Die große Flatter No. 8

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Eigentlich.

Genau. Kommt es immer anders, als man denkt. Normalerweise. Im Kopf kommt jetzt: Was ist schon normal? Läge ich jetzt in meinem Bett. In der Alten Schule oben. Mit Blick auf den Mühlenberg und durch das Dachfenster über meinem Bett in den Himmel.

Aber nun liege ich hier. Schiermonnigkoog. Noch ein Zimmer für mich alleine. Ich kann laut und schnell tippen. So, wie ich es mag. Zack, zack. Wir sind am Morgen gefahren. 24 h früher. Wir haben das Haus ab heute gemietet, ich wollte keinen Tag verschenken. Urlaub. Friede, Freiheit.

Die Abfahrt war für morgen Früh geplant, aber ich hatte Hummeln im Hintern. Raus. Für ein paar Tage einen Haken dran machen. Jens wollte das auch. Und Jens auch. So haben wir uns heute Morgen auf den Weg gemacht. Ganz früh. Jens, Jens, Jens, Cooper. Männertour. Vorhut. Um 12.30 Uhr die Fähre, ins Haus, Koffer auspacken, Betten beziehen, einkaufen…

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Dann: Uaah. Habe ich mich auf die Couch gelegt. Die anderen auch. Drei Männer, ein Hund, drei Sofas. Und dann hat mich die Sonne gepackt und triebmäßig entführt. Auf Droge, auf Pille. Abflug. Meine Mutter hat immer gesagt: Herr Doktor, wenn der Schmerz nachlässt, dann geht’s. Es ging. Wunderbar. Die warme Sonne und dieses Gefühl. Wenn es abfällt, leicht wird. Special.

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1990. Bretagne. Ich war mit Sandra zusammen. Blonde Locken, sie hatte einen Irish Setter mit Namen Boule (mon amour, ich mochte ihn sehr), ihr Lachen und Lächeln. Wir waren in der Bretagne und schauten uns eine Kirche an. Morbid Katholisch. Menschliche Schädel in Holzkisten in Hausform. Ich weiß nicht mehr, weshalb. Dunkles Chorgestühl. Ich setzte mich, das war irgendwie erlaubt. Oder nicht? Keine Ahnung. Da kam die Sonne. Die Strahlen, der tanzende Staub. Sie fielen auf mich. Magic. Genau dort hin, wo ich saß. Ich schloss die Augen, blinzelte durch das Orange der Lider und flog. Diese moments, wenn alles andere aufhört.

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So lag ich auf der Couch. Niemand störte, fragte, wollte. Himmlisch. Schöne Gefühle. Wir waren dann noch Bier trinken im Hotel van de Werff und nun. Ach. Liege ich hier im Bett, freue mich auf die Kinder und die ganze Mannschaft morgen (dann kommen noch 11) und bin gleichzeitig sehnsuchtsgeplagt. Viveka konnte nicht. Arbeit. Es heißt immer: Man kann nicht alles haben. Doof.

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Wir werden morgen mit den Rädern zum Anleger fahren und die anderen in Empfang nehmen. Großes Hallo mit Kind und Kegel. Ein guter Ort hier. Streichelt Seelen, lässt lächeln, umgarnt. Eine ganze Woche. Luxus. Mit Whirlpool vor der Tür, dem winkenden Leuchtturm nebenan und dem Meer.

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MAC OSX erkennt externe Festplatte nicht

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Ihr habt dieses Problem? Hier kommt ein Lösungsansatz, der bei einigen geklappt hat. Es liegt oft am USB-Stecker. Ihr müsst weder formatieren noch irgendwelche Notsysteme nutzen.

Hat man eine externe Festplatte am Mac, reicht manchmal die Stromversorgung über den USB-Port nicht. Generell würde sie reichen, aber nach und nach greifen die USB-Stecker nicht mehr so richtig. Die sitzen lockerer in der Aufnahme und dann ist der Kontakt unterbrochen bzw. es fließt nicht genügend Strom, um die Festplatte zum Laufen zu bringen. Läuft sie nicht, ist sie für den Rechner nicht vorhanden. Das Ergebnis: MAC OSX erkennt die externe Festplatte nicht.

