Wann ist eine Frau eine Frau?

Die letzten Tage im Blog haben mir sehr gut gefallen. Viel los in der Bude. Gute, fruchtbare Diskussionen. Ich konnte einiges für mich mitnehmen. Ist ja nicht so oft der Fall, dass Männer über Väter und Konstellationen und Positionen und Ansichten reden. Nun möchte ich das Thema am Ende der Woche nicht abbrechen, sondern gerne weiterführen und dann vielleicht sanft ausklingen lassen. Ganz, wie ihr wollt und Lust habt, da weiter zu gehen.

Nachdem wir nun viel über Söhne, Väter und Mannsein gesprochen, bzw. geschrieben haben, möchte ich die Diskussion gerne um die Frau, das Thema Weiblichkeit erweitern. Wann ist eine Frau eine Frau? Spontan lässt sich das schnell beantworten. Mit der Geburt im ersten Schritt und mit dem Einsetzen der Menstruation im zweiten Schritt. Sonia hatte geschrieben, dass sich das gut sehen lässt. Ein klarer Punkt im Leben, der sagt: Jetzt ist es so weit.

Ist das bei Frauen tatsächlich alles klarer und einfacher? Sind sie dann in ihrem weiblichen Körper und als Frau komplett? Ich glaube, das ist dann doch auch wie bei Männern. Da müssen noch mehr Dinge passieren, um in der Weiblichkeit, der Souveränität der Frau anzukommen (auch die ist spürbar!). Wobei das für Frauen vielleicht einfacher ist, weil Mütter traditionell präsenter sind. Die sind einfach da – wie selbstverständlich. Selbst wenn sie arbeiten und machen und tun, sie tragen meist den Großteil des Erziehungsjobs. Ist es also Glück, als Mädchen geboren zu werden, weil geschlechtsspezifisch automatisch die richtige, weibliche Erziehung erfolgt?

Ich sehe hier Zoe heranwachsen, was mich sehr freut, weil ich mit Brüdern aufgewachsen bin und es ausgesprochen spannend finde, wie das alles abläuft. Habe ich ja auch schon mehrfach drüber berichtet: Das Mysterium der Weiblichkeit:) oder Beste Freundinnen, forever! Tatsächlich wirkt das zwischen Ela und Zoe oft so leicht. Die scheinen sehr gut zu wissen, wer sie sind und was sie wollen. Das wirkt, ich kann das nur diffus beschreiben, natürlich. Wenn ich Zoe sehe, bin ich oft überrascht wie selbstbewusst und selbstverständlich sie ihre weibliche Rolle annimmt. Ich bin da immer wieder einfach fasziniert, sprachlos.

Zwischen Jim und mir läuft das anders. Stiller. Dicht nebeneinander aber doch so jeder eher für sich. Wir sind uns nah – mit Abstand. Das ist auch so unter den Jungs. Die sind gute Kumpel, hängen zusammen, kommen sich aber nicht ganz so nah. Das ist rauher. Aber wenn die was wollen, dann ziehen die das gemeinsam durch. So wie mit dem Song, den Jim und sein Freund geschrieben und auf der Jugendfeier mit ihren Gitarren vorgetragen haben.

Nun gut. Ich bin gespannt, was euch zum Thema Frau werden, Frau sein und Weiblichkeit einfällt.

34 Antworten auf „Wann ist eine Frau eine Frau?“

  1. Ach was soll ich sagen. Männer haben mich immer attraktiv gefunden und sexy/ weiblich als Frau. Ich mich selber aber nie. Ich war Ich eine neutrale Person mit Gefühlen, Gedanken und allem was dazu gehört.
    Das hat sich geändert als ich Kinder bekam. Da fühlte ich mich als Mutter (also nicht mehr neutral) mit Haut und Haaren aber immer noch nicht Frau.
    Nun nach vier Kindern (zwei J. zwei M.) und einem halben Jahrhundert auf dieser Erde mit all meinen Erfahrungen hinter mir fühle ich mich als Frau. Bin angekommen in meiner souveränen Weiblichkeit. Fühle mich auch sexy nun. Spüre mehr Geschlechtlichkeit.
    Frag mich nicht warum es für mich ein so langer Prozess war zur Frau zu finden vielleicht weil meine Mutter mir kein Vorbild geben konnte. Zum Glück habe ich aber die gleiche Leichtigkeit mit meiner Tochter wie du sie beschreibst. Aber nur mit der Einen. Die Andere ist ein Pappakind.
    Also ich finde sich als Mann zu fühlen oder als Frau hat viel mit Sexualität (Urinstinkt) zu tun.
    Jedoch als Mann oder Frau zu agieren oder als Pappa oder Mama ist ein anerzogenes gesellschaftliches Verhalten.

    1. Hi Dagmar,

      vielen Dank für deinen offenen Kommentar. Sexualität, klar, die spielt eine große Rolle. Vielleicht wird sie manchmal als Messinstrument für „echte“ Männlichkeit und Weiblichkeit überbewertet oder auch falsch verstanden. Das ist der Fall, wenn Zahlen, Fakten, Daten ins Spiel kommen. Andererseits denke ich, dass eine freie, ungezwungene Sexualität durchaus ein Zeichen dafür ist, bei sich angekommen zu sein.

      Was du als Mutterprozess beschreibst, empfinde ich als den allgemeinen Prozess des Erwachsenwerden. Wenn Kinder da sind, fällt das leichter, weil die Aufgaben klar verteilt sind. Da ist das Kind, hier die Mutter, der Vater. Da sollte dann klar sein, wer welche Funktion hat. Für mich war das wie bei dir ein großer Schritt in Richtung Entdeckung einer fest umrissenen Männlichkeit. Für mich habe ich das gefühl, an der Aufgabe Vater gewachsen zu sein. da war ich einfach gezwungen, meinen Mann zu stehen. Als Vater und darüber hinaus. Bei mir hat das auch sehr lange gedauert und ich habe oft gehadert und gezweifelt, ob ich das überhaupt will. Denn bis heute ist für mich Mannsein zu oft verbunden mit Dominanzgehabe. Alphatier, Rudelführer. Aus diesem falsch verstandenen mannsein heraus entstehen oft merkwürdige Dinge – Männer müssen dominieren. Wer das aus eigener Stärke heraus nicht kann, greift zu merkwürdigen, eher unmännlichen Methoden. Mir gefallen authentische Männer, die mit sich und Gefühlen umgehen können, eindeutig besser.

      Liebe Grüße

      Jens

  2. Hallo Jens,

    ich glaube, daß es bei Frauen nicht anders ist als bei Männern. Frau ist Frau, wenn Frau sich als Frau annimmt. Krassestes Beispiel: Magersüchtige Mädels, die nicht Frau sein wollen, die den weiblichen Körper nicht akzeptieren können, die sich selbst nicht akzeptieren können. Mit der Menstruation ist man nicht automatisch Frau, weiblich. Dazu gehört mehr. Außerdem setzt heutzutage die Menstruation oft schon früh ein. Ein Mädel mit 11/12 Jahren ist keine Frau. Das Verhältnis von Müttern zu Töchtern ist ein anderes als das von Müttern zu Söhnen, denn in die Töchter kann man sich hineinversetzen, man weiß, wie man als Kind, als Jugendliche, als Heranwachsende gelebt, gefühlt und gedacht hat. Es ist nicht so, daß es ein einfacheres Verhältnis ist, sondern ein anderes. Wie definiert sich Weiblichkeit? Natürlich über Äußerlichkeiten, über den Körper, über die Ausstrahlung, über innere Werte, über das Verhalten. Ist eigentlich schwer zu beschreiben. Zu Deiner Frage, ob es Glück ist, als Mädchen geboren zu werden, weil geschlechtsspezifisch automatisch die richtige, weibliche Erziehung erfolgt, möchte ich sagen, daß das nicht automatisch zutrifft. Auch Mütter können in ihrer Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht haben und können so vielleicht ihren Töchtern nicht richtige, angebrachte Erziehung weitergeben. Weil Muttersein sich aus der Erfahrung nährt. Und was ist mit den Töchtern alleinerziehender Väter? Ein Schwager von mir erzieht seine kleine Tochter alleine. Die Mutter hat Mann und Kind verlassen, als die Kleine gerade 1 Jahr alt war. Die Kleine macht sich gut in der Obhut des Vaters, aber man merkt den männlichen Touch. Wann ist eine Frau eine Frau? Eine gute Frage. Ich werde noch etwas darüber nachdenken.

