Mein neues Revier im Revier

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Maikäfertal. Das ist seit Jahren mein Heimatrevier. Herr Cooper und ich. Ab und an ein Reiter, einmal im Jahr ein Jäger, der Revieransprüche stellt, sein Wild vor mir und Herrn Cooper schützen will. Ansonsten: Jeden Tag anders. Wolken, Sonne, Schnee, Grüntöne, Brauntöne, Vogelstimmen, mal ein Storch, Rehe, kürzlich ein wunderschöner Feldhase, die Wiesen mal so, mal so. Immer im anderen Look. Ein Tal, 1.000 Gesichter. Jeden Tag neu, faszinierend.

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Und nun?

Essen. Wo einen das Leben so hintreibt. Die Woche zuvor hier. Viveka auf dem Lande. Eier suchen, Osterfeuer, Dorfleben. Diese Woche: Herr Schönlau in der großen Stadt. Fast. Essen Werden, Baldeneysee am Fuße der Villa Hügel. Am See entlang. „Hallo Fredo“. Ins Haus am See. Im Liegestuhl sitzen, in die Welt schauen, auf die Segelboote, die Villa, ein Schwatz mit Patrick über Gott und die Welt und Essen und Kultur und Liebesleben und. Anders, als das Maikäfertal. Anders aufregend. Menschen, Gespräche. Veränderung.

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Mit den Rädern um den See. Weite. Schauspiele. Vögel, Kormorane, Enten, Gänse, Reiher in Hülle und Fülle. Und sogar ein Feuchtgebiet mit Schildkröten. Schildkröten! Fehlten nur die Krokodile. Ab 18 Uhr kostenlos in die Gruga. Park, Blumen, Arrangements.

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Es ist ein Mindflug, eine Kopfreise zwischen den Welten. Hier, dort. Andere Umstände, Konstellationen. Bilder. Eine Bereicherung, keine Frage. Anders und irgendwie genauso schön. Viele Eindrücke. Bilder. Fotos. Stadt, Land, Liebe. Ein verrücktes Spiel.

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Wahre Liebe kostet zwei echte Freunde.

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Ach. Du meine Güte.

Klar, natürlich, selbstverständlich. Da gibt es Studien. Oxford, England. Die haben das mal auseinanderklamüsert. Haben Menschen befragt nach dem Motto „Hey, weißte noch, weißte, wie du dich verliebt hast? Wie war das da mit den Kumpels?“ Die meisten haben gesagt: Zwei weg. Autschn.

Von wegen Marius Müller. „Freundschaft ist die Einzige, die zählt.“ Is noch drin im Kopf, obwohl mir Westernhagen im roten Anzug so gar nicht mehr gefällt. Nix mehr mit 18 und Rock’n Roll-Band und Straßen sind aus Dreck gebaut.

Wie sagte mein guter alter Freund Arnim mit dem ich in den Niederlanden mal eine Nacht auf der Polizeistation verbracht habe: „Schönlau, die Frau deines Lebens kommt schneller als du trinken kannst.“ Jau. Und dann war der Arnim auch schon weg. Weil es so ist, dass man zunächst so rund fünf nahe Freunde hat. Verliebt man sich, sagt Oxford, reduziert sich die Zahl auf drei.

Klar, ich meine, das ganze SMSen, Mailen, Treffen, Träumen, Wünschen, Küssen, Liebhaben, einander in die Augen Sehen, das kostet schon Zeit. So neben der Arbeit und allem. Die muss irgendwo her kommen, wenn ich das mal so ganz unromantisch sagen darf. Schreiben, mein ich natürlich. Und wutsch fallen die Freunde hinten runter. Wie gemein. Nicht mehr melden, nichts mehr zusammen machen. Geht so auseinander.

Wir können einfach nur eine gewisse Menge mental betreuen. Ein Robin Dunbar hat da eine Zahl herausgefunden. 150. Unser Gehirn schafft es nur, 150 Menschen als Bekannte zu speichern. Also als Menschen, von denen wir gewisse Dinge wissen und die uns in einem gewissen Rahmen interessieren. Das mit meinen 779 facebook-Freunden ist also Mumpitz. Hätte ich Marki-Zuckerbörg gleich sagen können. 779 Freunde. Hey, die hat man nur, wenn man Geld zu verschenken hat oder Robbie Williams heißt.

Das ist nur so’n Marketing-Mist, dass die Leute auf facebook Freunde heißen. Das trifft tatsächlich auf nur ganz wenige zu. Der Rest schenkt sich teilweise gegenseitig Aufmerksamkeit und gut ist. Is ja in Ordnung. Man sollte nur nicht das falsche Etikett wählen und das schöne Wort FREUNDSCHAFT verramschen. Und sich von Zuckerbörg erzählen lasse, was Freundschaft ist. Dafür hat man ja sein Herz.

