Esoterik ist dem Spiegel ein Graus. Die streng materialistische Grundeinstellung verbietet die Akzeptanz von allem, was nicht ins Bild passt. So kämpft das Magazin gegen Homöopathie und auch gegen Waldorfschulen. Anfangs dachte ich, das wären journalistische Ausrutscher, jetzt zeigt sich, die Hamburger Redaktionen von Spiegel und Spiegel Online haben sich den Kampf dagegen auf die Fahnen geschrieben.
Wo es eine Möglichkeit gibt, die Homöopathie als Spinnerei und Placeboeffekt abzutun, da schlagen die Hamburger zu. Jüngstes, wirklich peinliches Beispiel ist die Unterstützung einer Kampagne der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaft e.V. Da haben sich im Rahmen eines Aktionstages „Aktivisten“ den kompletten Inhalt von Fläschchen mit Globoli vor laufenden Kameras in den Mund geschüttet, um medienwirksam zu zeigen, dass Homöopathie Scharlatanerie ist. Der Spiegel ist dabei, dreht ein Video und der Sprecher Benjamin Braden bemerkt am Ende mit überheblich süffisant lächelnder Stimme: „Damit die Kügelchen wirken, muss man wahrscheinlich einfach dran glauben.“ Den Satz hat ihm die Spiegel-Autorin Leila Knüppel in den Mund gelegt, die seit 2010 bei Spiegel Online ist. Redaktion Multimedia. Ah.
Im Bericht versucht die Wissenschaftsjournalistin Julia Offe als Vertreterin der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaft e.V. die Homöopathie lächerlich zu machen. Ihr Argument: Da ist nichts drin, kein Molekül des Wirkstoffes, also kann das nicht helfen. Sie ist von Hause Biologin. Muss sie sich ja auskennen. Müssen Moleküle drin sein, sonst ist da ja nichts. Ende Denken. Vor laufender Kamera betont sie dann: „Süß. Ganz lecker. Könnte man so auch übers Eis streuen.“ Da ist die Rede von klinischen Studien, in denen die Homöopathie ihre Wirksamkeit nicht nachweisen müsse. Der Spiegel betont dann auch im flankierenden Bericht, dass hier eher der Placeboeffekt wirke. Komplett überzeugt. Homöopathen, Heilpraktiker, Anwender – alles Spinner, die sich was einreden.
Spiegel Online? Niveau? Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaft e.V.? Sorry, aber das ist absolut nicht seriös. Und ziemlich arrogant. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen – auf Stammtischniveau. Das ist er, der Spiegel Online Textschrubber-Journalismus. Selbst der Kölner Stadtanzeiger ist mit dem Thema deutlich sensibler umgegangen und hat sich nicht, wie Spiegel Online, lustig gemacht. Da wurde zumindest offen gelassen, ob Homöopathie wirke. Ich verfolge es seit geraumer Zeit, dass ein Kesseltreiben herrscht, eine Jagd auf die „Gutmenschen“, auf die Esoteriker, die Andersdenkenden – der Spiegel und Spiegel Online scheinen sich da gemeinsam mit dem Fokus ganz vorne positionieren zu wollen. Die Fokus „Fakten, Fakten, Fakten“ halten Einzug.
Meine Meinung: Homöopathie wirkt. Das sage ich aus eigener Erfahrung und aus der Erfahrung eines Vaters, der seine Kinder mit homöopathischen Mitteln behandelt. Seit 14 Jahren. Nur ist es so, dass Homöopathie ganz anders eingesetzt wird als klassische Medikamente. Viel filigraner. Kein Antibiotika, das einfach alles umhaut. Ist natürlich viel einfacher zu denken. Und die Mechanismen sind viel klarer: Krankheitserreger, Antibiotika, Krankheitserreger tot. Klar.
In der Homöopathie gibt es nicht ein Mittel, das immer gegen eine Krankheit hilft. Bei allen. Deshalb kann es auch keine klinischen Studien geben, wo man 1.000 Probanden tausend Mal ein Mittel gibt und schaut, was passiert. Herauszufinden, welches Mittel zu wem passt, dauert ewig. Das passt natürlich nicht in die Zeit und die allgemeine Denke. Ja und tatsächlich, da muss man auch nachfühlen. Vollkommen unwissenschaftlich. Wissenschaft ist eine super Sache, absolute Wissenschaftsgläubigkeit ist Scheuklappendenken. Für den Spiegel scheint es zu kompliziert zu sein, sich da tiefer einzuarbeiten und die ausgelatschten Wege zu verlassen. Weshalb? Was ist da beim Spiegel los? Ich weiß es nicht…