    Viele Grüße

    Annegret

    1. Hi Annegret,

      im Prinzip ist es wohl so, dass der Grundtenor der des menschen ist: Mit sich selbst gut klarkommen. Wer das schafft, steht auf festen Füßen. Gute Erziehung ist dann schon wieder ein anderes Thema. Aber es ist doch schon viel wert, wenn jemand da ist. Präsent. Denn viele Männer sagen ja gerade zu ihren Vätern: Wo warst du? Das ist dann Abwesenheit. Töchter alleinerziehender Väter. Puh! Eine weitere Variante. Würde ich allein mit Zoe zusammenleben, könnte ich ihr bestimmte Dinge einfach nicht geben. Das ist noch nicht einmal, dass ich zum Beispiel nicht mit ihr Shoppen oder auch über Frausein (aus meiner Sicht) sprechen könnte, sondern es ist dieser natürliche Umgang, diese weibliche Nähe, die fehlen würde. Wann eine Frau eine Frau ist, kann wahrscheinlich eine Frau nur für sich beantworten. Ich fand gut, wie Dagmar das beschrieben hat. Nun bin ich in meiner Weiblichkeit angekommen. Scheint ein gefühl zu sein, dass die Dinge stimmen.

      Liebe Grüße

      Jens

  3. Hallo Jens,

    was für eine schwache Resonanz! Ist Frau nicht an diesem Thema interessiert?

    Nachdenkliche Grüße

    Annegret

    1. Hi Annegret,

      alle haben die letzten Tage alles gegeben. Es ist Wochenende – das ist schon in Ordnung. Soll ja kein Stress werden:)

      Liebe Grüße

      Jens

      P.S. – Es sind ja noch einige sehr interessante Kommenatre gefolgt!

  4. Warum, lieber Jens, wollen wir das eigentlich immer so genau wissen? Wann ist ein Mann ein Mann, eine Frau eine Frau?
    Eigentlich ist es ja (in den meisten Fällen) eine klare, biologisch-sexuelle Definition: JEDER Mann ist ein Mann, JEDE Frau eine Frau, egal wie sie sich fühlt und wie er die Rolle ausfüllt und für sich definiert. Genau das ist aber heutzutage vielleicht schwieriger, weil die klare Einteilung: Männer sind stark, Frauen sind gefühlsbetont oder so etwas heute nicht mehr hundertprozentig funktioniert. Klar, ich weiß, es gibt noch viele geschlechts- und rollenspezifische Probleme, Ungerechtigkeiten, aber da ist was im Umbruch.
    Viel interessanter finde ich: WIE ist ein Mensch, welches sind seine Charaktereigenschaften, seine Interessen, seine Talente usw. Natürlich nehme ich als erstes wahr: ist das ein männliches oder weibliches Wesen und damit verbunden sind einige „checks“, die da wohl immer auf biologisch-sexueller etc Ebene ablaufen. Aber das ist doch nur ein Aspekt unter vielen, für die einen relevanter als für die anderen…
    Es gibt zu viele verschiedene Frauen, als dass man ein gemeinsames „Bild“ finde könnte. Wir alle bilden das „Bild“ der Frau, aber was hilft das? Tun wir doch alle, egal ob Männer oder Frauen, was wir gut können und für richtig halten, dann passt es schon, oder…? ;-)
    Schönes Wochenende noch allen „richtigen“ und „bei sich angekommenen“ Frauen und Männern!
    LG Uta

    1. Hi Uta,

      die Suche hört nie auf. Wer bin ich ich in dieser Welt. da spielt das Geschlecht nun einmal eine große Rolle, weil es den Unterschied macht – auf der geschlechterebene. Auf der Menschebene sind wir alle human beings mit den entsprechen Gesetzmäßigkeiten und Herausforderungen im sozialen Kontext. Eine Ebene darunter sind wir dann Männer und Frauen. Dei Natur hat da fiftyfifty aufgeteilt. Ich bin ein Mann. Ich bin keine Frau. das hat für mich Relevanz. ich liebe es ein Mann zu sein und ich bin gleichzeitig herausgefordert, ein Mann zu sein. Als Freund und Geliebter meiner Frau, Als Vater meines Sohnes, als Vater meiner Tochter, als freier Texter im beruflichen Umfeld, als Mann dieses Dorfes, als Fußballspieler meiner Mannschaft. Wir hatten auch mal eine Frau in der Mannschaft, die auch mitgeduscht hat. Das war komisch. Die war sehr, sehr mutig und hatte mit nix was am Hut. Was für eine Stärke. Was für ein konsequentes Ich.

      ich entwickle mich in meinem LEben als Mensch und spezifischer als Mann. ich möchte für mich weiterkommen, weil ich das bereichernd, spannend und sinnvoll finde. Deshalb gehe ich den Weg des Buddhismus, deshalb blogge ich, deshalb schreibe ich Gedichte, deshalb mache ich solche Dinge wie Basenfasten. Es sind jeweils wechselnde Zustände. Das macht etwas mit mir. Der Aspekt Mannsein ist in dem Gesamtkontext ein großes Thema, dass ich seit geraumer zeit verfolge. Gesellschaftlich und für mich. Ich habe zum Beispiel geforscht, wo ich herkomme. Wie meine Großväter und Urgroßväter waren. meine männliche Linie. Und was soll ich dir sagen? Mannsein fühlt sich anders an, wenn die männlichen Urahnen im Gesit dabei sind. ich habe die ins Boot geholt. Mein Lieblings Urgroßvater, der erste lippische Fotografenmeister August Schönlau, hängt als Foto links neben meinem Schreibtsich. der arbeitet mit und schaut sich meine Fotografien an. Ich kann dir sagen, auch wenn es sich merkwürdig anhört, es macht mehr Spaß, ihn dabei zu haben. ich mag ihn sehr und ich glaube, er hätte mich auch gemocht. Das bedeutet für mich: Ich habe das Selbstverständnis, in einer guten Tradition zu stehen. Die Linie macht Sinn und ich führe sie mit meinen Talenten und meinem Handeln fort.