Ihr müsst einfach dafür sorgen, dass der USB-Stecker wieder besser in den USB-Port passt. Zum Beispiel durch leichtes Zusammendrücken der Steckerspitze. Leicht! Oder durch ein neues, besser passendes Kabel. Passt der Stecker, fließt der Strom besser und kann die Festplatte ausreichend versorgen. Schon gehen die Kontrolllampen an und MAC OSX erkennt die externe Festplatte wieder.

Ich habe darüber schon einmal geschrieben unter einem ähnlichen Titel. Wie mir die Kommentare auf den Beitrag MAC OS X erkennt externe Festplatte nicht. Shit. jedoch gezeigt haben, wurde der Text oft nicht ganz ernst genommen. Deshalb hier noch einmal.

Dass die Methode bei einigen Usern funktioniert (im Forumsdeutsch gefunzt) hat, steht auch in den Kommentaren. Ich erlaube mir einfach, hier einige zu zitieren: „DU bist mein persönlicher HELD!!!!!
Superhammermegageil. ES KLAPPT! Ich freu mich so heftig, dachte ich kann das Teil in den Müll kloppen.
VIELEN VIELEN DANK!!!! Problem gelöst: MAC OS X erkennt externe Festplatte nicht ;) – Nochmal für Google :D“

Oder: „also erst dachte ich mir… mensch der erlaubt sich hier einen scherz… aber dann dachte ich mir , okay schaden tut es niemanden, also hab ich auch meine zähne benutzt und nun naja: ich daaaaaaanke diiiiiiiir! !!!!! Ich wollte allen ernstes den nerds mehr glauben schenken und meine Festplatte formatieren… Gott sei dank hab ich viel spaß an deinem Artikel gehabt und deinen Ratschlag befolgt.
Thanks god“

Ist doch schön, wenn sich Menschen freuen und man weiß, dass sie ihre Fotos und Musiksammlungen nicht wegformatiert haben. Also, ich denke, einen Versuch ist es wert. Viel Glück!

Landleben, Stadtleben, Sterne gucken, Schafe sehen…

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Seit geraumer Zeit verwandelt sich unser vergessenes Landschaftseckchen an der Grenze der Gemeinde, des Landkreises und des Bundeslandes (Rheinland-Pfalz beginnt oben gleich auf der Höhe) in ein von Touristenattraktionen reich gesegnetes Feriengebiet. Plötzlich stehen überall Schilder und verraten einem einiges über Land, Leute, Historie, Flora und Fauna. Aktuellste und für mich wohl auch positivste Maßnahme ist eine hölzerne Liegebank in ergonomischer Ausprägung für mehrere Menschen und mit traumhaftem Weitblick über die Dinge.

Am Wochenende war Viveka da. Sie kam samstags und ich lud sie ein, mit dem Traktor auf die Höhe zu der Bank zum Sonnenunterganggucken zu fahren. Wir tuckerten los mit warmen Jacken und mussten, kaum oben, umkehren, weil wir eine Jacke unterwegs verloren hatten. Dabei drohte dann der Sprit auszugehen und nach dem Wiederfinden der Jacke mussten wir komplett ins Tal zur Tankstelle. Diesel nachtanken. Da haben wir dann gleich im benachbarten Feinkost-Supermarkt ein paar Picknick-Kleinigkeiten eingekauft und haben uns gleich wieder auf den Weg nach oben gemacht. Tucker, tucker. Mit atemberaubenden 25 km/h, die einem ganz anders vorkommen, sind wir den erneuten Aufstieg angegangen.

