Liebe und Dracula

Unter deinen Flügeln aus Tüten und Altpapier
wohne ich mit dir flüsternd verschreckt
das Bier ist alle
schon wieder
ohne Besuch

Küsse
Blicke
Bewegungen
vage
flüchtig
intensiv

Auf der anderen Seite des Flusses
die schwarzen Schwäne gegen den Strom
mit roten Nasen zum Himmel
singend
fluchend
scheißend

Du sagst es in klarer Nacht
als das Meer gegen Sterne brandet
die Sonne noch eingesperrt im Stein
wagen wir es
den verbotenen Sprung in die lüsterne Tiefe

Paris, nein
Kein Barcelona
Kein Rio, Tokio, New York
bleib bei deinem Leisten

Wir tun es
wieder

Deine Stimme
samstagsgebadeter Klang
wie Nutellabrot mit Fernsehen im Bademantel
ich liebe dich und Dracula

Du dürftest mich totbeißen
jederzeit ungefragt
an jeder Stelle
den Ort würde ich wählen
im Süden
in Wärme vergehn

Es ist
unumkehrbar geschehn

märz 2013

move, move, move it:)

Lust auf Eis

Yes Sir, mir ist nach tanzen. Heute Nachmittag habe ich nicht getextet, konzeptioniert, gedacht, gewerkelt, weil ich in der Schule beim Schullaufbahngespräch war. Weil allmählich die Schulpflicht in Freiwilligkeit übergeht, sollen die jungen Menschen sich mal Gedanken machen, was werden soll. Wie es mit Schule und so weitergeht.

Da können also wirklich alle über Namentanzen und so ablästern (zum Beispiel Harald Schmidt, dessen Kinder selbst eine Waldorfschule in Köln besuchen), aber es muss hier mal geschrieben werden: Zumindest unsere Waldorfschule hier in Dieringhausen ist die geilste Schule der Welt. Was die alles machen, mitgeben – für das Leben lernen wir. Aber volles Programm. Wenn einem Lehrerinnen und Lehrer gegenübersitzen, in deren Augen es leuchtet, die am Nachmittag dort sitzen, obwohl sie wohl eigentlich frei hätten und mit vollem Herzen dabei sind, die etwas zu sagen haben, die hingeschaut haben, dann ist das ergreifend. Wenn ein Schulbesuch beseelt, kann die Sache mit dem Namentanzen nicht so ganz verkehrt sein. Musste mal gesagt werden und jetzt is auch gut.

14 Uhr, Klassenzimmer, eine Lehrerin und ein Lehrer haben uns erwartet. Wir als Eltern rechts und links, zuhören. Sehr interessant. Die Schüler/innen schreiben im Vorfeld auf, was sie vor haben und wie sie sich einschätzen. Dann gibt es detailliert Feedback und Tipps und es werden Wege aufgezeichnet. Wir haben zwar als Eltern dagesessen, aber wir waren eigentlich schon raus. Das regeln die Jugendlichen alleine. Ich muss zugeben, das ist ein gutes und gleichzeitig merkwürdiges Gefühl nach all den Jahren der Fürsorge, Pflege, des Mitdenkens, Organisierens… Ach.

Nach 20 Minuten war das Gespräch vorbei und wir sind gefahren. Ein gutes Gespräch, wieder eine gute Erfahrung. Nach Hause. Nachmittag gelaufen, weil ich da war, hab ich den Fahrdienst übernommen. Die Mädels zum Tanzen gebracht, eine Stunde Pause. Da habe ich mir die Kamera geschnappt und den Herrn Cooper und bin raus in die Sonne. Also ehrlich. Dieses Gefühl, als wäre ich ein frisch geschlüpftes Schneeglöckchen.

