50/50 Highlights 2010!

Wer Lust hat, die meistgeklickten fiftyfiftyblog-Beiträge 2010 noch einmal zu sehen, zu lesen oder zu erleben, findet sie hier:

1. Blog-Rückblick!

2. Wenn Männer Damenunterwäsche kaufen…

3. Wiege der Welt

4. Essen, beten, lieben. Ich auch.

5. Beste Freundinnen, forever!

6. Duschgespräche unter Männern!

7. Der Herr Cooper!

8. Lauter nackte Menschen.

9. „Fucking Gitarrenladen!“

10. 19 Jahre mit Ela!

Die meisten Kommentare hatte übrigens „Wenn Männer Damenunterwäsche kaufen…“ – 37 insgesamt.

Reset.

Jetzt sitze ich hier. Punkt. Alles anders und doch alles gleich. Binärer Code 0/1. Der Sprung von 10 auf 11. Fühlt sich alles gleich und doch ganz anders an. Aus Ende wurde Anfang. An dem stehe ich jetzt und frage mich, was kommt. Da ich keine Glaskugel habe, weiß ich das natürlich nicht. Jedoch kommen bei mir Signale an. Meine Sinne melden: Alles beim Alten. Mein Büro, der Schreibtisch (allerdings zum Jahreswechsel frisch aufgeräumt), der zeitliche Morgenablauf. Gleich geht’s raus mit Cooper. Und täglich grüßt das Murmeltier. Was hab‘ ich denn erwartet?

Ab 9 Uhr dann der erste Job des Jahres. Es geht um Motorengehäuse. Erdige Arbeit. Aus Stahl gegossen. Schiller, die Glocke. Fest gemauert in der Erde. So ähnlich werden diese Motoren auch heute noch gegossen. Es gibt sie, die Dinge, die die Zeit überdauern. Trotz Schnelllebigkeit. Vielleicht lebt es sich auch gar nicht so schnell, wie ich annehme. Vielleicht ist das Leben doch ein langer ruhiger Fluss. Bei mir jedenfalls passiert gerade wenig Spektakuläres. Vielleicht bin ich durch den Winter eingefroren oder durch die ruhige Zeit etwas gedämpft.

Dabei sind so viele schöne Dinge geschehen. Wir waren auf einer Silvesterparty im großen Haus einer Freundin. Konnten im Gästezimmer übernachten. 16 Erwachsene, 22 Kinder waren da. Könnte man meinen „Huch, Chaos“. Das war unsere Befürchtung. Die meisten der Kinder aber waren schon 14 oder bald 15. Die haben mitgetanzt. Freunde von Jim. Ich weiß noch, wie die bei der Einschulung aussahen. So kleine Hasen. Ela und ich sind um 4 Uhr ins Bett, da waren die Kinder, äh Teens, noch lange wach. 2011, 2012, 2013. Die ersten werden volljährig. Nur noch drei Jahre.

Gestern haben wir uns dann in eine lange Schneewanderung gestürzt. Hoch ins Dorf und über die Wiesen, den alten Schulweg entlang ins Nachbardorf. Dort gibt es eine alte Bergmannskneipe, weil dort bis Anfang letzten Jahrhunderts Silber abgebaut wurde. Das Dorf, das heißt die Menschen dort, sind in der Gegend bis heute für ihre raue Art bekannt. Leider hatte die Gaststätte geschlossen. Kein Licht. Also weiter ins nächste Dorf. Auch da: Nix. Zum Schluss sind wir ganz romantisch in einer Pommesbude gelandet und haben Glühwein mit Rum getrunken. So ein neues Jahr scheint langsam anzulaufen. Noch herrschen die heiligen Nächte. Bis zum 6. Januar. Heilige drei Könige. Noch haben die Kinder Ferien. Noch liegt über allem Schnee. Die Welt wie zugedeckt. Fang‘ ich einfach mal an. Mit Bloggen, Schreiben, mit 2011. Mal sehen. Seid ihr schon so richtig gestartet?

Ciao.

Quo vadis 2011?