      Vielleicht verstehst du nun aus meiner Sicht, weshalb ich Mannsein nicht in das globalere Menschsein auflösen möchte. Ein anderer Aspekt ist sicherlich auch das Ausbügeln von Defiziten, weil mir mein vater aufgrund seiner Krankheit und Veranlagung viel Liebe mitgegeben hat, aber wenig männliche Dominanz. Wenn die gefordert ist, kann ich die abrufen. Die Stärke ist da, nur ich mag sie nicht. Männliche Kraft ist mir einfach zu oft überbügelnd, platt machend, grob, unintelligent. Für mich möchte ich männliche Stärke mit Feingefühl kombinieren. So lebe ich das. Oft ist das eine Herausforderung, weil ich eben zum Beispiel im beruflichen Kontext gezwungen bin, das Männerspiel der Macht mitzuspielen. manchmal muss ich einfach ganz bewusst laut und hart auftreten, um ein zeichen zu setzen und eine Grenze zu ziehen. Ich mag das nicht. Aber so ist leben im männlichen Kontext. Der Zoo der Alphatiere. Ich drehe lieber an den Feineinstellungen. Das wird dann oft verwechselt mit Sensibelchen oder Warmduscher, wenn der Löwe nicht brüllt…

      Liebe Grüße

      Jens

      1. Da hast du ja Recht, lieber Jens, wir können und sollen das Mann- oder Frausein nicht in „globales Menschsein auflösen“, da brächten wir uns ja um eine gewisse Spannung und würden vermutlich aussterben…. Ich merke nur, dass das was du über dein Mannsein schreibst für mich auch übertragbar ist aufs Frausein: wo ich herkomme, die Tradition in der ich stehe, das Fein-Tuning von Eigenschaften und Fähigkeiten, ich will als Frau auch stark UND feinfühlig sein etc. Ich denke, wir haben heute ähnliche Probleme und Aufgaben, aber vielleicht lösen wir sie unterschiedlich? ich werde das auch weiter beobachten, spannend… LG, Uta

        1. Hi Uta,

          zunächst einmal sorry für den orthografisch schlampig geschriebenen Kommentar. Ich habe so schnell getippt, dass sich da einiges dudenfernes Geschreibsel eingemogelt hat. Ich war am Wochenende allein mit den Kindern, weil Ela auf einer Yoga-Konferenz war, da habe ich schnell, schnell zwischendurch kommentiert, weil ich das Thema so spannend finde.

          Letztlich ist es natürlich wirklich so, dass wir das ähnlich erleben können. denn neben Mann und Frau gibt es ja noch das Individuelle. DNA, Gene und nach meiner Philosophie die karmische Disposition. Die Leben, aus denen wir kommen, die uns nähren. So erkläre ich mir auf der Laienebene, dass manche Menschen solch enorme Talente haben – die haben das schon meherere Leben trainiert:) Das jetzt nur nebenbei, da hat jeder Mensch so seine eigenen Konstrukre und Vorstellungen. Du gehst da wahrscheinlich vom Göttlichen aus. Auf jeden Fall sind wir über diese Eigenschaften, wo immer sie letztlich herkommen, individuell. Und da gibt es vielleicht manchmal sogar Männer und Frauen, die sich näher sind als Männer und Männer oder Frauen und Frauen. Kann sein. Für mich kann ich nur sagen, dass ich Frauen anders empfinde als Männer. Jetzt nicht platt sexuell, das auch. Frauen haben etwas anderes. Für mich sind sie, selbst wenn sie hart sind, auf eine positive Art weicher und durchlässiger. Das ist eine andere Qualität. An Männer schätze ich andere Eigenschaften. Dieses Spannungsfeld zwischen Mann und Frau ist ja immer auch unser eigenes Spannungsfeld, weil wir durch Mann und Frau, durch vater und Mutter zunächst entstehen und dann werden – die Sozialisationsphase durchlaufen. Wir nehmen auf, saugen – Muttermilch, Eigenschaften. Von Vätern nehmen wir anderes als von Müttern.

          Weil Ela am Wochenende weg war, habe ich das Programm gestaltet. Mit den Kindern. Das Ergebnis: Samstagabend war ich mit Kindern und Hund in Siegen in einer Kneipe und habe das Championsleague Endspiel geschaut. Kerlswelt. Die Faszination der Auseinadersetzung. Neben uns fünf junge Männer, die alle Spieler von Barcelona und Manchester kannten. Kommentare, Rufe, Jubel. Diese Körperlichkeit der Spieler. Als Messi durch die Reiher von Manchester tanzt – immerhin eine der besten Verteidigungslinien der Welt. da könnte ich stundenlang zusehen. Zoe mag Gott sei dank auch Fußball, so dass auch sie mitten im Geschehen war. Ela und ich hatten ihr letztes Jahr aus dem Kreta-Urlaub ein Lionel Messi Trikot mit der Nummer 10 mitgebracht, dass sie auch stolz trägt. Ich kann allerdings nicht sagen, ob sie Fußball genauso fasziniert wie mich, oder ob sie mir nacheifert. Sonntag waren wir dann mit meinem Bruder segeln. Jim und ich mussten uns über Bord lehnen, um die Krängung aufzufangen. Das ist… kann es gar nicht beschreiben. Kerlswelt. Anders. Ach…

          Liebe Grüße

          Jens

          1. Hi Jens, Du musst dich nicht entschuldigen – ich finde es unglaublich, wie ausführlich und persönlich du auf alle Kommentare antwortest, das ist toll! Ich hab auch noch mal nachgedacht: vielleicht ist die biologisch-körperliche Seite ja doch wichtiger auch für das Wesen von Mann und Frau, ich sollte das nicht unterbewerten… Aber ich empfinde eben auch manchmal mehr Nähe zu Männern, die mir ähnlich sind als zu Frauen, die ihre Rolle anders definieren als ich selbst. Genau sind mir Menschen oft näher, die irgendeine Form von Spiritualität leben als solche, die gar keine Antenne dafür haben oder ganz fundamentalistisch-unkritisch ihren Glauben leben. Gut, dass es diese Vielfalt an Menschen gibt!
            P.S. Fußball ist doch keine reine Männersache mehr! Go S04! ;-)

          2. Hi Uta,

            wir unterhalten uns hier auf einer Ebene, die versucht, weiter aufzudröseln. Mir geht es wie dir: Manche Frauen sind mir näher als manche Männer. Und Ela ist mir am nächsten von allen. Eine Frau. Klar. mann und Frau sind durch ihre Geschlchtlichkeit auch nicht total voneinander getrennt. Manchmal sogar im Gegenteil:) Nur, wenn ich mir vorstelle, es würden vor meiner Tür 100 mir unbekannte Männer stehen und 100 mir unbekannte Frauen und ich sollte mich zu einer Gruppe stellen, so würde ich zu den Männern gehen. Die sich meine geschlechtliche Heimat, da fühle ich mich wohl. Ich habe hier auf dem land als erziehender Vater anfangs regelmäßig in den Krabbelgruppen als einziger Mann zwischen den frauen gesessen. das hat dazu geführt, das oft die Kinder zu mir kamen. Oh, ein Mann! Ein Papa! Den will ich haben. Auf der rationalen Ebene gibt es da heute sicherlich immer weniger Berührungsängste und Unterschiede. Wobei Männer nach wie vor eher zögerlich in klassische Frauendomänen vordringen – Haushalt, Erziehung oder denk mal an Handarbeit: Häkeln, stricken. Ich muss sagen, da schüttelt es mich auch. Obwohl ich das in der Schule gelernt habe. Nichts zieht mich dahin, Stricknadeln in die Hand zu nehmen. Oder mich zu schminken. Da gibt es einige Sachen, die habe ich einfach nicht. Sind nicht da. Es würde mich tatsächlich große Überwindung kosten, einen Pullover zu stricken. Innere Gegenwehr. Damit möchte ich natürlich nicht sagen, dass Frauen = Stricken bedeutet. Es ist nur ein Beispiel dafür, dass einige Dinge doch anders sind und sich nicht oder noch nicht alles an Geschlechtertdifferenzierung auflöst. Wäre ja auch schade. Ich mag es sehr, wenn ich an Ela oder auch Zoe so kleine typisch weibliche Ecken aus den Augenwinkeln entdecke – ohne etwas zu sagen. Nur schauen und sich freuen. Eben haben die beiden beim esssen, Jim war noch in der Schule, übereinstimmend gesagt: „Deine Geheimratsecken sind echt sexy.“ Prust! Ich kann mir zwar schönere Komplimente vorstellen, aber das war wieder so eine Mädelsübereinkunft, die eine weibliche Handschrift trug.

