Andrea Fraser schläft mit Sammler im Museum Ludwig

"Untitled", 2003 Projekt und DVD, 60 Minuten, ohne Ton Videostill Courtesy: Andrea Fraser und Galerie Nagel Draxler, Köln/Berlin
„Untitled“, 2003
Projekt und DVD, 60 Minuten, ohne Ton
Videostill
Courtesy: Andrea Fraser und Galerie Nagel Draxler, Köln/Berlin

Skandal!

Könnte man meinen. Sex & Art. Wie? Wo? Was? Langsam. Fangen wir von vorne an. Aktuell stellt das Museum Ludwig Arbeiten von Andrea Fraser aus. Ihr wurde der Wolfgang-Hahn-Preis 2013 verliehen, den die Gesellschaft für Moderne Kunst am Kölner Museum Ludwig seit 1994 jährlich vergibt. Wer ihn bekommt, von dem wird Kunst im Wert von 100.000 € gekauft und dauerhaft im Museum Ludwig ausgestellt.

Nun war ich am letzten Wochenende im Museum Ludwig und bin, zugegeben, zufällig über die Ausstellung gestolpert. Das Museum ist seit vielen Jahren mein Lieblingsmuseum und ich komme immer wieder gerne und lasse mich überraschen. Spontan. Und was soll ich sagen? Also wirklich, mit Andrea Fraser ist das wirklich gelungen. Peng.

Mein erster Weg ist meistens die Treppe hinab ins Pop-Art-Verließ. Dort besuche ich meine Freunde Warhol, Rauschenberg, Johns & Co. Leider tut sich da wenig und der Raum hat Tendenzen der Verschmuddelung. Die Werke leiden unter einer verstaubten Atmosphäre – sie wirken ein wenig vergessen so hinten, unten in der Ecke und bräuchten dringend mehr Liebe und Aufmerksamkeit in Form einer Neuhängung und Neuinszenierung. Ein wenig Renovierung wäre auch nicht schlecht. Dieses Mal war meine Sehnsucht nach Frische frappant. Das aber nur so nebenbei. Was mir hier dieses Mal am besten gefallen hatte war eine Besucherin, die ein Zahnbürste in ihrer Levis trug. Eine schöne Geschichte, die da erzählt wird. Fragen, die aufgeworfen werden. Wer? Wo? Was?

Levis Zahnbürste_red

Raus aus der Pop-Art, rein in die Fraser Ausstellung im Keller gegenüber. Vor der Ausstellung fette Schilder „Fotografieren verboten“ in Form einer fett und rot durchgestrichenen Kamera. Ich packe meine Nikon weg. Vor der Ausstellung ein Wachmann mit Walky-Talky. Raumgreifend. Und prompt kommt die Meldung über Funk, dass da jemand trotz Verbot in der Ausstellung den Auslöser gedrückt hat. Eine Stimme aus dem OFF. Die ganze Ausstellung ist mit Kameras überwacht und eine Frau gibt Anweisungen, wer zur Rechenschaft gezogen werden muss. Big Sister is watching you. Ich bekomme das auch noch zu spüren, weil ich mich in einem Raum hingesetzt und an die Wand gelehnt habe, um einem Video zuzusehen. Da hörte ich schon aus dem Nachbarraum das Walky-Talky und wusste, dass ich jetzt dran bin. Es herrscht ein rauher, lauter Ton im Museum Ludwig. Immer wieder kam jemand, um zu schauen, ob ich auch wirklich meine Kamera in der Tasche lasse. Mann! Die Kunst zerrt an den Grenzen der Bürgerlichkeit, versucht zu weiten – die Zuschauer/innen sind den Gesetzen der Ordnung durch einen privaten Wachdienst mit einer gewissen raumgreifenden Funkkommunikations-Aufgeregtheit unterworfen. Auch das war kein schönes Gefühl. Wobei ich sagen muss, dass es im restlichen Haus wesentlich entspannter war.

Da war doch was? Ich wollte über Andrea Fraser schreiben. Nicht so einfach, wenn man sich in einem solchen Museum bewegt, das so lebendig im positiven Sinne ist. Ich, wir traten also ein in die Welt der Videos und Performances der Andrea Fraser. Sie ist so alt wie ich. Ist also 1965 geboren, in den USA/ Montana. Heute lebt sie in New York und denkt intensiv über Kunst und Gesellschaft nach. Ein altes Thema. Goethes Torquato Tasso. Wie käuflich ist die Kunst? Andrea Fraser sitzt hier in der Zwickmühle. Sie ist Künstlerin. Sie lebt vom Kunstmarkt. Sie braucht Mäzene. Sammler. Museen.

