Vom Mikrokosmos in die weite Welt

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Wie eine Metapher. Sonntag war ich in der weiten Welt draußen unterwegs, als ich auf einen wunderbaren Mikrokosmos traf. Die Sonne schien wieder, die Wolken zogen weiß und rund und schön am Himmel entlang. Weil in diesem Winter der Westwind vom Atlantik meist nach Norden abgezogen ist, hat er den Südwind hoch gezogen und uns angenehme, lauschige Temperaturen beschert – und viel Licht.

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Ist das Wetter so, habe ich einen Lieblingshügel. Runter ins Tal, rauf auf die weiten Wiesen. Die schenkten mir ein intensives orangenes Licht, wie ich es dort bislang nicht gesehen habe. Das trockene Sommergras – oder ist es die Winterzwischensaat? – steht hoch. Und es reflektiert das Sonnenlicht Wüstenlicht mäßig. Ist jetzt wahrscheinlich deutlich übertrieben. Ich war noch nie in der Wüste, aber das war meine Assoziation.

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Cooper schritt voran, bestimmte den Weg, ich ließ mich treiben. Bis zur Weggabelung, wo dieser Wegpfahl mit den Wanderzeichen steht. Ich nahm mir Zeit, hatte Zeit, sah ihn mir an, blickte hinein und konnte es nicht glauben. Ein Dschungel, ein Urwald, Indiana Jones in der grünen Hölle 32. Die Sonne verschwand, aber das Licht genügte. War so vielleicht besser, keine Ahnung. Ich drücke einfach immer nur ab und schaute, was da raus kam.

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Ein kleiner Kosmos. Leben da unentdeckte Stämme? Und die Farben. Ich konnte kaum glauben, dass das Teil der oberbergischen Landschaft ist. Das sah so ganz anders aus als alles, was ich hier sonst so sehe. Das Kleine im Großen, die Welten, die sich vermischen. Hinschauen, entdecken. Und die Fantasie reisen lassen… Wüste, Weite, Dschungel. Das Leben, ein Film.

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Nun, und zu all dem gibt es dann auch noch was auf die Ohren. Move! Zoe tanzt durch den Raum. Wir sitzen im Ofenzimmer, ich tippe, sie hört Musik per iPod, ich über Spotify, Ela hängt ab, Herr Cooper liegt in 2.000%-Entspannungspose an der kühlen Wand. Der Ofen heizt hier gerade extrem. Zoe mag T-Shirts und legt ständig Holz nach. Und ich sitze dummerweise noch in meinem Wollpulli hier. Wieso eigentlich? Ts.

14 Antworten auf „Vom Mikrokosmos in die weite Welt“

  1. Hallo Jens,

    wunderbare Bilder! Ja, auch so ein Mikrokosmos kann beeindrucken. Die Welt im Kleinen, und doch so groß! Wir sollten viel öfter auf „große“ Kleinigkeiten achten.

    Nebelige Grüße
    Annegret

    1. Hi Annegret,

      hat ein wenig gedauert… Ich war mal wieder verschütt in Arbeit. Auch so ein Mikrokosmos, in dem man verlorengehen kann. Zudem hat sich unser Auto mit einem zweiten Turboladerschaden verabschiedet, wodurch ich schon wieder eines kaufen musste. Suchen, hinfahren, abholen, anmelden… Herrje. Viel Kohle, viel Lärm. Nun gut. Shit happens. Mal biste oben…

      Ja, das war ein schöner Spaziergang an einem schönen Tag. Momentan gibt es dauernd so Tage. echte Geschenke. So allmählich kannst du dich auf die Wortarbeit vorbereiten. Mit Schnee und Winter, das wird nix mehr.

      Die Kleinigkeiten des Lebens. Die kleinen Kosmen. Wie Kinder…

      Liebe Grüße

      Jens

      1. Lieber Jens,

        was kommt denn da am Wochenende? Etwa Sonnenschein en masse? Nein, kaltes Wetter. Nun ja, kaltes Wetter macht noch keinen „Winter“. Wie pflegt mein Vater, der Bauer (lieb gemeint), zu sagen: „Bis zum 1. Mai kann es noch immer Frost geben.“ Bis in den Mai will ich Dich nicht vertrösten, aber bis in den April. Dann spitze ich meine Stifte, lüfte das Oberstübchen und gehe ans Werk.

        Bis dahin,

        sonnige Grüße
        Annegret

  2. Ja, diese Mikro-Kosmen sind wundervoll und ich plane seit längerem diese als Vorlagen zu Landschafts-Gemälden zu machen. Sie sind wirklich wie von einer anderen Welt !

    1. Hi David,

      da bin ich gespannt. Das sind schon faszinierende, erzählende, einen ziehende Welten. Mag ich sehr. Mit den Kindern habe ich früher im Wald oft Zwergenlandschaften gebaut. Hatten die großen Spaß dran – und ich auch:)

      Liebe Grüße – auch an Helga

      Jens

  3. Lieber Jens,

    die Fotos sind wirklich schön.
    Und die kleinen Welten begeistern mich sowieso ;-)….

    Das auf die Ohren erinnert mich schwer an die Soullegenden Marvin Gaye, Temptations etc. ich muss schmunzeln wie die Jungen die Alten wiederentdecken… dance on ;-)

    Sonnige Grüsse aus dem Süden
    Danièle

    1. Hi filo,

      Berge als Standardpanorama. Für mich sind die immer Urlaub. Sommer, Schweiz, Italien. Neue deutsche Welle (NdW), Fräulein Menge: Hohe Berge..

      Wir wohnen hier auf 380 Meter Höhe. Gehe ich auf die Höhe, bin ich bei knapp unter 500 und kann fast bis nach Köln schauen. deshalb regnet es hier oft (zur Zeit allerdings nicht), weil sich die Atlantikwolken hier an der ersten Steigung abregnen. Schön, von dir zu hören. Ich hoffe, es geht dir gut und du findest Zeit, auch den schönen Dingen nachzugehen.

      Liebe Grüße

      Jens

      1. Hi Jens,

        das ist ja nett, dass sich bei euch alles abregnet ( ;-) ) – dann kann’s bei uns so schön sein, wie es jetzt ist – Frühling pur!

        Hab‘ mich vor ca. 1 Monat mit einer neuen Videokamera belohnt und bin nun an einem neuen Kurzfilmchen dran, das ich dann auch einreichen möchte… Ansonsten ist eher eine Zeit, in der ich immer wieder ein bisschen über die eigenen Füße stolpere… Ist halt manchmal so.

        Was ich/wir von dir lesen, klingt so, als ginge es dir gut – ich hoffe und wünsche dir, dass alles (das meiste) wünschenswert läuft. Vor allem das patchwork-living!

        Schönes Wochenende und LG
        filo

        Nachtrag: Ich bin wieder am Suchen: nach einem alten Haus…

        1. Hi filo,

          momentan haben wir Regenpause. Ist sehr trocken. Aber oft haben wir wirklich Regenzeit. Durchregnete Sommer. Dann ist es grün wie im Dschungel, aber eben auch nass.

          Viel Spaß mit der Videokamera und schöne Filme!

          Liebe Grüße

          Jens

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