Da saßen wir nun, wärmend aneinander gekuschelt auf dieser schönen Bank und schauten zum Horizont. Das letzte Abendrot verschwand und die Sterne zogen auf. Hell und groß der Abendstern, die Venus. Riesig vor uns das Sternbild des Orion mit dem Gürtel aus den drei hellen Sternen. Dazu die Lichter der Dörfer.

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Irgendwann wurde es zu kalt und wir mussten fliehen. Tuck, tuck. Am nächsten Tag haben wir dann bei unseren Wiesenüberquerungen eine Schafherde getroffen. Am frühen Abend vom Schäfer eingezäunt. Auch ein schönes Bild, bei dem ich mir einen ziemlichen Stromstoß eingefangen habe. Ich hatte noch die Autobatterie gesehen, die da am Zaun stand. Und gleich wieder vergessen. Und mit dem Objektiv drangekommen und ZACK. Wow. Das hat eingeschlagen. Bums saß ich auf dem Popo, was wohl ziemlich lustig aussah, weshalb Viveka laut lachen musste, weil sie aus der Ferne (wo sie Cooper festhielt, damit die Schafe keine Angst vorm schwarzen Hund bekamen) nicht sehen konnte, dass es mich erwischt hatte.

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Die Schafe hatten also erst mich angesehen, Bums, oh, haben sie sich gedacht, dann fing Viveka an zu lachen und alle Schafe drehten ihre Köpfe zu ihr (inklusive aller exakt waagerecht ausgerichteten Ohren). Schafe sind schon lustige Tiere (etwas Ähnliches haben sicherlich auch die Schafe von uns gedacht).

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Wir hatten also ein schönes Landwochenende. Das mischt sich jetzt immer. Mal Einöde, mal Stadt. Hat beides seine Vorteile. Bin gern hier und bin gern dort, wo es den schönen großen See gibt und Kneipen, die es hier nicht gibt (also nicht so richtig, nicht wirklich zum Ausgehen). Mal wieder über Landleben geschrieben. Ah. Das ist natürlich besonders schön, wenn es warm ist und man lange draußen bleiben kann und sich überall Schauspiele auftun. Wie habe ich das vermisst. Jedes Jahr dasselbe.

Boah, ey – die Next Top-Models…

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Leute! MANN!

Ich meine, das alles so komplett ohne Ausbildung. Wenn du Mofa fahren willst, musst du. Ihr wisst schon. Anträge, Prüfung, Versicherung. Der ganze Kladderadatsch.

Aber Kinder, nö, die kriegste einfach so mit. Entbindung, ab in den Arm und Tschüss und schönen Tach noch. Und dann? Kannste dich daran erinnern, wie Mama und Papa das gemacht haben, probierst rum, liest womöglich total verklemmte Elternratgeber und bist am Ende des Tages auch nicht schlauer. Weil gerade in dem Augenblick, in dem du glaubst, erziehungs- und entwicklungstechnisch die Oberhand zu gewinnen, da sind die schon wieder ganz woanders und du kannst praktisch neu anfangen. Wie bei Mensch-ärgere-dich-nicht. Kurz vorm Häuschen rausgekickt.

Nun bin ich ja schon ein relativ alter Hase in Sachen Kinder aufziehen. Ich habe schon sehr viele Zähne bekommen, also mitbekommen, Kinderkrankheiten in langen Nächten durchlebt, habe das Impfthema intensiv behandelt, die Schulfrage, das Ernährungswesen, Bindewindeln oder nicht und lauter so’n Kram… Habe genügend Tränen erlebt, Einschulungen, Zeugnisse und ja, ach, Kindergeburtstage. Mein lieber Schwan.

Tatsächlich dachte ich, in unendlicher Elternnaivität, ich wäre durch. Prust. Wow. Nun. Es gibt von allem immer die Steigerung. Pubertät. Klar, braucht man nichts mehr sagen, liegt auf der Hand. Aber das ist auch noch nicht alles. Weibliche Pubertät. Der Übergang vom süßen Schnuckelchen über den Teenie zum fraulichen Wesen. WESHALB SIND DA VATERAUSBILDUNGEN BEIM TÜV-NORD MIT ZERTIFIKAT NICHT VERPFLICHTEND VERBINDLICH???

