Futschikato, Mr. Moon.

Der See_red

Morgen geht die Welt unter. In der Agentur haben sie gelästert. Welcher Idiot lässt die Welt an einem Freitag untergehen? Vor dem Wochenende? Hätte man das nicht auf Montag legen können?

Guter Gedanke. Hätte man schöne „Niemals geht man so ganz“ Partys machen und Abschiedskaffeetrinken oder Weltendevorbereitungskurse organisieren können. Noch mal richtig auf die Kacke haun, bevor es bergab geht. Im Orkus. Der liebe Gott drückt die Stopptaste, die Spültaste und dann geht es rund und Abfluss und weg. Unterwegs als Partikel im All. Was bitte schön wird aus dem guten alten Mond und seiner Umlaufbahn? Hat sich da mal jemand Gedanken zu gemacht? Was soll der umlaufen, wenn der blaue Planet ein schwarzes Loch hinterlassen hat? Da wird der Mann im Mond gucken und sich nen neuen Job suchen dürfen. Oder mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen. Futschikato, Mr. Moon.

Die Majas haben also eine neue Zeitrechnung. Trifft sich gut. Ich auch. Tatsächlich ist 2012 die Welt ein wenig untergegangen. Und neu entstanden. Das denke ich gerade. Alles so schön bunt hier, so neu, so anders. Verändert. Das Denken, das Tun. Meines.

Es geht auf Weihnachten zu. Ein paar ruhige Tage, auf die ich mich freue. Wir werden hier als Familien-Lebens-Wohn-Arbeitsprojekt feiern. Jens wird hier sein, am zweiten Weihnachtstag kommen die Mütter. Familie 2012. Anders.

Jens hat hier schon guten Wein aus seinem Keller deponiert. Die verheißungsvollen Etiketten singen Trinklieder vom Küchenschrank herab. Vornehm, angenehm. Die Welt geht doch nicht unter. Im Gegenteil. Sie geht gerade erst auf. Wie schreibe ich immer? Es passiert so viel. Schön, dass ich nun ein wenig Tempo herausnehmen kann. Das schnelle Laufen macht ein wenig atemlos. Gleichzeitig schüttet es Glückshormone an Highlightjunkies aus. Morgens sitze ich im Auto, fahre am See entlang zur Arbeit, um Konzepte zu entwickeln mit den anderen in einem Boot. Das macht Spaß und ist sinnvoll.

Während der Fahrt höre ich Musik, schippere am See vorbei. Zehn Kilometer Wasser. Und spreche mein Mantra. Om bensa sato samaya… 100 Silben. Immer wieder. Über mir etwas, unter mir etwas. Dazwischen der reinigende Fluss, der mitnimmt, ordnet, streichelt. Gedanken auflöst, gehen lässt. Beruhigt, konzentriert, zuspricht. Das ist gut. Alles ist gut. Habe ich euch das schon gesagt? Den Trost, den ich spenden wollte, bin ich doch noch los geworden. In anderer Form. Geht doch. Man muss nur wissen, was man will. Und das: Dann tun. Fühlt euch umarmt, bevor wir dann morgen… Weiß jemand, wann genau?

9 Antworten auf „Futschikato, Mr. Moon.“

  1. Hallo Jens,

    schön, daß es bei Dir mit dem Trösten doch noch geklappt hat! Den Humbug mit dem Weltuntergang – nein, danke – da kann ich nicht mitziehen. Bloß weil da irgendwo irgendwas prophezeit wird … ne, ne, ne.
    Was habt ihr denn für einen schönen See vor der Haustür? Sieht gut aus, das Foto und der See.

    Ich hoffe, daß Du trotz sehr aufregendem, explosivem Jahresverlauf 2012 ein schönes Weihnachtsfest genießen kannst. Wenn auch anders. Man muß sich den Änderungen stellen, um nicht von ihnen überrollt zu werden.

    LG
    Annegret

    1. Hi Annegret,

      irgendein Weg findet sich dann doch immer. Kompliziert, manchmal.

      Der See ist der Biggesee. Zwischen Olpe und Attendorn. Der See ist wunderschön und täglich anders. Ich fahre an ihm vorbei, sehe dauernd wechselnde Bilder und möchte nur fotografieren, kann aber nicht anhalten. Im Berufsverkehrstrom unterwegs.

      Nein, nicht überrollt. Die Welle geritten, sage ich jetzt mal. Alles gut. Unterm Strich ein positives Ergebnis. Es ist besser als vorher, auch wenn viel Gutes weggefallen ist. Es ist Neues hinzugekommen. Ein Kreislauf. Rad des Lebens.

      Liebe Grüße

      Jens

  2. Na ja, zu doof, dass die Maja vergessen haben weiter zu rechnen. Die Berliner Kneipe in der wir gelegentlich deftig heftig berlinerisch essen macht eine Weltuntergangsparty. Auch gut. Bye, bye Welt, war nett bei Dir.

