt zu schauen. Schauspiel. Das würde voll daneben gehen. Einen Vormittag in der Schlange. Die Stones spielen, in Ost-Berlin gibt’s ’79 Bananen. In etwa so. 78 Euro. Zwei Paletten süßer Joghurt. Der mit der Ecke. Schokokugeln und son Gedöns. Naschkatze, dicker Bauch. Wochenendeinkauf. Die Augen nicht mehr so gut. „Nee, nur EC-Karte.“ „Ja?“. Er fragt tatsächlich. Ich meine, hey. ALDI. Quadratisch, praktisch, gut. Da gibt es keine Fragen. Du nimmst die Sachen aus dem Karton, weil dus schnell und billig haben willst. Das ist der Konsumquickie. Aus dem Karton in den Wagen, den Mund. Er sieht nicht mehr so gut. Hat rotblonde Haare, Jeans, eine helle Jacke.Klein, kräftig. Fährt, wie ich später sehe, einen 83er Polo. Coupe. Metallic-Silber, Aufkleber. Klar. Fantasialand oder Sylt oder so ’n Scheiß. Ich habs nicht gesehn. Kein Peace, kein AKW nee, kein Jesus lebt. Er legt seine Geldbörse auf die Kassenablage. Seine Hände sind etwas steif, greifen nicht so, wie sie sollten. Eher so Rückkehr zum ersten Greifen im ersten Lebensjahr. Ich gehe näher ran, will ins Portemonnaie sehen. Ein Foto von ihm auf einem Ausweis. Scheiße, ich kanns nicht sehen. Wie soll ich denn die Story im Kopf zusammenbekommen, wenn die Fakten fehlen. Was arbeitest du, Mann? Jetzt hier Rede und Antwort. Hau rein. Bleibt mir verschlossen. Ich denke, er sieht aus wie ein Ire. Er sieht nicht so gut. Also noch schlechter, als ich gedacht habe. Kramt die EC-Karte aus einem Klarsichtfach. Natürlich in der roten Kreissparkassen-Schutzhülle. Herrje. Weihnachten hab ich was vor. Die müden Hände schieben den Daumen in den Schlitz. Zwei Anläufe. Ich weiß, was kommt. Die Karte ins Terminal. Das ist so eine verfickte 3D-Denksportaufgabe mit Zuschauern. Wer wird Millionär? Na, haben wir die Karte mal wieder falsch rein geschoben? Doof oder was? Haben wir da nicht Icons? Wo gehört der Magnetstreifen hin und wo das Messingplättchen? Können wir nicht gucken oder gar begreifen? Ich sehe das als Meditationsaufgabe. Ruhig bleiben. Hinsehen, umsetzen, reinschieben. Nummer tippen, OK drücken und die Welt ist in Dortmund. Aber wennste nix siehst? Er tut mir leid. Würde ihm ja helfen, aber was würde der denken, was ich von ihm denke? Muss er durch. Ich setze auf ihn, mag ihn. Der hat Charakter, der hat sich nie gedrückt, war immer da, hat alles gemacht. Der Blick seiner Frau erzählt das. Sie liebt ihn, steht zu ihm. Dicht dabei. Die Kassiererin nimmt die Karte, führt sie ein. „Geheimzahl. OK“ Drei mal macht es PIEP. Mir ist klar, das war nix. Die Kassierein löscht. Drückt drei Mal. „Sie müssen vier Zahlen eingeben. Es muss vier Mal Piep machen und dann OK.“ Er lässt es piepen. Drei Mal. Ich habs mir gedacht. The same procedere again. Es ist mucksmäuschenstill. Der Backautomat, die TK-Geräte haben den Dienst eingestellt, lauschen, hinter der undurchsichtigen Spiegelwand lauert der Chef. Die Kassiererin drückt den Rufknopf. Plan B, zweite Kasse. Emergency Case. Auf ihrem königsblauen ALDI-Pullover steht AZUBI. Cool. Hat schon was gelernt. „Noch einmal die Nummer bitte.“ Drei Mal Piep beim Löschen, vier Mal Piep beim Eingeben. „Die Geheimnummer ist falsch.“ Geil. Jetzt fängt es an, richtig gut zu werden. Er bleibt so cool. „Kann nicht sein.“ Klar, kann nicht sein. Das Terminal irrt sich, lügt ihm frech ins Gesicht. Dann eben die gleiche Nummer nochmal. Peng! Bingo! Jackpott! Siehste, das Terminal lügt. War doch klar. Hoffentlich hat er nicht den Code für die atomaren Sprengsätze der US-Force eingegeben. Wo alles vernetzt ist. Bauts. Nee. Er hat gezahlt. Ich würde gerne applaudieren, aus vollem Herzen. Der Mann ist ein Held. Der geht mit Würde durchs Leben. Ich mag Männer. Alte Männer. Gezeichnete Männer. Standhafte Männer, die dem ALDI standhalten, selbst, wenn es Scheiße läuft. Nach ihm bin ich dran. Bar oder Karte? „Karte natürlich, Baby.“ Großes Kino, Highnoon. ICH WILL AUCH STANDHAFT SEIN. Bin noch nicht alt genug. Alles läuft easy durch. Wie langweilig. Wie will man sich im Leben beweisen…

