Im Westen nichts Neues

Straßenlaternen_red

Es schneit. Sach ma. Das hatte ich mir definitiv anders vorgestellt. Ich muss es zugeben, ich bin absolut leichtgläubig und leicht manipulierbar. Worte sind für mich dann doch Wahrheit, obwohl ich immer denke: Nur Worte. Ja, denkste.

Irgendwer hatte gesagt: Diesen Winter kommt kein Schnee. Auf den fahrenden Zug bin ich freudig draufgehopst, hab mich wie ein windelgewickelter Schneekönig gefreut und habe mich ganz schön umgesehen, als es dann passierte. Ich meine, vor kurzem noch, nur kleine Wochen her, da hingen Blätter an den Bäumen. Bis zum Schluss in Grün und schönem leuchtendden Gelb. Ich hatte da Fotos gepostet, also auf eure Bildschirme gepappt. Putsch.

Und nune? Hab ich den Salat. Rumgegurke auf Streusalzkompromissen. Dieses Jahr ist das komisch. Die Salzstreuer wollen nicht so richtig. Vielleicht haben die aus Versehen das teure Himalaja-Salz genommen und nun dürfen se nich. Also sehr sparsam. Was ordentlich Schneematschepampe bedeutet. was wniger Spaß macht als feste Schneedecke, die den reifen sogar mehr Halt gibt. Vielleicht wollen die nicht gleich zu Beginn alles rauspulvern. Streuen scheint dann doch auch eine sensibel mentale Sache zu sein. Im März würde es heißen „alles muss raus“. Ja, im Februar würden sie schon rufen „un fot domit, der Prinz kütt.“ Kamelle.

Am Freitag will ich nach Stuttgart. Es soll warm werden, heißt es. Hörensagen. Hatte ich das nicht zu Beginn dieses Textes? Dieses Mal weiß ich, wer es gesagt hat und wen ich zur Rechenschafft ziehe. Rächenschaft mit ä. Uah. Ist nämlich alles ganz schön unkomfortabel, wenn man dauernd Schnee schüppen, Autos befreien und frieren muss. Bibber. Gerade helfen keine Tricks. Das Schönreden geht mir schlecht von den Lippen. Ich werde üben… Muss doch hinhauen mit dem strategischen Selbstbelügen. Schönen Abend euch. Macht es euch kuschelig-warm-gemütlich. Rutscht zusammen, haltet euch, wärmt euch, schenkt euch lächeln, lachen, Kinder. Sagte ich Kinder? Ist mir so rausgerutscht. Wo kam der denn wieder her? Egal. Wenn’s sein soll, auch das.

Mit Henrik Schwarz auf fester Schneedecke unterwegs

Bin gerade viel unterwegs. Mit dem Auto. Hierhin, dorthin. Während ich so fahre, versuche die Kiste auf der Straße zu halten, weil alles ziemlich rutschig ist und die Schneeräumer die Sache irgendwie recht entspannt angehen lassen, höre ich Musik.

Musik von. Ihm. Meinem momentan neuen Favourite. Dieses Jahr haben sich ja schon einige die Klinke in die Hand gegeben. Die CDs stapeln sich in meinem Zimmer. I’m listenig to the worlds music. There are so many people. Sehr viele, die es drauf haben. Gerade habe ich ein Dejavu – als hätte ich diese Szene mit diesen Gedanken und dem, was folgt schon einmal erlebt. Gehirnquuxquax. Egal. Fehlschaltung.

Henrik Schwarz. Musiker und DJ. Elektroszene, in die es mich verschlagen hat. Weil mich da jemand versorgt. Das macht mich glücklich, wenn sich Menschen rührend um mich kümmern und Dinge mit mir teilen und mir gutes tun. Geschenke des Lebens. Immer und überall. Von wegen der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Nix da. Der Mensch ist dem Menschen ein Weihnachtsmann. Eine Weihnachtsfrau.

Auf jeden Fall habe ich jetzt eine Henrik Schwarz CD mit 23 sehr unterschiedlichen Tracks, die eine ziemliche Bandbreite darstellen. Gestern habe ich eine Klarinette gehört, ein Saxophon, ein Fagott, eine Oboe? Und dann klang es wie James Brown und plötzlich ein Schuss Reggae. Bob Marley. Alles verarbeitet. Heiner Müller sprach immer von Material.

