Tägliches Tal

Die warme Nebeldecke schläft noch
Die Spuren rechts und links
auf dem Weg hin und zurück
schlängeln sich als hingeworfener Faden
zur Birke am Ende
sie weiß mehr

Der Bachpegel erzählt vom gestrigen Wetter
Den Reiher interessiert das nicht
weder das Gestern
noch das Morgen
noch was überhaupt geschieht
sonst

Alle Augen aller Kühe starren malmend misstrauisch
gleich wieder hören sie die Rede an die Kuh
wie jeden Tag ein Spiel
Im Frühling kommen sie noch gelaufen um zu hören
Hosiannah!
Im Herbst verweilen sie im dämmrigen Fraß

Es ist der immergleiche Weg
von Tag zu Tag
das was sich ändert
ist das Unsichtbare
das vom Nebel umhüllt
in der wollenen Decke schweigt

dezember 2011

4 Antworten auf „Tägliches Tal“

  1. Guten Morgen, Jens,

    schöööne Lyrik! Wirst Du zum Kuhversteher? Ich werde gerade übrigens zum Hundeversteher. Zuhause hatten wir früher keinen Hund. Vor dem Hund unseres Nachbarn, einem kläffenden Dackel, hatte ich immer Mordsrespekt. Wenn mir früher große Hunde begegnet sind, habe ich es vorgezogen, die Straßenseite zu wechseln. Ja, die Hunde merken, wenn man Angst hat. Das weiß ich. Meine Freundin hat neben einer schmusigen Katze zwei Hunde. Einer ist langsam und gemütlich, der andere Hund, ein Weibchen namens Michelle, ist quickfidel und ein Räuber. Neulich war ich allein mit den Hunden. Michelle folgte mir auf Schritt und Tritt und jaulte immerzu. Ich ging mit ihr nach draußen auf den Rasen und wußte, warum sie gejault hatte. Ich dachte, jetzt gibt sie Frieden. Nein, das Gejaule ging weiter. Also schnappte ich mir die Leine (die zwei Hunde auf einmal kann ich nicht halten, weil sie zusammen zu wild sind) und drehte eine große Runde. Ja, das war auch nötig gewesen. Als wir zurück waren und ich gemütlich einen Kaffe trank, kam Michelle an und legte ihre Schnute auf meinen Arm, als ob sie sagen wollte: Hey, wir verstehen uns.

    Dir, Jens, wünsche ich einen schönen Tag. Ich warte auf die ersten Graupelschauer. Mal schauen, wann sie kommen.

    LG
    Annegret

    1. Hi Annegret,

      danke! Ich spreche tatsächlich immer mit den Kühen. Meine Kinder sagen manchmal „Papa, du spinnst.“ Da ist was dran. es gefällt mir, spinnerte Dinge zu tun. Die Kühe hören mir übrigens sehr gerne zu und kommen auch gelaufen, um besser zu verstehen:)

      Hunde sind anders als Kühe. Wenn ich mit Cooper spreche, dann reden da zwei miteinander. manche seiner reaktionen sind wirklich unglaublich.

      Liebe Grüße

      Jens

      1. Hallo Jens,

        ich als Bauerntochter kann Dir bestätigen: Man kann mit den Kühen, Kälbchen, Schweinen, Ferkelchen reden. Genauso wie mit Hunden und Katzen. Streicheln unterstützt das Reden noch. Das ist überhaupt nicht spinnert.

        LG
        Annegret

        1. Hi Annegret,

          ja, die hören mir immer brav zu und schauen mich mit großen Augen an. Beim Streichelkn allerdings bin ich immer vorsichtig, weil die so gerne einmal mit der großen Zunge -schlapp – über die Hand lecken. Sabber. war bestimmt schön, mit so vielen Tieren aufzuwachsen. bei uns gab es meine Katze Sara und unseren Hund Jimmy, der eine Hündin war. Den habe ich von einem Schulfreund mittags mit nach Hause gebracht. Meine Mutter erzählt heute noch gerne, wie ich geklingelt habe und sie kam auf dem balkon. Mein Gesicht ließ wohl keinen Zweifel, dass das mein ernst war. Fortan wohnte die Jimmy bei uns.

          Liebe Grüße

          Jens

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