Tell me why, tell me why, tell me why…

Und dann kam in dem Song etwas mit live together. Welcher Song war das? Egal. Die Frage nach dem Warum beschäftigt mich heute Morgen. Nö, keine Sinnkrise. Mir geht’s gut. Keine Sorge. Ich frage mich, warum hatten wir gestern den kältesten 1. Dezember seit Aufzeichnung, von, von, von – ach allem. Wir haben diese Klimakatastrophe. IPC-Daten, Klimakonferenzen, Klimamodelle. Gestern las ich einen Spiegel Online Bericht aus dem Jahr 2008. Die Sommer werden trockener, im Winter wird es keinen Schnee mehr geben.

O.K. Jetzt herrschen draußen minus 9 Grad. Scheißekalt, echt, hab’s eben getestet, während ich das Foto oben geschossen habe. Ich möchte nun nicht sagen: „Hey Leute, Klimakatastrophe fällt aus wegen is nich.“ Nein. Aber ich würde gerne wissen, weshalb wir jetzt schon Ende November, Anfang Dezember eine Woche Schnee haben. Der letzte Winter erst war ziemlich hart. Cooper und ich wissen, wovon wir reden. Schnee von Dezember bis März. Und nun? Der nächste strenge Winter in aller Munde. Und nirgends lese ich, weshalb das nun so ist. Sag mal, Mr. Klimaforscher, was ist denn nun? Kannst du nur, wenn’s wärmer wird, erklären? Sag doch mal. Mach mal. Hey?

Das Problem ist ja folgendes: Wenn es hier so grausam kalt ist, wer glaubt denn da noch an Klimawandel mit steigenden Temperaturen? Kältester 1. Dezember. Schnee bis März. Kühler Sommer. Wie passt denn das? Hier im Dorf sagen die Leute, das Wetter ist eher wie früher. Und wenn ich da komme, die Klimamodelle sagen aber, dann kann ich das gleich lassen. Die gefühlte Wirklichkeit liegt weit entfernt von den universitären Weitblicken.

Also: Was jetzt? Blickt jemand durch? Müssen wir jetzt mehr Auto fahren, damit es wärmer wird? Sind das hier nur Kapriolen oder Langzeittrends? Fragen über Fragen. Da werden doch ziemlich viele Leute dafür bezahlt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Jetzt mal Butter bei die Fische, Visier aufgeklappt, Hosen runtergelassen und nix als die Wahrheit auf den Tisch. Hier und jetzt. Ich mach mir erst ma nen warmen Tee…

Falls ihr Antworten habt, könnt ihr die gerne hier posten. Vielleicht bringen wir ja gemeinsam Licht ins Dunkel. dann würden wir alle etwas klarer sehen. Klare Sicht wünsche ich euch dann heute mal. Und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel, damit ihr gut in Fahrt bleibt. Oder nehmt ihr heute den Schlitten? Quatsch hier. Spassss auch. Ciao.

7 Antworten auf „Tell me why, tell me why, tell me why…“

  1. Hallo Jens,

    danke für das schöne „Sternen“-Foto. Bekommen wir jetzt an jedem Adventstag ein neues Foto?
    Ja, ich als Möchte-gern-Meteorologe würde sagen, die Jahreszeiten sind nicht mehr das, was sie mal waren. In meiner Kindheit war der Winter eine Jahreszeit mit Schnee und Kälte. Ich kann mich gut daran erinnern, daß ich in der Grundschulzeit im Winter oft zur Schule laufen mußte, statt mit dem Fahrrad zu fahren, weil unser Weg zum Dorf verschneit und vereist war (keine öffentliche Straße). Fenster mit Eisblumen sind dank dem baulichen und technischen Fortschritt Vergangenheit. Schlitten zu fahren und auf dem zugefrorenen Ententeich herumzuschlitten war „Wintersport“.
    Eine Zeit der Backäpfel, zubereitet vom Großvater im großen, alten Ofen. Eine Zeit des Wartens auf Weihnachten.
    Und der Sommer war eine Jahreszeit in der wir als Kinder auf dem Land barfuss liefen, in der wir uns in Nachbars Teich Abkühlung verschafften, eine Zeit mit Gewittern, eine Zeit der Ernte, abhängig vom Wetter und immer nach Zeichen Ausschau haltend, damit Heu oder Stroh nicht verregneten und der Vater umso hektischer wurde.
    Ja, die Jahreszeiten haben sich verändert, früher waren sie mir lieber. Dieser Ganzjahres-Mischmasch ist nicht mein Ding. Eine wirkliche Erklärung für die Änderung habe ich leider nicht.

    Viele Grüße aus dem schneienden Ruhrpott,

    Annegret

    1. Hi Annegret,

      das hört sich sehr gemütlich und nach einer glücklichen Kindheit an. Alles an seinem Platz.

