Gott ist tot, dieser Blog ist tot. Oder auch nicht:)

Um Gotteswillen, wir wollen ja mal nicht gleich den Teufel an die Wand malen und die Kirche im Dorf lassen.

Wir müssen uns wieder so ganz allmählich annähern. An alles. An vertraute Positionen, schöne Begebenheiten (ein schönes Wort), eine sich auftuende Welt und Sichtweise.

Manche sagen und schreiben und verlautbaren: Alles im Fluss. Nun. Meine Lieben und Liebsten. Ich denke. Zumindest. So einfach ist das nicht. Wir möchten ja nicht gemeinsam Worthülsen wie geschrotete Ballaststoffe inhalieren und unverdaut verarbeiten. Ein wenig mehr, Pardon, muss es schon sein. Ein wenig Bereitschaft, Leidenschaft, Enthusiasmus. Es ist alles dann doch eine ganze Ecke weniger profan. Nun. Wer schon kann uns daraus entlassen? Und: Wer möchte das? Du? Ihr? Alle? Bitte.

„Wer nicht denkt, fliegt raus.“ Schrieb Beuys. Angeblich. Auf die auf Ebay ersteigerte Karteikarte mit Rahmen für 22,50 € inklusive Versand. Was hat mehr Wert, der Versand, die Worte, die Karteikarte, der Rahmen?

Der Text zu „AUSSER SICH“ hier im Blog hat alle Erwartungen gesprengt. Die Reaktionen waren bombastisch. Danke. In den intellektuell anspruchsvollen Antworten habe ich gebadet. Mit roseeduftendem Schaum und Pralinen auf dem Rand der Wanne. Es ist eine Zeit des Ablieferns. Wenig hilft nicht viel. In die Vollen muss schon sein. Mindestens. Nun, geschenkt. Wer will schon kleinlich nachtreten.

Suhrkamp hat heute geschrieben. Ein Dank. Vielleicht möchte ich noch einmal. Mein Hunger ist groß. Im Geiste gefordert zu werden, eine Literatur verstehen, ein Werk. Ich könne eines anfordern, so weit noch ein Exemplar verfügbar wäre. War nicht so einfach. Ich habe gestöbert und viele Bücher, ich weiß nicht, sie haben den 2. Weltkrieg zum Inhalt. PENG! Tot. Ey.

Nun habe ich ein anderes bestellt. Von einer Frau. Momentan lese ich lieber Frauen, Männer können so anstrengend sein. Yep. Frauen auch und Menschen auch und Katzen und Hamster und Steuerbescheide und Kündigungsrecht und neue Gesetze. So ist das. Momentaufnahme. Einschätzung, Fehleinschätzung, knapp daneben und doch voll im Ziel des eigenen Gefühls.

In dem Buch wird es, so die Beschreibung, der Klappentext und die Leseprobe, um Vergangenes gehen. Sehr dicht wissend intellektuell. Fast schon fetischmäßig inhalts- und wissensverliebt. Wenn man das Komplizierte in Leichtigkeit tanzen kann, entsteht Anmut. Hoffe ich, spüre ich, weiß ich nicht. Vielleicht nur ein Irrgespinst der Hoffnung. Gerne nehme ich das Gute an und sage dann: Egal. C’est la vie. Eine gewisse, erhalten gebliebene Naivität hat den Vorteil einer sich bewahrenden guten Laune trotz allem. Das sollte man leben können. Mindestens. Alles andere ist wie selbst selbstverschuldetes Waterboarding. Nach Kant. Wer will schon ertrinken und diese Mengen Wasser trinken, als gelte es die Sintflut wegzusaufen.

Dieser Blog lebt. Sage ich mir. Weil ich ihn liebe. Und nun, da er totgesagt ist, gehört er mir wie nie. Schreiben kann ich, was ich will. Gedanken ausposaunen und verdrehen und hätscheln und treten und küssen und mit Voodoonadeln verzieren.

Heute Abend sitze ich in meiner Küche. Ich muss mit dem Alten brechen, mit der alten. Welt. Ich muss euch all das nah bringen, was jetzt zählt. Wert und Wichtigkeit hat. Eine Mammutaufgabe. Alles von vorne. Alle Bilder neu justieren. Einfacher wäre es, ich würde euch alle nicht kennen und einfach so tun, als wäre das hier schon immer so gewesen. War es nicht.

Und so setze ich Stein auf Stein und warte, bis die Rosen blühen. Sie brauchen Zeit. Rosemaries Rose, Giselas Rosen daneben und die Rosen von Viveka und mir. Ungeduldig werde ich. So ist das mit Widdern mit Aszendent Widder. Die möchten den Pflanzen beim Wachsen helfen und wenn sie ihnen an den Ohren ziehen. Was ich nicht mache, weil ich ein Einsehen habe. In mich und die Rosen, die Rosen und mich. Alles blüht zu seiner Zeit.

Bald beginnen die Glühwürmchennächte. Im Juni. Ich werde darüber schreiben und ein wenig mehr diese sanft anmutende neue Welt erobern. Küssend, lächelnd, zart. Heute wird mir der Fastvollmond ins Fenster leuchten und ich werde ihm danken, dass er bei mir ist. Lächeln, schön, rund und so erhaben dort oben.

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