Special

Nicht erklären
das Gefühl
ausgezogen
ohne Haut
jeder Luftzug
Blick
Wort in der Ferne

Stromschläge
Bisse
Stiche

Without shelter

Betonieren
zunageln
balsamieren

Könnt ihr mal bitte ruhig sein?
Fünf elende Minuten?

Zielfernrohre ausschalten
Stiefel losschnüren
Messer, Nadeln
wegstecken

Bitte nicht treten, jetzt

Ihr wisst nicht
wie das ist

Ihr fühlt nicht
wie es sein kann

Ihr kennt nicht
das Gefühl

Ihr sprecht Suaheli
den ganzen Tag

Einfach mal
gut sein lassen

AKZEPTIEREN

Fünf elende Minuten

märz 2012

Wie wollen wir verdammt nochmal leben?

How?

Gehen. Durch den Tag. Durch die Nacht. Gedanken. Was wird? Werden? Sein? Freud, Nietzsche. Die ewige Fragerei, der niemals stillstehende Moment der Entscheidung. Tiefe, Höhe, Fall, Eskalation, Kompromiss, Möglichkeiten, Abschätzungen, Wahrscheinlichkeiten. Züge. Geplant, geformt, ausgeführt, verworfen.

Was ist Leben?

Sich auf den Kopf stellen, die Perspektive wechseln.

These 1: Nichts ist.

Klingt esoterisch. Habt ihr eine Tür in eurer Wohnung, in eurem Haus, in eurem Sein, die offen steht? Könnt ihr rausgehen und die Welt mit anderen Augen sehen in jedem Augenblick? Oder hält euch etwas. Halt, Ort, Wichtigkeit. In jedem Augenblick ist es möglich, von Bord zu gehen. Das Schiff nach Übersee zu nehmen. Das Glück in der Ferne zu suchen oder ein Dorf weiter oder entlang der Autobahn dort hinten an der Abfahrt links. Nichts ist betoniert, was sich nicht auflösen ließe. Niemand zwingt zu irgendetwas. Nur wir selbst.

Blicke durch das Dachfenster. Hänge ein Gedicht auf. LOVE YOU.

Chatte, surfe, fliege.

Was ist Zukunft? Was ist der Plan? Und immer der Plan B. CDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ und dann? Hechten, laufen, planen, planen. Entlang der Wege, Koordinaten, Annahmen. Putzen, machen, tun, Zeit verlieren.

Ich habe doch die Erfahrung. Das Leben formt, gibt die Richtung, erzählt die Geschichte. Die Ziele, die Träume. Sie brauchen Ziel, damit sie wissen, wo die Reise hingeht. Bullshit. Sie brauchen ein Leben. Erst leben, dann planen. Erst fallen lassen, dann auffangen. Das Netz nicht bauen, wenn niemand in der Luft ist.

Kennt ihr Portishead? Habe mir gerade drei CDs bestellt. Sind gestern angekommen. Zwei Songs. Natürlich auf Facebook entdeckt. Over. Glory Box.

Glaubenssätze auflösen. Katharsis. Reinigen. Gewicht abwerfen. Konsequent sein.

These 2: Alles ist.

Jetzt. Hier. Möglich. Der Blick ist es, der die Hand führt. Entfesseln. Das Fernglas weglegen. Die Lupe. Hinsetzen. Geschehen, geschehen lassen. Es geschieht so viel. Der Mann, der an der Bushaltestelle sitzt und jeden Bus passieren lässt. Kein Ziel, kein Wunsch, kein Traum. Angekommen. Sitzt dort, lebt. Was geschieht, egal. Das Gespräch mit der alten Frau. Er sieht den Kuss des jungen Paares. Ein Kind fällt. Eine Zigarette wird weggeschnipst. Bilder, Leben, Fülle. Reichtum ohne zutun. Worauf hinarbeiten? Was noch, noch, noch erreichen wollen? Den höheren Berg? Den noch besseren Menschen?

Auf den Kopf stellen, die Perspektive wechseln. Rausgehen und schreien. Rausgehen und stumm betrachten. Rausgehen. Schutz aufgeben. Entschützen. Öffnen. Passieren lassen. Auf dem Bett liegen. Portishead hören. Zum Fenster rausschauen.

LOVE.

YOU.

YOURSELF.

ME.

Quixquaxnuxknurz.

Oh, Mann. Sometimes. Really. At the moment. Ich müsste eigentlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt sein, als mir mal gerade die Welt um die Ohren fliegen zu lassen. Es ist kein Speedtrain, es ist ein Starfighter, in dem ich unterwegs bin. Könnt ihr mir bitte mal eine runterhauen und sagen, dass ich jetzt bremse und wieder in irgendeiner Form normal werde?