So, Freunde der Nacht, ich habe mal durchgezählt und meine Freunde vor meinem geistigen Auge visualisiert. Und ich bin mal der Sache mit dem Verlieben und dem Freundesverlust auf ganz individueller, persönlicher, intimer Ebene nachgegangen. An dem Phänomen ist was dran. Haben die Oxfordis gut ermittelt. Andererseits: Es gibt halt nur wenige Freundschaften für die Ewigkeit. Viele Menschen sind Freunde auf dem Weg, die eine Zeit lang da sind, mitgehen und dann trennen sich die Wege. So ist das. Erfahrungsgemäß. Die echten, dicken, fetten Freunde bleiben. Durch dick und dünn. Die überstehen auch die satte Liebe. Und ab und an kommen plötzlich neue wie vom Himmel geschneit. Geschenke des Lebens. Knutsch.

Let the Lights shine

Winterdepression. Ups.

Heute Morgen gelesen. Die kommt automatisch, wenn uns Tageslicht fehlt, was ja klar ist, wenn die Sonne es kaum durch die Wolken schafft und untergeht, bevor sie aufgegangen ist. Gefühlt. Irgendein Hormon wird nicht ausgeschüttet, was uns dann zu unserem Glück fehlt. (Boah ey, macht das Bloggen mit meiner neuen Apple-Tastatur Spaß. 95% weniger Vertipper, weil jede Berührung zählt. Kein Tastaturhämmern mehr, das unser Hausfundament wackeln lässt. Herr Schönlau, Sie haben gut investiert. Weise, vorausschauend. Danke.)

What shall we do? LED. Empfehlen die Redakteure von NewScientist – wissen, was kommt. Die haben einen schönen Artikel über das Licht und unser Wohlbefinden – oder das Gegenteil – geschrieben. Es werde endlich schönes Licht!

Wir sind dem Winter nicht hilflos ausgeliefert, denn es gibt da diesen niederländischen Lichtspezialisten Philips, der seit Jahren mit LED-Lampen rumspielt und jetzt ein System geschaffen hat, das allerdings erst im März kommt und dann exklusiv im Apple-Store. Hä? Ja. Das System heißt Hue (hier der Philips-Werbefilm für Doofe – wie kann man so ein Video drehen, das Kunden wie Dreijährige behandelt. Egal. Die Infos stimmen.) und lässt sich per iPhone und iPad per WLan steuern. Farblich. Das Starterpaket mit allem, was dazugehört kostet 199 Euro. Da sind dann drei LED Birnen drin, die jeweils 16 Millionen Farben darstellen können. Mir persönlich würden zwar auch deutlich weniger reichen, aber was solls. Was man hat, hat man. Allerdings erst ab März und 199 Euro sind ja jetzt auch nicht von Pappe, oder wie das heißt (ich habe eine diagnostizierte Sprichworteinschränkung, so eine Art Sprichwortlegasthenie – fast immer falsch). Egal.

Tja, wie kriegen wir jetzt die Kuh vom Eis und die Winterdepression weg? Plan B. Philips ist da schon länger zugange und wer keinen Wlan-iPad-Schnickschnack braucht und sich mit einer Lampe zufrieden gibt, der kann sich für die Philips LivingColour entscheiden. Eine komplette Lampe mit LED-Birne und Fernsteuerung für die Feinjustierung und auch 16 Millionen Farben. Die werden in einem Extra-LKW geliefert. Oh, oh, Schönlau, der war schlecht. Müsst ihr durch.

Infos zur Lampe gibt es vom Hersteller hier. Den Link gebe ich jetzt mal weiter, auch wenn das Werbung für die Holländer ist. Für deren Einsatz gegen die Winterdepression und das Wohlfühlen der Menschheit in den eigenen vier Wänden. O.K. Ach ja, der Preis. Also hier kommt man mit rund 82 Euro inklusive Versand hin, wenn man die Dienste der Preissuchmaschinenfirma idealo in Anspruch nimmt. Vielleicht was für Weihnachten?

So, und um dem Ganzen jetzt noch ein wenig mehr Menschlichkeit einzuhauchen, der Song zum Thema. Es werde Licht, Carpe Diem, Herzen auf, Sonne rein, vor Glück jodeln auf einem Bein, lachen, grinsen, fröhlich sein. Eine der leichtesten Übungen überhaupt. Macht mal, haut rein. VIeeel Spaasssss:)

How to energize your life now!

