MfG oder What the bleep do we know?

What the bleep do we know?

Morgen, morgen. Was ist das für ein Morgen, der mit Faithless, den Fanta4 und fünf Teens beginnt? Herrje. Ich habe Frühdienst. Gut, diese Woche nur 3x, dafür aber intensiv. Der hieß hier mal Kinderdienst, ist aber in einen Hotelservice übergegangen. Teens. Um 6 Uhr geht der Wecker, um 5:30 Uhr die Dusche neben meinem Bett. Ich dachte, ist das ein Traum oder Wirklichkeit? Sifft es irgendwo durch? Kommt der Himmel runter? Oder ist das so ein Kindheitstraum, in dem man plötzlich angeregt durch Flüssigkeitsfließgeräusche zum Pieseln animiert wird? Alles warm und nass. Ih.

Das Bad liegt direkt neben meinem Kopfende. Jim ist Duschen gegangen. Weil Zoe ihre Freundinnen da hatte und unser Bad nicht abschließbar ist (Mal wieder so eine Herausforderung für Menschen, die uns besuchen. Ist nicht abschließbar nicht aus politischen, prinzipiellen, philosophischen, erkenntnistheoretischen Gründen nach Adorno, Habermas oder Lenk, sondern weil in diesem Altbau kein Türschloss passt und ich einen Nachmittag investieren muss, um die Teile anzupassen!), hat sich Jim den Wecker so früh gestellt. Wer will schon vier Dreizehnjährige im Bad haben, die einem auf den *Beep* gucken und rumkichern.

Also war ich wach und hab schon „Isomnia – I can’t get no Sleep“ aufgelegt und zu verstehen gegeben, durch die Blume, was mir aufgrund eines Duschvorgangs nicht gelungen ist. Hatte ich also Zeit, das Frühstück für die Damen vorzubereiten. Sie essen nur die weißen Brötchen und der Kakao muss kalt sein und zwei essen nur vegetarisch und bitte nicht ansprechen so früh und nicht auffordern, sich einzubringen. Die sind sensibel. Um nicht zu sagen, mit einem gewissen Potenzial ausgestattet, das Tieren zugeordnet wird, die mithelfen, Ziegenkäse zu produzieren. Boah, ey. Sind die drauf. 13 ist ein wunderbares Alter. Herzallerliebst. So richtig zum Knuddeln. Gestern Abend quer durchs Haus und ständig dieses Kichern in dieser bestimmten Tonlage.

Die Mädels mussten zusammen ein Referat schreiben und haben unser Domizil als Workbase auserkoren. Süß sind sie ja schon. Wie sie tuscheln und aufgeregt sind und zu Viert in einem Bett pennen. Wenn sie denn mal pennen. Musste da dann doch irgendwann den deutschen Jugendherbergsvater rauskehren, weil ich ja wusste, dass ich um 6 Uhr die Aufgabe habe, sie aus dem Schlaf an den Frühstückstisch zu befördern. Hat dann letzten Endes doch alles geklappt. In der Brotschale zurück blieben? Die Mehrkornbrötchen. Die sind doch alle gleich. Dafür war das Nutellaglas so gut wie leer und der Inhalt von der Glasinnenwand auf die Glasaußenwand übertragen. Schmier.

Ich wusste vorher nicht, wie das klappen soll, aber es hat geklappt. Bad. Und dennoch pünktlich zum Bus. Sie sind zu viert rein und haben sich parallel die Zähne geputzt. Freundinnen. Geht doch. Ich hatte befürchtet, sie würden einzeln gehen und ich müsste mich um das Zähneputzen-Schönmachen-Zeitmanagement kümmern. Irgendwann saßen wir dann rechtswidrig zu sechst mit Hund im Auto und hörten Radio. Fanta4. „Gebt uns ruhig die Schuld“. Total süß. Da saß der Backround-Chor hinten eingequetscht und hat den ganzen Song mitgeträllert. Gute Laune am Morgen. War ne super Fahrt zum Bus. Alle raus. Tschüss. Tür zu. Durchatmen. Aaaah.

Hier habe ich dann erst einmal auf Youtube nach dem Song gesucht und bin dabei auf MfG gestoßen. Noch nie gesehen, das Video. Den Song mag ich. Deshalb heute im fiftyfiftyblog. Lässt sich leider nicht direkt einbetten. Die Funktion ist auf Youtube „auf Anfrage deaktiviert“. Urheberrechtsgedöns. Sag ich mal nix zu, da hauen sich ja gerade genug Leute gegenseitig den Schädel ein. Konflikte immer schön warm halten und möglichst in die Länge ziehen – hat man dann mehr von. Egal. Hier MfG von Fanta4:) Und: Gebt uns ruhig die Schuld (den Rest könnt ihr behalten). Schönen Tag, viel Spaaasssss und denkt mal drüber nach: What the bleep do we know? I think about it:)

8 Antworten auf „MfG oder What the bleep do we know?“

  1. Herrlicher Vertippsler, ich sitz hier und frag mich 3 Minuten lang: WAS will er aufgelegt haben?! Habe es aber dann entziffern können und nun läuft es hier auch.
    Ich kannte mal jemanden, der irgendwas mit „No escape from sound“ entwickelt/designt/gebaut/aufgenommen (?) hatte (Krafklub würden sagen: „Irgendwas im creativ-Bereich…“). Der Typ war…speziell, aber diesen Ausspruch fand ich nett.
    Und nicht vergessen: DieWeltliegtunszuFüßendennwirstehendrauf!
    Sinnfreien Gruß!

