Iron Sky – Besuch von der dunklen Seite des Mondes!

Hm. Eine Nazikomödie. 2018. Amerika hat alle Finanzkrisen überlebt und irgendwie Kohle für eine neue Mondmission zusammenbekommen. Das ist ja schon mal ziemlich unglaubwürdig. Science Fiction halt:) Egal. Und Action. Was sehen die Männer in ihren coolen Mondanzügen mit Amerikafahne auf dem Ärmel da oben? Es lebt. Mensch. Ja, Kreaturen wie wir. Fast. Ein klein wenig. Mit der Unart, die flache Hand gen Himmel zu recken und permanent Scheiße zu blubbern. Nazis. Kacke.

Manchmal glaubt man ja wirklich, die sind überall. Und natürlich wünsche ich sie auf die dunkle Seite des Mondes. Sollen sie doch dort ihre Wehrsportübungen abhalten und mit Fackelzügen an was weiß ich wen erinnern. Und einfach vertrocknen. Nur: Ein kleiner Haken. Mit Kreuz. Aktuell geschieht es genau anders herum. Sie kommen. Wie Falco singt: Jeaney, sie kommen dich zu holen!

Die Nazis are back in town. Da gibt es diesen verrückten Finnen. Wahrscheinlich gibt es nicht nur einen verrückten Finnen. In einem Land, in dem die Sonne schon mal verrückt spielt und Regisseure wie Aki Kaurismäki aus dem Boden wachsen, da ist die Wahrscheinlichkeit groß, etwas anders als andere Kinder zu sein.

Timo Vuorensola. Der Iron Sky als finnisch-deutsch-australische Koproduktion realisiert hat. Der im Netz mit seiner No-Budget-Saga „Star Wreck: In the Pirkinning“ für Furore gesorgt hat. Momentan kommt alles irgendwie aus dem Netz. Creativity is online. Die Magie des Moments trägt Pixel im Gewand. Real, virtuell wird eins. Das Web gibt den Takt vor, den Schritt, zieht. Entwirft. Visionen, Veränderung im Speedflug. Anderes Thema.

Der verrückte Finne also lässt die Nazis auferstehen. Tatsächlich aus der Erde der dunklen Seite des Mondes. Zu Klängen von Laibach. Uaaah! Was ist das? Eine Komödie. Heißt es. Science Fiction, so sieht es aus. Ein Himmels-Ego-Shooter-Spektakel im Hakenkreuz-Format mit Starbesetzung: „Mit spektakulären Effekten und atemberaubenden Designs realisiert, begeistert die finnisch-deutsch-australische Koproduktion mit ihrer verrückten Story, wilder Action, respektlosem Humor und einem großen Starensemble, zu dem Julia Dietze („1 ½ Ritter“), Götz Otto („James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie“) und Leinwandlegende Udo Kier („Melancholia“) gehören. Die Filmmusik stammt von der Industrial-Band Laibach.“

Ich hatte gedacht, nach Quentin Tarnatinos genialen „Inglourious Basterds“ wäre Schluss (Oh, Brad!). Hitler and the Ratpack in Paris abgefackelt. Nazis als Looser, als Idioten und Opfer. Gedemütigt, gekillt, der Lächerlichkeit preisgegeben, gebrandmarkt mit in die Stirn eingeritzten Hakenkreuzen. Und nun erstehen sie wieder auf. Haben 70 Jahre gewartet um mit Sprüchen wie „Die Welt ist krank und wir sind ihre Heilung“ zu nerven. „Wir sehen uns in Walhalla.“ Alle Klischees da. Die komplette Verblendung hochgeheizt. Erzählt zumindest der Trailer. Es kracht, es spricht, es fighted, es erkennt, es lernt, es rettet. Bin auf das Ende gespannt.

Werde ich mir ansehen, dieses Himmelsspektakel. Nicht alleine, da brauche ich eine gute Hand an meiner Seite. Halten.

7 Antworten auf „Iron Sky – Besuch von der dunklen Seite des Mondes!“

  1. Hallo Jens,

    nee, so ein Krach-Bumm-Bang-Geschieße ist nichts für mich, ob nun mit oder ohne Hakenkreuz & Co. Da empfehle ich lieber „Die Frau in Schwarz“ mit Daniel Radcliffe, leicht horrormäßig – ohne Blut.

    LG
    Annegret

  2. Hi Annegret,

    ich denke, das sagen viele. Ich bin gespannt, was dieser verrückte Finne auf die Beine stellt. Bei „Türkisch für Anfänger“ war ich auch pseudointelektuell voreingenommen. Einfach andere Sachen ausprobieren. Gucken. Ich werde sehen. Und Action…

    Liebe Grüße

    Jens

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