Und dann, und dann. Auf der Heimfahrt. Radio an und da war der Song, den ich seit geraumer Zeit immer wieder gerne höre. So ein Hit, der den Popo im Fahrersitz tanzen lässt. Move your ass, baby. Fahren und tanzen, tanzen und fahren. Die Moderatoren erzählten dann, dass der Song auf einem neuen Album ist, das jetzt raus kommt. Freitag, glaube ich. Sie sprachen von Clubs und Groove und überhaupt. Da spürte ich die Frühlingsgefühle. Tanzen. Move your body, shake your hipps.

Zuhause haben wir dieses Internet angeworfen und haben die Kollegen der Organisation grenzenloser Beschallung (youtube) gebeten, uns das mal vorzuspielen. Meine Kids kannten den Song, die Historie der Videos und auch die anderen Songs des Interpreten. Da war der Daddy mal wieder im Winterschlaf und hätte früher aufstehen müssen. Egal. Wir haben den Song angeschmissen und die Küche beim gemeinsamen Spülmaschineausräumen gerockt. Hier der Song. Darin geht es um 50 Dollar T-Shirts, Secondhand-Shops und diesen ganzen Marken-Konsum-Wahn. Also auch noch politisch korrekt. Geht doch:)

Aber damit nicht genug. Gibt man den Kids diese Beschallungsseite an die Hand, sprudelt es nur so. Hey, das, do you know anything about Harlem Shake? Äh, nö. Hinterm Mond bei den sieben Zwergen. „Man, musste wissen, musste gucken, sonste bisse hinten dran.“ O.K. – supi, denn mal die Regler hoch und auch noch den Tisch abgeräumt, denn ganz so doof is Papi auch nich.

Wollt ihr Harlem Shake erleben, so komplett, dann gebt doch bitte einmal bei Youtube „do the harlem shake“ ein. Das lässt den Bildschirm tanzen! EHRLICH!!! Macht mal. Und dann klickt ihr euch durch die Spots. Wirklich lustig. Die Welt ist verrückt, wird immer verrückter und keiner merkt es. Außer der fiftyfiftyblog, der Augen und Ohren offen hält, um zu sehen, was geht. Ne, Alter. Deine Mudder… Ach nö, andere Baustelle. Genug beschallt, gelallt, ich winke ab und schiebe von dannen und probe meinen eigenen Harlem Shake mit 20 Dollars in my pocket:) Bye.

Na endlich:)

Wildgänse_red

Meine Güte, herrjemine, was war das für ein langer, kalter, dunkler Winter. Da willste dich glatt hintern Zug werfen. Jedes Jahr dasselbe Spiel. Cold and dark. Über Monate. Und dann, plötzlich sind sie da, die Wildgänse oder Kraniche. Die Zugvögel.

Eben bin ich raus an die Luft. Feierabend. Restsonne tanken, da konnte ich ihren Gesang hören. Vielleicht ist es auch nur ein Schnaufen vom Himmel herunter – „wann sind wir endlich da, ich muss mal Pippi, ich will nen Eis“ oder so. Auf jeden Fall ist es schön, sie da oben zu sehen und zu wissen, dass sie die 1 nicht grundlos an den Himmel malen. Sagen wir einfach mal, das ist die positive Seite des digitalen Codes, die verheißungsvolle Seite, das Positive, das Licht. Yeah.

Is mit eigentlich auch egal, Hauptsache, es wird hell und warm. Schritt für Schritt. Nicht zu schnell, damit es nicht gleich wieder vorbei ist. Wollen wir ja auch nicht, gelle. Nach den Frühlimgsboten warte ich dann jetzt mal auf die Frühlingsgefühle und mach mir dann Gedanken, was ich damit anstelle. Heute Abend gehe ist erst einmal zum Yoga – hier aus dem Theatersaal unserer Alten Schule, in dem mein Büro wohnt, heraus in das Klassenzimmer, in dem seit neustem die yoga-sku:l untergebracht ist. Besser geht’s nicht. Und als Hausbewohner und Mitbewohner der Lehrerin darf ich sogar einfach so teilnehmen. Yogamatten und alles was man so braucht, Gurte und Kissen und Klötze, sind da, ich muss nur mein Deckchen und meine Klamotten mitbringen. Am Ende der 90 Minuten werde ich dann unter der Decke im SCHAWASSANA (keine Ahnung, wie das geschrieben wird) liegen und vom Vogelzug träumen – frei und relaxt wie eine Wildgans, die aus dem Sonnenuntergang heraus fliegt. Oh Mann, da hat mich wieder die Kitschmuse geküsselt. Sowas.

