„Good Morning, Vietnam!“

Wenn alles wackelt. Wenn das Chaos ausgebrochen ist und die Fetzen fliegen, dann hilft nur eines: Reden, reden, reden. Ich könnte euch gerade, und mache es ja auch, ein Klavier ans Knie quatschen. Oh, Mann, was für ein Redebedarf. Heute Morgen bin ich eine Stunde vor der Weckerzeit aufgewacht. Ihr kennt das. Wach liegen im Dunkeln. Im Kopf fängt es an zu arbeiten. Argumente werden hin und her geschoben, Bilder fliegen rein. Die reinste Multimediashow.

Alles hat sich miteinander verbunden. Job, Chaos, Zukunft, Vergangenheit, Ela. Das ist, als wäre ich als Crashtest-Dummy unterwegs. Durchrütteln, rutschen, drehen, vor die Wand fahren, im Airbag landen. Gestern Nachmittag hatte ich für einige Stunden Pause, weil ich eine Präsentation hatte. Da war alles weg. Nur Job. Irgendwie eiskalt durchgezogen. Großes Unternehmen, großes Projekt, umfassendes Konzept. Alle Augen auf mich gerichtet. Der Kopf leer, nur auf die Präsentation ausgerichtet, sonst nix. Satz für Satz gesprochen, die eigene Begeisterung für das Thema gespürt. Das hat richtig, richtig Spaß gemacht. Merkwürdig, wie wir als Menschen funktionieren. Wie sich die Themen im Kopf an- und ausschalten lassen.

Heute Morgen nach der Stunde spürte ich Unsicherheit. Da stimmte was nicht. Ich bin in die Küche gegangen, habe für Jim Frühstück gemacht und Damien Rice aufgelegt, um mich abzulenken. Die O, das erste Album. Dann lief Blower’s Daughter. Musik von Ela und mir. Melancholie. Ach, herrje. Lauern jetzt überall im Alltag die Fallen? Erinnerungen? Regel 11: Wenn die alten Emotionen hoch kommen, freu dich bedingungslos an den schönen Gefühlen und Erinnerungen.

Und so bin ich durch die Küche getanzt. Habe mich von der Musik tragen lassen und habe mich wohl gefühlt. Why not? „Good Morning, Vietnam!“ Scheiß drauf. Das ist das Bilderbuch der Gefühle vergangener Zeiten. Ein Schatz.

Ich habe Jim zum Bus gebracht, habe meditiert, bin mit Cooper zum Bach runter und habe mich zum Bloggen hingesetzt. Plötzlich spürte ich: So kannst du das nicht machen. Nicht wie immer. Du musst weiter reden. Ich habe Ela gerufen, wir haben uns einen Augenblick genommen. Wie gut das tut, jetzt alles zu bequatschen und behutsam zu formen. Jetzt können wir frei reden! Was für eine Chance. Das Leben mal wieder neu erfinden. Ihr könnt mir einen Gefallen tun, und uns für das neue Leben, das Familienprojekt gute Wünsche schicken. Habt ihr ja schon, weiß ich. Aber ich glaube, wir brauchen da so viel Energie. Ich hoffe, das ist nicht zu egoistisch. Wenn ihr was habt, mailt mir, dann bin ich auch gerne für euch da und schicke euch gute, starke Wünsche. Macht einfach.

21 Antworten auf „„Good Morning, Vietnam!““

  1. Hallo Jens,

    ich schicke Dir ganz viel Energie. Im Augenblick brauche ich nicht so viel. Du kannst sie gut gebrauchen.
    Solche Endlos-Grübeleien können kontraproduktiv sein, wenn Du sie nicht mehr abstellen kannst. Dann machen sie Dich irre. Wenn so eine Gedankenflut auf Dich einstürmt, versuche sie in Deinem Kopf anzuhalten. Sage Dir, daß Du gerade nicht dazu bereit bist, und schiebe die Flut weg, wie ein Kartenhaus. Ein Thema auf einmal, das reicht, wenn Du bereit bist.

    Ich wünsche Dir viel Kraft.
    Annegret

    1. Hi Annegret,

      vielen Dank für die Energie. Sehr Großzügig. Wrde mich gerne erkenntlich zeigen. Den Kopf anzuhalten, schaffe ich gerade nicht. Da wird Hallenfußball drin gespielt. Aber ich stürze mich hier in Arbeit, von der reichlich da ist, so lenke ich mich ab. Es sind übrigens keine bösen Gedanken und es ist keine Verzweiflung. Eher Kuddelmuddel aus Fragen und Zukunftssorgen und all so’nem Gedöns.

      Liebe Grüße

      Jens

      1. Hallo Jens,

        verwende Deine Energie für Dich. Du hast mir schon vielmals geholfen. Konzentriere Dich auf Dich selbst.

        Ich schicke Dir ein paar Sonnenstrahlen, die gerade bei mir hereinschauen.

