Das große Fressen!

Wikipedia: „Das große Fressen (Originaltitel: La Grande Bouffe) ist ein französisch-italienischer Spielfilm aus dem Jahr 1973. Regie führte Marco Ferreri, das Drehbuch schrieben Rafael Azcona und Francis Blanche. Die Hauptrollen spielten Marcello Mastroianni, Ugo Tognazzi, Michel Piccoli, Philippe Noiret und Andréa Ferréol.“ Uaah! Habt ihr den Film gesehen? Ich schon. Eklig. Aber intensiv und gut. Ach, diese Zeit des großen europäischen Kinos…

Am Wochenende haben wir den Film nicht gesehen, aber ein „großes Fressen“ veranstaltet. Wie kürzlich berichtet, lernt Zoe im Urlaub oft sehr nette Menschen kennen. Dieses Mal auch. Eine Familie aus Essen, die am Wochenende zu Besuch war. Da wurde viel geredet – unter anderem natürlich über Italien und Levanto – und viel getrunken und gegessen. Highlight war Samstagabend ein Pfifferlings-Risotto. Am Morgen hatte ich mit Cooper zusammen über 2 Kilo frische Pfifferlinge gesammelt. In diesem Jahr ist das kein Suchen, sondern ein Finden und Ernten. Die wachsen einem quasi vor die Füße.

Also habe ich mir unseren großen, gusseisernen, französischen Brattopf geschnappt und losgelegt. Olivenöl, kleinst gewürfelte Zwiebeln, durchgepresster Knoblauch und dazu einige Kräuter. Etwas Salbei und Thymian aus dem Garten, Petersilie. Für den Grundgeschmack. Dann den Arborio-Reis der Kategorie Superfino. Das alles anbraten – auch den Reis, um alles, bevor es braun wird, mit trockenem Martini abzulöschen. Nun habe ich die mit der Hand grob zerkleinerten Pfifferlinge in den Topf gegeben. Angesichts der gesammelten Menge konnte ich großzügig vorgehen. Damit nun nichts anbrennt, habe ich immer wieder Gemüsebrühe hinzugegeben. Gerade so viel, dass der Reis feucht geblieben ist, aber nicht ertränkt wurde. Natürlich musste ich rühren, rühren, rühren. Zum Ende hin kommt dann der Parmesan hinzu, der untergerührt wird. Und Salz und Pfeffer. Das Risotto war sehr lecker. Parallel habe ich im Ofen Putenbrust in Olivenöl mit frischer gelber Zucchini aus dem Garten schmoren lassen.

Sonntag gab es dann Kürbissuppe. Grundlage war ein Hokaido-Kürbis aus unserem Garten. Das ist so schön, eben mal in den Garten runterzugehen und einen frischen, reifen Kürbis zu ernten. Und den dann in den Topf zu hauen. Das heißt, zunächst habe ich ihn im Dampfgarer gegart. Parallel habe ich Zwiebeln mit Curry, Koriander, Pfeffer und Ingwer gedünstet und mit Kokosmilch abgelöscht. Dann Safranbutter und den Kürbis hinzu, leicht ziehen lassen und pürieren. War auch ziemlich lecker.

Als wir in Neuseeland waren, haben wir in der Golden Bay ausgewanderte Deutsche besucht. Freunde von Elas Bruder. Die hatten einen riesigen Selbstversorgergarten. Mit allen erdenklichen Gemüsen. Einfach rausgehen, ernten, kochen. So frisch, so knackig. Leider wird es nun hier allmählich kalt und die kulinarischen Gartengenüsse werden zum Auslaufmodell. Aber: Noch wächst der Pflücksalat. Und die ganzen Kräuter. Wie hat mein Papa immer gesagt: „Ach Kinder, so ein bisschen was fressen ist doch was Schönes.“ Damit hat er einen seiner Freunde aus der Jugend zitiert. Recht hatte der.