Wo geht die Reise hin? Für mich ist 2011 irgendwie ein großes Überraschungsei. 2010 war bewegend. Langsame wirtschaftliche Erholung. Nicht das goldene Ei. Familiär hat die erste Pubertätsstufe gezündet und manchen Tag durcheinander gewirbelt. Sohnemann Konfrontation. Papa im Test. Wie mühsam und lehrreich. Papa sein bleibt ein Ausbildungsberuf. Learning by doing. Insgesamt ein sehr schönes Jahr mit der Familie und auch mit Ela. Die Woche Kreta nur mit Ela, die Sommerferien auf Korsika. Canyoning mit alle Mann. Mein unvergessliches Surferlebnis bei Windstärke sieben.

Und: Der Blog. Die Blogs. Der aus dem Brigitte Woman-Blog entstandene fiftyfiftyblog. In beiden zusammen sind mehr als 230 Artikel und mehr als 2.000 Kommentare erschienen. Seit September hatte der fiftyfiftyblog rund 6.400 Besucher/innen, die sich über 14.000 Seiten angesehen und teilweise auch gelesen haben. Sehr lebendig, sehr bereichernd für mich. Ich gehe als Blogger in 2011 und freue mich drauf. Mal sehen, was wird. Was entsteht.

Was ich mir für 2011 wünsche? Ein gutes Jahr mit schönen Erlebnissen. Mit der Familie, mit Freunden, mit Menschen – gerade auch hier im Blog. Ich wünsche mir, dass Gutes entsteht. Dass ich die Kraft und Energie habe, wach zu bleiben und ein wenig Licht in die Welt zu senden. Mit meinem täglichen Tun und Handeln, mit meinen Texten, Fotos, Gedichten. In diesem Sinne möchte ich auch diesen Blog weiterentwickeln. Schauen, was machbar ist, was ich verändern, verbessern kann.

Euch allen hier am Bildschirm sage ich Danke. Danke für eure Aufmerksamkeit, eure Unterstützung, eure Mitarbeit, eure Freundlichkeit. Hier im Blog herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre. Kein Gemotze, Geschimpfe, Gebrummel. Stattdessen Offenheit, die teilweise sehr weit geht und mich oft bewegt hat. Dank euch ist ein kleiner Treffpunkt entstanden. Wie ein Café, in dem man sich morgens trifft. Ich gehe sehr gerne in dieses Café und treffe euch. Tausche mich aus und starte dann in den Tag. Das ist für mich ausgesprochen inspirierend.

Ich wünsche euch, dass 2011 für euch und eure Lieben ein gutes Jahr wird. Eines, dass euch bereichert im Sinne von Entwicklung. Eines, in dem ihr weitere Schritte geht. Achtsam. In dem ihr es schafft, euch den Menschen gegenüber weiter zu öffnen. In dem ihr tiefer ins Gespräch kommt. Ins positive aufeinander Zugehen und miteinander Reden. Kommt gut rüber ins neue Jahr. Jens.

Thomas D. – Danke T.

Was für ein Riesengeschenk! Das ist eine Thomas D. Zeile. Thomas D.? Kommt, hey! Kennt ihr. Bitte. Ich weiß, wir alle hier im fiftyfiftyblog sind etwas älter. Angefaltet, angegraut, aber längst nicht angezählt. Ich meine, jetzt gerade, in diesem Lebensabschnitt um diese fantastische Mitte herum passiert doch so viel. Ernte einfahren. Erfahrung in Leben und Glück multiplizieren. Thomas D. von den Fantastischen Vier. Tag am Meer, Die da und der Song mit Grönemeyer und dieses Abkürzungsteil – MFG, DAK usw.

Also dieser Thomas D. hat diesen Song geschnitten. Wahrscheinlich wisst ihr das alle, weil ihr Fernsehen schaut. Oder anderswo her. Ich habe den Song im Kino gesehen. Gerade erst. Als Telekom-Spot. Ja, Werbung. Böse Werbung. Geld verdienen, immer nur Geld verdienen. Eklig. BWL monetär optimierte zentrierte entwicklungsgestörte Ideen Verhinderungswelt. Telekom. Die, über die es tausende Katastrophenstorys gibt. Freunde von uns sind dank des rosaroten Panthers aus dem ehemaligen Bundeshauptdorf gerade wochenlang offline. Also quasi tot. Nicht dabei. Ih, die spielen nicht mehr mit.