Ja, denn man viel Spasss sattt überhaupt und insbesondere mit dem Frühling und den Gefühlen und so. Lasst euch gehen, gebt euch hin, freut euch und macht YOGA:) In der yoga-sku:l sind noch ganz wenige Plätze frei, wenn ihr mögt und in der Gegend wohnt. Is gut, professionell, engagiert, nicht zu ernst und überaus befreiend im körperlichen und geistigen Sinne. Ich muss los, umziehen, Deckchen holen und noch eine ganze Kleinigkeit essen (soll ich nich, mach ich aber wegen Hungi-Hungi). Tschüssi. Da klingelt das Telefon. Textauftrag. Auch gut. Donnerstagmorgen gebucht. Passt. Mann, bin ich heute geschwätzig. Tirili. Das ist der Frühling. Boris und Isabel bauen auch schon an einem neuen Nest. Direkt über dem Alten. Jetzt aber SCHLUZ.

Passt wie Faust aufs Auge:)

Manchmal passt es einfach. Eben komme ich vom Fußballtraining und musste mich von meinen geliebten Fußballschuhen mit den drei Streifen verabschieden. Kaiser 5, der Klassiker. Es kommt die Zeit. Nun. Abschied tut weh. Ich weiß nicht, ob ihr das nachvollziehen könnt, aber da hängen Emotionen dran. Siege, Niederlagen, Flanken, die angekommen sind und die anderen, die eben nicht… Pech. Die Jungs sagen immer: Fußball wäre für mich ein Traumspiel, wenn ich nicht mit dem Ball zurechtkommen müsste. Ts. Danke auch.

Heute hat mich der Ball gleich zweimal hammergranatenmäßig getroffen, aber bekanntlich kennen Männer ja keinen Schmerz. Den hab ich einfach aus dem Trikot geschüttelt. Nicht gerührt, obwohl ich das innerlich schon war. Sondern weggeatmet. Wozu so ein Geburtsvorbereitungskurs doch nützen kann.

Am Ende war das dann vergessen und wir hatten quasi in letzter Sekunde den Ausgleich erzielt. (Ich gebe zu, ich war heute Trainerersatz, weil der Trainer Geburtstag hat und sein Frau ihn irgendwohin entführt hat – und das an einem Montagabend!!! TRAINING! Nun gut. Er konnte nicht anders. Zurück zum Thema: Als wir den Ausgleich erzielt hatten, habe ich Kraft meines Amtes abgepfiffen und das Unentschieden als absolut Parteiischer über die Ziellinie gerettet. Wer weiß, was beim nächsten Gegenangriff geschehen wäre. Nicht auszudenken.)

Lange Rede, kurzer Sinn. Trotz Unentschieden waren am Ende meine Fußballschuhe hin. Zuhause wollte ich dann mal schnell bei der Firma Google anfragen, ob die nicht einen Fußballschuh-Einkaufstipp für mich haben. Aber, was für eine besondere Begebenheit. Da lag eine Mail bei mir im Postfach von der Firma Zalando, die Schnäppchen auf einer besonderen Seite anbot. Unter anderem: JA! Fußballschuhe zum sogenannten absoluten Vorteilspreis. Bingo. Weshalb in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah ist. Auf jeden Fall kann ich die Seite guten Gewissens allen empfehlen, die Fußballschuhe benötigen, ihre Frühjahrskollektion auffrischen möchten oder was für die Wohnung brauchen oder für den Sport oder sonstwas. Vielleicht findet ihr auch schöne Dinge für euch, die den Frühlingsanfang angenehm begleiten. Viel Spaß beim Stöbern:)