exhibition store windows 10/10 – free entrance:)

Ihr Lieben, den gestrigen Tag (wenn ihr das lest, ist es schon hell) habe ich genutzt, einige Fotos zu bearbeiten und zusammenzustellen. Eine kleine Ausstellung hier im Blog. Wisst ihr, wenn ich in fremden Städten bin, gehe ich gerne in Museen und Galerien. Da fühle ich mich wohl und willkommen. Heute nun ist die weiße Fläche unter mir (in dieser wordpress-Schreibmaske) die Ausstellungsfläche. Stellt euch weiße Wände vor, die Platz schaffen. Für zehn Schaufenster-Fotos, die diesen Sommer in Köln entstanden sind. Eine Reihe von 10/10. Durchnummeriert. Weil ich Teile der Ausstellung schon heute im Blog hatte, fange ich in umgekehrter Reihenfolge an. 10, 9, 8… Die Fotos sind wunderbar geprinted (imagine!). Sehr gute Qualität, Alu-Dibond, schön groß. Wie es sein soll. Also lade ich euch ein (freier Eintritt) zum Schaufensterbummel. Konsumiert. Schaut. Begehrt. Seht hin.

Festplattenstöbern Zeit verstreichen lassen wie schön

Uah.

Ein Durchatmen am Morgen. Der erste Tag seit Monaten, an dem ich nicht schreiben muss, als wäre es der letzte Tag und es müssten noch so viele Dinge gesagt werden. Ruhe. Ein Termin hat sich verschoben. Von ganz alleine im Luftzug der Zeit aufgelöst. Schwupps. Freie Zeit vom Himmel gefallen. Morgen bin ich wieder unterwegs, Köln, Meeting, am Abend eine Agentur hier, Präsentation. Heute, Ruhe. Draußen stürmt es, die Blätter fallen von der großen Eiche. Herr Cooper steht vorm Büro und will raus. Ich will noch nicht. Gleich. Gemütlich. Wie am Wochenende in Köln durch die Keupstraße. Vorher beim Türken an der Ecke etwas gegessen. Es ist so schön, wenn es ruhig ist. Wenn die Lichter nicht blinken und blitzen, kein Alarm, S.O.S., Notfall. An der Ecke die Männer mit dunklen Geschäften in der Hofeinfahrt. „Hast du noch?“