Diese Jungs und Mädels aus Bonn haben nun die Geschicke in Thomas D. Hände gelegt. „Mein lieber D., wir möchten die Welt emotional begeistern. Mit den technischen Mitteln der Neuzeit. Nun können wir Technik, haben aber seit jeher ein emotionales Problem. ADS oder so. Kannst du nicht? Für uns? Bitte…“ Nun, das mit den Emotionen mussten sie dem Thomas nicht zweimal sagen. Der hat das drauf. Aus dem Bauch und dem Efef heraus. Hat der also im Namen des rosa T’s aufgerufen, seinen Song mit 7 Seconds Refrain und Melodie zu singen. Haben 11.000 Menschen gemacht. Direkt online. Alle dabei. Gesungen, gerappt, gescratcht, getanzt, gelacht, verkleidet. Das Leben in die Hand genommen. Ach, scheiß drauf. Was soll das denn? Machen wir mit. Klar, Alter.

Und so ist der Song entstanden. Ein echtes Weihnachtsgeschenk. Von T wie Thomas und Telekom für D. wie Deutschland. Silvester läuft der Song am Brandenburger Tor. Deutschland tanzt zu D.’s Zeilen:

doch alle Teile des Sein, dass uns am Leben hält, verbunden,
nicht allein auf der Welt, nicht von Geburt an getrennt
wir gehen vorbei und bleiben weil sich jeder wiedererkennt
in den Geschichten die wir schreiben hier in diesem Moment

It’s not a second
7 seconds away
Just as long as I stay

Hey- danke für diesen Moment,
für dieses Riesengeschenk

Wow. Gestern Abend, als wir vom Skifahren aus dem Sauerland kamen, haben wir uns den Song in voller Länge angesehen und angehört. Youtube. Ich möchte euch die Telekom Extra-Version präsentieren und meinem lieben Thomas D. danke sagen. Ein wunderbarer Jahresabschluss – nicht allein auf der Welt, nicht von Geburt an getrennt. We ‚re family. Mein Herz hüpft. Ja.

Im Landschaftsstudio!

Bin noch ganz weihnachtsbelämmert. Mangare. Lecker gegessen. Habe eben unseren Bauern getroffen, der klagte. So viel. Das könnte man über vierzehn Tage verteilen. Die leckersten Sachen und man will sie nicht mehr. Kann sie nicht mehr sehen. Jetzt ist hier alles in Nebel gehüllt. Der Schnee liegt höher und höher. Was wegtaut, fällt in der Nacht neu. Das Wasser verdunstet, schwebt in Form kleiner Teilchen an den Himmel und fällt direkt wieder herab. Mir aufs Dach und vor die Füße. Was bin ich in den letzten Wochen mit Cooper durch tiefen Schnee gewatet. Anstrengend.

Heute Morgen nun, nach erneutem Schneefall in der Nacht, Nebel. Komplett zugezogen. Suppe. Als ich oben auf der Wiese mit dem kleinen Baum ankomme, steht der da, als wäre er in einem Fotostudio aufgestellt. Drumherum ein Schneeteppich, der wiederum von Nebel umhüllt ist. Wie oft habe ich diesen Baum jetzt schon fotografiert? Und immer denke ich, jetzt müssten doch alle Bilder im Kasten sein. Jetzt könnte doch nichts Neues mehr kommen. Und dann sieht er wieder anders aus.

Etwas weiter lagen, ein sehr poetisches Bild, Herbstblätter oben auf dem Schnee. Eine Windböe muss sie aus den Bäumen auf die Wiese getragen haben. Sanft auf die Schneeoberfläche drapiert. Leider in der Schönheit des Augenblicks fotografisch nicht festhaltbar. Zumindest nicht von mir. Vielleicht aber war diese Schönheit des Augenblicks auch nur in meinem Herzen entstanden. Wer weiß schon, was wir immer so sehen.

So viel für heute. Nur ein kleiner Text. Muss Weihnachten mit den vielen Erlebnissen, die ich gar nicht alle schildern kann, noch verdauen. Manchmal ist gelebte Zeit so komprimiert. Ich wünsche euch eine schöne Zeit zwischen den Jahren. Ciao.