Als High Tech-Roboter X.X in die Unendlichkeit hinter allem

achtzehneintel

Ja.

Wir reden von Vernetzung. 2.0. Wir reden von Roboting. 4.0.

Und eigentlich sind wir schon ALLES.X.

Es sind langsame Schritte der Erkenntnis. Es sind Jahrhunderte, Jahrtausende, Unvorstellbarkeiten, die es braucht. Wir gehen durch die Zeit, erfinden, vergessen. Entwickeln. Und letztlich: Bewohnen wir in der Unendlichkeit aller Planeten, Himmelsstraßen und Galaxien diesen einen blauen Planeten. Als Menschen. Mit Tieren. Pflanzen. Nur, weil es Sauerstoff gibt. O2. Eine galaktische Anomalie.

Wie lustig ist das? Roboter. Cyber. Und das alles sind wir längst. Ein plumper, DOS-gesteuerter Schweißroboter braucht Starkstrom. Wir laufen mit Minimalampere. Sind perfektioniert. Als Menschen versuchen wir nachzubauen, was wir schon sind.

Göttlicher Code. Ich sitze vor diesem Bildschirm, halte einen Augenblick inne und schaue, was meine Hände, meine Finger können. Da Vinci. Alles. Jeden Punkt in Reichweite. Die Finger zu Geschichten formen, zu Zeichen, zu Liebkosungen. Drohungen. Sprache, Ausdruck, Handeln. Ich wedele nur ein wenig und bin als einer von 7 Milliarden besser als jeder Roboter. Mit allem Potenzial, das Kind streicheln, das Schwert erheben, die Hand reichen, den Abzug drücken, den Kopf tätscheln, die Rakete zünden, die Kaffeemaschine.

Aktionspotenziale. Nervenstränge. Stromfluss im Millibereich. Ein Roboter funktioniert nur mit Strom, wir haben parallel chemische Prozesse. Hormone. Wir glauben an Roboter, die seit Jahrzehnten entwickelt werden. Unsere Entwicklungszeit läuft seit Anbeginn. In Eiweißstrukturen steckt die Information, Aminosäuren. Alpha-Helix. Gekoppelt, gepaart. Purer Wahnsinn. Die Wissenschaft versucht, nachzubauen, was in Perfektion bereits vorhanden ist.

Gehirne, Nervenbahnen. Blut, chemische Prozesse, Energie. Alles Vorhandene verwandeln wir in Antrieb. Ein Modell, das mit Getreide, Fleisch, Milch, Früchten, Wasser, Bier, Donuts, Burgern läuft. Mit Astronautennahrung, Eiscreme, Pasta, Beef, Sprossen, Algen. Egal. Einwerfen, umwandeln. Energy. Leben.

In Technik und Fortschritt gibt es nichts, was weiterentwickelt ist. 7 Milliarden High Techs. Leider oft mit falscher Programmierung. Das nennen wir Sozialisation. Das Einstellen des Codes auf Gesellschaft. Ich verwende dieses Wort, weil ich es mag. Es steht über den Dingen, es symbolisiert einen Wert. Seit Ewigkeiten kämpft mein Denken gegen die BWL, diese widerliche, beherrschende Teildisziplin, die sich der Moral entzieht. Eine dumme Wissenschaft, eine hoch spezialisierte Teilwissenschaft, die aus dem Ruder gelaufen ist. Wie Religion. Irrwege. Tötend, verletzend. Stark. Wer studiert nicht lieber BWL als Gesellschaftswissenschaften? Erwirtschaften, Reichtümer, Materielles. Religion: Versprechen, Hoffnung, Paradies. Jungfrauen, Wolken, Himmelstore, in Wohligkeit gebettet. Erleuchtung, Amen. Und irgendwann am Ende wird alles gut sein – wenn du tot bist. Seltsamer Deal.

Es ist egal, wie wir als lebendige Roboter eingesetzt werden. Wenn wir in den Himmel schauen, kommen in der ersten Reihe die Sterne, danach kommt irgendetwas, vielleicht das Nichts. Einstein, Hawkings.

Irrelevant, ein schönes Wort, das mir Viveka in einem Moment der Erleuchtung geschenkt hat.

Gehen wir auf die Stufe der emotionsfreien Bewertung. Vergessen wir Moral und die uns in Angst erstarren lassende Liebe. Tun wir kurz so, als wären wir so plump wie monoton agierende Maschinen. Und dann? Stellen wir fest: Der Zusammenhang unseres Lebens auf diesem blauen Planeten ist banal. Es hat keine Relevanz. Nicht wirklich.