How, now, wow! Spectacular! Das ist die Sprache von new age. Gerade sitze ich hier vor meinem Bildschirm und quäle die Tastatur mit harten Einschlägen. Hämmern! Als würde Robert Redfort als investigativer Journalist die Story seines Lebens in die Maschine knallen – so kurz vor Redaktionsschluss. Ich fühle mich wie dieses batteriegetriebene Duracell-Äffchen, das die Becken voller Lust und Freude gegeneinander schlagen lässt. Immer und immer.

Was ist los, Herr Schönlau? Mr. Übermut. Drugs? Hat da irgendetwas Flügel verliehen, den Alltag angespeedet? JA! Ihr kennt wahrscheinlich dieses ewige Auf-und-Ab des Lebens. Up and down. Kennt sogar der Dalai Lama, wie ich gerade gelesen habe. Manchmal fühlt er sich morgens nicht ganz so gut. Überraschung. Ich dachte immer, irgendwann würde man auf dieser wunderbaren, rosaroten Zuckerwatte-Kitschwolke leben und in einer entspannten Piz-Buin-Stellung verharren – mit breitem Grinsen. Naturstoned. Weit gefehlt. Die Sinuswellen bleiben, nur der Umgang ist ein anderer. Traurige Wahrheit – wer was anderes erzählt, ist mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ein Scharlatan. Aber wer weiß… Man hat schon Pferde vor die Apotheke – ihr wisst schon. Nichts Genaues weiß man nicht. Alles nur Ahnungen.

Am Morgen lag ich im Bett, was hätte ich auch im Schrank gesollt? Hörte Ela und die Kinder raffeln und rumoren, weil ich diese Woche ausschlafen darf, um nächste Woche wieder Servicepersonal zu sein. Den Kindern, dem Leben dienen. Ich schlug ein Auge auf. Vorsichtig. Nahm Kontakt zur Welt auf, als schon der erste Gedanke kam. Wie so ein vorlautes i-Dötzchen in der ersten Reihe der ersten Klasse. Schnipps, schnipps. „Hallo! Hallo! Ich weiß was…“. Bei mir ging es ganz profan um Jobs. Ich bin gerade nur unterwegs. Sitze in Briefings und Meetings und Eatings und wie dieses Zeugs heißt und werde fast ausschließlich für das Erstellen von Konzepten gebucht. Cobra 11 im Kopf, der totale Alarm. Überlegen, denken, ordnen, Marken auseinanderhalten, nachfühlen, in Kosten denken, in Möglichkeiten, Visionen schaffen, runterholen, realisierbar machen. Die ganze Klaviatur.

Dann kam Ela. Und dann, ja, kam Ela zu mir ins Bett, um kurz zu kuscheln, anzudocken. Ruhe, Entspannung. Home, sweet home. Angel. Hafen. Frau. Alles. Neben ihr lag Flash-Gordon und schoss Adrenalinpfeile ins Universum. Moi.

Ich trank meinen Kaffee, setzte mich auf mein Kissen, ließ meine Übungen vom mir zugehörigen Körper durchführen. Da überfiel mich ein Lachanfall. Man könnte nun mutmaßen, das wäre ein Zeichen beginnenden Wahnsinns gewesen. Njet. Es war ein Lösen. Ihr wisst, ich habe letztes Wochenende mit einem Lama verbracht, der uns einige Übungen gezeigt hat. So indisches Zeugs, das die Yogis verwenden. Um also meinen Kopf zu durchlüften und die Themen zu ordnen, saß ich da. Da kam dieser Lachanfall. Was habe ich gelacht. Und was glaubt ihr, wie schön das war. So ein tiefes, ehrliches, gesundes, fröhliches, kraftvolles Lachen. Da gehen schon wieder die Mundwinkel hoch. Anschließend habe ich meinen Küchenjob erledigt und die Spülmaschine ausgeräumt, da fühlte ich mich energetisiert, als hätte ich eine Schiffsladung Traubenzucker durch die Nase gezogen.

