Bin ich jetzt Kaspar Hauser, oder was?

Ein Jahr wusch und weg. Keine Angst, aber ständig ein mulmiges Gefühl. Ich hatte keine Angst, zu sterben. Wollte das Zeugs aber auch nicht an den Fingern haben. Wie oft bin ich ihm begegnet? Wie oft war er da, und hat es nicht geschafft? Wie oft habe ich ihn mit Seife gekillt und in den Abfluss gejagt?

Das Schlimme an diesem kleinen Mega-Arschloch ist, dass er mich trennt von den Menschen. All das, was Spaß macht, die Begegnungen, die Sprüche, Kleinigkeiten. Das, was Menschen ausmacht. In Lockerheit. Spontan mal vorbeifahren und klingeln und sich auf nen Kaffee hinsetzen und hören, was geht.

Ich bin menschlich faul geworden, habe mich ein wenig an meine Diaspora, den stillen Rückzug ins Ich gewöhnt. Ohne Menschen lebendig zu treffen, kann ich nicht mit den Social Media. Nicht wirklich. Wenn ich nicht real Worte höre, ist das Posten keine Alternative zu nichts.

Bestenfalls ein wenig Ablenkung.

Allmählich kommt mein Rhythmus durcheinander. Pandemie-Jetlag. Manchmal sitze ich hier an meinem Küchentisch und arbeite einfach. Viveka ist nicht da und die Themen sind spannend. Gerade habe ich MIRO entdeckt, ein Tool, das mein Herz hat hüpfen lassen. Ein Kinderspielplatz des Denkens mit dem IKEA-Smaland und der Phantasialand-Ecke und dem Mondflug.

Du knallst einfach alles rein und schaffst deine eigene Welt. Max hat früher viel Mindcraft gespielt und das war echt Wahnsinn. Die Welt wuchs und wuchs und wuchs.

MIRO ist mein Mindcraft. Alter, hätte ich das im Studium gehabt. Das ist eine Kunstform. Du ordnest deine Gedanken mit all dem, was dein Denken braucht. Wenn du dein Gehirn kennst, wenn du weißt, wie es tickt, wenn du die Trigger kennst, dann baust du dir deine Welt des Abhebens. Arbeiten, denken, gestalten in schön.

LIKE it:) NO! Love it:)))

Bin gespannt, was bleiben wird. Dornröschen erwacht aus dem hundertjährigen Schlaf. Und? Wie siehts aus? Erkennste noch was?

Wird nicht mehr so sein wie früher, aber auch nicht ganz anders, aber eben ein klein wenig doch. Haben wir schon vergessen, wie es war? Wie war dieses Normal? Auf eine Party gehen. Klingeln, Tür auf, Küsschen, Geschenk, wer ist denn schon da?

Ach, ihr Lieben. Es lebt sich als führe man im zweiten Gang über die Landstraße. Ja, man kann entspannt zuschauen, aber es passiert nichts. Oder das Falsche. Wer will das schon. Kack Programm.

Ich will leben in vollen Zügen. Habe ich ein Jahr oder zwei zu verschenken?

Niet.

Und parallel läuft der technische Fortschritt. Die Maschinen sind am Drücker und übernehmen, während wir uns in unseren Löchern verstecken. BÖFF.

Vor Augen führen, was fehlt. Nachspüren, wie wichtig die anderen sind.

Wir sind Menschen. Wir brauchen einander. Ich kann und will ohne euch nicht. Ihr fehlt mir, verdammt. Ich möchte euch küssen.

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