Wie soll man denn da als Mann bestehen? Und: Wie soll man das alles verstehen? Da oben, die LKWs, die da über dem Text erscheinen, die habe ich dort platziert, um männliche Einfachheit auszudrücken. Vier Räder, Kipper, Steinbruch. Alles gut. Kraftvoll, sprengen, bohren, laden. Das ist handfest. Das kann man verstehen, nachvollziehen.

Aber Weiblichkeit? Ich dachte, ich wäre weiter. Bis zum heutigen Tag. Stunde Null. Germanys Next Top-Model. Klum, wumm. Heiliger Termin. Zoe trifft sich mit Ihren Freundinnen hier bei uns, um sich zurückzuziehen. Ich kaufe dann Süßigkeiten und Knabbereien und denke mir, das ist schön für die Mädchen, ziehe mich dann auch zurück und bin froh. Alles easy.

Aber heute. Herrje. Hirnknoten, Verständnisunvermögen. Zwei Autofahrten. Zoe hat donnerstags Klavierunterricht. Der Klavierlehrer wohnt hinter den sieben Bergen und so ist eine Weile im Auto sitzen angesagt. Vier Mädchen an Bord. Hab den Wagen vollgeladen.

Irgendwann habe ich um Gnade gewinselt. Das sind Dinge, die Väter nicht wissen wollen. Wie schnell können Mädchen eigentlich reden? Und wie verstehen die das? Und wie kriegen die das hin mit Simsen, Reden, Kreischen, oh-my-god-Rufen, Haare werfen und ALLES Kommentieren gleichzeitig?

Boah, ey. Und lästern. Puh. Wenn ich das als Junge gewusst hätte… Möchte mir vielleicht jemand so ein englisches Taxi mit Schallschutz-Glaswand zu den Rücksitzen verkaufen? Wie, um alles in der Welt, kann man 15 Minuten über Shampoo reden? Lockenshampoo, Guhl, für fettiges Haar, für blondes Haar… SHAMPOO. Da geht man in den Laden, nimmt so eine Flasche, die möglichst groß und preislich im Rahmen ist und gut ist. Kann man das Fach Shampoo studieren? Ich habe mir einfach mal rausgenommen, Zoes Was ist falsch mit euch? zu zitieren. An keinem Tag meines Lebens habe ich intensiver gespürt, dass Männlichkeit und Weiblichkeit zwei vollkommen verschiedene Dinge sind!

Zuhause rief mich Viveka an und meinte, dass wir nach Klums Modelshow telefonieren könnten. Auch du, mein Sohn Brutus, äh…

Ich brauch jetzt was Handfestes. Ah, da kommt mir der Bagger gerade recht… Hebel, Schaufel, Erde, LKW beladen, Diesel, Drehmoment…

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P.S. Die Fotos sind entstanden, während Herr Cooper und ich durch die Gegend zogen, um auf das Ende des Klavierunterrichts zu warten. Parallel habe ich mit einem alten Freund telefoniert, mit dem ich im Internat Abi gemacht habe – männlicher Support zur Vorbereitung der Rückfahrt. Auftanken! DANKE! Rettung. MENSCH!