            Liebe Grüße und danke für dein Dranbleiben:)

            Jens

  5. Hallo zusammen,
    vieles, was oben gesagt wurde, kann ich gut nachvollziehen und ich sehe, dass jede Frau, die ich kenne es anders definieren würde und erlebt. Interessant darüber einen Dialog zu führen.

    Ähnlich wie ich das versuchte hinsichtlich der Männlichkeit zu beschreiben: ich kann sowas eher erspüren, als erklären. It’s in her aura- Und ich glaube fast, dass Frausein (sowie auch Mannsein) ein „journey“ ist und keine „destination“ und dass man sich oft findet in seinem Geschlecht, dann wieder rausfällt energetisch und sich dann wieder neu findet. So geht es mir jedenfalls. Ich hatte mit 20, 30 und heute mit 40 jeweils eine ganz andere Vorstellung davon, was es heißt, eine Frau zu sein. Und so geht das noch weiter, wenn ich mir Freundinnen ansehe, die um die 50 oder 60 sind.

    @Jens: Bei den Vätern und Söhnen habe ich übrigens Zan Perrion’s Bild benutzt, um zu beschreiben, dass Mädchen eine Art „Meilenstein“ haben, der Jungs in dem Alter heutzutage fehlt. Dabei geht’s mehr um das BEWUSSTSEIN, wo man grad steht auf dem Weg. Ich meine keineswegs, dass Mädchen mit dem Einsetzen der Regel in ihrer ganzen Weiblichkeit angekommen sind:-).

    Ich finde, Meredith Brooks bringt das Frausein prima auf den Punkt:

    „I’am a bitch, I’m lover, I’m a child, I’m a mother, I’m a sinner, I’m a saint…I do not feel ashamed“ …oh yeah!

    Ja, wenn eine Frau geschnallt hat, dass das, was sie meint zu sein, noch lange nicht alles ist, dass sie ALLES enthält, und damit auch ALLES umarmen kann, dann ist sie auf dem Weg zu IHREM weiblichen Mysterium. Ich jedenfalls bin wie eine von diesen russischen Holzpuppen, bei der man immer noch eine Hülle mehr abzustreifen hat auf dem Weg zum eigenen innersten Wesen. There’s always one more step…

    Ich wünsche Euch allen ein zauberhaft männlich-weibliches Soul-Weekend;-)

    Herzliche Grüße,

    Sonia*

    1. Hi Sonia,

      ich habe schon viel zu deinem Kommentar in die Antwort an Uta gepackt. Einen Aspekt möchte ich noch hinzufügen: Die Spiritualität. Buddhismus. Hier spielen die Geschlechter im tantrischen Buddhismus eine große Rolle. Als Überwindung der Gegensätze, als Auflösung der vermeintlichen Widersprüche, die wir ständig zu erleben glauben. Du weißt: Alles Illusion, alles selbstgemacht, alles relative Ebene. Ständig sind wir unser eigener Hollywoodregisseur, unsere eigene Hollywoodregisseurin. Da wir auf der relativen Ebene leben, so lange wir nicht erleuchtet sind, was nun einmal mehrere Leben dauern kann -selbst bei intensiver Praxis -, schlagen wir uns mit den Themen rum, die wir uns suchen. Sitze ich morgens in der Meditation und konzentriere mich locker, leicht und ungezwungen (wäre schön:) ) auf Stille im Kopf, fängt die Diashow an. Ah ja, dieses Thema. Gerne zum Beispiel Beruf: Wie gehst du gleich den Text an? Ich schiebe das Thema weg. Das geht. Sage mir: Typisch, Beruf kommt immer gut. Springt mein Kopf drauf an, weil das ja wichtig ist. Ich klebe das Etikett Unwichtig drauf und schiebe die Berufshydra in einen Raum, schließe die Tür. Doch siehe da, es kommt ein anderes Thema. Kinder, Beziehung, gestern hat meine Mutter angerufen, was hat der gesagt… Unendlich. Packe die ein, verschnüre die, lege die ins Regal. Und was soll ich sagen, die Themen sind so mannigfaltig Sand am Strand.

      Was das mit mannsein zu tun hat. Auf der relativen Ebene trägt es zu Klarheit bei. Je fester ich in mir, in meinem männlichen Körper und Geist verankert bin, desto kraftvoller kann ich bestimmen, was in meinem Kopf vorgeht und welche Geister ich rufe und wie ich mit ihnen umgehe. Und tatsächlich gelingt es mir ab und an, ein Hirngespinnst (die Wörter sind alle in unserer Sprache!) zu entdecken und auch für eine Zeit zu bändigen. Desto klarer ich bin, desto besser kann ich mit allem umgehen. Bewusstes Mannsein ist da ein wichtiger Aspekt, damit der Buddha in mir wächst und die Erleuchtung näher kommt. Nur noch so ein, zwei Leben und es wird hell:) (Das ist jetzt ein Joke!!!)

      Liebe Grüße

      Jens

      1. Hallo Jens,
        ganz interessant was du da schreibst! Ich freue mich sehr, dass hier noch mehr Dimensionen dazukommen, insbesondere die Spirituelle, die für mich immer sehr wichtig ist.

        Ich habe erst so richtig und bewusst meinen eigenen weiblichen Weg angenommen und das Meiste über’s Frausein gelernt, seit ich auf meinem spirituellen Weg bin, lustig, ne? Das hat sicherlich damit zu tun, dass ich immer bewusster werde, also auch was das Wesen der Weiblichkeit betrifft.

        Ich studiere Eckankar seit einigen Jahren. Dieses Studium beinhaltet die Arbeit der Seele mit dem inneren Meister, Traum-Arbeit, Seelenreisen und vieles mehr, was mein Bewusstsein weitet. Und ich hab mich für diesen Weg entschieden, weil die Konzepte, die bei der „äußeren“ Lehre eine Rolle spielen, genau das sind, was ich schon lange vorher immer @work in meinem Leben beobachten konnte. Habe vor vielen Jahren auch mal einen längeren Ausflug ins Christentum gemacht und mich mit dem Buddhismus befasst (meine Eltern waren Moslem und Katholik), aber letztendlich wählt man ja dann doch den Weg, der einem am ehesten entspricht, mit dem Bewusstseins-„Fahrzeug“, das man hat in diesem Leben. Bei mir ist es eben Eckankar.

        Zurück zur Frau:

        Seele ohne Vorzeichen inkarniert im Stoff mit weiblichem Vorzeichen und tobt sich erstmal volle Lotte als Frau aus jucheee, holla die Wald-Fee Sonia:-) um dann ein immer weiteres Bewußtsein zu erlangen vom Leben. Ich kann Euch sagen, mein Weg ist ein einziges, großes Abenteuer…:-) oben wie unten, innen wie aussen.

        Hey, und mir kam zum Thema Mann- bzw. Frau-Werden heute der Film „Avatar“ in den Sinn. Habt ihr den gesehen? Diese Anfangsszene, wo der gehbehinderte Marine zum ersten Mal in den Avatar-Körper schlüpft mit seinem Bewusstsein und dann erstmal wie blöde losläuft, weil er es so geil findet, wieder laufen zu können!?

        http://youtu.be/1QEFrI-D_3c

        Das ist ein Bild für mich: so ähnlich stell ich mir das vor, wenn Seele einen Körper annimmt um IM STOFF ihre Erfahrungen zu machen. All die Emotions, unser Urteilsvermögen, Polarität, unsere Sinnlichkeit all das und noch viel mehr geht nur im Stoff. Darum bin ich hier als Seele;-) .

        Diesmal als Frau:-) gerne mit allem, was an Erfahrungen dazugehört. Und dabei ist das Frau-Sein, die spezielle weibliche Disposition, nur eines von vielen Werkzeugen des Lebens, meine Seele zu unterweisen, so empfinde ich das.

        Viele liebe Grüße und ich finde, das, was du hier zuletzt rausgelassen hast bemerkenswert berührend und echt. Dank dafür, Jens.