        LG
        Annegret

  2. Hi Jens,

    ich kenne das gut, wenn man im Gefühlsstrudel zu versinken droht und ja es stimmt: Reden hilft! Auch von mir gute Wünsche, dass du und ihr das schafft. Übrigens wundert es mich ein bisschen, dass für euch so schnell klar war, dass ihr euch als Paar trennt. Wenn sich einer mal in jemand anderen verliebt, muss das ja noch nicht bedeuten, dass man sich vom anderen trennen möchte. So eine Verliebtheit kann ja auch schnell wieder vorbei sein.

    LG, Micha

  3. Liebe Micha,

    ja, reden hilft! Danke für die guten Wünsche. Dass wir uns getrennt haben, hängt damit zusammen, dass für Ela einfach Schluss war. Sie will nicht mehr. Sie will diese neue Liebe leben – mit ganzem Herzen. Da ist sie fest und absolut überzeugt. Ich weiß, wann sie etwas ernst meint. In diesem Fall gibt es kein zurück. Wir hatten das schon einmal… Das war sehr schwierig und hat uns am Ende beide verletzt zurückgelassen. Jetzt geht das nicht mehr.

    Liebe Grüße

    Jens

  4. Hallo Jens,

    Von der stillen Mitleserin die es bei deinen scheinbar immer so passenden Worten bisher nicht gewagt hat selbst das Wort zu ergreifen, wage ich jetzt den Sprung ins kalte Wasser. Ich bin tief berührt von deinen Beiträgen der vergangenen Tage und schicke dir ganz viel Kraft und Energie. Auch wenn man es manchmal nicht sehen kann, geht es im Leben doch immer weiter. Ich wünsche euch vor allem wegen der Kinder, dass das Familienprojekt weitergeht. Denn auch wenn man sich als Paar trennt, bleibt man über die Kinder für immer verbunden.
    Ich nehme dich heute in meinen Segen für diesen Tag auf und schicke dir auf diesem Wege auch einmal einen Dank für viele Denkanstöße, die ich mir schon in aller Stille bei dir geklaut habe.

    Julia

  5. Hi Julia,

    danke für deinen Mut. Ich hoffe, ich schüchtere dich hier nicht ein. Vielen Dank für die Kraft und Energie. Kann ich wirklich brauchen, weil das alles schon sehr kräftezehrend ist. Mal eben so das Leben umstellen. Nebenbei. Arbeiten, Kundentermine, Leben umstellen. Gedanken ordnen, großzügig bleiben, sich selbst nicht verlieren. Scheint eine Mammutaufgabe. Aber letztlich geht es tatsächlich in erster Linie um die Kinder. Deshalb wünsche ich mir so, dass wir das Familienprojekt hinkriegen. Die ersten Tage ist es gut gelungen. Zumindest sind die Weichen gestellt und Ela und ich sind uns einig. Da kommt Segen gut. Wir brauchen jetzt viel Segen.

    Ich freue mich, dass ich dir in der vergangenheit Denkanstöße geben konnte. Das soll der Blog. Damit macht er Sinn. Du brauchst sie nicht klauen, ich schenke sie dir gerne:)

    Liebe Grüße

    Jens

    1. Lieber Jens,
      Du hast mich keineswegs eingeschüchtert, aber ich hatte stets das Gefühl das alles gesagt worden ist.
      Ich nehme das Geschenk dankbar an und schenke dir dafür ganz viel von meiner Kraft und nehme dich auch in den nächsten Tagen in meinen Segen auf. Mir hilft es jeden Morgen nach dem Yoga einen Segen zu sprechen, in dem ich um Gesundheit für meine Familie, meine Freunde und mich bitte. Auch wenn man nicht an Gott glaubt, hilft es doch immer positives Gedankengut in die Welt rauszuschicken.
      Du bist momentan in meinen Gedanken und das obwohl ich dich nur durch deine Worte kenne. Deshalb kann ich gar nicht anders, als viele positive Gedanken und Energie in deine Richtungzu schicken.

      Liebe Grüße Julia

      1. Liebe Julia,

        das ist gut zu hören – wenn alles gesagt ist, ist alles gesagt. Über Segen freue ich mich – auch wenn ich Buddhist bin. Bei uns gibt es auch Segen. Ich nehme aber auch gerne Gottes Segen, weil ich getauft bin und ich nicht sage, dass es keinen Gott gibt. Ich danke dir herzlich für die guten Gedanken und alles.

        Herzliche Grüße

        Jens

          1. Ja, missverstanden. Sorry. Zu schnell gelesen. Am Ende allerdings zählt, so denke ich, der Segen. Wo immer er her kommt. Solange er aufrichtig und aus einem guten Herzen kommt.

            Liebe Grüße

            Jens

  6. Lieber Jens,

    für mich kannst du richtig stolz auf dich sein. So wie es sich für mich liest, hast du schon einen guten Weg für dich gefunden damit umzugehen und selbst wenn du mal davon abkommst, kannst du immer wieder dahin zurückkehren. Ich wünsch dir, dass sich dein Herzenwunsch „Familienprojekt“ so mit Leben füllt, wie du dir es vorstellst.

