Die feine Art des Stromanbieters LichtBlick, uns frohe Weihnachten zu wünschen

wind I. 2013
wind I. 2013

EIN LichtBlick!

Als Texter kenne ich mich mit Weihnachtsgrüßen aus. Herrje, wie viele ich schon getextet habe.

Nun habe ich, haben wir Weihnachtsgrüße der sehr speziellen und besonderen Art bekommen. Von unserem Stromanbieter LichtBlick, der seinem Namen alle Ehre macht. Da kommt Mitte Dezember doch tatsächlich eine zauberhafte Mail von LichtBlick, die mich ziemlich überrascht hat.

Ich denke, ich zitiere, damit ihr versteht:

„Guten Tag liebe Lebensgemeinschaft,

für Sie und alle LichtBlick Kunden ist schon heute Bescherung. Denn wir senken den Preis für unseren Ökostrom um 0,72 Cent auf 26,76 Cent brutto pro Kilowattstunde. Der Grundpreis von 8,95 Euro brutto im Monat bleibt stabil. Der neue Preis gilt ab dem 1. März 2014.“

Also das mit der Lebensgemeinschaft ist ja schon mal ziemlich nett, wo wir als KOMMUNE 1 ansonsten in diesem konservativen Land wie Aussätzige behandelt werden. Für Unverheiratete gibt es normalerweise keine Formularfelder. Da muss man immer irgendwie rumbasteln, was schon manches Mal zu Schwierigkeiten geführt hat – oder zu letztlich skurrilen Konstruktionen, die uns zwangsverheiratet haben.

Nun sind wir zwar kein Paar mehr, aber Lebensgemeinschaft gefällt mir ganz gut. KOMMUNE 2 wäre noch besser – so kommt mir das hier manchmal vor. Schön liberal im liberalen Sinne. Angenehm frei nach dem Systemwechsel.

Tja, und was schreibt LichtBlick noch:

„Vielleicht wundern Sie sich jetzt. Überall ist von der angeblich so teuren Energiewende die Rede. Tatsächlich steigt die gesetzliche Abgabe für Erneuerbare Energien (die EEG-Umlage) zum Jahreswechsel erneut. Hunderte Energieversorger haben schon höhere Preise angekündigt.“

Tatsächlich habe ich mich gewundert. Ich dachte, es müsste teurer werden. Wegen der Umlage. Aber: Muss es nicht! Da sollte man doch mal die anderen fragen, weshalb die nicht? He? Bitte? Ich warte! Nun, liebe Stromversorger, jetzt mal Butter bei die Fische: Wie sieht’s aus? Weshalb erhöht ihr, wenn senken auch möglich wäre? Könnte es sein, dass ihr den Hals nicht vollbekommt und euch im Schatten der Energiewende die Taschen vollschaufelt?

Ich denke, das könnte nach hinten losgehen. Wer abzockt, wird abgerockt. Irgendwann haben die Leute keine Lust mehr, abgezogen zu werden. 1998 kostete eine kWh-Strom 12 Pfennig. 6 Cent. Heute sind es 28 Cent. Habt ihr mal geschaut, wie sich die Löhne oder Renten entwickelt haben in dieser Zeit? Und habt ihr euch mal Gedanken gemacht, wie die Leute die Last auf Dauer tragen sollen? Kein feiner Zug. Die soziale Marktwirtschaft hatte einmal den Sinn und Zweck, eine Solidargemeinschaft zu bilden.

Tja, und jetzt das. LichtBlick schreibt:

„Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Immer mehr Windparks und Solaranlagen vergrößern das Stromangebot in Deutschland. Deshalb kann LichtBlick Ökostrom günstiger einkaufen. Wir geben diesen Vorteil selbstverständlich direkt an unsere Kunden weiter. So können wir nicht nur die steigende EEG-Umlage ausgleichen, sondern sogar den Preis senken. Das ist eine erfreuliche Entwicklung: Die Energiewende trägt Früchte und zahlt sich für Sie aus!“

HACH! Mehr solcher Nachrichten. Positives zur Energiewende! Mehr solcher Unternehmen, die so ganz anders sind als die atomar verstrahlten Urgesteine mit ihren Ausbeutungsgewinnoptimierern in den Glanzpalästen. Friede den Hütten, Krieg den Palästen! Büchner, wenn du sehen würdest, wie es geworden ist…

Ich sage LichtBlick einen herzlichen Dank und wünsche euch wunderbarem Unternehmen beste Zeiten und eine lichtblickende Weihnacht!

6 Antworten auf „Die feine Art des Stromanbieters LichtBlick, uns frohe Weihnachten zu wünschen“

    1. Congratulation! Ich denke, das war eine gute Entscheidung, weil LichtBlick zu den echten Ökostrom-Anbietern gehört, die nicht nur umzertifizieren. Die reden nicht über Energiewende, die betreiben sie schon lange und stehen voll dahinter, nicht halbherzig, wie manch andere, die noch am Atomstrom hängen…

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