        Viele liebe Grüße,

        Sonia*

        1. Hi Sonia,

          klingt sehr spannend. Von Eckankar habe noch nie etwas gehört. Von seelen, gesitigen welten (Anthrosophie und Buddhismus) mittlerweile eine Menge. Im Endeffekt glaube ich, dass all diese spirituellen Wege letztlich eins sind. Wie basteln uns die Werkzeuge, um ins unbekannte Land vorzudringen. Und geben diesen Werkzeugen verschiedenen Namen und schmücken sie anders aus. Ich spüre auf jeden fall, dass ich irgendeiner Sache näher komme. Wahrscheinlich letztlich mir selbst. Tatsächlich: Journey, nicht Destination.

          So, gehe jetzt mal bloggen und setze die neue Woche auf Restart:) Danke dir für deinen offenen Kommentar und höre gern mehr über Seelenwanderungen, Traumarbeit und dem inneren Meister.

          Liebe Grüße

          Jens

          1. Hallo Jens,
            ja, ich denke auch, dass wenn man die verschiedenen spirituellen Wege durch ein Sieb schütten würde, unten immer die selben Prinzipien rauskommen: Bewusstsein und Liebe sowas in der Art.

            Ich unterscheide ja zwischen den äußeren Institutionen, Wegen, Techniken, Konzepten und dem, wie ich selbst meine Spiritualität erforsche und erlebe und auch schon erlebte, bevor ich mich je für eine Religion interessiert hätte. Dennoch sucht sich eine Seele sicherlich je nach ihres Standpunktes auf ihrem Weg verschiedene „äußere“ Religionen aus, die eben dem entsprechen, was sie gerade zu lernen hat. So seh ich das.

            Es gibt da einen tollen Roman, „Der blaue Stein“ von Gilbert Sinoue, wo ein Christ, ein Moslem und ein Jude nur gemeinsam ans Ziel kommen können, weil jede Religion einen wichtigen Schlüssel enthält. Fand ich sehr klasse diese Geschichte, sie illustriert ganz gut, dass verschiedene Wege verschiedene Dinge lehren, die Seele alle benötigt auf ihrem Gesamtweg.

            Was „Seelenwanderung“ betrifft: googelt man das, landet man bei Reinkarnation :-) und die gibt’s ja in vielen Schulen. Ich glaub auch Spiritisten benutzen diese Bezeichung.

            „Seelenreisen“ jedoch bedeutet im Grunde, ein Bewußtsein dafür zu entwickeln, dass man Seele ist, also den Standpunkt der Seele einzunehmen. Auch im Alltag. Das finde ich übrigens das Spannendste bisher überhaupt.
            Ich schick dir gern mal per mail einen link zu einem Text zum Thema, wenn du magst.

            Gestern las ich übrigens in einem meiner All-Time-Favourite Bücher „Die Wolfsfrau“ (liegt gleich neben der Badewanne:-)) von „weiblichen Urkraft im Körper“, dass es Frauen gibt, die gar nicht mal so toll aussehen und dennoch unwiderstehlich auf andere Menschen wirken, weil sie so in ihrer Kraft stehen und den anderen „wirklich sehen“ wenn sie ihn ansehen. Das Buch hab ich auch schon x Mal verschenkt an Freundinnen und es stehen 1000+1 Geschichten und Märchen -von den Inuit bis Russland und einmal um die Welt herum- darin zum Thema „weibliche Urinstinkte“. Das ist ein Buch für die als Frau inkarnierte Seele, finde ich! Ich komm da immer wieder drauf zurück. Wichtiges Buch für mich, für Frauen.

            Viele liebe Grüße:-))

            Sonia*

          2. Hi Sonia,

            den Text kannst du mir gerne mailen. Interessiert mich sehr. Ich glaube, was du als Seele bezeichnest, ist im Buddhismus der Geist. Der Geist ist, was übrigbleibt, wenn der Körper gegangen ist. Er wird wiedergeboren. Im Buddhismus wird da von 49 Tagen (Bardo) gesprochen, in denen sich der Geist einen neuen Körpers sucht. Je nachdem, wie frei und entspannt er ist, fällt seine Wahl der nächsten Hülle aus. Huch, ich bin ein Hund. Was aus dem Geist wird während eines Lebens, bestimmt unser Verhalten. Das Anhäufen von gutem oder schlechtem Karma. Das Prinzip von Ursache und Wirkung. Alles kommt zurück. Wer mit Katzendreck wirft… Ih. Also ist es sinnvoll, den eigenen Geist in gute Gewässer zu führen. Je klarer der Mensch im Kopf ist, desto einfacher kann er sich für gute Dinge, für ein besseres Karma entscheiden. Wer zum Beispiel glaubt, zornig und wütend in der Welt stehen zu müssen, der wird entsprechendes ernten. Singen ja schon Fanta 4 – wir ernten, ernten, ernten, was wir säen, säen. Für mich also ist ein mir entsprechendes Mannsein ein Werkzeug, sinnvoll und klar handeln zu können. Alles, was quer läuft und nicht stimmt und unübersichtlich ist, verkompliziert letztlich das leben und trägt auch zu unguten Entscheidungen bei. Klarheit hilft, gut und sinnvoll zu handeln. Auch, wenn es mal schwieriger ist. Zum Beispiel weniger Jobs reinkommen oder sonst irgendetwas quer hängt:)

            Liebe Grüße

            Jens

  6. Nun mein dritter Anlauf, irgendwie treffe ich heute immer die falschen Tasten.
    Kaum ist man mal nicht so anwesend, kullern hier die Beiträge ein. Wenn ich schreibe, dann lasse ich mich nicht so gerne ablenken, deshalb bin ich dann draußen aus der Internetwelt.
    Wann ist ein Mann ein Mann? Wann eine Frau eine Frau? Für beide Geschlechter gilt, dass es eine immerwährende Entwicklung ist und das durch das ganze Leben hindurch. Ganz ankommen kann man da irgendwie wohl nie, weil wie gesagt es ist eine Entwicklung, genauso wie der Körper sich entwickelt, der Geist und die Seele auch. Warum nicht auch das Frausein, das Mannsein?
    Biologisch betrachtet ist es bei Frauen vielleicht leichter abzugrenzen als bei Männern: Mädchen bekommen heute bereits mit 10/11/12 Jahren das erste Mal ihre Regel und auch wenn das nicht für andere sichtbar ist, obwohl das manche Mädchen immer glauben, ist das deutlich zu spüren, als spärlicher, sichtbarer Bartwuchs als bei Jungs.
    Was in den Beiträgen ein wenig vernachlässigt wurde, kann sein, dass ich das überlesen habe, ist, dass wir als Eltern, als Männer und Frauen, Kratzer abbekommen, Mädchen treten mit ihren Müttern in Konkurrenz um den Vater, Jungs wollen da vielleicht mehr Kräfte messen, sind Konkurrenten zu anderen Männern. Und sie beginnen uns, ihre Eltern in Zweifel zu ziehen und das ist gut so, weil wir nicht vollkommen sind, weil auch wir massenweise Fehler machen.
    Ich finde das sehr gut, sie müssen sich, auch wenn das für uns sehr schmerzhaft ist, von uns lösen, ihren eigenen Weg gehen können, ohne uns. Und wenn wir diesen Entwicklungsschritt klug mitgegangen sind, dann dürfen wir an ihrem weiteren Leben teilnehmen.
    Frausein. Da ich nun mal Frau bin kann ich nur sagen wie es ist mit dem Frausein. Ich bin eine und damit gehe ich um, lebe gut damit, finde das richtig richtig gut. Ich bin 50+ habe keine, hatte nie welche, Wechseljahrprobleme, wahrscheinlich deswegen, weil ich das frausein mit all seinen Konsequenzen immer schon angenommen habe annehmen konnte. Es ist wie es ist und so ist es gut. Aber auch das war ein Prozeß. Nicht was man ist spielt die wesentliche Rolle, sondern das anzunehmen wer man ist, ist für mich der Kernpunkt, dabei ist es vollkommen egal was jemand ist, ob groß, klein, dick, dünn, Moslem, Christ, Buddhist und was weiß ich noch alles. Ich kann all das sein so lange ich weiß wer Ich bin. Nicht das Mannsein oder Frausein ist der Punkt, sondern das Ichsein (schreibt man das so?). Wenn Mensch das erkennt, verinnerlicht hat, kann er alle Entwicklungsschritte des Frauseins und Mannseins locker bewältigen und kommt aus jedem immer ein klein wenig weiser, innerlich gefestigter heraus.
    Ich bin Frau seit, keine Ahnung, weiß ich nicht mehr, jeder Entwicklungsabschnitt hatte seine guten und schlechten Seiten bis jetzt. Mal gucken wie das weiter gehen wird.

