Dann tue ich mir mal die Ruhe rein!

Heute ist ein schöner, ruhiger, kühler, sonniger Morgen. Die Kinder sind aus dem Haus, Ela hat auch einen Termin und ich hatte Zeit für mich. Keine Autos ummelden, keine Termine. Ich habe mich zurückkgezogen zum ruhigen, entspannten Meditieren. Wenn ihr das selbst nicht macht, könnt ihr euch vielleicht nicht vorstellen, wie schön das sein kann. Ich saß da auf meinem Kissen, die Kerzen leuchteten, mein Buddha sah so schön aus. Von draußen drangen Vogelstimmen in den Raum. Alles wunderbar. Warm, weich, ruhig, harmonisch. Hat sich sehr gut angefühlt.

Da klingelte das Telefon. Gehe ich immer ran, wegen der Kinder. Die sollen das Gefühl haben, mich immer und überall erreichen zu können, wenn etwas ist. Basisstation, Helpdesk, ruhig mit Netz und doppeltem Boden. Vertrauen in die Welt. Kommt ganz selten vor, dass die beiden anrufen, weil die meistens alles selber erldigen, aber mein Vater hat mir immer gsagt: „Junge, wenn etwas ist, ruf an. Ich hol dich ab. Egal wann und wo.“ Für mich war das immer eine gute Sache. Ich wusste einfach, mein Vater ist für mich da und lässt mich nicht hängen.

Ich nahm den Hörer ab und es meldete sich eine Mutter aus der Schule. Ela ist Elternvertreterin und damit offenes Ohr bei Problemen. Also hab ich den Vertreter der Vertreterin gegeben. Es war ein sehr nettes, sehr ruhiges Telefonat. Es ging um eine Ungerechtigkeit, eine offensichtliche Benachteiligung. Ihre Tochter hatte zurückgesteckt und war nun kreuzunglücklich. Die Mutter schimpfte nicht, sagte auch, sie wolle keine Welle machen oder wen anschwärzen oder was auch immer. Es ging einfach darum, das Thema anzusprechen und was aus der Luft zu holen. Ich habe mir alles angehört, ein paar Fragen gestellt und wir haben gemeinsam einen Weg gefunden, die Sache anzugehen. Problem- und vorwurfsfrei. Irgendwie hatte ich das Lächeln der Frauen gestern aus dem Straßenverkehrsamt im Kopf. Freundlichkeit. Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Weglassen von so vielem, von Untertönen, von Mitschwingendem, von Subtext. Sage A, meine B.

Anschließend habe ich weiter meditiert und es sehr genossen. Ich denke, es ist an der Zeit, die Woche ruhig ausklingen zu lassen. Die Woche über war so viel Unruhe, was sich auch in den Blogbeiträgen niedergeschlagen hat. Die waren teils witzig aber auch aufgekratzt. Heute also ein Text, in dem nicht viel passiert und der mich und vielleicht auch euch ein wenig auf den Boden bringt. Sanfte Landung. Erdung. Wohlgefühl. Vielleicht tut ihr euch heute auch mal bewusst die Ruhe rein, wobei sich mein Gefühl und Bedürfnis wahrscheinlich nicht exportieren lässt. Innere Ruhe wäre mit Sicherheit ein Exportschlager.

Ich wünsche euch ein entspanntes Wochenende. Ciao.

8 Antworten auf „Dann tue ich mir mal die Ruhe rein!“

    1. Hi Alexandra,

      danke, das freut mich. Die Woche über waren die Texte eher lauter und jetzt war mir nach Ruhe. schön, wenn das auch geht.

      Dir auch ein tolles, entspanntes Wochenende

      Jens

  1. Hallo Jens,

    schön, daß Du diese Mama-Papa-Funktion-Woche in Ruhe beenden kannst. Hast Du auch verdient!
    Nach zwei Wochen Abwesenheit trudelt heute Spätnachmittag mein Sohn ein. Trotzdem werde ich ein ernstes Wörtchen mit ihm reden müssen, was ich nicht gerne mache, denn ich verstehe seine Situation. Schau’n wir mal.

    Dir wünsche ich ein entspanntes Wochenende, wiedervereint als komplette Familie.

    Viele Grüße

    Annegret

    1. Hi Annegret,

      ja, schön. Hab zwar jetzt noch einiges hier auf dem Schreibtisch, kann das aber locker abarbeiten. Heute Abend gehe ich mit Ela tanzen. In Köln. Groß ausgehen.

      Nimm dir deinen Sohn zur Brust. Mit Liebe. Lass alles weg, was mit Erwartung zu tun hat. Mit der Vorstellung, wie du als Mutter sein müsstest. Alle Erwartungen von außen. Er freut sich sicherlich, wenn du ihm hilfst. Eine helfende Mutterhand.

      Ich weiß, du machst das schon. Verzeih mir meine Einmischung. Ist als Unterstützung und Anregung gedacht:)

      Liebe Grüße

      Jens

      1. Hallo Jens,

        natürlich habe ich da ganz viele Liebe reingepackt. Er weiß, worum es geht. Das ist die Hauptsache. Denn das ist die Hauptschwierigkeit, zu wissen, ob es bei ihm ankommt.
        Danke.
        Annegret

    1. Tand, Tand von Zauberhand. Da führt dieser Blog doch ein Eigenleben. Ts. Fotos weg, Fotos da. Also wirklich:) Vielleicht kommen im Laufe des Tages noch Fotos von weißen Pferden, die sind Cooper und mir eben durc die Kamera galoppiert. Dieses Landleben…

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