Der Tag, als der Krieg begann

„Die ersten Limousinen hielten neben kahlen Bäumen und einem Wald aus Fahnenmasten in Flushing Meadow am Stadtrand von New York und entließen ihre Fahrgäste in ein graues Gebäude, das einmal eine Eisenbahn beherbergt hatte. Draußen hatte sich trotz der kühlen Luft eine Menschenmenge versammelt. Im Innern war ein Saal mit Zuschauern und Delegierten gefüllt. Es war der 29. November 1947, ein Samstagnachmittag.
Das körnige Filmmaterial, das an jenem Tag aufgenommen wurde, zeigt Männer in Anzügen, die in Reihen vor einem erhöhten Podium sitzen, und auf demselben drei Funktionäre mit einem gigantischen Gemälde des Globus im Rücken. Helfer eilen mit Papierbündeln zwischen den Sitzreihen und dem Podium hin und her, und ihr Gesichtsausdruck entspricht dem gewichtigen Anlass: Die Abgeordneten dieser neuen Weltorganisation, der Vereinten Nationen, sind im Begriff, durch eine schlichte Abstimmung den Lauf der Geschichte zu verändern.“ (Matti Friedmann, Der Aleppo Codex – Eine Bibel, der Mossad und das Staatsgeheimnis Israels, Seite 22, erschienen im Herder Verlag.)

Wer hat die Antwort?

Auf alle, alle, alle unsere Fragen, Fragen?

Welche Fragen? Welcher Planet? Fokussieren wir: Erde. Hubble etwas schärfer stellen, weiter in die Mitte, nach oben. Deutschland. Früher hieß es, Land der Dichter und Denker. Heute dann eher… Was?

Fels in der europäischen Brandung. Wiedererstarkter Kämpfer im Ring. Was ist die Frage? Ich habe die Frage hier schon oft gestellt und werde sie wohl immer wieder stellen: Wie wollen wir leben?

This is the Sea an der Wand

Das weite Meer. Der Blick vom Anleger in Vernazza auf die unruhige See, das brodelnde, wellige Leben als Hintergrund. Es war ein Abend, an dem wir alle dort gelandet sind. Das ganze Wohnprojekt plus Freunde. Ein schöner Abend. Ein Teil der Gruppe war gewandert. Ich war mit den Jungs unterwegs, wir hatten rumgeblödelt, was so weit ging, dass Jim und sein bester Freund auf dem Weg lagen, rumkugelten und sich die Bäuche hielten. Der Grund: Unser Geheimnis. Es ging um eine Szene, die wir uns vorgestellt haben. Um einen Gesichtsausdruck als Reaktion. Und es hatte mit Mädchen zu tun. Jungs halt.

Ab in die Wellen.

Nachdem Gitta meinte, ich hätte meine ruhige Schreibe verloren, habe ich mich gestern bemüht, mal wieder zu entschleunigen. Dazu habe ich einen Gang runtergeschaltet und kleine Freiräume genutzt, die sich mir geboten haben. Nach einer gut gelaufenen Präsentation am Morgen war ich nachmittags aus der Agentur nach Hause gefahren und da hat mir die Natur schon ein schönes Schauspiel geboten, das ich mir gerne angesehen habe. Der Biggesee im Licht der flach stehenden Nachmittagssonne. Das war wirklich ein Schauspiel der besonderen Art, weil überhaupt kein Wind war. Morgens waren wir zur Präsentation quer durch das bergische Land gefahren und alle Windräder standen still. Als wäre für einen Augenblick die Zeit angehalten worden und als wären die Räder des Lebens zum Stehen gekommen. Ein Zeichen:) Ein guter Tag, die Dinge langsamer angehen zu lassen und sich im gemachten Nest des Lebens zurückzulehnen. Schön. Ruhig.

The Washing-Machine-Gun-Gun-Gun…

In the eye of the Tiger. Dam – Dam, Dam, Dam – Dam, Dam, Dam… Sylvester Stallone, Rocky Balboa – The Italian Stallion.

Heute kommt so eine Art Wort zum Sonntag in Form eines „Radiobeitrages der katholischen Kirche“. Da sprechen Menschen zu mir, die sich einen Anlass gesucht haben. „Nehmen wir diesen Hamsterkäfig, ist das Leben nicht ein ewiges…“. Und ich habe nun die Waschmaschine. Drehen wir uns nicht permanent…