Jetzt habe ich noch 10 Minuten. Dann ist es 00 Uhr und ich muss pennen, weil der Wecker wecken wird. Unmissverständlich. Bin spät dran. Eis, Schnee, Fußball, Haushaltsdienste von Holz hoch holen bis Spülmaschine. Natürlich muss ich euch noch einen Song präsentieren. Das ist nicht so einfach, weil die Bandbreite breitband ist. Ganz breit. Ich habe mich auf youtube durchgehört und für einen elektrisch minimalistischen Track mit Jazzelementen entschieden. Den hat er zusammen mit Bugge Wesseltoft aufgenommen. Sind ja immer Projekte und jeder mit jedem. Tatsächlich leben wir in freakigen Zeiten, wo schon lange nichts mehr so ist wie früher und es wird rasant weniger, was ja auch gut ist, es sei denn, man gehört zu den nostalgischen Melancholikern – wer tut das nicht, manchmal. Hier also „Leave My Head Alone Brain“, was ich mir auch manchmal wünsche.

Ein Wort zu den Fotos noch. Oben, das war das Abendrot von meinem Schlafzimmerfenster aus gesehen. Vorgestern. Leider hat mir jemand die Kamera weggenommen, ich hätte da gerne noch mehr. Egal. Hatte ja recht. Ich muss nicht immer fotografieren. Wird man süchtig von. Aber geht halt nicht immer, nicht fotografieren. Den Baum hatte ich vormittags in der Mittagssonne – Highnoon – getroffen. Der sah im Gegenlicht so fantasymäßig aus.

Ich wünsche euch einen schönen Dienstag. Bleibt auf der Straße. Fahrt langsam. Heute Morgen auf meinem Weg zur Arbeit war direkt hinter dem Dorf ein 7,5 Tonner in der Kurve geradeaus in den Wald gefahren. Und Tschüss. Kleine Böschung runter, eingeparkt. Dem Fahrer war nix passiert. Später stand ein Kleinwagen leicht verdreht in einer Böschung mit Felskontakt. Sah auch nicht gut aus. Manchmal ist das Leben einfach kein Ponyhof, sondern ein schöner, großer Pferdehof. Also. Ergo. Manjana.

What a wonderful world…

Heute Morgen bin ich schon den Engeln begegnet. Dem Erzengel Michael im Stall, der im einfallenden Sonnenlicht und mit dem kleinen Bullen Buffi wie eine Krippe wirkte. Danach traf ich seine Frau Angelika, die mir vom Mondlicht heute Nacht erzählte. Von den Sternen, die auf die weißen Flächen leuchteten. Und heute Morgen hat sie oben auf den Hügeln die Sonne aufgehen sehen. Alles leuchtete Orange. Sie war, jetzt noch, ergriffen.

Hier herrschen gerade paradiesische Verhältnisse. Die Temperaturen sind auf Minus neun Grad gefallen, die Sonne scheint, am Himmel nur ein paar Wolken. Herr Cooper und ich haben uns mit der Kamera auf den Weg gemacht und haben erst Michael getroffen, der uns seine Kuh Alma und deren kleinen Bullen zeigen wollte. Ich rieche jetzt noch schön nach Stall. Was für eine Atmosphäre. Die Sonne fiel durch die Milchglasscheiben, alles, Sättel, Halfter, Führstricke hingen an ihrem Platz. Es herrschte Ruhe, ausgestrahlt von den Tieren, die keine Hektik kennen. Sehr schön.

Ich habe fotografiert. Und danach bin ich hoch auf die Weide, in die Schneelandschaft. Der kleine umgekippte Baum im Sonnenlicht. Reitet ohne mich weiter. Herrlich. Wunderbar. Klick. Klick. Klick. Ich weiß nicht, wie oft. Konnte mich gar nicht satt sehen. Nun sitze ich hier und schaue und gucke und wähle aus und bearbeite und müsste eigentlich putzen. Drückeberger und Co. KG. Kommt. Keine Sorge, Ela. Kommt. Mach ich. Die Bude wird glänzen wie der Schnee draußen. Naja, fast.