    1. Hi ElaE,

      peinlich. Musste ich korrigieren. Ein Wort, dass ich neu hab. Und bislang nicht benutze. Latein, uaaah. Krankheitsbilder. Ih. „No escape from Sound“ passt gerade ganz gut. Immer was auf die Ohren:)

      Wir stehen drauf… Absolut

      Liebe Grüße

      Jens

  2. Hallo Jens,

    lieber Heimwerker, wie wäre es da mal mit einem einfachen Schieber. Auf – zu – dann ist Ruh. Oder einem drehbaren Schild: Wasserfall in Betrieb! Sei so lieb und lass mich allein.
    Ja, ja, vier 13-jährige Mädels auf einen Haufen. Da braucht man schon Oropax oder gute Nerven.
    Du hast es überstanden. Sei’s drum.
    Ich wünsche Dir noch einen entspannten Tag und für morgen, einen schönen Vattertach.
    LG
    Annegret

    1. Hi Annegret,

      das Projekt ist eigentlich schon in Angriff genommen. Ich habe da einen wirklich schönen alten Beschlag gefunden. Aber die Tür muss angepasst werden. Das kostet einen Nachmittag. Wie die Erfahrung zeigt, weil ich schon mehrere Türen in feinster Schreinerarbeit mit Schlössern und Beschlägen versehen habe. Momentan nur stehen andere Sachen an. Tauschen gerade die Heizung aus. Planen, Angebote einholen. Sehen, was passt.

      Vatertag? Gehe ich nicht hin. Das Wort Vater ist mir zu streng und die Tradition des übermäßigen Trinkens führ bei uns im Dorf beim vatertagsfrühschoppen regelmäßig zu Keilerei. Irgendwann hauen sich zwei auf die Zwölf. Freunde haben mich ins Kino eingeladen. nenne ich das mal Papa-ab-ins-Kino-Tag:)

      Liebe Grüße

      Jens

  3. Ja, das waren noch Zeiten, als meine Tochter noch mit Freundinnen giggelnd im Zimmer verschwunden ist. Da war es direkt anstrengend mit den Uebernachtungsgaesten. Heute ist sie 22 und kommt selbst zu Besuch, manchmal auch ueber Nacht. Ansonsten hab ich jetzt manchmal junge Maenner um die 20 am Fruehstueckstisch, wenn mein Sohn, der noch bei mir wohnt, eingeladen hat. Aber die sind sehr pflegeleicht. Trotzdem denke ich auch gerne an die Zeiten zurueck, als die Kids schwieriger wurden ;-) ich weiss ja jetzt, dass sich das alles gelohnt hat. :-)

    1. Hi Bianca,

      ja: gelohnt. Auf jeden Fall. Und auch schon jetzt. ich genieße jede Minute, auch wenn ich mich aufrege. Ich weiß, die sind jetzt mit 13 und 15 schon kaum mehr in meinem Einflussbereich. Groß was ändern lässt sich nicht mehr. Aber wenn ich sie mir ansehe, freue ich mich. Schöne Kinder, die ihren weg gehen werden. Jim fliegt jetzt für fünf Wochen zum Praktikum nach Kanada, Zoe ist so selbstbewusst, dass sie mich manchmal umhaut. Noch ein paar gemeinsame Jahre. Die werde ich mir komplett reinziehen und sie Schritt für schritt gehen lassen…

      Liebe Grüße

      Jens

  4. Meine Töchter sind 8 Jahre auseinander und da waren immer ganz unterschiedliche Übernachtungsgäste da. Zu Partyzeiten, also am Wochenenden hab eich am Morgen nur die Schuhe gezählt, die brav unten neben der Eingangstür geparkt waren. Das war praktisch, da wusste ich dann wie viele da im Zimmer meiner großen Tochter gestapelt lagen :-). Wenn ich an diese Zeiten denke, war schon echt witzig. Übrigens habe ich auch so ein Exemplar, das erst dann reden kann, wenn die Futterluke ausgiebeig bedient worden war. so als Vortraining zu dann gnadenlosem Gequatsche und Gegagger. Meine andere Maus, war auch nicht gerade redselig vor dem Frühstück, aber nicht sooo extrem wie erstere.
    So gesehen beneide ich Dich ein klein wenig, unsere Kochtöpfe sind deutlich kleiner geworden und meine Große hat mich gefragt, ob mir das schwer gefallen sei, auf kleinere Mengen zu gehen. Tut es immer noch. Toll, klasse da ist Leben bei Dir, lieber Jens :-)

    Herzlich
    Gitta

    1. Hi Gitta,

      ja, ich genieße es. Dieses Leben. Es ist einfach schön, so dabei sein zu können. Macht einfach Spaß, diese verrückten Kinder zu sehen. Immernoch große Augen, wenn man Kakao einschenkt. Bei Zoe läuft die Kinderphase jetzt aus. Vielleicht noch ein Jahr ein wenig klein. So viele Bilder im Kopf, so viele Gefühle. Ist einfach unbeschreiblich und kaum mitzuteilen. So ein Gute Nacht-Kuss auf die Stirn, wenn man sieht, dass sie sich wohl fühlen. Einkuscheln. Hach.

      Liebe Grüße

      Jens

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