Die Kunstszene ist ein Kunstmarkt. Deshalb kam es nicht schlecht, die Fraser-Ausstellung während der ART COLOGNE zu eröffnen. Money. Makes the art go round. Ich erinnere mich an einen Blick ins Foyer der Deutschen Bank-Zenrale im finance district in London im letzten Jahr. Riesige Werke hingen dort. Ein Museum hinter verschlossenen Geldtüren. Und: Investments. Geldanlagen. Wer Kunst und Künstler macht, hat irrsinnige Rendite. Für 5.000 kaufen, pushen und ZACK, BENG, BUMM ist das Bild 100.000 oder eine Millionen wert. Das sind in Prozent…

Rund um diesen ganzen Kunstmarkt laufen die Vernissagen, Ansprachen, Reden der Kunstkritiker… Die allgemeine Kakophonie des Kunstblablas nimmt Fraser auf. Sie hat zugehört in der Vergangenheit. Hat Reden, Ansprachen, Einführungen aufgenommen und verarbeitet. So tritt sie beim Hamburger Kunstverein auf im Jahr 2003. Hält eine Eröffnungsrede, in der sie verschiedene Posen und Positionen einnimmt: „Official Welcome“. Sie redet, gestikuliert, ändert den Tonfall, sie weint, zieht sich aus, stellt sich nackt vor das Publikum und redet weiter – über Kunst. Nicht in ihren Worten, in den Worten, die immer wieder fallen. Sie zeigt WIE MAN ÜBER KUNST SPRICHT. Phrasen. Nervtötendes Geplapper. Phonetische Abziehbilder. Automaten-Ansprachen.

"Official Welcome" Performance und Video Kunstverein in Hamburg 2003 Videostill Courtesy: Andrea Fraser und Galerie Nagel Draxler, Köln/Berlin
„Official Welcome“
Performance und Video
Kunstverein in Hamburg 2003
Videostill
Courtesy: Andrea Fraser und Galerie Nagel Draxler, Köln/Berlin

Beeindruckend. Weil sie weiß, was sie macht. Weil sie konsequent ist. Und weil sie es kann. Sie schlüpft als Schauspielerin in die Rollen. Wechselt die Perspektiven vom einen auf den anderen Augenblick.

Tja, und dann kommt „Untitled“. Auch aus dem Jahr 2003. Ein Video, das im Museum Ludwig in einem großen, weißen Raum gezeigt wird. Dort steht ein kleiner Fernseher. Was ist zu sehen? Wie Andrea Fraser in einem Hotelzimmer mit einem Sammler schläft. Eine Frau im roten Kleid, ein Mann, der Sammler und Teil dieses Projektes ist. 60 Minuten. Komplett durchgezogen. Wir setzen uns auf den Boden und an die Wand, um uns das anzusehen, als wir auch schon vertrieben werden. Mental. WACHDIENST. Sie hatte gerade ihren Slip ausgezogen. Wir wussten ja, was kommt. Egal.

Diese „Performance“ war ein Projekt, bei dem fünf DVDs entstanden sind. Andrea Fraser hatte den „Sex mit einem Sammler in einem Hotelzimmer“ für den Kauf eines Videomittschnitts auf einer DVD über einen Galeristen angeboten. Tatsächlich fand sich ein Sammler, der mitspielte. Und mit ihr vor laufender Kamera schlief.
2003 war das ein Skandal und selbst die New York Times ist über Andrea Fraser hergefallen und hat sie verurteilt.

Was hat sie getan? Eine Prostitutionsszene nachgespielt. Mann mit Geld trifft auf weiblichen Körper, der in diesem Fall eine Künstlerin ist, die sich mit Mechanismen des Kunstmarktes auseinandersetzt. Konsequent. In einem Artikel, der 2009 veröffentlicht wurde, schreibt sie über die Hintergründe. In ANDREA FRASER SCHREIBT ÜBER PROSTITUTION und das Video „Untitled“ erläutert sie: „In meinem Video „Untitled“ (2003) bin ich beim Sex mit einem Kunstsammler in einem Hotelzimmer zu sehen. Der Ausgangspunkt der Arbeit ist die Metapher der Prostitution, wie sie sich im 19. Jahrhundert herausgebildet hat, als Baudelaire seine berühmte Gleichung formulierte: „Was ist Kunst? Prostitution.“ Man benutzt den Begriff „Prostitution“ heute häufig, wenn man beschreiben will, wie sich in einer kapitalistischen Gesellschaft alle zwischenmenschlichen Beziehungen, sogar die allerintimsten, auf ein ökonomisches Verhältnis reduzieren lassen.“