Und jetzt die Rumänen…

Focus Seite

Ja Mann, was weiß ich eigentlich über Rumänien? Bilder im Kopf, sonst nix. Dracula, Transylvanien, Pferdefuhrwerke, ein toter Ceaucescu und erzkonservative CSU-Bayern, die mit Rumänen Wahlkampf betreiben. Kohl, Koch, Seehofer. Wie war das damals: Das Boot ist voll. Dann brannten die Häuser. Biedermann und die Brandstifter. Immer schön einheizen und Stimmung gegen Menschen machen und Angst schüren. Des lieben, hart verdienten Geldes wegens, dass dann die anderen in Saus und Braus verprassen. Janos hat da die schöne Geschichte vom Maulwurf und der Grille gemalt, die den ganzen Sommer über gefiedelt hat. Und? Im Winter setzt sie der Hirschhornkäfer (als Hundebesitzer mag ich keine Jäger, die nerven nur und lauern einem auf und sind tiermordende Großkotze mit perfidem Revierverhalten – wie Hausmeister in grauen Kitteln – tu das nicht, tu jenes nicht, des armen Wildes wegen, dass sie dann zum Wohle des Tieres erschießen. Hä? Nun gut, klar, es gibt auch nette Jäger. Aber einige. Vollschuss.) vor die Tür: Hast den ganzen Sommer nur gefiedelt! Nun sieh zu, wie du klar kommst! Und so stapft sie durch den hohen Schnee in dünnen Schühchen. Herrje. Das Mitgefühl ist nicht die Stärke der christlichen Vorreiter! Wie machen die das immer mit ihrem Gewissen und den sonntäglichen Kirchenbesuchen und den folgenden Reden? Ablassbriefe? Beichten? Schizophrenie?

Nun, Thema dieses Beitrages ist ein ganz anderes. Erinnert ihr euch an Den kommen die Polen holen? Da war unser alter Focus im Oktober den Weg des Gerechten gegangen. Also ab nach Polen in die Heimat Wojtylas. Von dem habe ich den Versuch in Erinnerung, Christen, Juden und Moslems zu versöhnen. Mit krummem Rücken nach Jerusalem. Eine seiner letzten Reisen, oder?

Im Oktober hatte Adrian die Kiste aufgeladen und sie mit nach Osten genommen. Der Wagen war alt, hatte den Erdball mehrfach umrundet und durfte sich nun darauf freuen, eine polnische Wellnessfarm für Westkarren zu besuchen. Nun geht es ihm gut, er läuft weiter rund und ist der Schrottpresse noch einmal vom Haken gesprungen. Ich hatte Ersatz besorgt bei einem wunderbaren türkischen Mitbürger, der eine wahrhaft weise Freundlichkeit besaß und mich in zwei Gesprächen mit wunderbarem Mokka beglückte. Das hatte Stil, die Karre läuft, alles gut.

Tja. Mit jenem Auto. Weil wir aber zwei Kisten brauchen und aufgrund unserer familiären Situation mit Liebesverhältnissen in Essen und Köln ziemlich viel rumkommen, hatte nun auch das zweite Fahrzeug – unser Urlaubs-Kinder-Hunde-Familien-Kombi – den Geist aufgegeben. Zwei Turboladerschäden hintereinander. Die erste Reparatur kostete 1.600,00 €. Es stellte sich raus, dass dieses TDCi-Modell motorenmäßig ziemlich kacke konstruiert ist. Falsche Ölleitungen, Hohlschrauben mit Sieben, die sich notorisch zusetzen und den Fordhändlern ganze Armeen von Geschädigten in die Arme treiben. Und nicht nur den Ford-Händlern – das Motorenkonzept ist auch in Citroens und Peugeots verbaut. Irgendwie reingefuckelt in die Karosserie und Turbolader ade wegen nix Öl. Boah, ey. Hals ohne Ende. Mittlerweile bin ich Turbolader- und Ölzuführungsspezialist für Ford Focus 1.6 Liter TDCi-Motoren. Ford hat das einfach mal so laufen lassen und auch das überarbeitete Modell hinsichtlich der Ölversorgung nicht überarbeitet. Das Turbolader-Ableben geht fröhlich weiter. Ford-Händler bestätigen das und arbeiten mit obskuren Vorfiltersystemen, die die Reparatur noch einmal um rund 300 Euro teurer machen. Kommt gut, wenn man schon bei 150.000 km 1.500 Euro für den obligatorischen Wechsel des Rußpartikelfilters gelatzt hat. Bravo! Gut überlegt. Ich denke mal, dass die eine oder andere Familie in Deutschland aufgrund dieser Konstruktions-Weltmeisterleistung schön Zuhause am Baggersee verbringen konnte, weil die kleinen Konstruktionsprobleme das Urlaubsbudget geschluckt haben. Shareholder-Value – Hauptsache die Gewinne stimmen.