Tja. Und was sagt mir das? Oder euch? Ich würde sagen: Es ist schön, unterwegs zu sein. Es ist gut, sich zu bewegen. Es lohnt sich, zu schauen, zu machen und zu tun. Was auch immer. Als Kind war ich immer Klassensprecher. Seventies. Da hatten wir Schüler-Mitverantwortungs-Wochenenden, wo wir diskutiert und geplant und gemacht haben. Danach hat Schule einfach immer mehr Spaß gemacht. How to energize your life now? Aufstehen, raus gehen, über den Tellerrand treten, die Welt umarmen, sehen, was es sonst noch gibt, den Kopf durchlüften und viel, viel lachen:)

Und jetzt alle: Lächeln:)

Heute ist Welt-Lächeltag. Echt. Vom großen Rat des Vereinten fiftyfiftyblogs beschlossen und verkündet. Ich meine, nach dem Spaß gestern mit „Ziemlich beste Freunde“ sollten wir die Stimmung noch ein wenig auskosten. Hier im Rheinland beginnt ja so allmählich die fünfte Jahreszeit und alle schunkeln sich mental schon mal ein. Die große Frage, die im Raum steht: Was ziehe ich an? Als was gehe ich?

Heute Morgen – diese Wortkombination schreibe ich ziemlich oft im Blog (Hört sich an wie „es war einmal…“) – hatte ich eine sehr schöne Meditation. Wisst ihr, was eine Meditation ist? Mit wissen meine ich, ob ihr es wirklich wisst. Also: Ob ihr das schon einmal gemacht habt. Wird ja viel drüber geredet und ist in. So wie Yoga. Steht oben auf der „Sollte man machen“-Liste wie Diät oder Sport.

Ich frage mich oft, was Meditation eigentlich ist. Und oft zweifle ich an dem, was Meditation für mich ist. Mittlerweile praktiziere ich – so nennt man das in buddhistischen Fachkreisen – seit Januar 2006. Genau genommen seit dem 18. Januar 2006, als ich bei einer Freundin hier in der Nähe in einem Retreathaus das erste Mal meditiert habe. Danach kam ich raus in eine sternenklare Januarnacht und musste nicht nur lächeln, sondern lachen. Kurz darauf war ich erleuchtet – ich hatte den festinstallierten Blitzer bei uns im Nachbardorf übersehen, als ich zurück fuhr. Es wurde kurz taghell am späten Abend. Breites Grinsen im Gesicht auf diesem Polizeifoto, das eher an Ultraschallaufnahmen von Babys im Mutterleib erinnert. Ich habe es noch…

Bei den Meditationen in den folgenden Jahren war es dann leider nicht immer so lustig. Nix mit dauern naturstoned. Geht ja auch um Klarheit und Erkenntnis, nicht um sich abschießen im Sinne von wegdröhnen. Genau hinsehen. Wie so vieles im Leben und in der Geschichte der Menschheit laufen auch Meditationen in Stufen. Eine Zeit lang passiert nix. Mantras sagen, verbeugen, visualisieren. Es kommt dir vor, als würde sich überhaupts nichts regen. Als wäre das ganze Tun voll für den Arsch. Sorry. Aber diese sogenannten Störgefühle kommen so hoch. Und es kommt nocht mehr hoch, von dem man dachte, das sei längst verdaut. Kinder-Überraschung. In jedem siebten Ei liegen die Schmerzen der Vergangenheit. „Gehe an die Orte, die du fürchtest.“ Wer glaubt, Meditation sein pure Entspannung und fortwährendes Vergnügen… Tja.

Heute Morgen nun: Sie ernten, ernten, ernten, was sie säen, säen. Die Fanta4 wissen, wovon sie singen. Ich durfte lange da sitzen und lächeln. Und vieles ist abgefallen, was sich in den letzten Wochen und Monaten angesammelt hat. Dieses wunderbare Gefühl von Ruhe im Kopf, wenn sich der vordere Hirnlappen entspannt. Entkrampft. Als würde in eine selfinflating Isomatte Luft gelassen. (Es knistert tatsächlich hinter der Stirn). Dann ist da dieses Lächeln, bisweilen breite Grinsen und alles, alles, alles ist gut. Für einige Minuten. That’s a big, big Bang and Present. Aus Engstirnigkeit wird Weite.

Mich hat das an ein kleines Weihnachtsgeschenk erinnert, das wir unseren Kunden vor Jahren gemacht haben. Das war eine Schneekugel, in der ein Zettel mit dem Aufdruck „lächeln:)“ eingelegt war. Wenn man den Schnee rieseln ließ und der sich gesetzt hatte, dann konnte man das lesen und viele haben anschließend berichtet, sie hätten gelächelt. Schön. Lasst uns doch heute alle lächeln. Lasst uns die Kraft des Lächelns nehmen, die so schön in uns wohnt. Ist es nicht wunder-, wunder-, wunderbar, dass wir lächelnde Wesen sein können? Dass wir beseelt sind von der Kraft des Lächelns, die für so viel Freundlichkeit steht. Lächelnde Menschen sind schön. Lasst uns heute ganz besonders schön sein. Für uns, für andere. Für alle, alles.