Das ist im Museum Ludwig zu sehen. Eine richtig gut gemachte Ausstellung, die fesselt. Ein wirklich intimer Raum, in dem der Wachdienst fast schon wie inszeniert wirkt. Man wird nicht in Ruhe gelassen, kann Kunst nicht einfach konsumieren. Das geht tiefer, trägt nach, beschäftigt weiter. Mich jetzt schon seit letztem Sonntag. Ein gutes Zeichen, dass da etwas zu sehen ist, was Inhalt hat.

Ich danke dem Museum Ludwig für die Bereitstellung der Fotos, die Inszenierung dieser Ausstellung und überhaupt für all die wunderbaren Werke, die es dort zu sehen gibt. Thanx:)

How to kill your inner weapon…

DAVID_Pistole_red

Wie steht’s mit Aggressionen?

Frei davon? Total friedlich? Peace als Baby inhaliert wie Obelix den Zaubertrank? Oder doch manchmal ein wenig aggro? Wenn einer schräg kommt. So von der Seite und so. Rempler des Lebens. Hey, pass doch auf…

Freitag war ich in Köln. Hatte einen Briefingtermin in einer Agentur. Kurz. Prägnant. Und schon auf dem Weg nach Hause. Dadurch öffnete sich ein Zeitfenster. Plötzlich überkam mich eine Lust, die Zeit zu nutzen. Nicht für irgendeinen Job oder eine Aufgabe oder Pflicht oder so.

Da näherte ich mich der Autobahnabfahrt Overath. Nicht weit von dort ist das Anwesen, die Hausansammlung Cyriax. Ein Name, der mich, seit ich ihn das erste Mal auf dem Ortsschild gelesen habe, still fasziniert. Zumal dort eine altes, sehr altes Kloster steht. Ich sehe Mönche vor, Bilder aus dem Namen der Rose, Nebel, Kruzifixe, Kerzen, Choräle, Weihrauch, der ins Tal zieht.

Dort ist das Künstlerhaus, die Malschule. Ich habe David angerufen. DAVID. Hast du Zeit? Auf einen Tee? Niemand am Apparat. Mailbox. Die Abfahrt kam näher, keine Antwort, weiter. Schade. Zwei Kilometer später eine SMS. Ruf mich mal an. War gerade nicht am Telefon. Ich hab Zeit. O.K. Bis Engelskirchen. 10 Kilometer Extrarunde. Von der Autobahn runter, auf die Autobahn rauf, zurück. Gas. Speed. Cyriax. Hi, hi.

David malt gerade. Bereitet seine Teilnahme an der Ausstellung OSTRALE 013 in Dresden vor. Die Jury hat ihn ausgewählt, er bekommt einen Raum. Aktuell entstehen vier Bilder, die er zeigen wird. Die standen dort. Im Atelier, im Büro. Sie entstehen parallel. Faszinierend, sie so halb fertig zu sehen. Entstehungsprozess.

Er hat sie mir gezeigt. Dann haben wir Tee getrunken. Japanischen. Sehr fein. Wieder aus der schönen Keramikschale. Und wir haben über Kunst und Werbung gesprochen. Davids zwei Leben. Und irgendwie auch meine zwei Leben. Seine Ausstellung, den Raum, den er mit seinen Bildern ausfüllen wird, das, was dann dort geschieht. Es hat zu tun mit Waffen und damit auch mit Gewalt. Es wird an ein Projekt erinnern, das er 1990 gestaltet, inszeniert, durchgezogen hat.

Das Bild oben hat damit zu tun. Die Schönheit der Waffe als Objekt, die Linien, die Lichter, Glanzpunkte. Die Faszination, abzufeuern. Sie in die Hand zu nehmen, durchzuladen und es krachen zu lassen. Macht, Zerstörung, Wahnsinn, Freude, Schönheit. Alles einen Abzug voneinander entfernt.

Beim Abschied hat er mir eine signierte Postkarte geschenkt. Die hängt jetzt in meinem Zimmer. Schön. Ich denke, nach der OSTRALE werden die Bilder verkauft sein. Auch das von 1990. Deshalb freue ich mich, sie live gesehen zu haben. Die sind wirklich gut. Etwas in mir sagt, dass ich eine Ahnung habe, was sie wirklich bedeuten. Auch das gefällt mir.