Wir haben zwei Eckpunkte: Geburt und Tod. Dazwischen Geschichten, Farben, Tage, Urlaube, Sex, Gewalt, Angst, Liebe, Hunger, Befriedigung, Neugierde… Was alles. Ein Umfeld, das mitfühlt. Dem wir gut tun oder Schlechtes zufügen. Ein Rennen, Laufen, Stechen, Gieren, Wollen, Mitmachen, dagegen Sein. Facetten des Seins. Mit welcher Bewandtnis?

Würde in diesem Augenblick die Welt implodieren, wäre es ein Sekundenspektakel. Weg. Kein Amageddon, Schreien, Wimmern, Blaulicht. Peng, Zack. Keine vorhersagende Wissenschaft, keine Ankündigung eines Untergangs eines Planeten. Der grüne Punkt erloschen, die Herzkurve auf Null. Kein Feuer, kein Knall. Nothing.

Das Schöne: Wir können unsere Zeit verwenden, wie wir wollen. Es ist egal. Wir schauen über wenige Jahrzehnte, über die Sterne lächeln. Wir können uns aufregen, kämpfen, Widerstand leisten, Theorien entwickeln, schimpfen. Und?

Wir stehen auf gegen Vietnam, bekämpfen das Establishment, Leute von der Deutschen Bank werden erschossen, Flugzeuge nach Mogadischu entführt. An neuen Startbahnen gibt es Schlachten, 100.000 schreien in Bonn nach Frieden und am Ende wird Belgrad bombardiert, Türme fallen, Soldiers quälen Menschen in Abu Ghareib, deutsche Soldaten verteidigen am Hindukusch, um letzten Endes zuzusehen, wie der Islamische Staat (ein Marketinggeschöpf wie Megaperls oder powerenergy) Menschen quält.

Es ist die bittere Wahrheit, das ein Mörder des Islamischen Staates mit allen körperlichen Möglichkeiten ausgestattet ist, die ein Mensch hat. Er entscheidet einfach falsch in dem, was er seine Hände tun lässt. Und nicht nur die Mörder des Islamischen Staates tun das, viele andere auch. Es ist eine Tendenz, Blut an den eigenen Händen oder am eigenen Tun zu akzeptieren. Weil der Wert eines einzelnen Menschen abnimmt?

Als Menschen haben wir Schwarz und Weiß, Ying und Yang. Moralische Positionen, Werte, Haltungen. Rein theoretisch könnten wir in jedem Augenblick neu entscheiden. Manchmal gelingt das, aber meist ist der Zug des Lebens unterwegs und die Schienen sind in die eine oder andere Richtung ausgerollt. Es läuft, wie es aktuell heißt. Intelligenz, evolutionäre Möglichkeiten treffen auf die Dummheit der Individualität, die sich verführen lässt. Schade.

Was könnten wir mit unseren Möglichkeiten schaffen. Welches Potenzial schlummert in uns. Wie weit bleiben wir als Auserkorene unseres Universum hinter unseren Möglichkeiten zurück. Idioten, statt Talentierte. Wenn ich in den Himmel sehe, überkommt mich eine Sehnsucht. Nach Avengers, Guardians of the Galaxy und Interstellar treibt mich der Gedanke nach intergalaktischem Auswandern um. Das Gute nehmen und exportieren. Sollen sich Vollidioten hier umbringen, die Köpfe einschlagen, beschimpfen, Schuld zuweisen, Häuser anzünden, auf Schwächere einprügeln und dieses widerliche, vermeintlich überlegene Grinsen grinsen. Kurzschluss-Robots.

Ich nehme das Schiff der Integren und entschwebe. Major Tom to groundcontrol. Bye. Tee, Kekse, Vision und Ziel. Abflug. Tja. Und dort: Nur Bücher. Das übergeordnete Denken jenseits der aberwitzigen BWL mit ihrem tumben Dolch der Rendite.

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Eine Antwort auf „Als High Tech-Roboter X.X in die Unendlichkeit hinter allem“

  1. hallo jens,
    ja. ..das erinnert mich an meinen zen meister, er zitiert gerne: alles was wichtig ist, fliegt vorbei. darum bemüht euch ohne unterlass.
    diese sehnsucht ist so groß, ich kenne das auch! :)
    ich verstehe auch so vieles nicht. diese kriege, hass, gewalt. zerstörung:land, erde, tier und mensch
    ich finde es so toll, wie du worte findest für all das. diesen widrigkeiten und ungerechtheiten immer wieder das gute vorleben, das machst du.danke. es ist immer schön von dir zu lesen!

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