Die letzten Wochen waren die schnellsten, komprimiertesten, irrwitzigsten meines Lebens. Ich war in Gedanken und auch körperlich nur unterwegs. Habe kaum geschlafen, gegessen. Kann schon kaum mehr auf die Waage schauen. Jetzt muss ich bremsen. Mal nichts machen. Es war so viel. Ich war an so vielen Orten mit so vielen Menschen und habe so viel geredet. Geredet, geredet, geredet. Was natürlich sehr gut war.

Übergänge. Männer können keine Übergänge. „Ein wichtiges Thema war: Männer können keine Übergänge. Die fallen in ein Loch, die Energie trudelt ins Nichts, die Stimmung sinkt.“ Habe ich geschrieben in Die alte, alte, schöne, schöne Liebe. Da stehen so einige Sachen drin. Herrje. Wie schrieb Polly: Blauäugig. Ja, ich habe zwei große blaue Augen:) Da rettet mich nur der alte Spruch „Was interessiert mich mein blödes Geschwätz von gestern.“ Cut. Neu. Das ist es, was gerade passiert. Wenn ich überlege, was alles hier im Blog steht, was ich alles in der Vergangenheit geschrieben habe, möchte ich einmal komplett löschen. Serverattack. Eraser. Blogkiller.

Der Übergang. Zwischen schwarz und weiß liegen die Farben. Smartiewelt. Alles so schön bunt hier, kann mich gar nicht entscheiden. Doch, in einem Punkt schon. Aber über den schreibe ich hier nicht. Zu schnell, zu viel, zu besonders. Schatzkiste. Ende der Offenheit. Privat. Tür zu.

Das war jetzt wahrscheinlich der verworrenste, durcheinanderste Blogbeitrag im fiftyfiftyblog überhaupt. Mir steckt dieses Wochenende in den Knochen. Wie viele Highlights verträgt ein Mensch in 72 Stunden? Hangover 3. Wie schnell darf sich ein Leben verändern? Wie schön kann, darf Leben nach einer Trennnung sein? Wieso dürfen sich Dinge jetzt so gut anfühlen? Mir fehlen die Worte, die Antworten. Tatsächlich ist mein Kopf aktuell sprachlos. An anderer Stelle habe ich sehr kürzlich geschrieben: „…bringt in meinem Kopf Sachen durcheinander. Da passen die Kartons in den Regalen nicht mehr. Alles war so schön eingeräumt. Alles an seinem Platz und plötzlich muss ich umräumen, wegwerfen…“ Mich trifft diese Zeit vollkommen unvorbereitet. Ich dachte, „den Tiger zu reiten“ würde bedeuten, zu trauern, Schwierigkeiten zu überwinden. Und jetzt das. Einmal auflösen, wegbeamen, Teile des Körpers verlieren, der Identität und anfangen neu zusammenzusetzen. Keine Ahnung, was geschieht, was dabei rauskommt. „Ich bin dabei, du bist dabei, wir sind dabei uns zu verliern.“

1986. Es ist lange her. Aber ein Gefühl ist abrufbar. Die Kassette ins Autoradio. Dreieck gedrückt. Start.

Kusmi Tea DETOX

Ich bin gerade auf dem Schlankheitstrip. O.K., O.K., man könnte sagen im Wahn. Nun, man muss die Möglichkeiten nutzen, die sich ergeben. Und ich muss sagen, es macht Spaß. Sich leicht und fit zu fühlen. Einige Kilo weniger spüre ich bei jedem Schritt. Ballast, der fehlt. Wie ich gestern schon geschrieben habe, war ich am Samstag in Köln. Als Fotomodell in einem sehr schönen Pilates-Studio am Rhein. Eine Freundin der Familie, für die ich kürzlich einen Text geschrieben habe und die nun Modells brauchte, um Fotos für ihren neuen Flyer zu haben. Alles sehr professionell. Super Fotograf mit komplettem Equipment und so weiter. Wie man sich das vorstellt. Allerdings wurde ich letztlich nur mit Maske auf dem Gesicht fotografiert. Bei der Sauerstoff-Therapie. Höhentraining. Alles High-Tech.