Wir fahren jetzt Renault. Das Web hat bezüglich des Motors und des Turboladers mehr Positives als Negatives ausgespuckt. 1.5 dCI. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jetzt waren wir ziemlich blank. Diese Karren fressen einem die Haare vom Kopf. Was will man machen? Landleben. Der Natur so nah, von allem anderen so weit weg. Bis Köln mit öffentlichen Verkehrsmitteln ca. 2,5 h. Für 65 Kilometer. Zur Arbeit nach Attendorn – das wären, wenn überhaupt möglich, sicherlich auch mehr als 2 h. Erst einmal eine Stunde lang nach Gummersbach… Wir waren aber nicht nur blank, sondern hatten auch noch eine kaputte, vom Schrauber unseres Vertrauens zerlegte Schrottkiste am Hals. Ich meine, der Wagen war eigentlich echt super. Ghia-Ausführung mit allem. Elektrisches Glasschiebedach, Klimaautomatik, Sitzheizung, Tempomat, Multifunktionslenkrad, CD-Spieler, Alufelgen, 8-fach bereift, Anhängerkupplung und all so’n Schnickschnack. Bequem, komfortabel. Aber kaputt.

Focus Klima

Da stand er nun und lag mir im Magen. Was tun damit? Der Freund eines Freundes wollte ihn kaufen. Für wenig Geld. Nö. Ich meine, wenn es einen so erwischt hat, hat man nix zu verschenken. Mein Gefühl sagte mir, 2.000 bis 2.400 Euro. Die wollte ich haben. Also fotografiert, abends rein in mobile und los gings. 2.000 hatte ich geschrieben. 5 Minuten, 5 Mails (meine Telefonnummer habe ich nicht reingesetzt). Bei dem Erfolg hab ich gleich den Preis erhöht. 2.400. Weitere Mails. Wieder ein Adrian, ein Toni, ein Tony, ein Dragon und ein Fane. Alle mit der Bitte, doch meine Telefonnummer rauszurücken. Sie selbst hatten als Vorwahl 040. Rumänien. Ich habe zurückgemailt, um mal zu schauen, wer wirklich interessiert ist und wie das mit dem Preis so hinhaut. Angebot und Nachfrage. Bald hatte ich den Preis raus: 2.200. Am nächsten Tag musste ich arbeiten, hatte ein langes Telfonbriefing und die Jungs parallel im Mailaccount. Die ersten hatten dann über meinen Namen meine Telefonnummern rausbekommen und riefen an. Mit Dragon, der den Wagen un-, un- unbedingt haben wollte, hatte ich für die nächsten Stunden einen netten Telefonkontakt.

Nun ist in diesem Business eine gewisse Linie gefragt, sonst versinkt man im Chaos und geht unter. Also schrieb ich mir auf die Fahnen: Jungs, sorry, ich weiß, ihr würdet aus Rumänien kommen, aber es ist so – wer zuerst die Kohle auf den Tisch legt, kriegt den kaputten Focus. Fane mailte ins Briefing. In zwei Stunden hol ich ihn ab. Nachdem das Telefonbriefing dann beendet war, läutete Dragon durch. Und? Ich berichtete ihm von Fane, der bereits unterwegs sei. Dann rief Fane an, dann Dragon. Dragon schwor Stein und Bein, dass er ihn Montagfrüh abholen würde. Zwischendurch sagte mir Adrian, er würde Sonntagmorgen kommen. Ein Hin, ein Her. Dragan war mir, das muss ich so zugeben, am sympathischsten. Er hatte auch das überzeugendste Argument: Ich will den Wagen für mich haben! Tja, das hätte ich auch gerne gesagt…