    Herzlich
    Gitta

    1. Hi Gitta,

      letzte Woche war hier ganz schön was los. Da musstest du ja eine Menge lesen. Ich denke auch, dass es eine immerwährende Entwicklung ist.

      Die Sache mit den Kindern erlebe ich unterschiedlich. Mit Zoe fällt es mir meist leichter umzugehen. Das liegt daran, dass wir uns in vielfacher Hinsicht sehr ähnlich sind und wir keinen Konkurrenzkampf haben. Bei Jim sieht das anders aus. Der fordert mich manchmal ganz schön. Rüttelt und zerrt an mir, will sich mit mir messen, mich herausfordern, will mich übertrumpfen. Anfangs, als das so mit 12 Jahren massiv einsetzte, war das ganz schön anstrengend. ich habe mich viel mit ihm gefetzt, weil ich unsicher war, ob ich nun Grenzen setzen muss. Mittlerweile haben wir einen guten Mittelweg gefunden, der sehr angenehm ist. Im Zentrum steht Respekt füreinander. Ich kann ihn mittlerweile sehr gut als Menschen mit eigener Meinung sehen. Das ist nicht immer meine Meinung, aber das ist für ihn aus anderer Perspektive genauso. Er ist jetzt einfach groß. Seine Meinung hat Hand und Fuß und er weiß sie zu vertreten. Wir müsen da nicht mehr viel kämpfen, weil er die meisten Dinge – vor allem Schule – souverän und eigenständig geregelt kriegt. Das heißt, ich kann Strück für Stück loslassen und sehe, dass es bei ihm gut läuft. Das ist ein gutes Gefühl. Und dadurch entsteht Freiraum für Miteinander – auf einer angenehmen, halberwachsenen Ebene. Oft müssen wir beide schmunzeln, weil wir einander aus der Situation heraus verstehen. Das ist neu. Ich bin gespannt, ob es dann demnächst irgendwann doch wieder zu Pubertaätskämpfen kommt – ob ich dann wieder schwierig werde:) Wir werden sehen.

      Parallel zur Entwicklung von Jim und Zoe versuche ich mich weiterzuentwickeln. An den noch verfügbaren Stellschrauben zu drehen und zunehmend eine größere Entspanntheit zu erlangen. Je mehr das Innere stimmt, desto einfacher ist leben. Auch ich schaue, wie es weitergeht….

      Liebe Grüße

      Jens

    2. Hallo liebe Gitta,
      was du hinsichtlich der „Kratzer“ ansprichst, die Eltern oft abbekommen: ich hab keine eigenen Kinder, will auch keine, beobachte daher ziemlich neutral das bunte Elterntreiben meiner Freunde und Bekannten.

      Ich finde, auch aus der Sicht der Tochter, die ich meinen Eltern bin, dass es sowohl zum Mutter- als auch zum Vatersein, eine Licht und eine Schattenseite gibt, wie auch zum Mann-Sein und zum Frau-Sein.

      Wenn man Kinder hat, hat man die großartige Gelegenheit, dieses Feld für sich zu erkunden. Das ist m.E. ein ganz spezielles Feld gerade auch was die Themen „bedingte und bedingungslose Liebe“ (hat bei Eltern eine besonderen Schwierigkeitsgrad, weil man ja naturgemäß rein biologisch und psychisch total verstrickt ist mit seinen Kindern), Macht ist ein weiteres großeses Thema bei der Elternschaft, finde ich und auch Lernfelder wie die Projektion eigener Anteile auf die Kinder hat in der Elternschafts-Schule erhöhten Schwierigkeitsgrad. Sprich: ich meine, dass eine Seele, die in diesem Leben Kinder hat, sich diese Lernfelder zum „Beackern“ speziell ausgesucht hat.

      Als Single ohne Familie und Kinder hat man andere Schwerpunkte, meine ich. Da gibt’s auch viele thematische Überschneidungen mit den Lektionen von Eltern, sie werden einem aber auf einer anderen Bühne präsentiert, in anderen Kostümen, anderen Dimensionen. Und es gibt Herausforderungen, die man als Mutter oder Vater eines Kindes niemals so kennenlernt, wie wenn man keine Kinder hat. Umgekehrt ebenso. 2 verschiedene Klassenzimmer sind das wohl.

      Ich find’s jedenfalls spannend hier auf der Welt!

      Viele liebe Grüße!

      Sonia*

      1. Hallo Sonja,

        so ganz bin ich nicht bei Dir, kann ich Dir leider nicht folgen. Ich habe Kinder und kann trotzdem Herausforderungen leben, die Menschen erleben, die keine Kinder haben. Kannst Du mir das bitte genauer erklären. Ich habe das nicht wirklich verstanden.

        Ich lese da außerdem irgendwie Klischeevorstellung. Eltern projzeren nicht, sondern Kinder lernen kognitv, ich denke da ist ein kleiner Unterschied. Ob kognitives Lernen immer das Beste sein muss, das vermag ich nicht zu beurteilen, aber ich verstehe unter Projektion eine Vervielfältigung von mir und das um Himmels Willen, bloß nicht.
        Bedingungslose Liebe macht blind. Ja, ich liebe meine Kinder, ja, ich bin da, wenn sie mich wirklich brauchen, wenn sie fallen möchte ich die Hand sein, die ihrem Aufstehen den Anfang gibt, den Rest müssen sie alleine schaffen, ja ich kann sie immer wieder ohne Schmerz gehen lassen und freue mich, wenn sie wieder kommen.
        Ich bin meinen Kindern keine Machtinstitution, ich war ihnen Kameradin, Anlaufpunkt. Ich hasse Machtpostitionen.
        Diese drei Kinder, die ich geboren habe, sie gehören nicht mir, sie gehören sich selbst, ich hatte das Privileg sie unter meinem Herzen spüren zu dürfen, sie aufwachsen zu sehen. Sie waren meine Lehrmeister, ich habe so viel von ihnen gelernt und habe ihnen so viel zu verdanken.
        Ich kann all das tun, was Menschen ohne Kinder tun, aber umgekehrt erleben Menschen ohne Kinder nicht das, was ich leben durfte.

        Herzlich
        Gitta

        1. Hallo liebe Gitta,
          kann ich grad nicht besser erklären, als oben schon geschehen:-).

          Aus deinem letzten Satz (in dem für meine Wahrnehmung gefühlt übrigens noch das „Ätsch!“ fehlt ;-) ) entnehme ich, dass deine Frage wohl daher rührt, dass du wirklich überzeugt davon bist, dass ein Mensch mit Kinder ein breiteres Erfahrungsspektrum hat, als jemand ohne. Das sehe ich nicht so.