Die innere Gewalt. Die innere Waffe. Die Bereitschaft, in irgendeiner Form abzudrücken. Und sei es nur mit einem Wort, das scharf genug ist, zu ritzen. Einerseits die Faszination, dass es diese Kraft gibt. Andererseits das Potenzial. Innenwohnende Brutalität als fortwährende Möglichkeit. Antagonisten. Dualismus. Kampf. Krieg. Fast genetisch.

Haus oder nicht Haus, das ist hier…

Also manchmal frage ich mich ja, ob ich wirklich Hausbesitzer sein möchte (was ich ja nicht wirklich bin, weil es eigentlich der Bank gehört. Noch.). Und zwar dann, wenn so viele Dinge anfallen wie gerade. Gestern Abend kam ich aus der Agentur, da sprang mir der Rasen ins Gesicht: Mäh mich! Hab ich gemacht. Aber das Gartenhaus sagte auch: Streich mich!

Hey! Ich hab ja auch noch was anderes zu tun. Und die Regenrinne flüsterte: Du müsstest mich mal wieder leeren. Hallo? Nach dem Rasenmähen hab ich mich lieber verkrümelt, denn wenn die erst einmal anfangen, dann…

Kürzlich war ich mit einer Freundin unterwegs, die in einer gemieteten Wohnung lebt. Sie hat einen kleinen Garten, um den sie sich kümmert und den Rest erledigt der Vermieter. Anruf genügt. Bei uns landen die Anrufe bei mir. Hey, Hausmeister, da müsste man mal…

Mal eben. Ja. Und dann… Gut. Andererseits. Ihr wisst. Ist schon schön, unabhängig und ungestört zu sein. Musik auf volle Lautstärke. Unbeschwerte Partys. Platz, Raum. Gestern habe ich mich erinnert, wie 1998 im Frühjahr das Fax ankam. Da war die Silhouette der alten Schule drauf gezeichnet. Da hatte ich schon Ja gesagt. So innerlich. Heute denke ich manchmal: Och, so ein neues Haus ohne all die Ecken, Kanten und Macken wäre auch schön gewesen.

So isser, der Mensch. Immer schauen, ob sich nicht noch was bessres findet… Ich schaue gerne Immobilienanzeigen, weil die so inspirierend sind. Eine neues Haus, ein neues Glück. Bauen würde ich wohl selber nie, weil es zu viele schöne Immobilien gibt, die schon da sind. Und manchmal gibt es diese verlockenden Haus-Schnäppchen… Kaufen und einziehen. Nix bauen. Hab ich in meinem Leben jetzt auch genug.

Der Tag des Heiligen Geistes und der Waldgespenster…

Schatten_red

49 Tage nach Ostersonntag. Der Tag, an dem der heilige Geist zu den Jüngern kam, sie in verschiedenen Sprachen sprechen ließ, um sie auszusenden, das Wort Christi im Auftrag des Herrn zu verbreiten. Der Tag, an dem die Christliche Kirche ihren Anfang nahm. Om.

Also habe ich mich heute Morgen auf den Weg gemacht. Bin Schatten begegnet, echten Waldgeistern, bin bei den Toten im Ruheforst gelandet, war plötzlich auf dem Pilgerweg und durfte eine wunderbare Wanderung fernab begangener Pfade ganz allein mit Herrn Cooper genießen.

Jim und Zoe wollten nicht. Lieber abhängen. O.K. Ela und Jens hatten noch nicht gefrühstückt und wollten auch nicht so recht. Cooper will immer, was ihn mir sehr sympathisch macht.

Mein Ziel war es, Schloss Crottorf auf neuen Pfaden zu erreichen. Ein wenig querfeldein, ein wenig in der Natur zwischen den Wegen, die ich schon öfter gegangen bin. Mir liegt das Neue, Unentdeckte. Die ausgelatschten Pfade sind nicht so mein Ding. Also sind wir den Zeichen gefolgt.

