Im, am, beim, Lommerzheim

Lommerzheim, Köln-Deutz
Lommerzheim, Köln-Deutz

Kürzlich habe ich über die Kranhäuser geschrieben. Über dieses neue Viertel am Rhein. Auf dem Weg dorthin habe ich auch das andere Köln gesehen. An dieser Stelle möchte ich die Stadt dann doch verteidigen. Es gibt es weiterhin, das schöne, südliche, verrückte, spaßige, lachende Multikultitreiben. Das Herz dieser Stadt. Fröhlichkeit, Aufgeschlossenheit, Miteinander. Wollen wir ja nicht vergessen…

Wir hatten in Deutz geparkt und waren am Lommerzheim vorbeigekommen, dieser urigen Ur-Kölsch-Kneipe, die mittlerweile dem Päffgen gehört. Ich hatte Viveka den Laden zeigen wollen. Auf ein kurzes Kölsch. Die Tür stand offen, aber es war geschlossen. Putzzeit. Also standen wir in dieser sonst immer bis zum Bersten gefüllten Kneipe ganz alleine.

Normalerweise sind die Tische randvoll mit diesen Tellern mit den riesigen doppelstöckigen Koteletts, die ein Mensch allein kaum gegessen bekommt. Und die Theke ist umlagert und das Kölsch fließt so schnell wie der Rhein nebenan bei Hochwasser.

Nun waren wir ganz allein. Kein Stuhl besetzt. Niemand da. Also habe ich die Gelegenheit genutzt und das Lommerzheim abgelichtet. Die alten Boxshorts an der Wand hinten, die Geweihe. Das ganze Ding sollte schon komplett ins Museum wandern. Also die gesamte Kneipe, so, wie sie ist. Steht in Wikipedia. Nur gut, dass in Köln nicht alle Ideen Wirklichkeit werden. Was bitte schön, soll denn eine Kölsch-Kneipe wie das Kölner Lommerzheim im Museum? Das bringt doch nichts.

Wenn man sieht, wie viel Spaß die Leute in dem abgewrackten Laden haben, dann können einem die Ärmsten in den Kranhäusern schon leid tun. Dann doch lieber ein wenig Patina (ne!) und bröckelnden Fassadenputz. Härrlisch!

2 Antworten auf „Im, am, beim, Lommerzheim“

  1. Hallo Jens,

    schon urig, die Kneipe. Holzboden, Geweihe und Bilder an den Wänden. Die Stühle und Tische haben schon mal bessere Zeiten gesehen. Aber Hauptsache das Bier schmeckt, die Atmosphäre stimmt.
    Wer braucht schon Hochglanz-Flair?

    Viele Grüße
    Annegret

    1. Hi Annegret,

      und wie. Du müsstest die mal von außen sehen. Ein Wunder, dass sie noch steht. Aber an solchen Orten fühlen sich viele Menschen dann doch am wohlsten. Heimat im guten Sinne. Kuschelig, menschlich, warm, liebevoll, lebevoll.

      Liebe Grüße

      Jens

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.