          Gerade sind wir ja hier beim Thema
          „Wann ist eine Frau eine Frau“ und da finde ich diese Haltung, die du da ausdrückst ziemlich interessant.

          Ich bin da ja komplett anders gestrickt, als Mensch, als Frau.

          Und ja, dass du in meinem Comment Klischees liest, ist deine Wahrnehmung. Habe bloß einen bunten Schrank und nur eine einzige Schublade in meinem ganzen Haus:-) Echt jetzt. Ist ein bißchen chaotisch darin manchmal, weil ja alles durcheinanderfliegt in meiner Menschenschublade, aber um so kuschliger isses im Winter und um so lustiger im Sommer des Lebens:-)))

          Hey, zur bedingungslosen Liebe will ich noch was sagen: ich denke mal, dass man sich evtl. gegenseitig die Begrifflichkeit mal definieren muss.

          Für mich ist Mutterliebe zwar speziell ( man wird die Bindung so scheißschwer wieder los, sagt meine Mutter und auch meine Freundinnen haben’s nicht leicht loszulassen), aber Mutterliebe ist in meinem Verständnis nicht bedingungslos, wenn die Frau nicht generell losgelöst ist. Bedingte Mutterliebe ist eine Vollbremse für die Entwicklung, allein das ist wie ich finde eine tolle Motivation für alle Mütter, loslassen zu lernen, was einem eine Menge Leid erspart im Leben.

          Ein neugeborenes Baby, das ist für mich schon eher bedinungslos, da fließt voll die richtungslose Liebe durch. Die „Liebe“ einer Mutter, die Angst hat, dass die Kinder nicht mehr anrufen, allein zu sein im Alter und ihren Kindern Schuldgefühle macht, oder die Angst hat, dass das Scheitern der Kids auf sie zurückfällt, ist für mich nicht bedingungslos sondern ultra bedingt. Nur: das bewerte ich gar nicht negativ! Mutterliebe ist auf alle Fälle eine besondere Art der Liebe. Mütterlichkeit steckt jedoch auch in Männern und in Frauen, die keine Kinder haben. So erlebe ich das.

          Ich hab die letzten Tage öfter mal ganz große, muskulöse Männer mit kleinen Babies gesehen, auf der Strasse, im Cafe etc und wißt ihr was: ich find das ein Hammerbild!!! Das ist ein Bild wie der Löwe neben dem Lamm. Macht sofort mein Herz auf! WOW!

          Ich kenn dich ja nicht persönlich oder gut Gitta, aber du sagtest, deine Kinder gehörten dir nicht. Ja, genau.
          Erinnert mich an „Von den Kindern“ von Gibran. Wenn du es so lebst, wie du es sagst, klasse.

          Hier eine Annährung daran, was ICH unter „bedingungsloser Liebe“ verstehe: http://soniagalai.wordpress.com/2009/04/12/unconditional-love/

          und die Übersetzung: http://www.homepage-dienste.com/foren/F_10500/bedingungslose-liebe-sandy-stevenson_20_34.html&page=1

          Wenn ich dieses Statement mal irgendwann komplett unterschreiben kann, dann bin ich als Mensch und auch als Frau wohl schon ziemlich weit entwickelt.

          Bin auf dem Weg, wie alle und ein paar Dinge kann ich schon:-))

          Kann nicht immer soviel kommentieren, weil ich eine Menge zu tun habe, aber ich find das grad sehr interessant hier in the fiftyfifty-Area:-)

          Herzliche Abendgrüße!

          Sonia*

          1. Hi Gitta, hi Sonia,

            ich möchte mich kurz einmischen. Ich habe mal einen sehr netten Mann erlebt. manchmal trifft man ja Menschen, die einen berühren. es war ein merkwürdiger Anlass. Ein schwuler freund von mir auf den Apotheker-ball in Frankfurt am Main eingeladen. Weil er keine Partnerin hatte, hat er mnich gefragt, ob ich mitkomme. Klar. fettes Programm auf der Bühne, dickes Essen auf dem teller, feine Weine im Glas. Bingo. Und ganz exakt genau nicht meine Welt. Alle versuchen lustig und cool zu sein, und bekomen in der Abendgarderobe keine Luft. da ist dieser kerl an meinem Tisch. Ein junger Mann aus Berlin, der mir seine Geschichte erzählt. Seine ´Frau hat die Glasknochenkrankheit und würde deshalb eine Schwangerschaft nicht überleben. Er erzählt mir das, während um mich herum egrade Männer an ihren Krawatten ersticken. Wir sind uns direkt sehr nah, weil wir beim Wesentlichen sind. Unserem Wesentlichen in dem Moment: Beim Leben. Dann sagt er mir, dass es für ihn ein großes Problem gewesen wäre, damit klar zu kommen. Keine Kinder. Und dann habe ihn sein Vater zur Seite genommen. Und der hat gesagt: „Junge. Mikt kindern ist gut, ohne Kinder ist auch gut.“

            Was ich euch damit sagen möchte? Genau das. Das sind zwei verschiedene Leben, aber bei zwei verschiedenen menschen ist das eh immer der Fall. es gubt vielleicht Annäherungen, Richtwerte, aber letztlich hat jedes leben für sich seine eigenen Gesetze. Hätte ich keine Kinder, würde ich anders leben. Ich kann mir das vorstellen. Ob das besser oder schlechter wäre, weiß ich nicht. Irgendwie hätte ich den Part, den jetzt die Kids ausmachen, gefüllt. Da hätte es irgendetwas gegeben. Vielleicht wäre ich beim Theater geblieben oder ich hätte mehr geschrieben oder gefeiert oder menschen getroffen oder wäre Surflehrer auf Fuerteventura geworden. Aber, ich hätte mich und meine Themen immer mitgenommen. Wir sollten versuchen, da nicht zu werten oder zu bewerten, weil das hypothetisch ist. Du, Sonia, gehst deinen weg ohne Kinder, du Gitta, gehst deinen weg mit Kindern. Ich erlebe euch beide als Frauen mit einer Geschichte, mit einem Weg, mit einer Tatkraft.

            Ich kann ahnen, weil ich das Leben nicht gelebt habe, was du Sonia, mit einem Leben ohne Kinder verbindest. Was ich spüre, fühlt sich auf eine andere Art intensiv an. Dein Leben, Gitta, kann ich nachvollziehen, weil ich ähnliche Erfahrungen mache und gemacht habe. Trotzdem glaube ich, das euch vieles verbindet.