Stock_red

Haben sie wie die Indianer gelesen. Am Dorfausgang lag ein Stock auf dem Weg, der die Richtung klar vorgab. Osten mit einem Hauch Süden. Gerne. Also Richtung Russland-Erdgas-Pipeline und Gruselhaus. Über diesen Ort im Wald hatte ich schon einmal berichtet. Sehr speziell dort. Momentan sprießt gerade das Springkraut, aber noch sind die Grundmauern der Ruine erreichbar. Wir kamen hin, ich fotografierte den alten Motorradmotor und hatte die ganze Zeit das Gefühl, da würde jemand neben mir stehen. Uuaaaahh! Ich musste wirklich weg. SPOOKY! Falls ich euch mal als Ghostbusters ausprobieren möchtet, ich zeig euch den Weg…

Motor_red

Von dort haben wir uns ins Tal durchgeschlagen, vorbei an der undurchdringlichen Kyrillfläche. Ein kleines Seitental, ein schmaler Bachlauf und: Schmetterlinge. Ab jetzt heißt es das Schmetterlingstal östlich von der Gespensterruine. Besonders angetan hat es mir ein kleiner, heller Schmetterling mit orangefarbenen Ovalen an den Flügelspitzen. Ungelogen: Es waren fünf verschiedenen Sorten Schmetterlinge dort unterwegs. Leider waren die alle ein wenig hektisch, weshalb ich sie nicht fotografieren konnte.

Naturschutz_red

Aus dem Tal rauf auf die schmale Landstraße. Schattenspiel der Bäume auf dem Asphalt. Der Straße folgen, nach Wildberg rein. Zwischenstopp im Gasthof Breiderhoff, wo der Frühschoppen allmählich ausklang. Wasser für Herrn Cooper, ein Kölsch für mich. Schön frisch und kühl.

Raus aus dem Dorf auf die Höhe. Die Grenze zu Rheinland Pfalz, der Blick weit übers Siegerland. Ich wollte zu den Wiesen mit den Solitärbäumen, um sie zu fotografieren. Die haben mich in den letzten Jahren beim Vorbeifahren immer wieder fasziniert. Aber: Das mit dem Fotografieren hat nicht geklappt. Die Fotos auf dem Laptop – leider langweilig. Die Farben kommen nicht. Nichtssagend. Der berühmte Unterschied zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Da fehlt mir dann doch das wichtige fotografische Handwerk. Egal.

Weiter. Ins Tal runter, den Hang hinab, über die Weide und den Hof im Nowhere. Hoch auf den Höhenzug in die absolute Einsamkeit. Dort kommt niemand hin. Niemandsland. Nur ein paar Wege für den Holztransport, ein paar Pferdespuren sonst nichts. Schön. Der Himmel blau, die Buchen so grün, die Sonne heiß. Tatsächlich ein Sommertag. Geschenkt. Hatte ich so nicht mit gerechnet.

Buchentrieb_red

Nun lag nur noch ein Höhenzug zwischen uns und Schloss Crottorf. Aber welchen Weg nehmen? Ich wählte einen und der war plötzlich gesperrt. Rot-weißes Flatterband: „Betreten verboten. Holzfällung.“ Pfingsten? Ignoriert und durch. Tatsächlich zeigte sich, dass hier gefällt worden war. Alles voller Fichten in der Horizontalen. Fein entastet und vermessen. Weil überall die Äste lagen, war kaum ein Durchkommen. Zurück? NEVER! Vor? Schwierig. Also haben sich Herr Cooper und ich mal wieder für einen Plan B entscheiden. Den Hang rauf. Durch Gestrüpp und kleine Fichten hindurch. Mein Hund ächzte. Nicht einfach. Schweißtreibend. Und dann plötzlich eine flach liegende Fichte. Wie die Diven auf dem Schwebebalken sind wir drüberbalanciert. Ich voraus, mein haariger Kollege hinterher. Am Ende der Fichte kam die nächste und wieder die nächste und noch eine. Eine ganz Schneise voller gefällter Bäume, die ineinander- und übereinander lagen und uns den Weg bahnten. Super. Leicht wie die Elfen:) Zack, oben.

Leider hatte ich bei einem Sprung falsch gezielt und musste mich deshalb abfangen. Mit der rechten Hand volles Programm in flüssigen Baumharz getatscht. IH! MAMA!!! Abputzen. Nichts half. Keine Spucke, kein Wasser aus ner Dreckpfütze, kein Dreck, kein Gras. Es dauerte eine halbe Stunde, bis das ganze Klebszeug abgerubbelt war. Ätzend.

Und dann waren wir plötzlich mitten im Ruhe Forst. Ein Waldfriedhof ohne Grabsteine. Kleine Holzpfosten mit Zahlen zeigen, wo die schnell verrottbaren Urnen liegen. Ein schöner Ort. Das Licht fiel vom Himmel durch die Bäume, die Vögel sangen. Ein guter Platz, um tot zu sein.