    Moment mal sind die Etikette auf de Küchenschrak und die Flaschen mit dem Wein im Keller? Hmmm…. irgendwas geht da nicht :-). Es geht übrigens nichts über ein schönes Weinlied. Heimweh nach der Pfalz mit ihrer unkomplizierten Art zu leben.

    Hab einen schönen dritten Advent, Du und Deine Familie samt allem, das dazu gehört.

    Herzlich
    Gitta

  3. Hi Gitta,

    danke. Wünsche dir auch einen schönen Advent. Keller? Küche? Kirche? Kinder?

    Also: Den Wein AUS dem keller geholt und IN die Küche gebracht, um ihn dort auf den Schrank zu stellen.

    Liebe Grüße

    Jens

  4. Lieber Jens,

    wann genau… nö weiß nicht… vielleicht ist ja nur, dass der Weltenlauf wie wir ihn kennen nun in eine andere Richtung geht?! ;-) Wir im Westen neigen ja gerne zur Dramatik… dabei hatten wir ja im letzten Jahrhundert schon ein paar untergegangene Welten fabriziert. Jetzt dürfen mal die anderen auf der anderen Seite der Erdkugel, vielleicht gelingt denen mal zur Abwechslung mal was Schöneres. :-)
    Dir und den Deinen wünsche ich einen schönen, friedlichen, kuscheligen, süssen und knusprigen 4. Advent!
    Viele liebe Grüße,
    Danièle

    1. Liebe Danièle,

      hier ist es twar reichlich finster und ungemütlich und tatsächlich könnte die Szenerie für einen Weltuntergangstag gar nicht besser sein. Aber, es tut sich nix. Nix wackelt. Nun hab ich keine Erfahrung mit physischen Weltuntergängen, die anderen sind mir wohlbekannt, und so harre ich der Dinge, die da kommen, sitze hier mit meinber Sicherheitskappe am Schreibtisch und arbeite bis zur letzten Minute. Von nix kommt ja nix.

      Die andere Seite der Erdkugel. Neuseeland. Die beglücken mich immer – allein mit ihrer Anwesenheit.

      Dir auch einen schönen, schönen 4. Advent.

      Herzliche Grüße

      Jens

  5. Lieber Jens,

    die Welt steht! Noch! Und bevor sie untergeht (oder auch nicht) wollte ich dir und deiner Familie ein entspanntes Weihnachtsfest wünschen, ganz so, wie ihr es euch
    selbst wünscht… Und für 2013? Was wünscht man da? Gesundheit… das ist immer gut. Aber sonst? Sonst wünsche ich dir (und uns) weiterhin soviel kreative Kraft, um diesen Blog am Leben zu halten! Denn auch als stiller Leser erfreu ich mich immer wieder an deinen Texten!

    Also von Herzen alles Gute für dich
    Claudia

    1. Liebe Claudia,

      schön, von dir zu hören. ich hoffe, dir geht es gut und ich freue mich, dass du still mitliest. Dann habe ich dich nicht verloren.

      2013? Wenn wir den heutigen Tag schaffen, ist alles drin. Ich werde 2013 sehr viel arbeiten und mein Leben weiter verändern. Am Ende der nächsten sieben Jahre wird ein anderer Jens Schönlau stehen. Im Jahr 2019 sind meine Kinder 20 und 22 Jahre alt. Ich selbst werde 54 sein. Ich wünsche mir, dann Frieden und einiges geregelt zu haben. Vielleicht habe ich dann eine Partnerin, mit der ich zusammenlebe. Wo auch immer. Es ist alles ziemlich spannend, weil der weg offen ist. Momentan lege ich an, schlage Richtungen ein. Für 2013 wünsche ich mir, gute Entscheidungen zu treffen für die Zukunft, den Weg gut zu bereiten.

      Der Blog wird 2013 ein wenig leiden. Schon jetzt ist abzusehen, dass mich der Januar sehr fordern wird. Konzepte, Texte. Es gibt viel zu tun, vor allem in der Agentur. Plötzlich habe ich Verantwortung für Konzepte, Kreationen. Bin eingebunden in Teams und habe Aufgaben zu erledigen, Ansprüche zu erfüllen. Das ist anders. Herausfordernd, spannend. Macht Spaß, manchmal ist es anstrengend, dann leicht. Facetten. Ich merke, dass ich weniger Lebensinput bekomme. Es gibt weniger im Blog zu berichten, weil ich nicht über Arbeit schreiben möchte. Wir werden also sehen, was aus dem fiftyfiftyblog wird. Er mir weiter am herzen und ich werde ihn nicht auslaufen lassen.

      Für dich und deinen Lieben auch alles, alles Gute

      Jens

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