            Liebe Grüße

            Jens

          2. Hallo Sonja,

            ich habe meine Frage so gemeint wie ich sie gestellt habe und finde es schade, dass Du sie nicht beantwortet hast. Das Erfahrungsspektrum eines Menschen liegt immer an ihm selbst und nicht an dem Umstand ob er Mann, Kinder, Hunde, Katzen oder Mäuse hat oder all das nicht.
            Du musst meine beiden Töchter fragen, ob ich loslassen kann, ich würde sagen, dass es so ist. Als sie so ungefähr 15/16 Jahre alt waren, da hab eich zu ihnen gesagt, dass ich keinen Bock mehr darauf hätte die Mutterrolle rauszuhängen, was ich aber ganz zweifelsohne tun würde, wenn Gefahr im Verzug sei, sondern wich wäre sehr viel lieber ihre Kameradin für Sturmzeiten. Ihre Freundin sein, das wollte ich nicht, dazu hatten beide ihre festen Freundinnen, da hinein wollte ich mich nicht drängen. Aber trotzdem war und ist Loslassen immer ein individueller Lebensprozeß und fühlte sich bei jedem meiner drei Kinder anders an.
            Du hast geschrieben, dass man sich Gedanken machen würde, wenn sie nicht anrufen würden, oder man sich für ihr Scheitern veranwortlich fühlen könne. Wenn sie nicht anrufen, dann geht es ihnen gut und sie leben ohne Sehnsucht nach mir. Scheitern? Was kann ich für das Scheitern meiner Kinder, sollte es so sein? Was können meine Eltern für mein Scheitern? Nichts, weil ich selbst für mich verantwortlich bin, die Verantwortung mich trage und sonst niemand. So ist das bei meinen Kindern auch. Sie sind für sich selbst verantwortlich. Dass ich da bin, wenn sie mich brauchen, beantwortet sich von selbst. Man ist i.d.R. auch da, wenn der Partner oder der Freund, die Freundin Probleme hat.
            Frausein. Es kann nicht sein, dass man im Frausein oder Mannsein angekommen ist. Angekommen schon, weil man Frau oder Mann ist, aber der Geist oder die Seele, je nachdem eigenen gelebten Blickpunkt muss sich mitentwicklen, wenn der Körper sich ändert und das tut er immer. Vom Mädchen zur Frau, von der Frau zur Schwangeren, akzeptieren, dass danach der Körper vielleicht nie wieder so sein wird wie er zuvor war, oder auch ohne Kinder zu bekommen irgendwann feststellen, dass er alt wird, dieser geliehene weibliche Körper. Verdammt was nun? Ist die Seele/Geist nun alt, konnte sie mit dieser Entwicklung Schritt halten? Kann das Ich, das Altern des Körpers hinnehmen oder besser annehmen? Menopause, alte Frau und da täuschen auch sorgfältig gefärbte Haare nicht darüber hinweg. Natürlich bin ich Frau und das durch und durch und immer und zu jeder Zeit und ich nutze all das, was ich tun kann mein Frausein nicht zu verleugnen, aber ich bin ehrlich genug zuzugeben, dass ich mich auf jede signifikante Veränderung meines Frauenkörpers mit meiner Seele/Geist einstellen musste und auch hoffe dies noch weiterhin tun zu können.

            Deinen Link lese ich später, mein Tag hat im Moment leider viel zu wenige Stunden und ich stecke mitten in einer Arbeit, die in Kürze zumindest ein Gerüst haben muss.

            Zu Guter Letzt noch etwas. Du kennst mich nicht klar, aber hätte ich ein „Ätsch“ auch nur im Ansatz gedacht, Du kannst versichert sein, dass ich es geschrieben hätte.

            Herzlich
            Gitta

  7. Ich denke, dass Frauen zumeist gewisse Eigenschaften zugeordnet werden. Nur, was ist, wenn Frau diesen Eigenschaften nicht entspricht, wenn sie also buschikos ist und durchaus männliche Eigenschaften hat. Im Umkehrschluss können ja auch Männer durchaus empathisch sein und eine sehr weiche Seite haben. Ist das dann noch normal und entspricht dem Bild einer Frau oder eines Mannes?

    Mir geht es vielmehr darum, dass Menschen beiderlei Geschlechts authentisch sind, nämlich das leben , was sie als Persönlichkeit ausmacht. Das ist schon ein langer Weg dies zu erfahren und sich von Bildern zu lösen. Denn diese Bilder sind von anderen gemalt worden und es wird einem gesagt – „So hast du zu sein“.

    Nur malt das Leben jedem sein eigenens Bild und das ist der Schlüssel für mich – ob nun Frau oder Mann.

    Auch die Sexulaität ist so individuell, wie es Menschen gibt, mit unterschiedlichen Vorzeichen für Frau und Mann. Auch hier findet jeder seinen Weg, seine eigene Sexualität.

    Mit diesem Bewußtsein wird Selbstbewußtsein geschaffen und es bedarf keiner Fremdbilder mehr, die einen an sich selbst zweifeln lassen.

    Schöne Grüße

    Raoul

    1. Hi Raoul,

      Authentizität. Ja. Sofern das möglich ist. Die Bilder in unserem Kopf, die Vorstellungen von gut und richtig sind da zweifelsohne ein Problem, weil sie oft nicht passen. das führt dann zu Aktionen, die passend machen. Zwang. Und das ist eben nicht gut, gegen sich zu gehen und sich zu verbiegen. Da sollte der eigene Weg gefunden werden. Die Selbstzweifel sind dabei ein Problem, aber auch ein förderndes Korrektiv. Wer gar keine Selbstzweifel hat oder sie überspielt, hört auf, sich zu entwickeln und ist für andere wahrscheinlich nur anstrengend.

      Viele, viele Grüße

      Jens

  8. Hallo Jens,

    das ist ja genau der Punkt auf den ich hinaus wollte. Ein nicht ganz einfacher Weg, aber lohnenswert und für einen selbst „ergiebiger“ , als den Bildern hinterher zu rennen.

    Schöne Grüße

    Raoul

  9. @Jens

    Wir haben in unserem Freundeskreis sehr viele Paare, die keine Kinder haben aus welchen Gründen auch immer. Mann-, Frau- Menschsein macht sich nicht an Kinern aus, das wissen wir alle. Es ist auch kein Gedanke dabei, dass diese Freunde in ihrem Leben etwas versäumt haben könnten.
    Beidermaßen macht Mensch Erfahrungen, auf die er sicher sehr gerne verzichtet hätte, wie im Umkehrschluß beide Erfahrungen sammeln, die sie auf die eine oder andere Art nie gemacht hätten. Ich glaube, dass uner dem Strich betrachtet sich alles irgendwie ausgleicht.
    Eine Freundin sagte mir mal, dass sie keine Kinder habe, weil sie eine grauenvolle Gluckenmutter geworden wäre, ihre Kinder wären ihrer totalen Kontrolle unterworfen gewesen aus der Angst heraus, es hätte ihnen etwas passieren können.
    Einige Wochen später, ihr Mann bekam plötzlich gesundhetliche Probleme, da sagte sie mir, dass sie das erste Mal in ihrem Leben bereuen würde, keine Kinder zu haben, vor allem wenn sie dann miterlabt wie das Verhältnis zwischen meinen Töchtern und mir ist.
    Bei anderen Paaren weiß ich, dass alle Versuche ein Kind zu bekommen fehl geschlagen waren. Diese Paare haben sich irgendwann damit abgefunden auf unterschiedliche Art und Weise: die einen können nicht mehr mit Kindern umgehen, die anderen haben alle Kinder des Straßenzuges permanent bei sich zu Hause ein und ausgehen.
    Das ist aber nicht das Thema, das ist Frau- Mannsein. Ich habe erklärt in meiner Antwort an Sonja weshalb ich denke, dass ein Ankommen im Mannsein, Frausein immer wieder aufs Neue – wie soll ich das ausdrücken? – justiert werden muss. Der Körper entwickelt sich weiter, geht durch alle Altersstufen und wenn der Geist, die Seele nicht mitkommt, dann könnte dies problematisch werden. Das bedeutet aber nicht, dass man zuvor einer gefühlsmässigen Täuschung unterliegt ode runterlegen war, sondern, dass man wohl zu diesem Augenblick Mannsein, Frausein voll gelebt hat. Wie bei allem im Leben eines Menschen ist es Entwicklung, die gelebt werden möchte.

    Einen fruchtbaren Tag.
    Herzlich
    Gitta

    1. Hi Gitta,

      Leben ist ein Abenteuer. Egal, wie es äußerlich aussieht. Wir gehen da alle durch und suchen und machen und tun. Mal erfolgreicher, mal besser, mal schlechter, mal scheitern wir. Letztlich kommen wir mit allen Herausforderungen besser klar, wenn wir an uns arbeiten. Als Väter, Mütter, Männer, Frauen. Je mehr wir an Erfahrung haben, je mehr wir wissen, was und bewegt und wie unser Körper und unser Geist funktionieren, desto besser können wir mit Herausforderungen umgehen. Genau: Entwicklung leben.

      Liebe Grüße

      Jens

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.