Ruhe Forst 1_red

Leider war ich ein wenig zu weit gelaufen, weil irgendwie kein Weg abging. Also mussten wir uns quer durch den Wald schlagen. Die Wege entlang, die das schwere Holzfällergerät gezogen hat. Sieht nicht schön. Reifenspuren, tiefe Furchen. Aber es ist eben wirtschaftlicher, mit Maschinen zu arbeiten. Und der Graf hat ja auch so seine Kosten, wenn man alleine an das Heizen der Schlösser denkt…

Ja, und was soll ich sagen. Plötzlich standen wir auf dem Pilgerweg – einem Zuweg des Jakobsweges. Ich war also direkt verbunden mit Santiago di Compostella. Coelho. Yep. An Pfingsten! Der Weg führte uns dann direkt in den Wildenburger Hof am Schloss, wo wir in der Sonne saßen und tranken und aßen und uns von Ela und Jens abholen ließen. Zuhause gab es dann noch einmal Essen. Jens hatte Maultaschen – original importiert aus dem Schwabenland – gekocht. Sehr lecker.

Nun sitze ich im Garten an einer Stelle, wo ich WLAN habe, lasse mir die Abendsonne ins Gesicht scheinen und höre dem Dorfhahn beim Krähen zu. Da war doch was: Ehe der Hahn dreimal… Ein schöner, geschenkter Tag. Thanx:) So kann es gerne weitergehen. Ich wünsche euch weiterhin schöne Pfingsten.

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Futter für Herrn Cooper

Immer wieder taucht die Frage auf, welches Futter für einen Hund gut ist. Häufig wird einem diese Frage dann noch erschwert, indem man mit den Angaben und den Deklarationen auf der Verpackung gar nichts anfangen kann. Worauf sollten Hundehalter achten, wenn sie Hundefutter online kaufen möchten?

Woraus besteht ein gutes Hundefutter?
Das wichtigste ist erst einmal Fleisch, da der Hund ein Beutetierfresser ist. Der Fleischanteil sollte in der Deklarierung an erster Stelle stehen. Diese Fleischeiweißquellen liefern dem Hund wichtige Nährstoffe wie Lysin und Methionin. Auch hochwertiger Fisch ist alternativ geeignet, da er Vitamin D und ungesättigte Fettsäuren enthält. Wichtig ist, darauf zu achten, dass auf der Verpackung nicht Fischmehl steht, da ihm dann die Vitamine und Fettsäuren entzogen werden. Als Energielieferanten werden hochwertige Fette benutzt. Am Besten sind Omega 3 Fette für den Hund zu empfehlen. Die Anteile der Fette sollten genau angegeben sein. Im Idealfall sind dem Futter nur sehr wenige Zusatzstoffe beigefügt. Je weniger deklariert sind, desto hochwertiger ist das Futter. Calcium, Phosphor und Magnesium dürfen in einem hochwertigem Futter auch nicht fehlen. Diese Mineralstoffe und Spurenelemente sind wichtig für die Zähne und den Knochenbau des Hundes. Auch Zink, Jod, Seelen und Kupfer finden mittlerweile immer mehr die notwendige Beachtung.

Was gehört nicht ins Hundefutter?!
Getreide hat in einem guten Hundefutter nichts verloren, da der Hundemagen keine Möglichkeit hat, die Zellulose zu spalten. Alternativ kann man aber eine Kartoffel dem Futter beifügen. Sie ist proteinarm, liefert aber trotzdem wichtige Nährstoffe. Gesättigte Fettsäuren sollten im Hundefutter nicht vorkommen, wegen ihres hohen Fettgehaltes. Vorsicht ist auch geboten, wenn tierische Nebenerzeugnisse deklariert sind. Hierbei kann es sich um Hufe, Haut, Federn, Schnäbel, Knochenmehl oder sonstige Abfallprodukte handel, die aber nicht als diese angegeben werden. Künstliche Aromastoffe und Geschmacksverstärker sind ebenso ein Tabu. Auch Zucker hat in keinem guten Hundefutter etwas verloren, da er unter anderem schädlich für die Zähne des Hundes ist. Dass Gleiche gilt für Rübenmelasse. Dabei handelt es sich auch um eine Form des Zuckers. Detaillierte Infos zur Ernährung gibt auch das Dogs-Magazin.