Es war ein irrer Tag. Als hätten sich alle verabredet, mich gänzlich wahnsinnig zu machen. Meine rumänischen Freunde, Jobs, Mails, Anrufe, Kinder. Hammer. Um 14.30 Uhr dann der Anruf. Sind gleich da. Dragon fragte nach, ob der Wagen jetzt wirklich abgeholt sei? Nein, noch nicht! Ich versprach, mich zu melden. Das versprach ich allen, auch Toni, der 1.450 geboten hatte. Die Ersatzteile seien so teuer, mehr könne er nicht geben. Sorry, Toni, weißt du, das hier ist mit Turboladern und diversen Reparaturen auch kein Kinderspiel.

Die Jungs rollten auf den Hof. Mit Anhänger. Fanes Jungs. Er war nicht dabei. Die beiden begutachteten die Kiste, sprachen kein Wort Deutsch oder Englisch und berichteten alles mobil nach Rumänien. Am Ende dann gab mir der Kleinere mit wichtigem Gesichtsausdruck den Handapparat: Chef Fane. Ja, klar, dann ging es los. Preisverhandlungen. Ich meine, vier Leute wollten die Kiste haben. Habe ich Fane auch gesagt. Du musst nicht. Kommt ein anderer. Er redete vom fehlenden Turbolader, dass er den kaufen müsse und vom fehlenden Reserverad (die Kisten haben heute Reparatur-Kits). Handapparat zurück an die Jungs. Ich blieb stur. Palaver. Gucken. Haube auf, Haube zu. Chef Fane. Turbolader, Reserverad. 100 Euro runter. 50. Nein, 100. MANN! O.K. Kohle bar auf die Kralle, kein Vertrag, Papiere übergeben, aufgeladen und Tschüssikowski. Das war eine Sache der Ehre. Fane konnte vor seinen Leuten nicht das Gesicht verlieren. So was nimmt mir die harte Linie. Geschäfte unter Männern. Wissen, was der andere fühlt. Alles komplett irrational.

Das Aufladen war ein Abenteuer für sich. Den Seilzug mit Altöl geschmiert, tropf. Die kaputte Umlenkrolle mit einem Eisenhebel zurechtgerückt (mein Part). Teamwork. Händedrücke, Lächeln, Abfahrt, Hupen, Winken. Ciao, Jungs. Grüßt mir Rumänien. Mir wurde warm ums Herz.

Telefon. Dragon. Sorry, ist weg. Für wie viel? 2.100 Schweigen am anderen Ende. Geistiges verarbeiten. Was? 2.100? Ich hätte dir 2.200 gegeben. Montag. Konnte er nicht verstehen. Heute ist Montag, ich musste arbeiten und Ela auch. Ich glaube auch nicht, dass das ihre Welt gewesen wäre. Telefonate mit Fane und Dragon und Verhandlungen und Aufladen und… Dragon hat sich bedankt, sehr freundlich. Tat mir leid, aber so geht Auto-Business. Mal gewinnst du, mal verlierst du. Kann da gerade mitreden.

So. Story zu Ende. Jetzt könnte ich noch von den ganzen Reifen erzählen, die gerade samt Felgen in unserem Gartenhaus liegen. Zwei Autos vierundzwanzigfach bereift. Wenn die alle passen würden. Aber es gibt Lochkreise, Einpresstiefen, Reifengrößen, Felgen mit vier und fünf Schraubenlöchern – aber das ist eine ganz andere Geschichte und zudem eine Wissenschaft für sich, in die ich mich auch einarbeiten durfte. Aktuell habe ich zwei Semester Automobilwissenschaft studiert.

Jetzt könnt ihr mir zwei Gefallen tun. Erstens: Bitte gut über Rumänen denken und sprechen. Zweitens: Mir die Daumen drücken, dass die Karren jetzt mal halten. Grazie.

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