      Was ich nicht verstehe ist, weshalb die Winter momentan so kalt sind. Eben beim Spazierengehen habe ich einen alten Mann getroffen, der sagte, es wären heute Nacht 10 Grad Minus gewesen. Wo kommen die plötzlich her, wo es doch wärmer wird? Ich befürchte, dass wir in diesem Jahr Schnee von November bis März haben. Hier ist alles zugezogen und es schneit dicke Flocken. Schön romantisch. Gemütlich. Eisekalt. Aber was ist mit der Klimakatastrophe? Ist sie das? Bin gespannt, was heute an Erklärungen kommt.

      Ich wünsche dir einen schönen Tag

      Jens

  2. Hallo Jens,

    nun, die kalte Luft und der Schnee, sie kommen rüber vom Osten. Und mit -10 Grad müssen wir uns nicht beschweren. Die Berliner zum Beispiel haben es da mit -16 Grad viel kälter. Auf den Inseln – z.B. Rügen – ist der Schnee auch schon angekommen.
    Gibt es vielleicht einen Paläoklimatologen unter den Lesern, der uns sagen kann, ob wir eine Einszeit bekommen?

    Schneeflocken-Grüße

    Annegret

  3. Hier ein erklärender Link: http://www.klimaretter.info/forschung/nachricht/7340-klimawandel-bringt-kalte-winter-fuer-europa

    Es sieht also so aus, dass das Schmelzen des Eises letztlich kalte Winde nach Nordeuropa führt. Das wärmere Meer lässt Warmluft aufsteigen, die Wind erzeugt. Der Wind nimmt die kalte Luft des Nordens mit und bringt sie per Ostwind zu uns. Doof.

    Danke an hevosia, die mir den Link per Twitter gesendet hat. Und Dank an Vladimir Petoukhov vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, Mr. Klimaforscher, für die Erklärung. Jetzt weiß ich Bescheid.

    Liebe Grüße

    Jens

  4. Jetzt etwas zu dem Wetter früher zu schreiben würde nicht viel bringen, weil ich da in Rheinland Pfalz gelebt habe, wo ich auch geboren und aufgewachsen bin. Die Winter dort waren eher ein Spaziergang denn kalt. Klar es gab auch mal Blitzeis, Schnee und die Weiher waren auch zugefroren, aber eben alles moderat und Schnee gab es meist im Januar, um die Geburtstage meines Bruders und mir herum. Ansonsten war das mehr Weltsensation, wenn es mal anhaltend lang geschneit hat.
    Es ist anders in Berlin, wir haben auch schon vor einigen Jahren diese eisigen Temperaturen immer mal wieder gehabt. Ich meine mich erinnern zu können, dass hier vor 30 Jahren, als wir für 6 Monate hier waren, im März noch der Schnee sich am Straßenrand getürmt hat. Regelrechte Wintereinbrüche gab es wären der vergangenen 18 Jahre auch, ob so früh, wahrscheinlich, man mag sich nur n icht daran erinnern.
    Mir macht die Kälte zunehmend zu schaffen, fehlt mir jegliches Fett auf den Rippen um ihr ein wenig trotzen zu können. Mag blöd klingen ist aber so, denn wenn ich anfange zu frieren, dann klappern gleich hörbar meine Knochen und ich brauche Stunden um wieder warm zu werden.
    Woran es aber liegen mag, dass sich das Wetter verschiebt, das weiß ich nicht und Erklärungen, die heute gegeben werden, sind morgen überholt. Ich weiß, dass gestern bei spiegel-online hierzu einiges geschrieben stand.
    Wenn ich jetzt zum Fenster hinausschaue, dann sehe ich dichten Schneefall.
    Aber mal ehrlich, mir ist es zu kalt und ich würde zu gerne in einen kurzen Winterschlaf fallen, so ungefähr bis na ja sagen wir mal März?

    Herzlich
    Gitta

    1. Hi Gitta,

      die von Vladimir Petoukhov vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung gegebene Erklärung (Link unten im Kommentar) macht schon Sinn. Durch das Schmelzen des Eises in der Arktis entsteht letztlich Wind, der von Osten kommend Polarluft nach Westen schiebt. Die Jungs des PIK in Potsdam sind schon ziemlich fit. Ich war dort mal auf dem Telegrafen berg und habe einen Wissenschaftler interviewt – da ging es um den Wandel des globalen Wasserhaushaltes im Projekt Glowa. Auf unserer Seite http://www.sku-l.de haben wir die entsprechende Broschüre – für die, die es interessiert.

      Bedeuten die Ergebnisse, dass unsere Winter jetzt immer kalt sind, müssen wir uns was überlegen. Ela kam eben mit Daunenweste und Daunenjacke rein – mal schnell ins Dorf. Also bis März wäre das schon schwer erträglich. Wir sind ja keine Eskimos und mit unseren Rippen ist es ähnlich wie mit deinen. Wir haben auch kaum Isolationsschicht und sind gleich durchgefroren. Morgens mit Cooper muss ich schon stramm gehen. Puh. Wir werden sehen.

      Liebe Grüße

      Jens

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