Lodernde Feuer & mysteriöse Federn

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Ostern auf dem Land ist schlichtweg schön. Vor allem, wenn das Wetter mitspielt. Das hat es in diesem Jahr getan. Wunderbares Auferstehungswetter. Mein Geburtstag fiel auf den Karfreitag, nachdem ich 1965 am Ostersonntag geboren bin. 1976 hatte ich auch am Ostersonntag Geburtstag, was das nächste Mal erst wieder im Jahr 2049 der Fall sein wird. Das ist so das Lebensalter, wo ich auch an Auferstehung denken werde.

In diesem Jahr gab es im Dorf wieder ein Osterfeuer, nachdem der Bauer über Jahre hinweg seine Wiese nicht mehr zur Verfügung gestellt hatte. In einem Jahr hatte es ein wenig Chaos gegeben. Müll, Feuerreste, aufgewühlte Wiesen… Dieses Jahr ein neuer Anlauf, und? Es hat geklappt. Zwei junge Männer haben sich der Sache angenommen und die Aktion durchgezogen. Holz besorgt, aufgeschichtet, bewacht…

So konnten wir am Ostersonntag auf der Höhe unser dörfliches Osterfeuer erleben. Viveka, ihre und meine Kinder und ich saßen am Feuer. Auf einer alten Couch. Gemütlich und warm und schauten in die Flammen und übers Land, wo überall die Flammen loderten. Ich muss dann zwar immer an die Scheiterhaufen denken, die hier im Mittelalter auch brannten, finde dann aber doch schnell zum gemütlichen Teil des Abends zurück. Sieht einfach schön aus.

Am Ostermontag sind wir dann auf eine merkwürdige Erscheinung gestoßen. Zaunpfähle im Wald mit weißem Federschmuck. Auf jedem Zaunpfahl längs des Weges eine weiße Feder. Bald sahen wir, weshalb. Der Weg führt zu einem hölzernen Kreuz inmitten der Landschaft. Hier hat wohl eine Prozession der Katholiken stattgefunden. Weißes Federn als Friedenszeichen? Keine Ahnung.

In diesem Jahr sind die Wiesen jetzt schon gelb vom blühenden Löwenzahn. Das sieht so schön aus. Grünes Gras, satt gelbe Blüten, blauer Himmel mit weißen Wolken. Fast ein wenig kitschig. Egal.

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5 Antworten auf „Lodernde Feuer & mysteriöse Federn“

  1. Hallo Jens,

    zu Ostern waren wir bei meinen Eltern. Das Wetter hat prima mitgespielt. Die Osterfeuer, die mir abends auf der Fahrt zurück in die Nase stiegen, gefielen mir nicht. Viel Qualm. Und dann frage ich mich wofür.
    Für mich ist das mehr Luftverpestung als sonst was. Und dann noch eins nach dem anderen!

    Ich wünsche Dir noch eine schöne Restwoche.

    Viele Grüße
    Annegret

    P.S.: Ich glaube, mit Schnee wird das nichts mehr. Ich glaube, ich werde bald meine Bleistifte spitzen müssen!

    1. Hi Annegret,

      da lag schon eine dichte Wolke über dem Dorf – aber es war schön. All die Feuer auf den Hügeln in der Dunkelheit.

      Ja, Bleistift spitzen:)

      Liebe Grüße

      Jens

  2. Lieber Jens,

    Osterfeuer wenn gut gemacht finde ich toll.
    Hier im Süden gibt es diese Tradition leider nicht… dafür werden bei uns die Maibäume entführt ;-)
    Interessant, das Eigenleben der Zaunpfähle in deiner Gegend: Eigenwelten im Miniformat, Federschmuck, ich bin gespannt auf die nächsten Enthüllungen.

    Gute Zeit Dir und den Deinen.
    LG
    Danièle

    1. Liebe Danièle,

      dabei würde es sich in den bergen anbieten – wie weit die leuchten würden. Maibäume gibt es hier seltener. Im Rheinland setzt man seiner Liebsten einen. Die Eltern der jungen Frau laden dann zu Bier in Schnittchen – beim Aufstellen und Abholen.

      Dir auch gute Zeiten.

      Liebe Grüße

      Jens

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