Das Studio ist sehr nobel eingerichtet. Alles in hell und mit Blick auf den Rhein und tolle Ausstattung und diese sehr ästhetischen Pilates-Geräte. Es ist schon lustig, dass ich gerade so viel mit Sport zu tun habe. Vor zwei Wochen habe ich meinen lieben Freund Armin in Stuttgart besucht. Der musste samstags in seiner Sportschule arbeiten und so habe ich am Tagesseminar „Welcher Muskel macht was?“ teilgenommen. Inklusive aller Praxisanwendungen. Will das Schicksal mir etwas sagen? Habe ich etwas vernachlässigt? Egal, Hauptsache es macht Spaß. Im Pilates-Studio habe ich einige Pilates-Übungen kennengelernt und gespürt, worauf man achten muss. Was anders ist. Sehr interessant. Ein sehr feines, genaues Training, das ganz gezielt einzelne Muskeln und Muskelpartien trainiert.

Also kam ich am Samstag in Köln an und wurde mit einem Tee begrüßt. Derzeit trinke ich viel Tee. Auch wenn ich mit Freunden unterwegs bin. Keinen Tropfen Alkohol. Auch das: Besser geht’s nicht. Mir tut das Zeug nicht gut. Es macht mich am nächsten Tag benommen. Ohne ist die Klarheit im Geiste deutlich größer. Ist ja nun auch mal ein Nervengift, dass in unsere zentralen Abläufe eingreift und Teile lahmlegt und verändert. Herrje, jetzt werde ich zum Moralapostel. Sorry. Is immer schlimm mit den Leuten, die wie ich gerade so etwas machen und dann total begeistert sind und zu Botschaftern der guten Sache werden und es besser wissen und den anderen ins Leben reinreden. Bitte nehmt das hier als Momentaufnahme und fühlt euch weiter wohl mit allem, was ihr tut. Alles ist gut. Für mich gelten gerade etwas andere Regeln. Ich spinne gerade. Grins.

Kommen wir also endlich zum Thema: Der Kusmi Tea DETOX. Ihr seht oben auf dem Foto dieses kleine Schildchen am Ende des Beutels aus Stoff (!). Ich gebe zu, allein als ich den Beutel gesehen habe, war ich schon begeistert. Paris. 1867. Das sah so schön aus, wie dieser noble Beutel an der Oberfläche schwamm und langsam das Aroma abgab. Ich dachte dennoch zunächst: Hm, is vielleicht ein wenig stylish übertrieben. Das ist jetzt so Yuppie-Zeugs von wegen Paris und „leider teuer“ und so. Dann jedoch musste ich meine Meinung revidieren. Wie gesagt, in letzter Zeit habe ich ganze Teeplantagen leer getrunken und den Weltmarktpreis drastisch beeinflusst. Normalerweise trinke ich Yogi-Tee, der schon sehr lecker ist.

Aber. Aber. Aber. Dieser Tee, der ist eine class of it’s own. Totally. Absolutely. Ich habe einen Schluck getrunken und meine Sinnesorgane im Mund schlugen Alarm. Unbekanntes intensives Geschmackserlebnis. Mehr. Mehr. Mehr. Ich habe den Tee dann sehr langsam getrunken. Auf dem Balkon in der Sonne. Und ich muss euch sagen, das war eine sehr intensive Tasse Tee.

Ursprünglich kommt Kusmi Tea aus Russland. Eine lange Geschichte, die ich irgendwo im Internet gefunden habe. Von einem kleinen Jungen, der beginnt, in einem Teeladen zu arbeiten und der dann irgendwann einen Teeladen geschenkt bekommt und eine Teemischung für seine Tochter kreiiert, um später vor irgendwelchen politischen Wirren nach Paris zu fliehen. Da die Franzosen alles, alles, alles, was den Gaumen verwöhnt, aufsaugen, integrieren, einkulturisieren, war der Kusmischarewitsch oder so ein gemachter Mann und seine Entwürfe munden noch heute. Tee mit Story.

Gestern habe ich mir dann DETOX – also Entgiftungstee, weil heute ja alles immer eine zusätzliche Funktion hat, eine App ist – bestellt und warte nun sehnlichst auf das Eintreffen der Lieferung. Kann dauern: Pferdewagen in Paris beladen, all die Poststationen, die Grenzüberschreitung. Zu den Kosten: 20 Beutel werden mit 11,60 € berechnet. Also schon eher Luxus. Aber einer, der nachhaltig wirkt. Auf den Gaumen. Yogi-Tee kommt mir gerade etwas labberig vor. So ein Mist aber auch:)

P.S. – das Foto ist mit dem Beutel entstanden, den ich bei Abreise in Köln geschenkt bekommen habe. Und: Ich bin jetzt gleich bei einem Kunden, werde also eventuelle Kommentare erst spät beantworten. Sorry.