    Herzliche Grüße
    Manuela

    1. Liebe Manuela,

      ich warte noch mit der Bewertung:) Das ist alles noch so neu. Momentan legen wir den Weg an, den wir dann hoffentlich auch gehen können. Danke für deine Wünsche. Ich freue mich über jegliche mentale Unterstüzung. Weißt du. je mehr ich mich damit beschäftige und je mehr ich hierzu rausposaune, desto mehr bin ich an meine Worte gebunden. Ich halte gerne, was ich verspreche. Für mich ist das also Ansporn, das Gesagte und Geschriebene in die Tat umzusetzen.

      Herzliche Grüße

      Jens

        1. Hi Manuela,

          ich habe gesehen, du bist die Fachfrau. Oje. Aber dann doppelten Dank für deine Unterstützung:) Dann schreib ich mich mal weiter in das kleine „Projekt“ hier, damit es gut wächst und gedeiht und ich als Schreiber mittendrin dabei bleibe.

          Liebe Grüße

          Jens

    1. Liebe Gitta,

      ist angekommen. So wie die vielen Wünsche und Energiesendung aller hier im Blog. Tatsächlich fühle ich mich getragen und verstanden. Ich freue mich wirklich darüber, hier so viel Unterstützung zu bekommen. Das hat mir in dieser wichtigen Woche meines Lebens immens geholfen. Der Blog war tatsächlich eine wichtige Stütze. Danke! Danke, an alle.

      Herzlich

      Jens

  7. Lieber Jens,

    hinter dem Horizont geht es weiter, auch wenn an selbigem noch tiefgraue Wolken hängen. Die Sonne kommt wieder und die Schwere entfleucht.

    Ich schicke Dir Hoffnung.
    Annegret

    1. Liebe Annegret,

      einen Horizont kann ich tatsächlich noch nicht sehen. Ich bewege mich von Tag zu Tag. Es läuft gut. Ich kann mit den Bildern und Gedanken, die kommen, ganz gut umgehen. Manchmal zieht es mich ein wenig runter, dann finde ich einen Weg, doch wieder zu lächeln. Mir ist das Lachen nicht vergangen. Und ob du es glaubst oder nicht, bei allen Tränen ist in diesem Haus in dieser Woche auch einige Male kräftig gelacht worden. Und im Grunde war das alles so befreiend, dass es mir grundsätzlich besser geht als vorher. Nur diese ganzen Drumherum-Gefühle sind halt da. Bin gespannt, wann das abklingt. Aber ich bin absolut sicher, es klingt ab. Ich habe eine ganze Menge Hoffnung. Danke.

      Herzliche Grüße

      Jens

  8. Lieber Jens,
    ich schicke Dir viel Kraft und Energie über den Teich. Vielleicht ist es noch zu früh und der Schock sitzt noch tief, aber es ist auch wichtig, Gefühle wie Wut und Zorn zuzulassen. Das ist menschlich und steht Dir zu. Es befreit, wenn man diese Energie positiv für sich nutzt und sich erst mal auf die eigenen Bedürfnisse konzentriert. Wenn es Dir gut geht (und Ela), wird es auch den Kindern gut gehen, bzw. sie kommen leichter damit klar. Ich wünche Dir den Weitblick, den richtigen Weg für die Zukunft zu finden.
    Liebe Grüße
    Elisa

    1. Hi Elisa,

      aus Amerika. Wow. Ich freue mich, dass von so weit her an mich gedacht wird. Mir geht es gut, obwohl der schock tief sitzt. ich weiß gerade nicht, was mit mir passiert. Aber: Wut und Zorn wollen nicht kommen. Müsste das so sein? Wird das von mir erwartet? Schläft etwas in mir? Bin ich falsch, wenn ich nicht wütend werde? Egal. Ich sehe Ela und ihren neuen Freund Jens und weiß, dass das passt. Ela und ich haben nicht mehr gepasst. Wir waren zusammen, aber weit auseinander. Wir haben uns nacheinander gesehnt, konnten den Weg zueinander aber nicht mehr finden. So ist es eine Art Erlösung. Ela lacht, freut sich, kann nun vielleicht endlich glücklich werden. Es würde mich tatsächlich freuen. Müsste ich hier anders empfinden? Weiß ich nicht, will ich nicht.

      Was meine Zukunft betrifft: Die ist da. ich leben mein leben weiter. Jetzt mehr auf mich ausgerichtet. Der teil, der bislang in der beziehung für Ela reserviert war, ist nun frei. Ich kann Dinge tun, die ich will. Das ist ein unglaubliches Gefühl. Es ist ein wenig, als wäre ich in mir selbst gefangen gewesen. Als ich gestern Abend mit einem Freund in einer Kneipe war, hat mich das so glücklich gemacht. Ich hatte auf der Rückfahrt ein breites Grinsen im Gesicht, ohnen einen Schluck Alkohol getrunken zu haben. Bei mir wird es jetzt sehr spannend. Ich fühle mich sehr ruhig, habe keine Angst und weiß, dass da viel Zukunft ist. Ich habe bereits ein gutes Leben. Ich kann jetzt nur noch Dinge hinzufügen.

      Liebe Grüße

      Jens

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