Pleeaaseee, help me…

Help me, if you can…

Ihr Lieben, heute mal ein Beitrag in eigener Sache. Ich, beziehungsweise der fiftyfiftyblog, könnte eure Hilfe gebrauchen. Weil ich in letzter Zeit ziemlich mit Arbeit und monetärem Texten beschäftigt bin, gerät die Blogpflege ein klein wenig in den Hintergrund. Wie ihr wisst, ist im Leben alles gerankt. Der Mensch neigt dazu, Noten auf Beliebtheitsskalen zu vergeben. Wer sehr beliebt ist, wird bevorzugt. Zum Beispiel von der Firma Google.

Gutes Ranking, mehr Besucher, die vorbeigeschickt werden. Das ist wie mit einem Restaurant, das empfohlen wird. Müsst ihr unbedingt mal hingehen. Google schaut also permanent, wer so ein gutes Restaurant sein könnte, das empfohlen wird. Sprich: Wer wird bei einer Googlesuche als erster, zweiter, dritter Treffer angezeigt. Da hat es so ein Nischen-Blogprojekt wie der fiftyfiftyblog nicht ganz leicht, weil eigentlich permanent SEO, Search-Engine-Optimization, betrieben werden müsste. Das heißt, an den über 200 Rädchen drehen, die Google nutzt, um die Beliebtheit festzustellen.

Ein besonderes Thema sind Links. Google guckt, wer wie oft verlinkt ist. Aber nicht nur das. Google guckt, wie oft eine Seite von wichtigen anderen Seiten verlinkt ist. Unter anderem. Die Wichtigkeit einer Seite spiegelt sich zum Beispiel im Google Pagerank wieder. Der wird auf einer Skala von 0 bis 10 wiedergegeben. Spiegel Online hat 8, facebook 10 und der fiftyfiftyblog 3. Hätte gerne 4. Dazu braucht es Links. Also Seiten, die den fiftyfiftyblog in den Augen von Google empfehlen. Denn nur, wenn jemand eine Seite gut findet, verlinkt er sie auch. Unter anderem.

Leider bekomme ich keine Links von Spiegel online, was natürlich sehr helfen würde. Dann wäre der fiftyfiftyblog geadelt und direkt in einer anderen Liga. Haut nicht hin. Genauso gut ist es aber, viele andere Links zu bekommen. Hier nun also mein Wunsch und meine Bitte: Weil ich es gerade selber nicht schaffe, den fiftyfiftyblog aktiv zu verlinken, möchte ich euch bitten, das zu tun, sofern möglich. Dabei ist es so, dass ich nicht zurückverlinken kann, was natürlich gerecht wäre, aber dann wertet Google den Link nicht, weil Mauschelei angenommen wird. Profaner Linktausch, der keine Empfehlung ist, sondern der Versuch, die Google „Beliebtheitsskala“ zu manipulieren.

Ihr seht, das Überleben im Netz ist nicht ganz so einfach, vor allem, weil viele SEOs unterwegs sind (das sind so Nerdvögel, die nachts wie die verrückten Geräusche machen und überall rumtippen), die professionell an den Rädchen drehen. Permanent, um Profiseiten, die verkaufen wollen, nach vorne zu bringen. Da kommt so ein kleiner fiftyfiftyblog schnell unter die Räder und geht unter. Möchte ich nicht, weil der fiftyfiftyblog frisch bleiben soll und mittendrin mitmischen will. Mir ist es wichtig, meine Texte und Fotos als Impulse in die weite Runde zu geben. Als Inspiration, vielleicht.

Also wenn ihr die Möglichkeit habt, auf den fiftyfiftyblog zu verweisen, wäre das schön. Natürlich kein Muss und selbstverstandlich weiß ich, dass ihr nicht alle Seiten habt, wo das möglich ist und viele den Blog auch schon verlinkt haben. Aber vielleicht könnt ihr Empfehlungen aussprechen. Wäre nett. Der Blog, Ferr Cooper und ich sagen auf jeden Fall Danke.